UIV. Jahrg.
er Fürſt vor der Geheimniß, das ühlte ſelbſt, daß ind als ſie nach war, noch hin⸗ verkündet hatte t und trruhigt über ihn kom⸗ c, ſich zu ent⸗ gute Nachricht,
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Nr. 3.]
worden war. Die hohen Bäume, mit denen ein Theil des länglichen Eilands bedeckt geweſen, hatte man zu geſchmack⸗ vollen Gruppen gelichtet; durch den üppigen Graswuchs mit ſeinen vielartigen Wieſenblumen ſchlängelten ſich feſte, trockene Fußpfade, welche in neuſter Zeit, als Baron Ru⸗ dow für die hübſche Inſel ein Intereſſe gewonnen hatte, wieder gut unterhalten waren, und an der Südſpitze, wo eine verhältnißmäßige Erhebung dem Blicke eine anziehende Ueberſchau des langgeſtreckten Sees und ſeiner ſchönen Waldufer erlaubte bis zum äußerſten Ende, wo dieſe ſich immer enger geworden zuſammenſchloſſen, war ein Häus⸗ chen zu längerm Verweilen und zum Schutz gegen plötz⸗ lichen Wetterumſchlag gebaut: leider in Form eines chine⸗ ſiſchen Tempels mit zwei Dächern in aufwärtsgebogenen Rändern und einigem Glockenſpiel. Rudow hatte ihm den Untergang geſchworen und wollte es durch ein anderes, im engliſchen Styl wie die Cottage ſeines Parks, wo Frau Gouchard wohnte, erſetzen laſſen, als der Proceß mit der Gräfin Marburg verloren ging und der Bau des Wald⸗ ſchloſſes ihm die Fernſicht von der Inſel zwar mit einem ſchönen Punkt mehr ſchmückte, aber eben dadurch verleidete. Sonſt hatte er ſich ſo gern dahin rudern laſſen, während der Fahrt ſich an der wachſenden Geſchicklichkeit ſeiner Kin⸗ der erfreut, welche ſie auf ſeiner früheren Beſitzung, auch am Waſſer gelegen, erlernt hatten; jetzt war er ſchon lange vor ſeiner Krankheit nicht mehr zu bewegen geweſen, die Inſel wieder zu beſuchen, und erſt ganz zuletzt hatte ihm Anna
die Einwilligung abgeſchmeichelt, ihren Geburtstag dort Welche Hoffnungen hatten die Schweſtern dar⸗
zu feiern. auf gebaut, da dieſer Geburtstag durch einen glücklichen Zufall mit einem andern Namenstage zuſammen traf! Das war nun aber längſt vorüber.
Ein klarer Herbſttag lag über der ſchönen, einſamen Gegend. Der Himmel war rein und durchſichtig ſchim⸗ mernd, die Sonne wärmte mit ihren Strahlen die Fluth, daß Schwärme von Inſeeten ſich ihres Eintaglebens freu⸗
Dritte Folge.
V ten und die Fiſche hier und da fröhlich danach aufſchnell⸗ ten.
Auf den Waldhöhen prangte das Laub in der zau⸗ berhafteſten Färbung von Gold, Granaten und Smarag⸗ den bunt gemiſcht. Die Ausſicht von dem chineſiſchen Tempel, deſſen Pforten weit geöffnet ſtanden, war in der That entzückend, und nur Eins ſtörte das Auge des alten Herrn, der ſich heut zwiſchen ſeinen Kindern hier ſeiner Geneſung freute: das war der Anblick des Waldhauſes auf Marburg'ſchem Boden, von welchem man einen Theil ſehen konnte. Ueberdem hatte die Gräfin, wie er erfahren hatte, ſchon ſeit einigen Wochen das Haus bezogen, wo ſie, wie es hieß, künftig alle Jahre vom zeitigſten Frühling bis in den Spätherbſt zu wohnen gedachte. Baron Ru⸗ dow blückte mit einem Gefühle, das ſich leicht begreifen läßt, nach dem Hauſe; wohl mußte der Anblick ſeine Ge⸗ müthsruhe ſtören, aber er wandte ſein Auge nicht, wie ſonſt, mit finſterm Ausdrucke ab, ſondern es ruhte auf dem fernen Bau mit einem ganz eigenthümlichen Ausdrucke. Seine Kinder bemerkten das wohl, ſie verſtanden ihn nicht, denn ſie kannten die tiefer liegende Urſache nicht, aber eben deshalb knüpften ſie an dieſen mildern, faſt wehmüthigen Ausdruck, welchen ſie an dem Vater noch niemals wahrge⸗ nommen hatten, die ſchönſten Hoffnungen. Anna beſon⸗ ders konnte nur mit Mühe ihre unruhige Lebhaftigkeit be⸗ zwingen; ſie blickte mehrmals verſtohlen nach der Waſſer⸗ V fläche, ob die Gondel, welche ſie erwarteten, ſich noch immer nicht zeigen werde. Blanca war mit dem Vater im ſtil⸗ len Geſpräch, das ſie freilich oft, wie ihn ſeine Gedanken entführten, allein fortſetzen mußte. Sie that es mit klopfetdem Herzen, denn ſie bemerkte jetzt den lichten Punkt auf der Fluth, nach welchem ihr Auge ſchon lange ausge⸗ ſchaut hatte, und die Schweſtern wechſelten einen raſchen Blick gegenſeitiger Ermuthigung. Noch hatte der Vater das kleine Fahrzeug nicht bemerkt. „Madame Gouchard wußte, wann der Fürſt zurückkeh⸗ rren wird?“ fragte er, ſich nun ganz von dem Waſſer ab⸗
ſich getäuſcht ſehen. Er iſt und bleibt Fremder, den man aus⸗ fragt, dann ſtehen läßt.
