Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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7. Jahrg.

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Nr. 1.]

Dritte folge.

innerung einen ſchweren Vorwurf für ihn, ſo lag er nur in ſeiner eigenen Ankunft, das wußte der Grundherr, welcher dem Bewußtſein innerer Schuld vor der Welt, ſelbſt hier zu Fuß pilgerte, konnte noch keine Nachricht nach Lom⸗

vor der Frau, welche er jetzt wiederſehen ſollte, ſtand er nitz gekommen ſein. Der Diener kam näher und nahm ihn ins Auge, er

makellos da. Die wahnſinnige Leidenſchaft, die ihn einſt für die Braut ſeines Freundes ergriffen hatte, war nie aus kannte ihn natürlich nicht. Gewiß wollte er ihn fragen, dem ſtrengen Bann, in welchem er ſie hielt, gebrochen, er ob er vielleicht dem Herrn Ober⸗Amtmann Schley begegnet hatte keinen Verrath an der Freundſchaft begangen, ſich aber der Fremde kam ihm zuvor. ſelbſt nicht erniedrigt und, was ihm, dem Manne der großenIſt die Frau Gräfin zu Hauſe? rief er ihm entgegen. Welt, faſt noch mehr galt, er hatte ſich nicht lächerlich Herrendiener haben in der Regel einen faſt untrüglichen gemacht. Denn vor dreizehn Jahren, als er zum letzten Inſtinet, Perſonen der höhern Geſellſchaft auch unter ein⸗ Male in Lomnitz geweſen, war er bereits fünf und vierzig fachem Aeußern, das ohnehin eher ein Kennzeichen derſelben alt geweſen und das junge Mädchen, ſeines Freundes iſt, zu errathen. Eine herausſtaffirte Perſönlichkeit, ein Braut, ſiebzehn. Mit dem wahrhaft beruhigenden Gefühl, anſpruchsvolles, auf Beachtung eiferſüchtiges Benehmen daß er ſich niemals die kleinſte Blöße gegeben habe, ſetzte imponirt ihnen ſelten und fordert vielmehr ihre Inſolenz er nun ſeinen Weg fort, indem er das heutige Alter Doro⸗ V heraus. Vor dem ſichern, die ſchickliche Rückſicht als et thea's berechnete: eine ſchöne runde Zahl von Dreißig. was Selbſtverſtändliches vorausſetzenden Weſen des gebo⸗ renen Ariſtokraten ſind ſie augenblicklich ganz Bediente.

Die femme de trente ans fiel ihm ein Beweis genug, daß er vollkommen von ſeiner Narrheit, wie er ſie heutZu Befehl, lautete daher die Antwort des Reitknechts,

nannte, geheilt war. Schön konnte Dorothea nicht mehr der ſchnell den Zügel des Handpferdes in ſeine linke Hand ſein ſie war es eigentlich nie geweſen. Nur ihre Stimme warf, um mit der Rechten den Hut zu lüften. und, er konnte es nicht leugnen, ihr Auge hatte auf alleSie bringen mir mein Pferd wieder ſagte der Menſchen, die ihr nahe kamen, einen unbeſchreiblichen Zau- Fußgänger lächelnd.Es iſt mir fortgelaufen. Eine ber geübt; die Stimme konnte aber bei dreißig Jahren weitere Erklärung hielt er für unnöthig, auch ſaß der Reit⸗ jenen räthſelhaft ergreifendenTimbre, das Auge ſeinen knecht, nach einem flüchtigen Blick, der ihn ſeiner Sache Glanz nicht bewahrt haben; alle Gefahr ſchien alſo, auch noch mehr gewiß machte, ſchon ab, um ihm den Rappen abgeſehen von ſeinen acht und funfzig Sommern, für den vorzuführen und den Steigbügel zu halten. Wiederkehrenden vorüber. Er ſchritt in dieſem Gefühl derIch bin auf dem Wege nach Lomnitz, ſagte der Sicherheit noch einmal ſo rüſtig aus. Fremde beim Aufſitzen. Der Reitknecht warf ſich ſchnell Vom Dorfe kam im Trabe ein Diener mit einem Hand⸗ wieder auf ſein Pferd und blieb in angemeſſener Entfer⸗ pferde geritten der Wanderer erkannte ſchon von fern, nung zurück. daß es ſein ungeſitteter Rappe war, welchen man alſo rich⸗Das Waldſchloß iſt wohl jetzt ganz unbewohnt? tig in Lomnitz eingefangen hatte. Gewiß vermuthete man, fragte der Fremde, ohne ſich umzuſehen. daß der Ober⸗Beamte, der ihn gewöhnlich auf ſeinerZu Befehl, Durchlaucht. Wirthſchaftsrunde ritt, irgend einen Unfall gehabt habe, Ein wenig nur wandte ſich der Fremde, der ſeinen und ſchickte das Pferd nach Morungen zurück, um gleich⸗ Rang ſo überraſchend bekannt ſah, nach dem Reitknecht um zeitig freundnachbarliche Erkundigungen einzuziehen. Von und fragte:Kennen Sie mich?

