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mit uns und— Allen! Die Zeit wird aufklären, was etwa noch dunkel iſt— obwohl ich auch das für uner- als ich! ſprießlich halte. Laſſen Sie uns denn, ich bitte Sie, heut war!
nicht mehr darauf zurückkommen.“
Es war ein ſchweres Anſinnen, welches der Fürſt
ſtellte, und es ging wohl über menſchliche Kräfte. Denn wenn auch die Gräfin ihn darin unterſtützte und die Ge⸗ genwart in ihr Recht einzuſetzen verſuchte, immer und im⸗ mer wieder flogen die Gedanken zur Vergangenheit zurück
und es war die Stimmung, ſich mit den Intereſſen von
heut zu beſchäftigen, nicht zu gewinnen. Dorothea mit ihren Begleitern blieb gleichwohl bis zum Abend und wid⸗ mete ſich viel den Schweſtern, deren junge Seelen ſich ihrer herzerquickenden Freundlichkeit erſchloſſen. Dadurch wurde den beiden ältern Männern ein freier Moment, den ſie
. oveſſen. Zeitung.
„Er
b Sein Sohn dort, er, der das Opfer des ſchwarzen Verraths ſein ſollte—“
„Friede und Verſöhnung!“ unterbrach ihn der Fürſt. „O ſehen Sie doch dorthin— ob ſich Ihnen nicht ein Weg zur innigſten Verſöhnung, zum ſchönſten Ausgleiche
der ganzen unheilsvollen Vergangenheit zeigt!“
Das Auge des Vaters bemerkte ſein Kind, ſeine Blanca, am Rande des Wieſengrundes mit Alexis im Ge⸗ ſpräch; ſie hatte die Augen geſenkt und ſchien den Worten des Grafen zu lauſchen; ſein Auge war aber auf ſie ge⸗ richtet und ſeine ganze Haltung verrieth, wie innig er zu ihr ſprach. Ihre jüngſte Schweſter war einige Schritte
glaubte dennoch an die heilige Treue— edler, Und mußte fallen, wo das Recht auf ſeiner Seite
mit der Gräfin voraus.— Der Freiherr erwiderte auf die
augenblicklich zu ſchnellem Austauſch benutzten. t 9 5.— „Durchlaucht, daß Sie mir auch verzeihen wollen!“ Andeutung ſeines Gaſtes kein Wort, aber ſie war ihm
„Sprechen Sie nicht davon! Das treuloſe Geſchöpf zunn Harhen gedrungen und hatte dort das Gefühl des Va⸗ hat Sie durch Mißbrauch ſchuldloſer Mittheilungen— ge 110 e ,,. 1 durch Lügen, die ſie nun ſelbſt geſtanden, getäuſcht! Sie„Kommen Siel“ ſagte der Fürſt.„Sei auch das, glaubten eine Pflicht zu erfüllen.“ wie die Löſung des heutigen Zuſammentreffens, in Sere⸗ „Ich glaubte das! Aber leicht getäuſcht— täuſchte na s Hand gelegt. ich mich darin ſelbſt. Meine Beweggründe—“ Rudow ging mit ihm.„Nur eine Frage noch. Sie „Waren lauter und rein, ich weiß es! Wüßte ich nur, wiſſen Alles— hat Lenore auch Ihnen Geſtändniſſe ge⸗ was jene Elende bewogen, ihre Herrin noch im Tode des than?“ Verrathes an der heiligen Treue zu beſchuldigen und mich„Sie hat mich aufgeſucht, als ihr Gewiſſen ſie hier zugleich, der ihr nie Uebles gethan!“ nicht länger duldete. Mit tiefer Zerknirſchung hat ſie mir „Das hat ſie Ihnen nicht geſtanden? Ahnen Sie dieſe Alles geſtanden.“
Beweggründe des leidenſchaftlichen Weibes nicht?“„Wo iſt ſie jetzt?“ fragte der Freiherr lebhaft.
