Jahrgang 
01-26 (1858)
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eigene Gefühle. Sonſt war ihm oft bei dem Kampfe mit ſeit jener dem bäumenden Roſſe der Gedanke erwacht:Das Thier will Dein Beſtes! Es ſcheut ſich vor dem Unrecht, das wie jener graue Stein auf Deinem Wege liegt; der Stein iſt vielleicht das Gedächtniß irgend einer böſen That in

dieſer Wildniß, hüte Dich, daß Du nicht auch eine Schuld auf Deine Seele ladeſt! In ſeiner Leidenſchaft, die um ſo gewaltiger war, weil ſie ſchon damals nicht mehr die Bruſt eines Jünglings, ſondern eines gereiften Mannes erfaßt hatte, waren ihm aber dieſe Gedanken wie feige An⸗ wandlungen erſchienen und er hatte den Trotz ſeines Pfer⸗ des bezwungen, das ihm dann um ſo flüchtiger den Reſt des Weges zurücklegen mußte. Heut ging es ſo zahm und er mußte daran denken, daß, wenn auch der Stein noch dort lag, den er im Uebermuthe den Stein des Aer⸗ gerniſſes genannt hatte, doch nirgends ein Aergerniß mehr vorhanden war und er auch ganz ungeſcheut die große Heerſtraße, welche jenſeit der Waldung bequem längs der Abhänge dahinlief, hätte einſchlagen können, gleichfalls bequem im Staatswagen mit Vieren beſpannt, ſtatt hier, wie ein Buſchklepper, auf verbotenem Fußpfade durch die Wildniß zu reiten. Verboten war der Pfad, denn ein breiter Graben mit hochaufgeworfenen Rändern durchſchnitt auf einmal ſeine Spur. Der Reiter lächelte über ſich ſelbſt, als er am Graben hielt und nicht recht wußte, wie er hin⸗ überkommen ſollte. Vor dreizehn Jahren hätte er kein Hinderniß gekannt, das nicht mit dieſem Pferde zu nehmen geweſen wäre heut konnte er dem alten Thiere keinen ſolchen Sprung mehr anſinnen, er ließ es daher den Rand vorſichtig hinab und hinauf klettern und wunderte ſich nur, warum man hier, da der Weg doch offenbar nicht benutzt wurde, einen Graben aufgeworfen habe. War das auch ſymboliſch zu nehmen? Als er über dieſen Gedanken lächelte, bemerkte er, daß in geringer Entfernung zwiſchen den Bäumen ein rothes Dach durchſchimmerte, das er ſonſt auch nicht gekannt: offenbar ein Förſterhaus, das man hier

Zeit gebaut hatte. Bald ſah er auch, daß vor ihm der Pfad in einen breiten Waldweg mit Fahrgleiſen mündete und dieſer ſich nach dem ſeitwärts liegenden Ge⸗ höft hinzog. Es war kein einzelnes Haus, er ſah jetzt mehrere, und wie er die Ecke erreichte, wo der Fahrweg ſeinen Bogen warf, erblickte er zu ſeiner großen Ueber⸗ raſchung ein geſchmackvolles, wenn auch kleines Waldſchloß, von einigen niedern Gebäuden für Dienerſchaft und Stal⸗ lung umgeben, deren rothe Dächer er durch das Laub ge⸗ ſehen hatte, während ihm das Hauptgebäude verborgen ge⸗ blieben war. Der ganze Bau war während ſeiner Ab⸗ weſenheit entſtanden und Niemand hatte ihm davon geſagt. Er folgte jetzt nicht dem breiten, ſeit jener Zeit auch erſt angelegten Fahrwege, der von ihm in gerader Richtung durch den Wald geſchlagen war, ſtatt daß ſonſt der Fuß⸗ ſteig ſeine Schlangenkrümmungen bis zum Ausgange fort⸗ geſetzt hatte; er bog in die andere Richtung ein nach dem Waldſchloſſe, das einen Büchſenſchuß weit vor ihm lag, und hielt vor dem erſten kleinen Hauſe ſtill, das offenbar der Dienerſchaft gehörte. Durch die hellen Fenſter konnte er in die Stube ſehen, aber Niemand zeigte ſich darin überhaupt fiel ihm das Schweigen auf, das über der gan⸗ zen Stätte lag und nicht durch das kleinſte Geräuſch im Bezirk der Gebäude unterbrochen wurde. Das Schloß ſchien unbewohnt. Er ritt näher. Die Morgenſonne brannte in allen Fenſtern, daß es war, als ſeien ſie feſtlich erleuchtet.Meine Ankunft zu feiern! ſagte der Reiter ironiſch, als ihm der Glanz die Augen blendete. Auf dem breiten Kieswege, der ſich in eine An⸗ und Abfahrt theilte, ſuchte er einen andern Standpunkt, wo er die ganze An⸗ lage dieſes Baus in derWaldeinſamkeit, wie er ſpot⸗ tend betonte, genauer betrachten konnte. Das kleine Schloß machte wirklich dem Geſchmack des Erbauers alle Ehre, es war einfach, wie es zu der Natur ſeiner Umgebung paßte, und doch nicht ohne architektoniſchen Schmuck. Der Reiter muſterte Alles mit Kenneraugen und ritt dann auf dem

