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IV. Jahr Nr. 4.]
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3, Leonardo zu
ſein Vater hatte Leonardo hinter⸗ chlag aus Rache e einen Mord den Bandi⸗
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üch damit zu entſchuldigen, daß aus einer Verbindung
uchten— ſeines Vaters Blut heiſchte Rache, und ehe er zur Beſinnung kam, lag der Mörder gemordet zu ſeinen Füßen; ſein Stilett war ihm ins Herz gedrungen.
Mattheo entfloh, ohne Abſchied von ſeiner Schweſter zu nehmen, denn Leute kamen herbei. Sie hoben die Leiche auf und brachten ſie der Witwe.
Die Nachricht von dieſem Vorfall verbreitete ſich ſchnell und die Parolanti verſammelten ſich. Sie riefen Wehe lher Mattheo und ſeinen Namen und begaben ſich nebſt den Verwandten des Getödteten nach dem Peraldi'ſchen Hauſe.
Fiordaliſe befand ſich wieder allein daheim; es war das Gerücht zu ihr gedrungen, Pietro bewerbe ſich um ein ſchönes Landmädchen aus der Gegend von Calenzana; uber ſie glaubte es nicht, hatte ſie doch ſeine glühenden Treueſchwüre. Und dennoch— warum kam er nicht und ließ auch nicht von ſich hören?
Verwundert vernahm ſie den Ruf der Nachbarn und wurde nun tief beſtürzt, als ſie erfuhr, was geſchehn. Die Parolanti ſagten ihr, daß ihr Beſitzthum der Acht verfallen ſei, und ſie erwiderte nichts darauf; ſie kannte die Sitte der Vorfahren und wußte, daß jede Bitte fruchtlos ſei. Das Haus wurde niedergeriſſen, der kleine Garten ver⸗ wüſtet und mit dem Beil die Rinde von den Kaſtanien⸗ baumen, dem hauptſächlichſten Vermögen der Peraldi, ge⸗ ſchält. Dies geſchah zum Zeichen, daß der Zorn des Him⸗ mels Mattheo und ſein Gut verflucht, weil er den Eid ge⸗ brochen und das Blut Giacomo's vergoſſen habe.
Das heimathloſe Mädchen begab ſich zu dem Curate Peraldi.
Es lebte jetzt in Pietro's Nähe und hörte bald, deſſen beweglicher Sinn ſei wirklich von einem hübſchen Land⸗ mädchen, Namens Marietta, gefeſſelt worden. Fiordaliſe hegegnete ihm einſt auf dem Felde und machte ihm heftige Vorwürfe wegen ſeiner Treuloſigkeit. Kleinlaut ſuchte er
Dritte folge.
zwiſchen ihnen doch nichts hätte werden können, weil ihre Familien in der Vendetta lebten.
„Schweig und verſuche es nicht, Deinen ſchändlichen Verrath zu beſchönigen!“ unterbrach ſie ihn verächtlich, und mit dem Ausdruck flammenden Haſſes ſetzte ſie hinzu: „Dir gelten Eide wenig, mir ſind ſie aber heilig. Was ich Dir geſchworen, halte ich;— alſo hüte Dich um das Mädchen zu freien.“
Pietro war einen Augenblick erſchüttert, doch beruhigte er ſich mit dem Gedanken, daß die Drohungen eines Wei⸗ bes Wind ſeien. Er hatte Fiordaliſens entſchloſſenes We⸗ ſen niemals erkannt, weil er in ſeinem leichten ſangui⸗ niſchen Temperament keinen richtigen Maßſtab für ihren tiefen, energiſchen Charakter hatte. Marietta dagegen war heiter und kindlich; ihre jugendliche Harmloſigkeit ſagte ihm auf die Dauer beſſer zu als die vulcaniſche Gluth ſeiner früheren Geliebten, welche ihn quälte, ſeitdem das erſte Feuer ſeiner Leidenſchaft erloſchen. War Marietta doch auch nicht, wie Fiordaliſe, das Kind der wilden, rauhen Berge, ſondern Eingeborene eines ſchönen, fruchtbaren Landſtrichs, in dem Wohlhabenheit herrſchte.
Fiordaliſens Verwandter ſchrieb ihren verhaltnen Schmerz der Trauer um den Vater und dem Kummer um das ungewiſſe Schickſal des Bruders zu und hoffte, die Zeit werde ſie beruhigen.
