Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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Nr. 1.]

Nachbar zur Linken nimmt eine Priſe nach der anderen und dreht ſich ungeduldig in ſeinem Seſſel umher. Ich habe den Oberon in Deutſchland an den beſten Hofthea⸗ tern und an den kleinſten Provinzialbühnen geſehen, hier wie dort fand ich eine große Ehrfurcht vor dem Werke des großen deutſchen Componiſten. Am Théätre Lyrique aber ſind die Decorationen und das Ballet die Hauptſache, das wenige Gute der Darſtellung aber wird noch förmlich un⸗ ter den Boulevard du Temple-Späßen des Haremauf⸗ ſehers, welcher wie ein completer Hanswurſt mit einem vier Fuß langen Federbuſche auf dem Turban erſcheint, un terdrückt.

Nach der großen Scene und Arie der Rezia im zwei⸗ ten Acte ſenkte der alte Herr, mein Nachbar, die Brille in das Saffian⸗Futteral; am Schluſſe des Actes brummte er in gutem frankfurter Deutſch:Nein, das iſt ja nicht zum Aushalten und entfernte ſich.

Ich folgte ſeinem Beiſpiele, ſo daß mir die Arie der Fatime:

Belle Arabie,

Oh ma patrie,

Objet de mon amour,

Quand viendra l'heure du retour? diesmal nur aus dem franzöſiſchen Textbuche bekannt wurde. Nur mit Mühe drängt man ſich durch die Menge, welche die Trottoirs des Boulevard du Temple belagert, welches ſieben Theater vereinigt. In den Zpiſchenacten vertheilt ſich der paletotbeſitzende Theil der Zuſchauer in die Cafés. Der Ouvrier aber führt den Gegenſtand ſeiner Liebe vor eines der Büffets unter freiem Himmel, wo Aepfel, Birnen, Bonbons und Erfriſchungen um ein Billiges verkauft werden. Dieſe Erfriſchungen beſtehen in Limonade oder Süßholzwaſſer; über einen kleinen Bei⸗ geſchmack von faulem Seinewaſſer ſieht das Volk gern hin⸗ weg. Die Contremarkenhändler, welche nach den erſten Acten demüthig die Mütze in der Hand tragen, ob man

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gütigſt ſein Billet verkaufen wolle, ſind nach den ſpäteren Acten, wo der Abſatz der Contremarken, womit in Paris ein förmlicher Handel getrieben wird, erſchwert iſt, ſchon kürzer angebunden und fragen nur noch: Monsieur vend- il? Rückt das Schauſpiel ſeinem Ende nahe, etwa in dem letzten Zwiſchenacte, würdigt der Händler den Fremden keines Blickes mehr. Das Geſchrei der Billethändler, der Zettelverkäufer, der Obſt- und Limonadenkrämer und der pariſer Gaſſenbuben, welche ihre Cigarren ſtückweiſe von den Trottoirs aufleſen, um ein Billet betteln oder ſchlechte Witze machen, die ſieben Theater und die Cafés, das alles ſtempelt den Boulevard du Temple von 6 Uhr Abends bis Mitternacht zu einem belebten Jahrmarkte. Gleich neben dem Théatre Lyrique iſt das Théatre du Cirque, welches ſo unendlich viel für das Fortleben des Napoleoniſchen Ruh⸗ mes gethan hat. Die ganze Geſchichte des Conſulats und des Kaiſerreiches iſt ſeit zwanzig Jahren unausgeſetzt über die Breter dieſes Theaters gegangen. Jeden Abend wur⸗ den ein Dutzend Gefechte zu Fuß und zu Pferde gegeben, und die Franzoſen ſiegten regelmäßig. Was würde man in dem guten Deutſchland ſagen, wenn ein Theaterdirector uns die Schlacht bei Leipzig durch hundert Infanteriſten, zwanzig Cavalleriſten und zwei Kanonen vergegenwärti⸗ gen wollte? Man würde herzlich darüber lachen und höch⸗ ſtens ſeine Kinder hineinſchicken. Frankreich iſt aber nun ein großes Kind, und Soldaten, wären ſie auch nur von Blei, entzücken die kindliche Phantaſie. Mit dem oben an⸗ gedeuteten Quantum Soldaten hat der Director des Théatre du Cirque den Feldzug nach Rußland gemacht; freilich wurde er dabei wacker von einem Hülfscorps pa⸗ riſer Arbeiter und Gamins unterſtützt, welche die Ruſſen mit Aepfeln und Nüſſen von der Galerie herunter bombar⸗ dirten, ſobald der Sieg einen Augenblick zweifelhaft er⸗ ſchien. Siegten aber die Franzoſen, ſtürmten etwa zwanzig Cuiraſſiere die Moskowa⸗Redoute, dann erſcholl ein unend⸗ licher Jubelruf durch das Haus und das Volk verlangte