Feuilleton.

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Der Contrebandirer und der Douanier.

Sittenbild aus Chili. (Nach den Erinnerungen eines Schiffs⸗Arztes.) Unſer Boot hatte einen Ballen Seiden Nähe des Hafens von Talcahuana glücklich als Contrebande des Paſchers abgeliefert, der von dem General B. abgeſendet worden war, dieſen Schatz in Empfang zu nehmen, mit dem ſeine Töch⸗ ter ſich auf dem nächſten Ball ſchmücken ſollten, welchen er, als Gouverneur der Inſel, den fremden Schiffern zu geben beabſich⸗ tigte.. war ein junger, kräftiger Burſche. Er deſſen breite Ränder herabhingen und d goldenen Schnur und Quaſte verziert war; ſein brauner Mantel war kurz und weit; er trug hohe Stiefel von Schaffell, das Rauhe nach außen gekehrt; die Scheide ſei⸗ nes langen Meſſers war in das Beinkleid von Sammt mit zier⸗ licher Stickerei eingenäht. Der Menſch mußte ein die lange, geſchmeidige P

zeug in der

Der Contrebandirer n trug einen ſpitzigen Hute der mit einer reichen,

m ein tüchtiger Reiter ſein, eitſche, die er um den Hals

Lieutenant. liche denn Gefahr gab es für un

das bewies vernahme gehängt hatte, Galopp

ſo wie die langen Stachelſchwein⸗Borſten ſeiner Sporen, deren Räder die Größe eines Piaſters hatten.

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Das gebräunte Geſicht, die Beweglichkeit der Züge, der ge⸗ bieteriſche, forſchende Blick, die kurze Rede, kurz, ſeine ganze Er⸗

ſcheinung verwirklichten für mich und meinen Lieutenant Rivallon das Muſterbild eines ſchönen ſpaniſchen oder italieniſchen Räu⸗ bers, wie die Bilderhändler ſie feilbieten.

Eben wollten wir wieder an Bord unſeres Bootes gehen, als aus dem nahen Gebüſch ein Menſch auf den Paſcher zuſprang, der gerade den Fuß in den Steigbügel letzte, und ihm mit lauter, gebieteriſcher Stimme zurief:

Im Namen des Geſetzes verhafte ich Dich!

An Bord! An Bord! befahl leiſe doch dringend unſer

Die Douaniers ſind da! Im Nu hatten wir vom Ufer abgeſtoßen und eine Entfernung erreicht, um vor Entdeckung geſichert zu ſein,

e s nur, wenn wir auf der That ertappt. Wir ließen daher die Ruder ruhen und lauſchten. Wir n deutlich das Geräuſch eines heftigen Ringens; den eines einzelnen, ſich raſch entferneuden Pferdes; Geſchrei

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