Ich finde das von den Elbflorentinern nicht ſehr artig.
Was nun die Geſellſchaften in Familien betrifft, große Geſell⸗ ſchaften unter den Namen: Bälle, Soiréen und Routs, ſo bleibt vor Allem die Thatſache nicht ohne Einfluß, daß Dresden eine zwar im Ganzen wohlhabende, doch eigentlich wen und Mädchen reiche Stadt iſt. erlei. dann die viel verbrauchenden Kaffee⸗ und Theecirkel, und drit⸗ tens die von einem Balle, einer Soirée und einem Rout ohne üble Nachrede nicht trennbaren warmen Soupers oder kalten Col⸗ lationen, nach gewöhnlichem Tiſchweine mit oder ohne Champag⸗ ner, Seiten der Gäſte am liebſten mit. res Geld. Außerdem muß man mit Wohnung und Dienerſchaſt eingerichtet ſein. Das koſtet wieder Geld, viel Geld. Oder man
Weitern Abbruch thut Drei⸗
macht ſich lächerlich. So erregte es ein Gelächter, wie ſolches
in guter Geſellſchaft laut werden kann, als bei einer Soirée der engliſche Geſandte in dem Glauben, aus der engen Hausflur in ein Vorzimmer zu treten, mit dem Hute auf dem Kopfe in den Salon trat, wo eine glänzende Verſammlung ſich drängte und der Herr und die Frau vom Hauſe empfingen. Dieſem unaus⸗ weichbaren Aufwande ſind nur reiche Familien gewachſen, welche zugleich ausgabeluſtig ſein müſſen, und da es von dieſer Combi⸗ nation wenige in Dresden gibt, ſo iſt die im Verhältniß geringe Zahl Feten folgerichtig. Ich erinnere mich aus meinen Dresde⸗ ner Tagen nicht einer einzigen Familie, welche ein ſogenannt of⸗ fenes Haus machte, nicht einer einzigen, welche während des Win⸗ Hers ihren Freunden und Bekannten wöchentlich einen Abend be⸗
nur an Kunſtſchätzen, Wit⸗
Einmal die Theilnahme an geſchloſſenen Geſellſchaften;
Das koſtet Geld, ſchwe⸗
ſtimmte, zu welchem in Paris und London die Frau vom Hauſe ein für allemal durch ein„at homet und„chez elle“ einzuladen pflegt. Die Urſache war ohne Zweifel die unerläßliche Verabrei⸗ chung eines warmen Souper oder einer kalten Collation, wogegen in Paris und London eine Taſſe Thee, eine Schale Eis, ein Glas Limonade, Orſade oder Himbeerwaſſer mit oder ohne Biseuit der Inbegriff aller Erfriſchungen iſt.
Das thät's bei uns halt nimmermehr.
So ſagen auch die Dresdener, und es wäre, wenn nicht ge⸗ radezu ungerecht, doch einigermaßen unbillig, ihnen daraus einen Vorwurf zu machen. Die Tagesordnung der Dresdener iſt eine andere als in London und Paris. Hier ſpeiſt man um ſechs, ſie⸗ ben, acht Uhr zu Mittag, in Dresden durchſchnittlich zwiſchen Eins und Zwei. Naturgemäß iſt in Paris und London der geſün deſte Menſch nicht hungrig, wenn er nach ſeinem Diner eine Soirée veſucht. Daß er dinirt hat, wird vorausgeſetzt. In Dresden empfindet jeder geſunde Menſch, wenn er zu der dort üblichen Stunde geſpeiſt hat, gegen ſieben Uhr eine Anwandlung von Ap⸗ petit, zwiſchen Acht und Neun, der Beſuchszeit der großen Geſell⸗ ſchaften, einen entſchiedenen Hunger. Der könnte nun allerdings vorber beſänftigt werden. Dazu gehörte aber, daß weder war⸗ mes Souper noch kalte Collation in Ausſicht ſtände. Dieſe Aus⸗ ſicht iſt eine mit geſtiegenem Luxus alt hergebrachte Sitte, und wer weiß nicht, wie ſchwer es hält, derartige Sitten Auszurotten, zumal wenn ſie, wie jene, Verehrer und Verehrerinnen haben!
Die fragliche könnte gewiß nur unter den Streichen einer unge⸗ V heuren ſocialen Umwälzung fallen. In vorderſter Reihe würden
alle Diejenigen dawider ankämpfen, welche an einen Ball, eine Soirée, einen Rout Koſtenentſchädigungs⸗Anſprüche machen, 8


