Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
23
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d bis an den allerdngs ab, auf ſich zog. reiheit u Rut en hat,ſo bitte

igehend.6s Idee, welche ter,an den Jagdhaus zu i der Guif toniſche Zeich⸗ fertig, als de inderte. Wir Plan meines geführt. Ich and auch ohne Alexis in leb⸗ Dhatſache für aug nah, daß die Gohdel ge⸗ weifel Serena den Fremden ſie dann ver⸗ und das Bil⸗ gertrauen auf ſſichtigen In⸗ een zu laſſen. ertrauen ent⸗ fall erwayne, das er auf Fce geweſen wmen im Kahne erlegen verde ichts gewußt,

wohin ſie aus agen Eheleuten

1 Obſtgärten

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jetzt war ihm Alles klar, bis auf den Namen der jungen Mädchen, welcher eigentlich für ihn, als gänzlich unbe⸗ kannt, gar kein Intereſſe hatte.

Er lobte gegen Dorothea die geſchmackvolle Anlage und Architektur des Waldſchloſſes, in welcher er den Geiſt ſeines verewigten Freundes wieder zu erkennen glaubte, und ſchien die wachſende Aufregung des jungen Grafen gar nicht zu bemerken. Dieſer konnte ſich endlich nicht mehr bemeiſtern.

Durchlaucht verzeihen, wenn ich mir die Frage erlaube, ob Sie einen Brief in der Gondel geſehen haben, die Sie betraten in welcher Abſicht, weiß ich nicht. Ich habe das Billet mit andern Sachen, die mir gehörten, dort für

einen Augenblick niedergelegt, während ich dem Waſſer-

geflügel anzukommen ſuchte. Als ich zurückkehrte, fand ich nichts mehr vor Sie hatte ich von Weitem in der Gondel bemerkt ich erlaube mir daher die Frage, ob Sie vielleicht das Billet noch geſehen

Es war von Ihnen? fragte der Fürſt, nachdem er ſich auf dieſe Weiſe aller Rückſichten überhoben ſah.

Allerdings! Es iſt mit meinem Wappen geſiegelt.

Hier iſt es, lieber Graf. Das Wappen erkannte ich und glaubte das Blatt, das der Indiscretion jedes zufäl⸗ lig Vorübergehenden Preis gegeben war, am beſten zu ſichern, wenn ich es mit nach Lomnitz nahm. Bei dieſen Worten fixirte der Fürſt den jungen Mann, welcher ſeinem Blicke nicht auswich, ſondern das Billet in Em⸗ pfang nahm und es ſeiner Stiefmutter hinhielt, damit ſie die Adreſſe leſe; dann ſteckte er es in ſeine Taſche.

Es war ein Scherz zu Ihrem Namenstage, Frau Gräfin, ſagte er.Da er nun veröffentlicht iſt, fällt er in ſich zuſammen.

Das thut mir leid erwiderte die Gräfin.Darf ich aber nicht leſen, was Sie mir zugedacht haben?

Die Spitze iſt abgebrochen, es würde jetzt nur als Blödſinn erſcheinen.

Dann habe ich wirklich, durch eine ſeltſame Begeg⸗

Dritte Folge.

(nung veranlaßt, ziemlich gewaltſam eine Freude geſtört und bitte deshalb aufrichtig um Verzeihung, ſagte der Fürſt, welchem bei dieſer kurzen Erklärung zwiſchen Mut⸗ ter und Sohn beſonders der eigenthümliche Ton, das fremde Sie auch der Gräfin, aufgefallen war.Zu meiner Rechtfertigung muß ich berichten, wie Alles gekommen iſt Das iſt gar nicht nöthig, Durchlaucht, unterbrach ihn der junge Mann lebhafter, als ſchicklich war.Nicht der feruſte Zweifel an Ihrer Ritterlichkeit oder Discretion konnte ja obwalten. V Die Gräfin ſah mißbilligend auf Alexis, der Fürſt lächelte. Aber eine Erklärung wenigſtens könnte für mich be⸗ ruhigend wirken, ſagte er.Dieſer Brief, deſſen ich mich, allerdings dazu gereizt, bemächtigte, trug nicht die Auf⸗ ſchrift an Sie, Frau Gräfin, wie ich nach dem ſo eben Ge⸗ hörten denken müßte

Doch, ſagte die Gräfin mit einer gewiſſen Befangen⸗ heit.Serena es iſt ein Beiname, der mir einſt gege ben worden iſt und den ich mir nun ſchon gefallen laſſen muß.

