Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
25
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V. Juhrg

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Bin ich alſo verklagt worden? entgegnete der Fürſt lächelnd.Nein, ich weiß es nicht.

Es ſind die Töchter des Freiherrn Hans von Ru⸗ dow, ſagte Alexis mit einer ganz eigenen Betonung, und da der Fürſt nur leicht ſein Haupt neigte und die Mitthei⸗ lung auf ihn gar keinen Eindruck zu machen ſchien, ſah er ihn mit einem ſtaunenden Blicke an.Iſt Ihnen der Name ſo gänzlich unbekannt?

Ich habe ihn heut, wie mir eben einfällt, ſchon ein mal gehört. Irre ich mich nicht, ſo ſagte der Reitknecht, der mir mein entlaufenes Pferd zurückbrachte, daß der Gutsnachbar ſo heiße, welcher den Proceß wegen des Sees und ſeiner Ufergerechtſame erhoben und ſo den Bau des Waldſchloſſes zu hindern beabſichtigt hatte.

Und weiter wiſſen Sie in der That nichts von dem Freiherrn von Rudow?

Ich ſehe, daß hier noch eine ganz beſondere Beziehung walten muß, aber ich kenne ſie nicht.

Nun wohl, Durchlaucht. Sie wiſſen aber, daß mein Vater im Zweikampf gefallen iſt wiſſen Sie, durch wen?

Durch den Baron Rudow? rief der Fürſt ſchnell er⸗

rathend.

Und den Anlaß des Zweikampfs? fragte Alexis, deſſen Auge funkelnd auf dem Fürſten ruhte.Haben Sie gar keine Ahnung davon, was der Grund war, daß mein Vater von ihm Genugthuung ſuchte, die er nicht gefun den hat?

Ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich nichts von Allem

Dritte folge.

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O, laſſen Sie das! entgegnete der Fürſt, in getäuſch⸗ ter Erwartung aufgeregt.Glauben Sie kein Recht zu

haben, ein Geheimniß, das Ihre Familie betrifft, gegen

mich zu berühren, ſo bedenken Sie, daß ich dagegen, der Freund Ihres Vaters, der den innigſten Antheil an Ihrer Familie nimmt, da ich auch der Freund Ihrer Mutter bin, wohl ein Recht habe in das Vertrauen gezogen zu werden!

Meiner Mutter? wiederholte Alexis.Sie meinen die Verſtorbene, welche in unſerer Gruft zu Arnsleben ruht?

Der Fürſt hatte freilich die Lebende, die Stiefmutter, gemeint, aber er geſtand das nicht ein, ſondern erwiderte: Ich meine nicht Ihre treffliche Mutter allein, die Sie in früher Jugend verloren haben, ſondern auch die Gräfin Dorothea, welche Ihrem Vater ein neues Lebensglück be⸗ reitet hat darum bitte ich Sie, betrachten Sie mich nicht als einen Fremden.

Alexis lud den Fürſten durch ſtummes Anreiten ein den Weg fortzuſetzen und ſagte dann:Gewiß iſt es mir für mein ganzes Leben unmöglich, Euer Durchlaucht als einen Fremden zu betrachten. Der Ton, in welchem er dieſe Worte ſprach, hatte keinen beſonders auffallenden Klang, gleichwohl fühlte ſich der Fürſt dadurch ſeltſam be⸗ rührt, als müſſe er darin eine andere Deutung ſuchen. Waltete hier ein pſychiſches Verſtändniß, entſprungen aus jener geheimnißvollen Strömung geiſtiger Kräfte, von denen gefabelt wird?

Aber, fuhr Graf Alexis fort, ehe der Fürſt etwas

weiß! rief der Fürſt geſpannt.

