Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
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W. Johrg.

traf ein leichter An auf friſcher uf dem Waſſer, en kleinen Kahn, blick wahrſchein⸗ im Waſſer, ſie öͤßern von Bei⸗ Mann, den ſie ntdeckt, das Ru⸗ V gſtens ſtand ſte, einere neben ihr endden Holz und neine unſichere, anfing.Das will! war des kein Mann der Moment länger

rief er den aft ließ, welcher Sie werden laſſen Sie nur ze vielleict eine hefundenen Brief innern Genug⸗ Ueberraſchung ig bis zur bren⸗ de erglühten, die t noch tiefer als zdung und ſchöle bundett hatt. e hinzu, als das Krte, die er n t

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hatte, zu dem Capitain unſeres Schiffes:

Nr. 1.]

terdeſſen von der Kleinen mit einigen geſchickten Schlägen gerade heran gebracht, und der alte Herr fühlte mit der unbeſchreiblichen Verlegenheit, in welcher er die Größere der Beiden ſah, nun doch ſo viel Mitleid, daß er ſich herbeiließ ſie zu ſchonen, was ſonſt nicht immer ſeine Art war. Ehe ſie noch ein Wort, nach dem ſie offenbar rang, ſprechen konnte, reichte er ihr das Ruder und mit der Rech⸗ ten den Brief, ganz als ob es ſich von ſelbſt verſtehe, daß ſie die Empfängerin ſein müſſe.

Ich danke Ihnen, ſprach ſie, das Ruder aus ſeiner Hand nehmend, aber den Brief wehrte ſie mit einer ſtum⸗ men Verneigung ihres ſchönen Hauptes ab.

Der iſt nicht an uns! ſagte ſtatt ihrer ziemlich dreiſt die Kleine.

Sie haben die Adreſſe noch nicht geleſen verſetzte der Fremde.Serena

Nicht an uns wiederholte die Kleine.Hier iſt keine Poſt für uns.

O doch vielleicht! Wollen Sie nicht wenigſtens einen Blick auf die Hand und das Wappen werfen?

einen breiten Waſſerſtreif zwiſchen ihr Fahrzeug und die Gondel gelegt, ihr Kahn wendete den Schnabel zur Ab⸗ fahrt.Ich danke Ihnen für Ihre Bemühung, mir zu meinem Ruder zu helfen, ſagte die Aeltere mit vollkom⸗ mener Faſſung, indem ſie den Fremden mit einer anmu⸗ thigen Handbewegung gleichſam zu entlaſſen ſchien.

Alſo dieſer Brief und dieſe Schleife intereſſiren Sie

gar nicht? fragte er.Ich werde ihn erbrechen.

Das überlaſſe ich Ihrer Discretion! Sie wählte das Wort, wie es ſchien, für ein anderes, das ſie erſt aus⸗ ſprechen wollte, und wandte ſich ab, als ſolle er nicht weiter in ihren Geſichtszügen ſpähen.

Er war feſt überzeugt, daß ſie dennoch die Dame Se⸗ rena ſei, deren Name in ſchöner Perlenſchrift auf dem ge⸗ rippten Couvert prangte, und es verdroß ihn, das Spiel

Dritte Folge. 7

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gegen ſie zu verlieren.

Ueberdem ſah er, daß die Kleine

lachte und ihr Ruder ausgelaſſen in die Fluth ſchlug, welche hoch aufſpritzte. Ein Wort, meine Damen! rief er den ſich Entfer⸗ nenden nach. Beide wandten ihre hübſchen Köpfe, deren Aehnlichkeit ihm jetzt erſt auffiel, nach ihm um, während ihr Kahn langſam weiter trieb. Sie haben dieſe Pfänder meiner Discretion überlaſ⸗ ſen, da Sie kein Intereſſe dabei haben! Wohlan, ſo muß ich auch dafür ſorgen, daß ſie hier, allem Zufall preisge⸗ geben, comme voilè! nicht in unrechte Hände fallen. Ich nehme ſie daher an mich ich halte es für Ritterpflicht gegen die mir unbekannte Serena. Sollten Sie vielleicht die Dame kennen, ſo benachrichtigen Sie dieſelbe, daß Brief und Schleife einſtweilen in Lomnitz deponirt ſind. Dort reite ich hin.

Täuſchte ihn ſein Auge oder wich die zarte Gluth, welche noch immer die Wangen jenes edlen ovalen Antlitzes färbte, wirklich einer jähen Bläſſe? Die Kleine überhob ihre Ge⸗

fährtin jeder Antwort, indem ſie mit einem faſt trotzig Beide hatten aber ſchon ihre Ruderkraft vereinigt und

klingenden Tone ſagte:Glückliche Reiſe!