Fiordaliſe aber brütete über einem ſchrecklichen Vor⸗ haben. Sie war eine echte Tochter ihres Landes— glühend und ſelbſtverleugnend in ihrer Zärtlichkeit, aber auch eben ſo ſchrankenlos leidenſchaftlich in ihrem Haß oder Rachedurſt.—
An einem Frühlingstage herrſchte in Marietta's Wohn⸗ ort Leben und Fröhlichkeit. Es war ihr Hochzeitstag, und im weißen Kleide und dem Brautſchmuck ſtand ſie vor der Thür ihres Hauſes. Die Freunde, Nachbarn und Sippen ſtanden zum Corteo(Brautgeleite) geſchaart in ihrer Nähe,
früh, die Grouchy wirklich zur Hand kam, erwähnt auch einen ſolchen Befehl gar nicht, ſondern ſteht damit im Widerſpruch. Sie ſchreibt Grouchy vor, ſchleunigſt gegen Wavre vorzurücken und das dort etwa befindliche preußiſche Corps zu drängen. Von St. Lambert iſt mit keinem Worte die Rede. Dieſer Ort wird erſt in der um ein Uhr von Napoleon abgeſchickten Depeſche er⸗ wähnt, als Bülow bereits in Sicht war. Gedanke auf, Grouchy gegen Bülow zu verwenden; er ſoll ihn ſecraſiren.“ Als er aber dieſen Befehl erhielt,— es war um ſteben Uhr und er befand ſich ſchon im Gefecht mit Thielemann, — griff Bülow bereits Planchenoit an, und Grouchy war vier Sraltahn vom Schlachtfeld. Ein Mitwirken war gar nicht mehr idg.
Jetzt erſt taucht der
Was Napoleon anzuordnen verſäumte, hätte aber Grouchy
auf eignen Antrieb thun ſollen, und dabei wird es Letzterm ſchwer ungerechnet, daß er Gerard's Rath nicht befolgt, dem von Water⸗ ſoo herüberſchallenden Kanonendonner zu folgen. Dieſer Rath wurde in Sart le Walhain ertheilt, und zwar um zwölf ÜUhr, oder etwas ſpäter, als 78 Geſchütze Erlon's Angriff bei Waterloo vor⸗ arbeiteren. Befolgte er ihn, ſo konnten ſich doch die Truppen, denen erſt die nöthigen Befehle zugehen mußten, kaum vor ein Uhr in Marſch ſetzen. Vandamme, der am weiteſten vorſtand, befand ſich in Nil St. Vincent, ſechs und eine halbe Lieues von Mont St. Jean, Gerard eine Stunde weiter zurück. Der da⸗ zwiſchenliegende Landſtrich iſt uneben und voller Defiléen, nur wei ſchmale Brücken führten über die Dyle, und dann war auch noch die Lasne zu paſſiren. Die Wege waren eben ſo grundlos wie den Tag vorher, wo Gerard zu drei Lieues ſechs Stunden
gebraucht hatte, und vor zehn Uhr konnte Vandamme nicht bei
Mont St. Jean eintreffen. Um dieſe Zeit war es aber ſchon zu ſpät! Aber auch wenn Grouchy marſchirt wäre, was wäre dann, abgeſehen von der Bedenklichkeit, faſt Angeſichts eines dreifach überlegenen Feindes einen Flankenmarſch durch gefährliche Defi⸗ léen zu wagen, erreicht worden? Grouchy griff, wie ihm vorge⸗ ſchrieben worden, mit ſeiner ganzen Macht die Preußen an; er hielt dadurch ihren Marſch eine Zeit lang auf und hielt 14,000 Mann unter Thielemann bei Wavre feſt, die ihn abwehren ſollten. Hätte er gar nicht angegriffen, ſo wären die Preußen raſcher Wel⸗ lington zu Hülfe gekommen, und auch Thielemann wäre nachge⸗ rückt. Bei der ungeheuren Ueberlegenheit, die das Eintreffen der Preußen den Verbündeten gab, würden die 16,000 Mann, die Grouchy mehr als Thielemann hatte, den Ausſchlag nicht gegeben haben. Sonach gehört auch die Behauptung, daß das Ausblei⸗ ben Grouchy's den Verluſt der Schlacht von Waterloo verſchul⸗ det, in das Gebiet der Märchen.
Aus der Gegenwart. Berliner Plaudereien. Was heißt Pleite? Eine Zeit⸗Anſchauung.
So oft wir das eigenthümlich Berliniſche„bei d ieſe ſchlechte Zeit“ hören, fällt uns das bekannte Apereu jener geiſt⸗ reichen jungen Hamburger Dame ein— ein Apereu aus jener gu⸗ ten alten Zeit, welche durch das Hanſemann ſſche„in Geldſachen hört alle Gemüthlichkeit auf“ ſo vortrefflich charakteriſirt wird.