politiſche Ziel ſeiner Poeſie erreicht war. Dennoch noch vollgültige Zeugniſſe dieſes poetiſchen Genie's, die, wie ſeine früheren Gaben, wohl lange im franzöſiſchen Volk fortleben wer⸗ den, ſo namentlich der prächtige Chanſon: Les Tambours. Von den humoriſtiſchen wohl das reizendſte:Le Saint haben wir im Album mitgetheilt. Des Dichters Biographie, von ihm ſelbſt geſchrieben, wird a als letzter Band ſeiner geſammelten Werke in kurzem erſcheinen.

gibt es auch hier

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a. Muiscellen. Ein Pathe zeenſeit des Meeres.

Alexander Dumas macht e im Laufe des Sommers mit dem Dampfboot eine Rheinreiſe.Auf dem Deck traf er mit einer Dame zuſammen, einer Creolin, die vein kleines Kind an der Hand führte. Als ſie den berühmten Roma nſchreiber erblickte, ſagte ſie zu dem kleinen Burſchen:Begrüße Deinen Pathen, lieber Freund.

Dieſe Bezeichnung verwfunderte Alexander Dumas ſehr und er ſagte daher zu der Dame:Verzeihen Sie, Madame, meines Wiſſens habe ich unſern alten, Welttheil bisher noch nie verlaſſen; ſollte ich etwa dies Kind, ohne es zu wiſſen, in Amerika über die Taufe gehalten haben?

Ja, Herr Dumas, ſo ſiſt es, entgegnete die Dame lächelnd; gerfahren Sie auch, wie dies geſchehen iſt. Man⸗ hat nämlich in

Newyork vor vier Jahren ein Findelhaus errichtet. Der kleine Burſche, den Sie hier ſehen, iſt das erſte Kind, welcher man dahin brachte. Als er dann getauft werden ſollte, war nur eine Stimme über den ihm zu gebenden Namen. Alle Welt verlangte, daß er

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Drohungen die weite

achtete nicht auf das Verbot un ſeinem Schwarme, von welchem (zählte, die Meiſten aber zwiſchen zehn und zwölf.

Alexander heißen ſollte. kennt und liebt Sie; und m D

Denn Alles, was in Newyork liest, nan ſagte ſich, daß der Name Alexander umas dem Kinde nur Glück bringen könnte. a.

Curnvater Jahn in der Rlemme.

Ehe der Turnvater Jahn Hauptmann im L corps, dann Profeſſor und endlich al das Exil nach Freiburg verwieſen wu nach Peſtalozzi'ſcher Methode des Herrn Plamann in Berlin. lag ihm zuweilen die Pflicht ob, die ihren Spaziergängen zu begleiten. . Auf einem ſolchen Gange geſchah es eines Tages, daß Jahn ſeine Zöglinge vor das Prenzlauer Thor führte und hier quer⸗ feldein nach dem Königsthore hinüber wollte. In dieſer Gegend ſtehen bekanntlich, oder ſtanden wenigſtens in jener Zeit, mehrere Windmühlen.

Schon hatten Leh reren dieſer Mühlen h dene Mühlknappen u

ützow'ſchen Frei⸗ s unſchuldiger Demagog in rde, war er Lehrer in dem geführten Erziehungs⸗Inſtitute In dieſer Lehrer⸗Eigenſchaft Penſionäre dieſer Anſtalt auf

rer und Zöglinge ihren Weg dicht an meh⸗ in verfolgt, da traten aus der einen verſchie⸗ nd verwehrten dem muntern Häuflein unter re Verfolgung des Weges.

Jahn, zum Theil vielleicht auf ſein zahlreiches Gefolge klei⸗ ner Turner trotzend, durch deren Beiſtand er ſich im regelrechten Vielkampfe den drei oder vier Mühlknappen gewachſen fühlte,

d ging ruhig weiter, gefolgt von der Aelteſte kaum dreizehn Jahre

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