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Nr. 3.] in neue bittere Verlegenheit durch ſeine
hrer verſtorbenen Herrin, der Grä⸗ e ſie, wie er ſich wohl
ſie der Fürſt Frage, ob ſie auch noch i fin Marburg, dankbar gedenke, welch erinnere, als eine treue Dienerin ſehr lieb ſie vielleicht wiſſe, daß die vortreffliche Frau, die in ihrem Leben Niemand mit Wiſſen gekränkt, je einen Feind ge⸗ babt. Der Fürſt mußte demnach den Verdacht, dieſen Feind in Lenoren zu ſuchen, gänzlich aufgegeben haben. Sie aber glaubte vielmehr, er frage, um ſie in eine Falle zu locken, und wenn auch mit ſtockendem— ziemlich dreiſt gab ſie zur Antwort, daß ſie wohl die Frau Gräfin in ihrem Leben nicht vergeſſen werde und, ſo lange ſie in dem gräflichen Hauſe gedient, auch von keinem Menſchen gehört habe, der der Frau Gräfin gram geweſen — im Reden immer mehr Feſtigkeit gewinnend, erdreiſtete ſie ſich ſogar zu der Gegenfrage, ob Se. Durchlaucht etwa wüßten, daß ihre frühere gnädige Herrſchaft einen Feind gehabt, gen! gende Erwiderung zu geben. Dadurch noch mehr ſich im Vortheil fühlend und vielleicht auch dadurch geſtärkt, daß ihr, ſo dicht am Schloß, die Gewißheit einfiel, in dieſem Momente werde der Mund wohl ſchon auf ewig geſchloſſen ſein, der ein Zeugniß gegen ſie ablegen könne, ſagte ſie mit einem zuverſichtlichen Blicke:„Durchlaucht haben wohl vorhin gedacht, ich wäre meiner Sinne nicht mächtig?“ Der Fürſt, mochte er auch gedacht haben und noch den⸗ ken, was er wollte, äußerte ſich wenigſtens darüber nicht, ſondern wies ſie nur auf jene ſtumme Weiſe in ihre Schran⸗ ken, die der höhern Ariſtokratie eigen und gegen welche kein Widerſtand möglich iſt.
bei dem traurigen Ereigniß doch den Zweck ſeines Beſuches
verfehlt habe, ihm Nachricht bringen wolle, ob der Kranke
noch durch die Spende des heiligen Abendmahls getröſtet worden ſei; er wolle ſie hier erwarten.
Die Frau begab ſich dann eilig in das Haus, während
Dritte folge.
worauf der Fürſt nicht für gut fand eine genü⸗
Sie betraten den Bezirk um das Wohnhaus, und jetzt erſt fragte der Fürſt, ob ſie, da er
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der Fürſt ſich auf eine Bank zurückzog, welche zwiſchen blühenden hochſtämmigen Gewächſen halbverborgen lag. Nicht lange durfte er harren, ſo kam ſtatt der Frau ein
gehabt, und ob junges Mädchen, faſt im Lauf, aus dem Hauſe, das ſich
einen Moment umſah und dann zu ihm herüber eilte. Er erkannte die Kleine mit den braunen Zöpfen auf den erſten Blick, aber von der Munterkeit, welche bei ihrer erſten Be⸗ gegnung auf dem See ihre Züge ſchelmiſch belebt hatte, war keine Spur mehr zu erblicken, ſie ſah bleich und ver⸗
Athem, aber doch V weint aus. Konnte es anders ſein? Der Fürſt ſtand auf
und ging ihr entgegen. „Wie geht es mit Ihrem Vater?“ fragte er mit dem Antheil, welcher zum Herzen ſpricht. Die Kleine konnte ihre Thränen nicht zurückhalten— „Noch iſt Hoffnung!“ ſagte ſie.„ZJetzt vielleicht— ich durfte nicht bleiben— da ſagte mir die Wirthſchafterin, daß Sie gekommen wären—“ „Ich kam in der beſten Abſicht! Kennen Sie mich?“ „Ja. Mir hat Graf Alexis geſagt— und nicht wahr, Sie kommen als Freund der Marburgs, um zur Verſöhnung zu helfen? O der Vater iſt ſo gut, ſo gut! Wenn Gott nur erſt geholfen hat!“ Sie faltete mit kind⸗ licher Inbrunſt die Hände und fing von Neuem an bitter⸗ lich zu weinen.
