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Dritte
Citerariſche Beſprechungen.
Ludwig Holberg. Sein Leben und ſeine Schrif⸗ ten. Nebſt einer Auswahl ſeiner Komödien. Von Ro⸗ bert Prutz.— Stuttgart und Augsburg, J. G. Cot⸗ taiſcher Verlag. 1857.
„Die Komik iſt die vollendete Verklärung der Welt, wie ſie iſt. Zwar Verklärung und Verſöhnung iſt über⸗ haupt die Aufgabe und göttliche Vollmacht aller Kunſt. Aber die Tragödie löſt die Widerſprüche, indem ſie dieſel⸗ ben an einander zerſchmettert und aus dieſem Chaos des Unterganges, jenſeits der Brücke des Todes hinüberdeutet auf die ewige Morgenröthe des Geiſtes und der Freiheit. Die Komik dagegen, in heiterer Duldſamkeit, geſteht auch den Widerſprüchen und Unvollkommenheiten des Lebens ihre Geltung zu. Denn ſo unerſchütterlich, ſo felſenfeſt iſt ſie durchdrungen von der Wahrheit des Geiſtes und ſeiner unveräußerlichen Sieghaftigkeit, daß ſelbſt die Irrthümer und Verkehrtheiten, die Mängel und Schwächen des Ir⸗ diſchen ihr keine Beſorgniß oder Unwillen mehr erregen können. Im Gegentheil, durch dieſe Irrthümer hindurch erkennt ſie das Ewige und Unvergängliche und geſteht da⸗ her den Endlichkeiten des Daſeins gern ihr neckiſches Trei⸗ ben zu, indem ſie es zum ſchönen kunſtgerechten Spiel ver⸗ klärt. Wenn daher die Tragödie die Gegenſätze zum ge⸗ waltſamen Conflicte bringt, ſo löſt dagegen die Komik ſie friedlich an ſich ſelber auf, und das Gelächter, das herzer⸗ quickende, dieſe Siegesfanfare gleichſam, in welcher die wie⸗ dergewonnene Vernünftigkeit gefeiert wird, iſt die einzige Rache, die ſie an dem Unvernünftigen und Unwahren nimmt. Die Komik iſt die vollendete Selbſtgewißheit des Geiſtes, die ſich zur abſoluten Heiterkeit abgeklärt und ge⸗ ſammelt hat.“
Die deutſche Philoſophie hat viel Unſinn aufgeſtellt und viel verrückte Ideen unter dem Freipaß der Idee in die deutſche Bildung eingeſchmuggelt; aber ſie hat auch andrerſeits da, wo ſie ohne Charlatanerie cultivirt und mit geſunden Sinnen aufgefaßt wurde, über die Grundbegriffe menſchlichen Denkens und Weſens unantaſtbare Principien und Offenbarungen von einer erſchöpfenden Tiefe zu Tage gefördert, wie ſie das wiſſenſchaftliche Bewußtſein keiner an⸗ deren Nation in ſolcher Gründlichkeit, in ſolchem umfaſ⸗ ſinden Reichthum und in ſolcher Idealität aufzuweiſen hat. Freilich aber bringt die Philoſophie zur praktiſchen Aus⸗ führung ihres Idealismus auf irgend welchem Gebiete richt mehr mit, als die Religion zur Ausübung der wahren Moralität im wirklichen Leben. Das Wiſſen und das Vollbringen ſind auf beiden Gebieten von einander nicht nur ſo verſchieden, ſondern geradezu auch einander ſo entgegen⸗ geſetzt, daß man unter den Philoſophen par excellence eben ſo ſelten wahre Lebensweisheit und praktiſche Produc⸗ tivität findet, als unter den Gläubigen par excellence wahre Biederkeit und bürgerlichen Edelſinn. Gerade zu der Zeit, als in Deutſchland das Wochenblättchen jeder Winkelſtadt ſeinen philoſophiſchen Aeſthetiker hatte und die
BZücher mit Recepten für ideale Epen, Tragödien, Komö⸗ dien häufiger waren als gute Kochbücher, fand ſich kaum ein gebildeter Menſch, der ein verſtändliches Gedicht oder
ein ganz gewöhnliches aufführbares Theaterſtück hätte