4 Der Fürſt ſah ihn betroffen aiine„Genug davon!“„Die Gräfin hat ihr ein Aſyl gegeben, nicht hier— ſprach er.„Mag ſie ſich mit ihrem Gewiſſen, das endlich auf einer andern, fernen Beſitzung. Nicht wahr? In
erwacht iſt, abfinden. Sie mußten wohl glauben, als ſie S 17 Ihnen Briefe vorlegte, die ſie geſtohlen, ſo daß Sie Ihr b Allen S trenat Zeugniß, an das ſie meinen unglücklichen Herrmann hin-
terliſtig verwieſen, auf Ihre Ehre befragt, nicht glaubten
verweigern zu können!“
ſchleſiſchen Mundart. Wien 1853.— Beiträge zu einem ſchleſi⸗
ſchen Wörterbuche. Wien 1855), die vorliegende Zuſammenſtel⸗
lung mit wiſſenſchaftlicher Gründlichkeit gearbeitet und mit Hin⸗
deutungen begleitet hat, die den Zuſammenhang der ſchleſiſchen
Mundart mit dem Neuhochdeutſchen, mit älteren und mit nieder⸗
deutſchen Lautzuſtänden, namentlich auch mit der Umbildung polniſcher Stämme nachweiſen.
So haben wir an dieſer neuen Auflage der„Schleſiſchen Ge⸗ dichte“ nichts auszuſetzen, als das, daß es neben der vorliegenden eleganten Salonausgabe nicht auch eine Volksausgabe gibt, die
für wenige Groſchen auch dem wenig bemittelten Landsmann den Humor und die Poeſie ſeines ſchleſiſchen Dichters zugänglich macht. Der Herr Verleger ſoll ja mit der billigen Ausgabe der „Vagabunden“ einen ſo glücklichen Erfolg erzielt haben, hoffent⸗ lich macht er denſelben Verſuch recht bald mit dieſen„Gedichten““ und mit dem trefflichen„Jeremias Lammfell.“
Oder nu huſt' d'mer dän Puſſen geſpielt und biſt mer geſturben
Und wu ſol, ich Der nu de ſchlä'ſchen Getichte hinſchicken?
In die Staht, wu De wohnſt, do giht keene Puſt und kee' Fuhr⸗ 1 mann.
Nu, ſu ſchick ich Der niſcht; Du huſt a ſu viel nich' verloren.
Oder ich kan mei' Maul und kan's nu eemal nich' halten Und verkündigen muhß ich meine beſcheidene Ehrfurcht; Biſt De geſturben gleich, doch kan“ ich noch mit Der räden, Denn Du biſt ja nich' tud, derweil Du unſterblich biſt, Hebel! Antwohrt gibſt De mer ooch, ich wiſſ ſchund wu ich Dihch finde? Wenn daß der Mai irſchte kümmt, där blaſſe, niedliche Junge Mit ſe'm grienen Haar und ſeinen Appel⸗Blüt⸗Backen; 3 Wenn de Stürche klappern, de Lirchen ſchrillen und ſteigen, Do ins bliehende Grien gih' ich mit ſammt Deinem Büchel, Halt's in der Hand und niedergeknie't uf ärndt ännen Hübel Wul mit Zähren im Ooge wil ihch laut rufen Dich: Häbel, Hirſcht de mich? Hä? Do müßt's mit rechten Dingen nich zugihn, Spräche der Mai nich' zumir: Du tarſcht nich' ſu ſchrei'n, denn a' hirt Dich. Dr. Weinhold's Erläuterung der vielen Sonderbarkeiten des ſchleſiſchen Idioms wird dieſe Gedichte auch dem größeren, außerſchleſiſchen Publicum genießbar machen, und wir können einem Jeden, der für Volkshumor nur einigen Sinn hat, ſchon eine heitere Stunde verſprechen, wenn er nur dieſe wenigen Blät⸗ ter des Anhangs überfliegt. Für den gelehrten Germaniſten aber Gunſt ſtänden, wie die Hofphiloſophen. iſt derſelbe von tieferem Werthe, da Dr. Weinhold, ein anerkann⸗„Weil Aehnliches ſich zu Aehnlichem findet und es anzieht,“ ter Linguiſt(von ihm erſchien unter Andern: Ueber deutſche Dia⸗ ſagte Dante. lektforſchung: die Laut⸗ und Wortbildung und die Formen der
Miseellen. Aehrenleſe.
Das Geheimniß der Unglücksfälle, von denen Dante wäh⸗ rend ſeines Lebens heimgeſucht wurde, liegt in der ſarkaſtiſchen Antwort, welche er eines Tages dem Herzoge von Verona gab, der ihn fragte, weshalb an den Höfen die Hofnarren höher in
(IV. Jahrg. nr. 31
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