Der Fürſt tröſtete ſie im Hinblick auf Gottes Gnade, zu welcher ſie ja ein ſo frommes Vertrauen habe. Das Wort Verſöhnung aber war ihm auffällig geweſen— Do⸗ rothea hatte ihm doch geſchrieben, daß die Kinder nichts von der unglücklichen Vergangenheit wüßten! Vorſichtig ſagte er daher nur, daß er allerdings ſeit langer Zeit ein Freund des Marburg'ſchen Hauſes und deswegen eben hier⸗ her gekommen ſei—
„O das wußte ich, das hoffte ich ja!“ rief Anna. „Hätte ich geahnt, wer Sie ſind, ſo hätte ich Sie ja gleich
damals um Ihren Beiſtand gebeten! Wir hatten Alles ſo ſchön verabredet. Der Vater weiß nicht, daß die Gräfin,
ſelber, er ſucht nur andere zu täuſchen. Dieſe Herren gleichen ſehr dem Helden eines uralten ruſſiſchen Volksmärchens. Der⸗ ſelbe, nachdem er ſich ſchon in ſeiner Jugend durch manche Rau⸗ ferei und große Trinkgelage ausgezeichnet, faßt den Entſchluß eine Pilgerfahrt ins heilige Land zu unternehmen. Unter tauſend Mühen und Drangſalen gelangt er mit den Gefährten durch die Steppen und Weiten Rußlands ans Meer. Dort baut er Schiffe,
und nach einer Odyſſee von Kämpfen und Abenteuern landet er⸗
mit den frommen Gefährten endlich an der Küſte des gelobten
Landes, an dem Ziele ihres eifrigen, frommen, unermüdlichen Sie kommen an den Jordanfluß; es iſt heiß, und der
Strebens. Held wirft ſeine Kleider ab, um ein Bad zu nehmen. Ein Ge⸗ fährte ruft entſetzt: Du willſt im Jordan baden? in den heiligen Fluthen, in denen unſer Heiland getauft worden— das iſt ja eine ungeheure Sünde!— Narr, erwiderte der Held, weißt Du denn noch nicht, daß ich an gar nichts glaube?“
So liebenswürdig wie die Beſcheidenheit ſolches Eingeſtänd⸗ niſſes ſchon iſt, ſo liebenswürdig ſind die novelliſtiſchen Gaben, die ihm folgen, ſchon deshalb, weil in ihnen allen faſt es ſich um das handelt, was unter den glücklichen Nebenumſtänden als das Liebenswürdigſte von der Welt zu bezeichnen iſt, um die Liebe ſelbſt. Wie viel Küſſe werden hier vertheilt und geerntet, und was für Küſſe, unter welchen Umſtänden und mit welchen Folgen, elegiſchen, humoriſtiſchen, ſentimentalen, heroiſchen! Gluͤcklicher Moritz Hartmann, ja Du kannſt mit Recht von Dir ſagen, womit Du Seite 1 eröffneſt:„weit bin ich geritten, viel hab ich geſehen, und manches Schöne habe ich erlebt.“ Aber auch— armer, be⸗ klagenswerther Moritz Hartmann! Was hilft Dir Deine Beſchei⸗ denheit, die gern geſteht, daß ſie nicht viel glaubt, und Deine Lie⸗
benswürdigkeit, die Dir den Paß für die ſchönſten Gegenden Europa's gab! Jetzt ſchon klagſt Du, daß man mit 32 Jahren nicht mehr reitet, ſieht und erlebt wie mit 20 Jahren!“ Die Landsleute, die jenſeit des Rheines Dich beſuchten, wie Julius Rodenberg u. A. erzählt, fanden Dich bleich, krank, halb gelähmt im Lehnſeſſel! Biſt Du zu weit geritten? haſt Du zu viel geſehen, zu viel des Schönen erlebt? Sei'’s drum! Dir iſt ja die Erinne⸗ rung glücklicher Zeiten nicht ein Schmerz, ſondern„ein Troſt und eine Art von Weiterleben im Jenſeits,— ein Weiterleben, das ſein Fegfeuer, ſeine Hölle wie ſein Paradies hat!
Unſere Leſerinnen werden geneigt ſein zu glauben, wenn ſie die Geſchichten dieſes Unſteten geleſen, daß ſein Erinnern wohl meiſt Paradies ſein müſſe, und damit ſie den Dichter, deſſen Natur, Gemüth und Weltanſchauung noch vor dem Sündenfalle herzu⸗
ſtammen ſcheint, nicht immer noch im troſtloſen Mazas eingeker⸗ kert glauben, ſei hier noch die Befreiung, die glückliche Löſung der kleinen politiſchen Komödie mit Hartmann'’s Worten erzählt. (Schluß folgt.)
Aus der Gegenwart.
Dresden und die geſellſchaft.
Woldemar Seyffarth, ein gewandter und bewährter Journaliſt, der vor zwei Jahren die Beobachtungen, die er als Königl. Sächſiſcher Commiſſar bei der Pariſer Induſtrieausſtel⸗ lung gemacht hatte, in dem Werke„Wahrnehmungen in Paris, 1853 und 1854“ niedergelegt und dadurch einen nicht geringen