folge. ſchreiben können, und die von der Philoſophie verfehmten, ganz ordinären Praktiker, die von jenen Recepten, vielleicht weil ſie eben abſolut unverſtändlich waren, kein Sterbens⸗ wörtchen verſtanden, waren es, die von den Bretern herab das herbeiſtrömende Publicum in ſüßeſte Rührung und herzlichſtes Gelächter verſetzten. Daß es heute mehr Poe⸗ ten gibt als ſonſt, die bei leidlichen gebildeten Intentionen dem Publicum ebenfalls einigen thatſächlichen Genuß zu bereiten im Stande ſind, liegt vielleicht mit daran, daß un⸗ ſere Aeſthetiker nicht mehr ſich damit begnügen, die poe⸗ tiſchen Principien in der ſ. g. Dialektik der innern Noth⸗ wendigkeit zu zergliedern und unter jede erfundene Kate⸗ gorie und Unterkategorie den Namen eines beliebigen Dich⸗ ters oder ſeiner Schule zu ſetzen, ſo daß ſie Jemandem, der ſolches Schema auswendig lernte, weiß machten, er habe die ganze Kunſtgeſchichte damit in- und auswendig im Kopfe; heutzutage muß der Aeſthetiker nun ſchon ſeine Kunſtgeſchichte nicht aus den logiſchen Kategorien, ſondern aus den Dichtern und ihren Kunſtwerken ſelbſt herausleſen, und es gibt Niemand mehr etwas darauf, daß er dieſe nach den ſ. g. Geſetzen des allgemeinen Geiſtes rubricirt, ſon⸗ dern vielmehr darauf, daß er aus ihnen die Geſetze ihrer ſpeciellen Gattung, die Verhältniſſe ihrer kleinſten Nuan⸗ cen und deren eigenthümliche Effecte, die reelle Technik, die ſolche Effecte erreicht durch die kunſtgerechten Mittel, die ſie für die ideellen Zwecke ins Werk ſetzt, zu erfaſſen und dar⸗ zuſtellen im Stande iſt. Sollte dies wirklich der Grund ſein, daß wir jetzt mehr tüchtige Poeten, weil weniger tiefe Philoſophen, haben, ſo wäre es am Ende auch noch zu er⸗ warten, daß es noch einmal mehr wirkliche Biedermänner für die Welt, wenn weniger Fromme für ſich, geben wird! Unter den Aeſthetikern der Gegenwart, die ſich das Verdienſt erworben haben, mit dem höchſten Bewußtſein wiſſenſchaftlicher Intentionen betraut, doch zugleich einer realiſtiſchen, auf die Praxis Rückſicht nehmenden An⸗ ſchauung philoſophiſcher und äſthetiſcher Gegenſtände Bahn gebrochen zu haben, ſteht Robert Prutz obenan. Sein
Buch„Ludwig Holberg“ iſt ein neuer Beitrag zu dieſen ſeinen Beſtrebungen, diesmal wichtig für das richtige Ver⸗ ſtändniß des Luſtſpieles, ſeines Weſens und ſeiner Ge⸗ ſchichte, ſeiner Bedeutung für die Vergangenheit und für die Gegenwart. Von den im Eingange dieſes Berichtes citirten Grundanſchauungen über den Begriff der komiſchen Poeſie im Allgemeinen, die zwar der Hegel'ſchen Aeſthetik entnommen, hier aber von den Schlacken unfruchtbarer Syſtematik und unreifer Sprachbildung geläutert ſind, geht Prutz aus zu einer Darſtellung des berühmten dä⸗ niſchen Komödiendichters, die mit dem Intereſſe ſcharfſin⸗ niger äſthetiſcher Detailforſchung das eines lebensvollen hiſtoriſchen Genrebildes vereinigt.
Ludwig Holberg iſt 1684 zu Bergen in Norwegen ge⸗ boren. Seinen Vater, der von der Pike auf ſich bis zum Oberſten emporgearbeitet hatte, verlor er ſehr früh; auch die Mutter, ehe er das zehnte Jahr erreicht hatte. Nach damaliger Sitte war er als Officiersſohn von ſeiner Ge⸗ burt an in den Liſten des upländiſchen Regimentes aufge⸗ führt geweſen und hatte den Sold zu ſeiner Erziehung er⸗ halten, wofür er natürlich auf die kriegeriſche Laufbahn vorbereitet werden mußte. Der kleine Corporal aber hatte große Neigung zu den Wiſſenſchaften und begrüßte
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