V. Jahrg.
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4. ſtigkeiten führten zuletzt die Scheidung herbei.
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Nr. 2.]
„Sprechen Sie, Dorothea,“ bat der Fürſt tief bewegt, nachdem er der Gräfin Zeit vergönnt hatte, ſich von der Gewalt der Erinnerung, welche ſie übermannte, wieder auf⸗ zurichten.
„Nicht wahr, man hat Ihnen geſagt, Herrmann ſei im Zweikampfe mit einem Gegner gefallen, der nie ermittelt worden? denn er war nicht zu bewegen, den Namen ſeines Gegners zu nennen; vielleicht hat auch das Gerücht eine andere empörende Deutung zu Ihnen geführt——“ ſie mußte inne halten, tödtlich erblaßt wie ſie war, und der erſchütterte Freund ließ ſie gewähren. Nie war ein Gerücht, wie ſie es eben andeutete, zu ihm gedrungen— er hatte in Wahrheit nicht einmal gehört, daß der Zwei⸗ kampf, in welchem Graf Marburg gefallen war, auf eine ſo unerklärliche Weiſe ſtattgefunden habe und weder der Gegner, noch die Secundanten bekannt worden ſeien. Man hatte ihm davon geſchrieben, als der Vorfall ſchon der Ver-⸗ gangenheit angehörte, und die nähern Umſtände nicht er⸗ wähnt. Dieſe ſollte er jetzt von Dorothea erfahren.
„Mir hat Herrmann nicht einen Moment verſchwiegen, was ihm bevorſtand,“ fing die Gräfin wieder an, nachdem ſie ſich einigermaßen gefaßt hatte.„Sein ganzes Leben lag ja offen vor mir— wir hatten nie ein Geheimniß vor
einander.— Er konnte nicht anders, als dem Gebot der Ehre folgen, ich ſelbſt, wie ſchrecklich es auch für mich war——“ Sie hielt abermals inne, diesmal aber auf—
horchend: ein raſcher Tritt klang auf der Treppe. Doro⸗ thea wechſelte die Farbe:„Da kommt Alexis,“ ſagte ſie.
Die Thüre wurde mit einem ſchnellen Griff geöffnet: es bedurfte nur eines Blickes für den Fürſten, um in dem
Eintretenden den Sohn ſeines verſtorbenen Freundes zu erkennen, obwohl er ihn zuletzt als Knaͤben geſehen hatte.
Dritte folge.
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Ihm war, als trete Herrmann ſelbſt in ſeiner Jugendfriſche, wie er unvergeßlich in ſeiner Erinnerung lebte, wieder vor ihn hin. Das war ſeine ſchlanke, hohe Geſtalt, die ſtolze
Stirn, der feſte, kühne Blick, mit welchem er oft genug,
während die Freunde auf einer der berühmteſten deutſchen, Hochſchulen vereint geweſen, ſeine Gegner herausgefordert hatte.
Die Grafin ſtellte ihn, der einen Moment auf der Schwelle ſtutzte, dann aber raſchen Schrittes mit einer Ver⸗ beugung gegen den Fremden näher trat, vor:„Mein Sohn! Durchlaucht.“
Dem Fürſten fiel es faſt noch mehr auf, daß ſie plötz⸗ lich den Titel gegen ihn gebrauchte, was ſie von frühſter Jugend an nie gethan, als daß ſie Alexis als ihren Sohn vorſtellte, wie fremdartig ihm das auch klang. Es war aber der Moment nicht, ſie wegen der kalten Förmlichkeit zu ſchelten, ſondern er ſtand auf, reichte dem jungen Manne, welcher bei der Bezeichnung des Ranges ein wenig überraſcht aufgeblickt hatte, die Hand und ſagte:„Sie entſinnen ſich meiner nicht mehr, Graf Marburg ich war mit Ihrem Vater noch befreundet und freue mich Sie zu ſehen; Sie ſind ihm wunderbar ähnlich.“
„Die Gräfin findet das nicht,“ erwiderte Alexis mit einem ſeltſamen Blicke auf ſeine Stiefmutter, in welchem der Fürſt einige Ironie zu leſen glaubte.„Ich entſinne mich aber ſehr gut Euer Durchlaucht— Sie waren bei uns in Arnsleben, als der Vater mich zu einer gewiſſen Abbitte zwingen wollte, ich war etwa acht Jahr alt; da⸗ von wiſſen Sie natürlich nichts mehr, aber ich weiß es noch ſehr genau, daß Sie meinem Vater Recht gaben.“
