Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
27
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IIV. Jahrg.

des Vormittags Gondel losgeket⸗ Er durfte frei⸗ pfelzeit nach Lom⸗ Stiefmutter war

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Gondel quer ſchten Buchten an che zwiſchen zwei e, wo er das Ziel 2 Pforte in der in anderer Rich⸗ t er den umheg⸗ herr, auch wenn h weder über⸗ ſaß gelähmt in at mit fremder eines ſGod Be⸗ Sommer noch e wohlbekannten 7, mit einzelnen erreichte, welche Hzubilden weiß.

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Nr. 2.] Dritte der beiden Schweſtern im Kahne, welche ſich gegen ihn be⸗ ſonders ſchnippiſch gezeigt, erkannt haben.

Wie hängt es zuſammen? rief die Kleine ſchon von Weitem.

Ich habe Brief und Schleife Alles unverſehrt wo iſt Blanca?

Beim Vater er hat ſie rufen laſſen, erwiderte die Kleine, und als Alexis überraſcht ſchien, ſetzte ſie traurig

hinzu:Der Vater iſt heute ſehr krank.

Armes Kind! rief Alexis.Was iſt geſchehen? Ihr habt doch nach dem Arzt geſchickt?

Der Vater hat es ausdrücklich verboten, erwiderte die Kleine niedergeſchlagen.Aber Blanca hat doch geſchickt und der Arzt iſt auch hier, nur darf er ſich bei dem Vater nicht zeigen und gibt nur ſeinen Rath nach dem, was ihm Blanca vom Vater ſagen kann. Ich muß gleich wieder hin und bin nur hierher gegangen, um Sie abzuwarten und zu hören, ob Sie den Brief wieder haben, denn Blanca war deshalb in großer Angſt.

Gutes Annchen! ſagte der Graf und reichte ihr die Hand.Beruhigen Sie denn Blanca: der Mann, welcher ſich des Briefes bemächtigt hat, iſt ein guter Freund unſers Hauſes Alexis hielt inne, über ſich ſelbſt be⸗ ſchämt, aber Anna war ein zu unbefangenes Kind, um den Hohn, welcher in dem Ausdruck ſeiner Stimme lag, zu be⸗ merken. Achtſamer auf ſich fuhr er fort:Sagen Sie Blanca viel tauſend innige Grüße und meinen Dank für die freundlichen Worte ihres Briefes. Er iſt mit unver⸗ letztem Siegel in meine Hand zurückgegeben worden und keine Seele ahnt, wer die Schreiberin geweſen iſt der Finder iſt wirklich ſo ritterlich geweſen, die ganze Begeg⸗ nung mit Euch zu verſchweigen. Das ſagen Sie Blanca und ſorgen Sie dafür, daß ich morgen gute Nachricht finde.

Sie aber ſorgen dafür, daß wir nicht wieder um eine Stunde getäuſcht werden, wenn wir kommen uns die Ant⸗

folge.

wort zu holen, verſetzte Anna, in ihre urſprüngliche Weiſe zurückfallend.

Wenn auch der Fremde nicht da geweſen wäre, was hätten wir denken ſollen, wenn wir, ſtatt einer

Antwort, noch unſer Billet in der Gondel gefunden hätten?

Blanca iſt ſehr verſöhnlich mich hätten Sie nicht ſo leicht wieder zum Frieden bewogen.

Habe ich Ihnen geſagt

Daß Ihre Mutter Sie aufgehalten? das iſt eine wohlfeile Entſchuldigung. Hier iſt Ihr Ring zurück. Wie? Hat Blanca Alles aufgegeben? Daß es jetzt, wo der Vater mehr leidend iſt, nicht möglich wäre, ſehe ich ein, aber es war ſo ſicher nebenbei, mit dem Ringe unſere Nachrichten zu ſiegeln

Sie werden überhaupt nur ein offenes Blatt finden, das Ihnen ſagt, wie es mit dem Vater ſteht von mir! Annchen, von dem Gedanken an den Erkrankten neu ge⸗ ängſtigt, ſah ſich nach dem Hauſe um, in deſſen Thüre jetzt eine ältere Frau gleichſam mahnend erſchien, und ſetzte noch, den Einſpruch des Grafen kurz unterbrechend, hinzu: Adieu! Soll ich Blanca nicht ſagen, wer der Freund Ihres Hauſes geweſen iſt, der ſich mit uns den Scherz ge⸗ macht hat? Sie wird danach fragen.