Alexis ſchlug ſeine Augen nieder, ſeine ſtolze Stirn war düſter gefaltet, er ſchien ſich einen Moment zu beſinnen. Wenn das iſt, ſagte er nach kurzer Pauſe,ſo habe ich kein Recht die Vergangenheit weiter zu berühren. Aber ich bin Ihnen noch eine Erklärung über den heutigen Vor⸗ fall ſchuldig.

erwidern konnte,ich darf hier nicht vorgreifen. Mir ſteht es nicht zu ſelbſt zu Ihnen von Verhältniſſen zu ſprechen, deren Mittheilung nur das Recht der Gräfin Marburg iſt. Um mich vor allen Vorwürfen zu ſichern, bitte ich Euer Durchlaucht betreffenden Falls um Ihr Zeugniß, daß Sie, nicht ich, den Namen des Freiherrn Rudow in jener unglücklichen Beziehung genannt haben.

ſie, um das Glück dieſes Sohnes, das durch ihre Erſcheinung bedroht

wird, zu retten, der glänzendſten Laufbahn, der vortheilhafteſten pecuniären Stellung und der Freundſchaft des Lords entſagt und ſich in die Einſamkeit zurückzieht, nachdem ihr Sohn, vom Drange des Bluts hingeriſſen, ihr ſeine kindliche Liebe geſtanden und ſie die Ausſicht erhalten, zu Zeiten den Sohn in ihrer Einſamkeit zu ſehen. Indem ſo das beſſere Gefühl ſie zu ihrer Pflicht zurück⸗ führt und ſie ſich der ſchwerſten Sühne freiwillig unterwirft, kann

daß die Ga en ſich nicht, wie in dem vielfach getadelten Schau⸗ ſpiel: Menſchenhaß und Reue wieder vereinigen, ſondern ge⸗ trennak bleben, wenn auch der Mann ihr nach der Buße, die ſie ſ ſelbſt auferlegt, völlige Vergebung, ja die wärmſte Anerken⸗ ung ſchenkt. Man kann mit Recht ſagen, daß das Drama ger Kiamming die Gewalt der mütterlichen und kindlichen Liebe feiert. Die Abſicht des Autors, ein ſolch edles Gemälde zu geben, geht zmuch aus der Dedication des Stücks an ſeine Mutter hervor. endieſe Dedication legt das kindlichſte Gefühl dar und ruft die zenefſte Rührung hervor. aner In Berückſichtigung der Vorzüge dieſes Stücks und in Folge zu e- mannigfachen, beſonderen und eigenthümlichen Umſtände,

llei falche das Stück begleiten, iſt es nur zu erklärlich, daß es die all

iſt bemeine Aufmerkſamkeit des Publicums wie der Kritik auf ſich ren, ogen hat und auf einer Menge von Bühnen gegeben wird; in

ad rlin wird es ſogar auf drei Theatern, dem Königl., dem Friedr. Wilyelmſtädter und dem Königſtädter, auf letzterem in franzöſi⸗ 4 ſchn Sprache, dargeſtellt; ein ſeltener Fall. r.

dieſe Handlung und die Tendenz des Stücks wohl nur eine ſitt⸗ liche genannt werden; dieſe Sittlichkeit bewährt ſich auch dadurch,

Zur Literaturgeſchichte. Lebensalter der deutſchen Dichter.

Eine Zuſammenſtellung der Lebensalter der gegenwärtigen hervorragenden Dichter Deutſchlands wird zu der Bemerkung Veranlaſſung geben, wie mancher vielgenannte Mann dem großen Publicum viel älter, mancher andere viel jünger erſcheinen dürfte, als er thatſächlich iſt. Der Neſtor aller heutigen Poeten iſt der, der die noch immer unbeantwortete Frage nachdes Deutſchen Vaterland aufwarf: E. M. Arndt, geb. 1769. Außer ihm entſtammen unter den Gegenwärtigen noch dem vorigen Jahrhundert: Leopold Schefer, geb. 1784, Juſtinus Kerner, geb. 1786, Uhland, geb. 1787, Rückert, geb. 1789, Grillparzer, geb. 1790, Heinrich König, desgl. Carl von Holtei, geb. 1797, W. Alexis, geb. 1798, Hoffmann v. Fallersleben, desgl., Die Reihe der Bürger des 19. Jahrhundert eröffnet eine Bürgerin:.

Ch. Birch⸗Pfeiffer, geb. 1800. ihren dramatiſchen Collegen

Bauernfeld, geb. 1804,. Julius Moſen, geb. 1803,

Von