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Liebe, aber auch keine für meinen Haß. mich, dann wehe Dir! Ich ſchwöre es bei der gebenedeiten Jungfrau und allen Heiligen, Du ſollſt nie eine Andre be⸗ ſitzen!“.
Pietro betheuerte wieder die Unwandelbarkeit ſeines Gefühls, fand es jedoch in ſeinem Herzen ein wenig hart, daß ſie ſo große Anlage zur Eiferſucht habe.
Gegen das Frühjahr ging Mattheo, wie auch Leonardo Sandiani, zum corſiſchen Heer. Franceschi lebte auf einer mehrere Meilen entfernten Beſitzung, in deren Nähe Giu⸗ lio's Schweſter und auch der Pater Peraldi wohnte; auch machte er eine Reiſe nach dem Feſtlande. Pietro, der ſich ihm unentbehrlich zu machen gewußt, begleitete ihn, und Fiordaliſe hörte nun lange nichts von ihrem Geliebten. Doch hatte ſie nicht Zeit ſich einer müßigen Sehnſucht hin⸗ zugeben, denn auf den corſiſchen Frauen ruht die ganze Laſt der Feldarbeit; daher hatte ſie viel zu thun, obgleich das Beſitzthum der Peraldi ſehr klein war.
Im Sommer kehrte Franceschi zurück und warb nach einiger Zeit um Signora da Leca, erhielt indeß die Ant⸗ wort, ſie ſei mit Leonardo Sandiani verſprochen. Haß gegen dieſen, der auch im Kampf und im Rath ſich immer vor ihm ausgezeichnet hatte, erwachte wieder mit aller Stärke, und er ſuchte von Neuem Giacomo Vicenti auf, um den glücklichen Nebenbuhler los zu werden.
Giacomo war Anfangs nicht geneigt auf den Handel einzugehn, allein bei einer ſpöttiſchen Bemerkung. Sandia⸗ ni's wallte ſein heißes Blut augenblicklich auf; es ſchien ihm Ehrenſache, die einmal übernommene Verpflichtung zu erfüllen und Leonardo zu tödten. Auch die Ausſicht auf den Lohn reizte ihn, und ein neues Handgeld beſiegelte ſein Verſprechen.
Dennoch empfand Giacomo eine Regung von Gewiſ⸗ ſensbiſſen, und um ſie zu betäuben, nahm er ſeine Zuflucht zu einem dort mehr als anderswo verachteten Mittel: er berauſchte ſich. In dieſem Zuſtande traf er Mattheo, der
Sein
Verräthſt Du
auf kurze Zeit nach Hauſe gekommen war. Dieſer wollte ihm ausweichen, allein Giacomo hielt ihn auf, und durch den Wein aus ſeiner natürlichen Verſchloſſenheit gebracht, betheuerte er ihm ſeine innige Freundſchaft und geſtand ihm, er habe von Franceschi den Auftrag, Leonardo zu tödten.
Mattheo hatte ihn empört angehört; ſein Vater hatte ihm die Schuld der Dankbarkeit gegen Leonardo hinter⸗ laſſen; auch dünkte ihm wohl ein Todtſchlag aus Rache oder Haß natürlich, allein er verabſcheuete einen Mord für Geld und empfand eine lebhafte Neigung, den Bandi⸗ ten nieder zu ſchießen; doch erinnerte er ſich ſeines Eides und verlangte nur heftig, Giacomo ſolle von ſeinem Vor⸗ haben abſtehn und ihm ſchwören, nie eine Hand gegen Leo⸗ nardo zu erheben.
„Was fällt Dir ein, Freundchen!“ verſetzte der Be⸗ rauſchte.„Ich muß dieſen Sandiani umbringen, denn ich habe es ſchon früher verſprochen. Ein unglücklicher Zu⸗ fall ließ mich ſtatt ſeiner Deinen armen Vater treffen, der ihm in der Dunkelheit bei allen Heiligen völlig gleich ſah und mit Giulio da Leca ritt. Wirf darum nur keinen Haß auf mich, Brüderchen, ich ſchwöre Dir bei der Jung⸗ frau, daß ich es nicht wollte und daß es mir von Herzen leid thut!“
Mattheo ließ ihn nicht weiter reden. Er war todten⸗ bleich geworden, als exr aus dem Munde des Trunkenen das Geſtändniß vernahm, er ſei der Mörder ſeines Vaters. Außer ſich packte er ihn jetzt bei der Schulter und ſchüttelte ihn wüthend, während ſein Zorn, ſein Haß und Rache⸗ durſt aus ſeinen verſtörten Mienen und flammenden Blicken ſprach.
Giacomo's Rauſch verflog plötzlich und er bereute ſeine Schwatzhaftigkeit, konnte ſie indeß nicht mehr ungeſchehn machen. Trotzig ſuchte er ſich von Mattheo frei zu machen und mahnte ihn an den beſchworenen Frieden.