„Er wird auch wohl Recht gehabt haben,“ ſagte der
Fürſt lächelnd,„meinen Sie jetzt nicht auch?“
Die Gräfin nahm das Wort, indem ſie ihren Gaſt fragte, ob er Alexis nicht bei ſeiner letzten Reiſe mit ihrem Gemahl geſehen habe; offenbar wollte ſie die Antwort ihres Stiefſohnes auf die vorige Frage vereiteln. Der Fürſt
Im Verlaufe der Zeit ward der Eindruck, den die Erſchei⸗ nung des Geiſtes auf das Gemüth der Lady gemacht hatte, ſo ge⸗ ſchwächt, daß ſie den Bewerbungen des General Gorges Gehör ſchenkte und nach kurzer Zeit in die Vermählung willigte. Er war etwas jünger als ſie, und obgleich ein feuriger Liebhaber, zeigte er ſich doch bald als gleichgültigen Ehemann. Ihre Zwi⸗
Die Lady würde wohl daran gethan haben, in dieſem zwei⸗ ten Witwenſtande zu bleiben, aber kaum hatte das Paar ſich ge⸗ trennt, als ſie mit einer bei ſolchen Gelegenheiten nicht ungewöhn⸗ lichen Verkehrtheit ihre Zwiſtigkeiten zu bereuen begannen. Jeder Theil vergaß die frühern Gründe zur Klage und gedachte bloß der guten Seiten des andern, und ſo vereinigten ſie ſich wieder mit eben ſo großer, wo nicht noch größerer Liebe, als ſie bei ihrer er⸗ ſten Verbindung fühlten.
Lady Beresford war ihrer Entbindung nahe. Zu ihrem Ge⸗ burtstage hatte ſie mehrere Freunde eingeladen, und in der über⸗ ſchwänglichen Freude des Augenblicks warf ſie die Bemerkung hin:„Ich hatte nicht gehofft, dieſen Tag zu erleben; ich habe jetzt das 43. Jahr zurückgelegt.“„Nicht doch,“ erwiderte der bejahrte Hausgeiſtliche;„ich vollzog die Taufe Ihrer Gnaden und kann verſichern, daß Sie heute erſt 42 Jahr alt ſind.“ So hatte ſie denn die verhängnißvolle Grenze nicht überſchritten— ſie konnte noch, wie der Geiſt vorhergeſagt, bei der Geburt eines Kindes und in ihrem 42. Jahre ſterben. Der dadurch verurſachte Schreck r zu gewaltig für ihre Umſtände; ſie ſtarb noch in derſelben cht in Folge einer zu frühen Entbindung. In der kurzen Zwi⸗ ns enzeit ſoll ſie die Geiſtergeſchichte ihrem Sohne, Sir Marcus,
zählt haben, der ſie nachher inſofern beſtätigt fand, daß er, als
er das Handgelenk entblößte, den Eindruck eines Fingers be⸗ merkte.
Alles, was außerdem über den Gegenſtand vorgebracht wor⸗ den iſt, verdankt ſeinen Urſprung lediglich der ausſchweifenden Einbildungskraft der Erzähler, welche das Abenteuerliche noch abenteuerlicher, das Unwahrſcheinliche noch unwahrſcheinlicher machen mußten. Wir haben den Verſuch aufgegeben, das Räth⸗ ſel dieſes Vorfalls zu löſen; doch müſſen wir hinzufügen, daß er uns auf eine natürliche und leichte Weiſe erklärbar ſcheint, weit leichter, als zu begreifen, wie die unwandelbaren Geſetze der Vor⸗ ſebung umgeſtoßen oder auf eine Zeit aufgehoben werden ſollten, um einer Lady ihre Todesſtunde mit ſolcher Gewißheit zu ſagen, daß die Mittheilung unnütz wäre.
Zur Gartenkunde.
Hiſtoriſche Notizen über die Verbreitung und Cultur der Pomaceen).
Unſere veredelten Apfel- und Birnbäume können ebenſo wenig wie viele andere Culturpflanzen ihre Heimath beſtimmt nachweiſen. Gewöhnlich wird als Vaterland dieſer Obſtbäume Armenien angenommen; doch iſt es wahrſcheinlich, daß die wil⸗ den Bäume auch im mittleren Europa urſprünglich einheimiſch ſind, während das veredelte Obſt aus dem Oriente durch die Ver⸗ mittelung der Griechen und Römer in das Abendland kam. Je⸗
») Aus; Deutſchlands Culturpflanzen. Von Dr. Ernſt Große. Leip⸗ zig, Verlag von Ambroſius Abel.


