A en Uu,. nte das Kind van ne Lüge erlaubt⸗ den, waren ſie bis en, ſich durch eine kung zu ſchitmen, Verſuchung wider⸗ oment gekommen, iche ja um Alles naa ſuchte ſie auf 8 ſie dem Vater, ar heut das zweite sgeplaudert hatte, te Anweſenheit des icht Ihnen ja nur Erzieherin.„Al⸗ Ich denke, du tfragt, Annchen, uürſten bekommen rmiteung geſtört nderer Weg zum
Vater zurück, der ngel in Bewegung alte Wirthſchafte⸗ ſich gerufen hatte mit ihrem Tauf⸗ Gemahlin genank en von Lingen!
dſah ihn betroffen n die Schweſtern.
daß des Vaters luge in einem un⸗
wit bangem Her⸗ „hn zu fre
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Rr. 3.]
Phyſiognomien von Monſeigneurs.
gen, von dem Hausmittel, das ſie ihm bereitet hatte, dem einzigen, das er ſich gefallen ließ, einen Löffel füllte, den er auch ohne Widerſpruch nahm.
„Wer hat Dir von dem Fürſten geſagt, Anna,“ fragte er dann ſeine jüngſte Tochter, wie ſie erwartet hatten.
„Ich traf den Grafen Marburg—“
„Den auch!“ rief der Kranke und richtete ſich plötzlich im Bette auf.„Hat er etwa die Wahrheit noch nicht glauben wollen? Glaubt er, ich werde nicht vertreten, was ich geſagt habe? Sie iſt todt, ja, ich weiß es, aber verrathen hat ſie ihn doch, und der Freund, den er liebte, hat ihn auch verrathen—“
„Gnädiger Herr, was reden Sie da?“ unterbrach ihn die Heißner mit lauter Stimme, indem ſie ſeinen Arm ergriff, während die Töchter im ſtummen Entſetzen zurück⸗
bebten.„Sie reden ja von alten Zeiten. Laſſen Sie die ruhen. Das Fräulein ſpricht von dem jungen Grafen Marburg.“
Er aber war nicht der Vergangenheit zu entreißen.— „Sie iſt todt, laß ſte ruhen— aber er will Kugeln mit mir wechſeln, daß ich an ihrer Ehre gezweifelt! Soll ich feig ausweichen? Ich komme, Marburg.“
„Gehen Sie hinaus, Fräuleins, gehen Sie, das iſt nicht für Sie!“ drängte die Heißner; aber wie wäre es den Kindern möglich geweſen, den Vater in dem furchtba⸗ ren Kampfe mit den Fieberbildern ſeiner Krankheit zu verlaſſen? Blanca kniete am Bette nieder, bedeckte ſeine Hand mit Küſſen und Thränen und bat ihn ſich zu beſin⸗ nen, ſeine Kinder ſeien ja bei ihm, er habe nur geträumt.
„Sage mir Eins, Lore!“ ſprach er, ohne auf ſie zu gachten, und die Muskeln ſeines Armes ſpannten ſich krampf⸗ haft.„Gehe ich auch mit gutem Gewiſſen hin? Haſt Du Wahrheit geſprochen— daß ich mein Wort als Edel⸗ mann vertreten kann? Oder—“
Die Heißner unterbrach ihn von Neuem faſt gewalt⸗
Vert„Cenädiger Herr, Sie reden irre! Der Graf Mar⸗
Dritte Folge.
V
burg, den das Fräulein geſehen hat, iſt bei ſeiner Stief⸗ mutter drüben in Lomnitz— bei ſeiner Stiefmutter, verſtehen Sie doch! Und wenn Seine Durchlaucht hier ſind, ſo kann das Sie nicht kümmern—“
Der Freiherr wurde ſtill und ließ ſich von ihr, welche ihm das Kiſſen lockerte, ſanft zurück legen. In heißen Schmerzen lauſchten die Kinder auf ſeine Athemzüge, wie ſie kurz und unruhig aus ſeiner Bruſt ſich regten; erſt als ſie nach längerem Weilen die Ueberzeugung gewonnen hat⸗ ten, daß der Anfall, welcher ſie erſchreckt, vorüber ſei, drängten ſich ihnen Gedanken und Fragen auf, welche viel⸗ leicht die alte, ſchweigſame Frau, die vor ihnen am Bette ſaß, allein zu löſen vermochte. Aber ſie dazu zu bewegen, war wenig Hoffnung.