Der Name des Fürſten ſchien Alexis ſchwer zu fallen, doch nannte er ihn. Dem harmloſen Kinde, das mit allen Beziehungen unbekannt war, ihn zu nennen, brachte ja keine Gefahr. Anna neigte ein wenig ihr hübſches Köpf⸗ chen; vielleicht fiel ihr ein, wie ſie ſich geſtern gegen die Durchlaucht benommen und wie ſie den alten Herrn aus⸗ gelacht hatte, als ihm ſein Pferd in närriſchen Sprüngen entfloh. Sie rief dann Alexis noch einmal ein freundliches Adieu! zu und eilte der alten Frau zu Willen zu ſein, welche ſie ſchon bei Namen zu kommen bat. Alexis ſah ihr nach, bis ihre braunen Zöpfe in der Thür verſchwan⸗ den, dann ging er langſamer, als er gekommen war, und nun auf geſtattetem Pfade, nach der Parkpforte zurück, von wo er den kurzen Weg durch die Schlucht nach dem

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fügen, nun ſo bricht man ſie ab, von dem jungen, üppigen Grün muß man ohnehin ſehr viel fortwerfen, davon läßt ſich nur Weniges gebrauchen. Unter ſolchen ordnenden Händen ſchwin⸗ det dann derembarras de richesse gewaltſam zuſammen, und es wird am Ende nicht mehr daraus als ein ärmliches, geziertes Sträußchen, das ſich der erſte beſte Mann an die Bruſt ſteckt, um es ein Weilchen herumzutragen, bis es ihm verwelkt vor die Füße fällt. Deer Blick der Männer für die ſogenannteGefährlichkeit eines männlichen Individuums, in Bezug auf ſein Verhältniß zum ſchönen Geſchlecht, iſt ſo wunderbar kurzſichtig wie der Ge⸗ ſchmack der Frauen ſeltſam. 1 dieſen Punkt eben ſo wenig frei urtheilen zu können, wie eine Frau, wenn es gilt über Frauenſchönheit zu entſcheiden. 6. Hand aufs Herz, keine Frau, auch die geiſtvollſte oder kalt erzigſte, wird je ganz gleichgültig gegen jene reizende Art fort⸗ (ährender ſtiller Aufmerkſamkeit, die ſich mit einem feinen Par⸗ m vergleichen läßt, das die Luft durchdringt, in der wir ath⸗ an, und das wir nicht mehr miſſen können, ohne daß uns das Ath⸗

ten ſchwer fällt. Wie oft iſt nur das Verſchwinden jenes ſüßen

unerfaßbaren Etwas die erſte Veranlaſſung, daß ein Frauenherz zu kränkeln beginnt und eben in dieſem Krankbeitsgefühl zu aller⸗ lei falſchen Mitteln greift, um ſich Heilung zu verſchaffen. Es iſt berauſchend, ſich geliebt zu wiſſen, berauſchender es zu hö⸗ ren, aber am beglückendſten iſt es zu ſehen wie wir geliebt

ſiind. Und da in unſern nüchternen Zeiten weder Thaten noch Zeichen und Wunder mehr geſchehen zu Ehren der Liebe und zu

Ehren der Frauen, nun ſo laſſen wir uns genügen, wenn man is ein weiches Kiſſen unter unſere Füße ſchtebt eine friſche

Blume heimbringt die Havanna anzuzünden vergißt um un⸗ ſertwillen und einen Abend mit uns, allein mit uns ver⸗ plaudert. Der Strom der Liebe, der im Anfang ſo rauſchend fließt, unſere Gedankenſchiffe ſo ſtolz trägt und die lachendſten Landſchaften wiederſpiegelt, der Strom, an deſſen Rande Palmen rauſchen und Wunderblumen ſtehen, wird ja ohnehin nach und nach vor unſeren Augen beim Weiterwandern zu einem ſchmalen Bächlein, aus dem man zuweilen mit der hohlen Hand ſchöpft und mehr aus Gewohnheit als aus Verlangen trinkt. Statt der Fata morgana von Zaubergärten ſpiegeln ſich dann noch einige blaſſe Vergißmeinnicht in ſeinen Wellen.

Ein Mann ſcheint in der That über

Literatur.

Histoire de la Campagne de 1815. Waterloo par le Lt. Colonel Charras. Bruxelles, 1858.(Leipzig, Alphonse Dürr.) Die große Menge der Werke, welche über den kurzen, doch denkwürdigen Feldzug von 1815 ſprechen, iſt durch das vorlie⸗ gende vermehrt worden, das man auf den erſten Blick als über⸗ flüſſig oder verſpätet zu betrachten geneigt ſein dürfte, da man die Acten für geſchloſſen halten kann; bei genauer Einſicht erkennt man indeß, daß hier ein wichtiger und keineswegs zu verſchmähender Beitrag zu der Kriegsgeſchichte dieſer Periode geliefert wird, und zwar nicht bloß in rein militairiſcher Beziehung, ſondern auch in politiſcher; denn der Verfaſſer, dem viele officielle Quellen zu Ge⸗ bote ſtanden, gibt höchſt intereſſante numeriſche Verhältniſſe an, welche geeignet ſind, bisher feſtgewurzelte Irrthümer zu berichti⸗ gen und dadurch ganz neue Anſichten über einzelne Ereigniſſe und