war, daß er ihm nach dem Leben getrachtet, ausdrücklich wider⸗ ſprach, wie denn auch der Landgraf von Heſſen dies für eine Ver⸗ läumdung erklärt. Dagegen beſtätigt die Mehrzahl dieſer Mit⸗ theilungen, daß der Prinz die Härte, mit der der ihm verhaßte Herzog von Alba in den Niederlanden verfuhr, mißbilligte, ſei es nun, daß er der evangeliſchen Kirche zugeneigt war, oder daß er das Unpolitiſche jener yranniſchen Maßregeln erkannt hatte, daß er ſeinem Vater deshalb Vorſtellungen gemacht und, da ſeine Bitte ihn nach den Niederlanden zu ſenden, zurückgewieſen ward, heimlich dahin zu gehn beſchloſſen hatte. 5

Ueber den noch immer ein wenig geheimnißvollen Tod des Prinzen in der Gefangenſchaft finden wir ein ausführliches Schreiben Paul Pfinzing's, des deutſchen Secretairs Philipps II., an den Herzog von Bayern, in dem dieſer Tod als durchaus natüx⸗ lich dargeſtellt und aller Verdacht von dem Könige, ihn veranlaßt u haben, abgewieſen wird. Die Zeitgenoſſen ſchon trauten dem jedoch nicht. Wie Kurfürſt Auguſt unter dem 24. Septbr. an den Landgrafen von Heſſen ſchreibt:iſt wol erſchrecklich zu erfahren, das einer ſo hohen Perſon nicht hat verſchont werden

Epſtein, den 22. März 1568.

Der König von Hispanien hat ſeinen Sohn darumb zu Ge⸗ fangniß genommen, das er Inen umbbringen wollen.

Der Konig hat dem Sohne eine Ader ſchlagen, das blut faßen, in ein Gefäß oben auf dem Thurm, darin er verwart henken laßen, zu bedeutung das das fürnemen ſoweit als das blut vom leibe ſein ſolle.

Languet ſchreibt ferner am Oſtertag 1568 aus Frankfurt:

Man ſchreibt hierher vom franzöſiſchen Hofe, der König von Spanien ſei tödtlich erkrankt und ſein Sohn nach Beſtechung ſeiner Wächter nach England entflohn. Die Inquiſition, welche in Spanien alles vermag, wird den Prinzen Carl kaum den Thron beſteigen laßen, wenn ſie den geringſten Verdacht in religiöſer Be⸗ ziehung gegen ihn gefaßt hat. Don Juan von Oeſtreich, der natürliche Bruder des Königs Philipp, erfreut ſich der Gunſt ſehr Vieler wegen der Hoffnung, die ſie auf ſeine Tapferkeit gründen. Nicht wenig iſt ihm die Inquiſition günſtig und ebenſo die Partei des Herzogs von Alba, die mit der Inquiſition Hand in Hand geht. Er weiß übrigens wohl, daß er ſich nicht würde halten können, wenn Carl zur Regierung gelange, da zwiſchen beiden aus jugendlichem Wetteifer ein bitterer Haß entſtanden iſt. Viele behaupten, es ſei der Verdacht gegen Carlos bei ſeinem Vater durch Denunciationen Don Juans erregt worden.

Wirr erſehn aus allen dieſen, in ihrem Urſprung höchſt ver⸗ ſchiedenartigen Mittheilungen, daß der Grund der gegen Don Carlos ergriffenen Maßregeln als Staatsgeheimniß behandelt ward und die Schriften, welche zur Nechtfertigung derſelben ergingen, die Motive im Dunkel ließen, daß jedoch der König von Spanien der Beſchuldigung, die gegen Don Carlos verbreitet

K. M. ſelbſt ſorge, es ſey mit des Prinzen Tode nicht recht oder Antwort hierauf: der Kurfürſt werde erſehnwie man ſich bevleyſt ſolchen thotlichen abgang gedachten Prinzen zu beſchonen und vermenteln. Wir findt aber mit Ew. L. gleicher meinung, das es damit nitt recht oder natürlich zugangen undt obwoll uff dieſer welt uns menſchen in dem die augen verplendet undt die warheit verhelet wirdet, ſo kann man jedoch Gott dem Herrn in welches angeſicht alle Dinge geſcheen nichts pergen.

natürlich zugangen, ſo lautet auch Landgraf Wilhelms

ſollen: denn wie wir auch an Kaiſ. Maj. vermerken, ſo tragen J