Jahrgang 
01-26 (1857)
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Nun ruht er wohl in ihrem Schooß; Doch nimmer ringt er ſich dort los. Denn was aus ew'gen Bahnen fällt, Dringt nimmer auf zum Himmelszelt. O rechter Ton, o rechter Klang,

Im Herzen fühl' ich dich ſo bang; Doch wie es dort auch tönen mag, Der hohe Laut kommt nie zu Tag!

Ewig dahin!

Wie der Wanderſchwan nach Süden zieht In der Abendſonne goldnem Schein, Eilteſt du von mir, mein ſüßes Lieb, Ließeſt mich ſo ganz allein. Wußteſt, daß mir Alles fehle, Daß ich ewig elend bin. Ziehe hin, du, meine Seele, Holdes Leben, fahre hin!

Und beim Scheiden ſangſt du noch ein Lied, Sanft erſterbend wie des Schwanes Sang. Mit dem letzten Tone brach mein Herz; Wurde dir denn nimmer bang?

Wußteſt, daß mir Alles fehle,

Daß ich ewig elend bin.

Ziehe hin, du, meine Seele,

Holdes Leben, fahre hin!

Einſam dort am Berge ſteht ein Grab, Hoch in Lüften zieht ein Wanderſchwan; Scheidend küſſet ihn der Sonne Strahl, Und er ſtimmt die Weiſe an:

414 Noveſlen⸗Zeitung.

Wußteſt, daß mir Alles fehle, Daß ich ewig elend bin. Ziehe hin, du, meine Seele, Holdes Leben, fahre hin!

Gegrüßt ſeiſt du, Marie!

Im Walde zieht die Proceſſion, Und Alle glauben ſie,

Es hilft fürwahr das alte Lied: Gegrüßt ſeiſt du, Marie!

Es war ſo traut im engen Thal, Hell klang die Melodie,

Und freudig ſang mein volles Herz: Gegrüßt ſeiſt du, Marie!

Und wenig kurze Tage drauf, Da kam es mit Gewalt,

Warum mein Herz der ſüße Reim Ergriffen gar zu bald.

Nun ſing' ich nimmer tönend mit, Mich faßt, ich weiß nicht wie,

Ein heil'ger Schauer, ſprech' ich leis: Gegrüßt ſeiſt du, Marie!

O Königin der Himmel dort,

Heilt auch das Herz mir nie,

So bet' ich doch bis an mein End': Gegrüßt ſeiſt du, Marie!

nicht von einem Geſammteindrucke allein leiten läßt, ſondern auch von unten herauf, aus der Tiefe des Volkscharakters, aus Geſchichte und Sage, aus kleinen Urſachen und Wirkungen, ein Geſammt⸗ bild geſchaffen hat, welches einzig in ſeiner Art daſteht.

Noch nie wohl ſind England und die Engländer ſo geiſtreich, in ſo großartigen humaniſtiſchen Anſchauungen geſchildert, wie durch Emerſon; das Werk verdient die Beachtung und Würdi⸗ gung aller derer, welche den großen Erſcheinungen auf dem Gebiete der Welt⸗ und Menſchenkunde folgen.

Miscellen. V

Eine herbe Enttäuſchung.

Der gelehrte P. Peliſſon(ſt. 1692), ſeiner Zeit bekannt durch ſeine Geſchichte der franzöſiſchen Akademie, ſeinen Uebertritt vom

der Baſtille, wo man von ihm eine ähnliche Spinnengeſchichte, wie vom Graf Lauzun, erzählt, wurde durch die Blattern ſo übel gu⸗ gerichtet, daß Frau von Sevigné ſag er mißbrauche die Er⸗ laubniß, die die Männer haben, häß ſein. Einſt nahm ihn ein ſchönes Frauenzimmer auf fi rraße bei der Hand,

führte ihn in ein nahe gelegenes Haus und ſtellte ihn hier dem

Herrn des Hauſes mit den Worten vor:Zug für Zug wie dieſer da! und ging fort. Peliſſon batte ſich kaum von ſeinem Er⸗ ſtaunen erholt, als er den Wirth fragte, was das zu bedeuten habe.

Calvinismus zur katholiſchen Kirche und ſeine Gefangenſchaft in

Dieſer bat ihn um Vergebung, ſagte, daß er Maler ſei, und fuhr dann fort: 11 e

Ich habe dieſer Dame die Verſuchung des Heilands in der Wüſte malen ſollen, und da wir uns eine Stunde lang über die Geſtalt des Teufels geſtritten hatten, ſo kommt ſie und ſagt, daß ich ihn nur Ihnen ähnlich machen ſoll.

Eine Schalkheit wider die andere.

Der unter den berühmten Dichtern zur Zeit Ludwigs XIV. wohlbekannte Boileau⸗Despréaux(ſt. 1711) hatte einſt den Speiſewirth Mignot in Paris einen Giftmiſcher genannt. Dieſer verklagte ihn bei der Obrigkeit und ließ ſich auch durch die Vor⸗ ſtellung, daß die Sache ein Scherz ſei, über den er hätte lachen ſollen, nicht beruhigen, ſondern ſann darauf, ſich ſelbſt Genug⸗ thuung zu verſchaffen. Hierzu bot ihm bald eine Satire Gelegen⸗ heit, welche der Abt Cotin gegen Boileau gemacht hatte. Mignot ließ dieſelbe auf ſeine Koſten drucken und brauchte ſie zum Ein⸗ wickeln ſeines in ganz Paris geſchätzten Zwiebacks, wodurch er theils das Talent des Abts Cotin in Ruf brachte, theils an Boileau Rache nahm. Doch nahm dieſer die Sache eben nicht übel, ſondern ließ, wenn er ſich mit ſeinen Freunden beluſtigte, Zwieback bei Mignot holen, um eine Satire Cotin's mit zu bekommen. Anderer⸗

ſeits ließ auch Mignot's Zorn bald nach, da er merkte, daß Boileau's

Satire, weit entfernt, ihm zu ſchaden, ihm eine Menge Gäſte zu⸗ führte, ſo daß er ſpäter geſtand, er habe ſein Glück dem Boileau zu verdanken.

[III. Jahrg.

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