Allein Mattheo war nicht in der Stimmung darauf zu
pen abwarten wollen; aber als Blücher die wüthenden Angriffe Neys und die Noth der Engländer ſieht, läßt er ihn mit dem, was er hat, gegen Bellealliance rechtwinkelig auf die rechte Flanke der Franzoſen vorrücken. Nur 9— 10,000 Mann ſtehen ihm gegenüber. Noch vor ſechs Uhr hat Bülow 29,000 Mann, die junge Garde muß gegen ihn abrücken, und ſchon wird um Plan⸗ chenoit, faſt im Rücken der franzöſiſchen Stellung, gekämpft. Um ſieben Uhr war es wieder im Beſitz der Franzoſen, aber Napoleon hat nun bloß noch 5000 Mann Garde in Reſerve, und
zwei Di⸗
viſionen Pirchs I. und das ganze Ziethen'ſche Corps ſind ſchon im
Anzug. läßt ihm nur Thielemann gegenüber, um ſich ſeiner ſo gut zu er⸗ wehren als es geht. Er kennt nur ein Ziel: Waterloo. Unterdeſſen verſucht Napoleon noch einen aber verzweifelten Stoß. Vier bleiben noch in Reſerve; ſechs ſtürmen vor gegen die engliſche Mitteé, und was Ney noch von Reille's Corps und Quiot's und Donzelot'’s Diviſionen kampffähig findet, greift den rechten Flügel des Feindes an. Die Braunſchweiger weichen der Uebermacht; die Naſſauer halten die Garde nicht auf, aber die engliſchen Gar⸗ den, in einer Texrainfalte lagernd, um gegen das Kanonenfeuer geſchützt zu ſein, ſpringen auf den Ruf Wellington's:„Up, Guards and at them!“(Auf, Garden, und darauf!) auf und begrüßen die Vorrückenden mit einem verheerenden Feuer, auf das ein Bayon⸗ netangriff folgt. Bis auf 1600 Mann vermindert, weichen die Franzoſen kämpfend auf La Haye Sainte zurück. Die letzten vier Bataillone ſind unterdeß ebenfalls verwendet; Ziethen iſt in die Linie eingerückt und treibt die Truppen Marcognet's und Durut⸗ te's vor ſich her, welche die Garde aufnehmen ſollen. Nun befiehlt
3 entſcheidenden, Noch bat er zehn Bataillone Garden.
Grouchy hat Wapre angegriffen, aber der kühne Blücher
auch Wellington ſeinen Truppen, die ſo lange tapfer ausgeharrt haben, anzugreifen. Die Fluth der Schlacht wogt über die Fran⸗ zoſen zuſammen. Ihre Mitte und ihr linker Flügel weichen; Quiot's und Donzelot’s Truppen beſchleunigen ihre Flucht; La Haye Sainte wird aufgegeben; ganze Bataillone löſen ſich auf; Alles geräth in Verwirrung. Ney bildet zwei Quarrés aus der noch üͤbrigen Garde. Mit flammendem Auge, ſchäumendem Mund, die Kleider von Kugeln durchbohrt und mit Blut und Koth bedeckt, fordert er immer noch zum Widerſtand auf.„Hier iſt der Schlüſſel der Nationalunabhängigkeit!“ ruft er.„Wir müſſen bis auf den letzten Mann aushalten.“ Und dann zu Er⸗ lon, der ſich ebenfalls bemüht die Wankenden zum Stehen zu bringen und zu ſammeln:„Du und ich, wenn die engliſchen Kar⸗ tätſchen uns verſchonen, können über unſer Schickſal nicht in Zweifel ſein: wir werden gehenkt!“ Aber Alles umſonſt.„Die Angriffe der engliſchen und der Ziethen’ſchen Reiterei werfen Alles vor ſich nieder, auch Planchenon Süh Perlotsn⸗ und die franzö⸗ ſiſche Armee loͤſt ſich in wilder Flucht auf.
ſich Das euan ſidemn mit dem Beginn der Schlacht von Wa⸗ terloo machte den Sieg für Napoleon unwahrſcheinlich; das Eintreffen der Preußen machte ihn unmöglich. Die Schuld des erſtern fällt ausſchließlich auf Napoleon; für letzteres hat er Grouchy verantwortlich gemacht. Auch hier ſtehen die Memoiren von St. Helena mit der Wahrheit im ſchneidendſten Widerſpruch. Sie erzählen, ſchon um zehn Uhr Abends am 17. hätte Napoleon an Grouchy, den man in Wavre vermuthete, Befehl geſchickt, Chapelle St. Lambert zu beſetzen und ſich mit der Hauptarmee in Verbindung zu ſetzen. Das iſt ganz und gar erfunden. Grouchy hat keinen ſolchen Befehl erhalten, und die Depeſche von zehn Uhr
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(IV. Jahrg. Ke. 4
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