„Ich war im Begriff dem treuen Freunde meiner Ju⸗ gend Alles zu ſagen, was gerade jetzt mein Herz in bange Zweifel ſetzt, als wir geſtört wurden. Vielleicht kommt die Gelegenheit zu vertrauter Mittheilung nicht ſo ſchnell wieder— auch fühle ich bei ſtiller Ueberlegung, daß es beſſer iſt, ich ſchreibe Ihnen. Das Unglück, das mich ge⸗ troffen hat, wurde durch die ſchändlichſte Verläumdung veranlaßt, welche eine Verſtorbene— die mir ſtets als das edle Bild aller Frauentugend geſchildert worden— noch im Grabe getroffen hat. Herrmann hatte vor mir kein Geheimniß, ich erfuhr bald, was ihn auf das Aeußerſte empört und betrübt hatte— großer Gott! wenn dieſe
Engelreine nicht ſicher war, im Tode noch an ihrer Ehre und Liebe geſchmäht zu werden, wer konnte ſich dagegen noch geſchützt wähnen? Ich erfuhr auch, was Herrmann gethan, um die ehrloſe Beſchuldigung der Unvergeßlichen zu ahnden— ich konnte ihn, wenn auch mit blutendem
Napoleon glaubte nach dem Staatsſtreiche ſich mit der wohl⸗ unterrichteten Polizeipräfectur nicht begnügen zu können und ſchuf ſich ein Polizeiminiſterium. Aber das blutjunge und unerfahrene Polizeiminiſterium tappte um ſo mehr im Dunklen, als die alt⸗ ehrwürdige Präfegtur auf den mit größerer Würde ausgeſtatteten Neuling eiferſüchtig war und ihm alle Canäle abſchnitt, die ſeine Allwiſſenheit nähren ſollten. Das neue Polizeiminiſterium hatte nichts zu ſchaffen; in ſeinen weiten Räumen war es öde; men⸗ ſchenſcheu und des Müßiggangs müde, ſchlichen ſeine zahlloſen Beamten in ihres Nichts durchbohrendem Gefühle umher. Sie ſahen aus wie Schatten, die ziel⸗ und zwecklos an den Ufern des Styr umherirren und die Erlöſung erwarten; ſie fühlten ſich verdammt zu der unausſtehlichen Qual, die Dante vergeſſen hat, zu der Qual des Ueberflüſſigſeins. Es war ein Miniſterium be⸗ ſoldeter, aber überzähliger Beamten. An Maupas war es, ſie zu erlöſen, und wir waren die ſchwarzen Schafe, die er zum Erlöͤ⸗ fungsopſer auswählte. Er erfand eine Verſchwörung, und in der Nacht des 3. Februars 1853 wurde die große Polizeirazzia vorgenommen und die myſteriöſen Räume von Mazas verſchlan⸗ gen zweiundſechzig Unſchuldige.
Ich ſchlief den Schlaf der Gerechten, als mit der erſten Mor⸗ gendämmerung ſämmtliche Diener des Hötels mit bleichen Geſich⸗ tern in die Stube ſtürzten, gefolgt von zwei Unbekannten mit mem M Monſeigneur aber heißt in Frankreich ein Dietrich oder Diehsſchlüſſtl und der Ausdruck ſtammt aus jener guten alten Zeit, da die großen Herren anſtatt der Diebe in die Häuſer der armen Bauern brachen.— Ich wollte mich erheben, aber die beiden Geheimnißvollen erſuchten mich im Bette zu bleiben, bis eine gewiſſe dritte Perſon, der Polizeicom⸗
miſſär, ankomme. Sie ſetzten ſich an den Kamin, ließen ein Feuer anzünden und prüften mit durchdringenden Blicken jedes Möbel. Endlich kam der Polizeicommiſſär, ein Mann mit einem behaglichen Hausvatergeſichte, der ſich vor mein Bett ſtellte und mit der Miene eines Komödienfürſten, der ſeinen Stern zeigt, den Rock auffnöpfte und ſeine tricolore Schärpe ſehen ließ. Darauf, wie auf ein gegebenes Zeichen, warfen ſich die beiden Monſeig⸗ neurs auf meine Bücher, und nachdem ſie alle Titel geprüft, un⸗ terſuchten ſie ihr Inneres, ob nicht Papiere darin ſteckten; dann vertheilten ſie ſich in Stuben und Cabinet und ſchleppten alle möglichen Papiere auf einen Haufen zuſammen, die der Coni⸗ miſſär muſterte und aus denen er ſämmtliche Briefe, die ein neue⸗ res Datum trugen, ausſuchte und zuſammenlegte. Dann ſuchte man in allen Winkeln und Verſtecken nach Waffen, und da man nichts fand als einen Life preserver, erſuchte mich der Com⸗ miſſär, mich ſchleunigſt anzukleiden und ihm zu folgen— denn er verhafte mich im Namen des Geſetzes. Auf dieſes Wort fingen die Diener, die an der Thür horchten, ein lautes Geheul an, das ſich in Schluchzen und Klagen verwandelte, als ich in der Mitte der Poliziſten durch ihre Reihen ſchritt. Wie ich ſpäter erfuhr, hatte einer der Kellner, ein edler Sohn der Auvergner Berge, die hero⸗ iſche Idee, ſofort eine Revolution zu machen und mich noch auf der Treppe der Polizeigewalt zu entreißen; aber ein beſonnener Walter Fürſt, wahrſcheinlich ein Gothaer, hielt ihn von dem ge⸗ wagren Unternehmen ab und rizth zu paſſivem Widerſtand. Vor der Dhüre erwartete uns ein großer, ſchwarzer, geſchloſſener Wa⸗ gen, der beſtimmt ſchien, ganze geſetzgebende Verſammlungen auf⸗ zunehmen. In der Rue Faubourg Montmartre verließ uns der Commiſſär ſammt dem Wagen und übergab mich den beiden