Und ein lautes Gelächter folgte aus ihrem Munde dem kaum ausgeſprochenen Wort auf der Stelle den Com⸗ mentar dazu gab dem gereizten alten Herrn das Knacken eines brechenden Aſtes, das Schnauben und der Hufſchlag hinter ihm: ſein Pferd hatte den Zügel geſprengt oder den Aſt zerbrochen und ſetzte eben hinten ausſchlagend, in Bock⸗ ſprüngen, die ſeinem geſetzten Alter ſehr übel anſtanden,

durch das fußhohe Prairiegras der Waldwieſen von dan⸗

nen. Als der Herr ſich raſch wieder nach dem Waſſer kehrte, um den Spott der kleinen Hexe, die ſein Thier wohl verzaubert hatte, zu dämpfen, war der Kahn mit den bei⸗ den lieblichen Erſcheinungen hinter der Waldecke, von wo er gekommen war, verſchwunden.

Tome's letzte Stunde; mochten ſich die beiden Brüder immerhin Lebewohl ſagen. Bruder, ſagte mit matter Stimme der Sterbende;ich glaubte, du wäreſt Soldat und im Kriege gegen Peru? Bruder, entgegnete der Paſcher,ich bin deſertirt und

Und ich war Douanier geworden, um unſere arme alte Mutter unterſtützen zu können, die noch immer in Penco⸗Viejo lebt. Ich hatte das Boot und die Kleider eines Fiſchers ge⸗ nommen, um das franzöſiſche Schiff beſſer beobachten zu können. Ach ich erſticke Deine Hand gib mir Deine Hand! Denke an unſere Mutter! Sie hat jetzt nur noch Dich! Lebe wohl!

Bruder, wenn Du willſt, daß ich leben ſoll, ſo ſage mir wenigſtens, daß Du mir verzeihſt!

Ich habe Dir verziehen!

Das waren die letzten Worte des armen Tome.

Inn dem Charakter der Chilier liegt oft eine eigenthümliche Miſchung von Weichheit und Gefühl mit Härte und Entſchloſſen⸗ heit, ſo daß ihre Thränen den Berechnungen der Klugheit in einem plötzlichen Uebergange weichen.

Wenige Augenblicke nach dem Tode des Douaniers ſagte deſſen Bruder, der über der Leiche ein kurzes Gebet geſprochen

Capitain, ich habe meinen Bruder getödtet und er iſt an ord Ihres Schiffes geſtorben. Doch fürchten Sie nichts. Es oll Niemand am Lande erfahren, wo er ſtarb, wenn Sie mir ein got und fünf Mann borgen wollen. Ich bringe Tome dann ſen Abend nach Penco⸗Viejo.

und wir begraben ihn. Man hat ſeit acht Tagen von dem Ver⸗ ſchwinden und ſder Ermordung eines Douaniers geſprochen, aber

die Sache iſt ſchon halb vergeſſen und wird es bald ganz ſein.

Man iſt in dieſer Gegend an dergleichen gewöhnt, und das Leben⸗ eines armen Teufels, wie mein Bruder, gilt hier nichts. Ich

gehe nach Hualqui, hole dort meine Frau und meine Kinder,

bringe ſie zu meiner alten Mutter und ſage dieſer, daß Tome durch die Regierung gepreßt und in den Krieg gegen Peru geſchickt worden iſt. So hat die gute Alte nicht nöthig, den einen Sohn zu betrauern, der durch den andern ermordet wurde.

Da ich Deſerteur bin, werde ich zu der Contrebande zu⸗ rückkehren, denn eine andere Arbeit kann ich nicht betreiben, wenn ich nicht befürchten will, denuncirt zu werden. Capitain, wenn Sie wieder nach Conception zurückkehren, denken Sie an mich, wenn Sie verbotene Waaren an Bord führen. Sagen Sie, wollen Sie mir das Boot und die fünf Mann leihen?

Der Capitain konnte dieſe Bitte nicht abſchlagen, und wäh⸗ rend der Nacht durchfuhr der Leichenzug die Bucht.

Das Leben des Seemannes iſt ſo reich an aufregenden Wech⸗ ſelfällen, daß wir die beiden Brüder bereits wieder vergeſſen hat⸗ ten, als wir die Einladung zu dem Balle des Gouverneurs erhiel⸗ Die Töchter des Generals, in die ſchweren Seidenſtoffe ge⸗ die der arme Tome mit ſeinem Leben bezahlt hatte, ſchie⸗ ſich auf dieſen Schmuck nicht wenig zu Gute zu thun, und ich das Kleid der Einen betrachtete, indem es mir vorkam, als ge ich Blut in deſſen Falten rieſeln, fragte ſie mich, geſchmei⸗ eellt durch meine Aufmerkſamkeit, die ſie wahrſcheinlich der Be⸗ underung zuſchrieb:.

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Ein Geiſtlicher ſegnet ihn ein 8