Der Fürſt verbeugte ſich und bat nochmals um Verzei⸗ hung. Aufgeklärt war ihm dadurch noch lange nicht Alles, im Gegentheil drängte ſich ihm dadurch noch manche neue

Frage auf; indeſſen hatte er kein Recht weiter zu forſchen und derAppell an ſeine Ritterlichkeit, den der Sohn ſeines Freundes in offenbarer Abſicht, daß er die Erſcheinung der

jungen Mädchen auf dem See nicht berühren ſolle, ge tthan, war hinreichend geweſen ihn zu binden. Die Grä⸗ fin wußte auch mit Leichtigkeit das Geſpräch, das ſchon all⸗ zulange an einen Gegenſtand gefeſſelt war, zu löſen und auf andere Dinge zu führen. Sie war ſo vollkommene Herrin der Situation, wie der Fürſt ſie in Gedanken nannte, daß wohl das ſchärfſte Auge nicht bemerkt hätte, welche Mittheilung der ergreifendſten Art der Eintritt ihres Stiefſohnes unterbrochen hatte. Sie wieder aufzu⸗

Zu Karls des Großen Zeit finden wir die deutſchen Gärten ſchon ſehr reichhaltig an edeln Obſtſorten, und dieſer Kaiſer, der ſich um die Verbreitung der Culturpflanzen überhaupt ſo große Ver⸗ dienſte erwarb, verſäumte auch nicht, ſeine deutſchen Länder mit den edleren Producten Italiens und Spaniens zu bereichern. Er

ſchrieb genau vor, welche Obſtbäume auf ſeinen Landgütern ange⸗

pflanzt werden ſollten, und wir finden darunter zahlreiche Sorten von Aepfeln und Birnen, die ſchon damals durch beſondere Na⸗ men als Spielarten unterſchieden wurden, ferner Quitten, Mispeln und Ebereſchen. Jährlich mußten die Verwalter dem Kaiſer ein

erzeichniß der veredelten Obſtſorten einſchicken. Auch ließ Karl der Große bereits aus Birnen und Aepfeln ein Getränk bereiten, welches ſelbſt an der kaiſerlichen Tafel getrunken wurde. den deutſchen Kaiſern begünſtigten namentlich die Hohenſtaufen die Obſtcultur. von dem Zehent und ſetzte Wer einen Baum umhieb, mußte den zwölfjährigen Ertrag der Früchte als Strafe zahlen, wenn der Baum gepfropft(ein Bel⸗ zer) war. Dieſelbe Strafe ſpricht auch der Schwabenſpiegel aus. Nach den Augsburger Geſetzen im 13. Jahrhundert wurde ſogar ein Baumfrevler durch Abſchlagen der Hand geſtraft. Hier war überhaupt die Obſtzucht ſo geehrt, daß das Gewerbe der Baum⸗ belzer(Pfropfer) unter die freien Künſte gerechnet wurde. Dies Alles beweiſt, wie hoch man ſchon damals die Obſtcultur ſchätzte. Unter den deutſchen Fürſten erwarben ſich unter andern große

Verdienſte um die Obſtzucht Kurfürſt Auguſt von Sachſen, der

ſelbſt als pomologiſcher Schriftſteller auftrat, ein Buch unter dem Titel Augusti Saxoniae Electoris Künſtlich Obſt⸗ und Garten⸗ vüchlein, 1550(2. Aufl. Berlin 1636) herausgab und befahl, daß

Unter

Friedrich I. Barbaroſſa befreite die Obſtgärten ſchwere Strafen auf den Baumfrevel.

jedes junge Paar im erſten Ehejahre zwei Obſtbäume pflanzen ſollte; ferner der große Kurfürſt und Friedrich der Große.

Sehr viele der jetzt cultivirten edeln Aepfel⸗ und Birnenſor⸗ ten ſtammen aus Frankreich, wo Ludwig XIV. in der berühm⸗ ten Karthauſe zu Paris ſowie in den Gärten von Montreuil die feinſten Obſtſorten ziehen ließ, die ſich als ſogenanntes Franzobſt über ganz Europa verbreiteten. Die berühmten Gärtner daſelbſt waren Duhamel und Girardot, die auch claſſiſche Werke über Pomologie hinterlaſſen haben.

Theater.

Das Drama Fiammina.

Die Erſcheinung des im théatre français gegebenen Drama's: la Fiammina hat auf der Pariſer wie deutſchen Bühne ein beſon⸗ deres Aufſehen und Intereſſe erregt, das allerdings ebenſo äußern, dieſe Erſcheinung begleitenden Umſtänden als dem Drama ſelbſt beizumeſſen iſt; das letztere kann zwar auf den Namen eines claſ⸗ ſiſchen Werkes nicht Anſpruch machen, aber mit Recht wird es von allen Sachkennern für ein geiſtreiches⸗ intereſſantes Werk gehal⸗ ten, welches ſogar einen Wendepunkt in der dramatiſchen Litera⸗ tur Frankreichs anzudeuten ſcheint.

Eben ſo wie auf der Pariſer war die Erſcheinung dieſes Stücks auf der deutſchen Bühne von beſonderen äußern Umſtän⸗ den begleitet, welche man mit dem Namen: fata libelli bezeichnet.

Der Ruf des Stücks, welches von Paris nach Deutſchland drang, veranlaßte zuerſt Herrn Schlivian, welcher durch das Heinrich ſche