Jahrgang 
01-26 (1857)
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Ein dummer, ſo abſurder Mann, Wie Monſieur Balurd⸗Lormian, Iſt juſt die rechte Compagnie Für die hochweiſe Akademie.

Den neunten Stuhl hatten nach einander die Brüder Corneille und ſpäter Foucemagne und Chabanon inne. Von dem Letzteren, einem trefflichen Geigenſpieler, ſagte man, er wäre nur gewählt, um ein wenig Harmonie in die Sitzungen der Akademie zu bringen. Seit 1841 nahm ihn Victor Hugo ein, der Akademiker in partibus infidelium, der jetzt die Inſel Jerſey bewohnt. Der Weltumſegler Bougainville nahm 1754 auf Numero elf Platz. Numero zwölf war der Platz für den Patriarchen von Ferney für Voltaire.

Neben ihm ſaß wieder eine Nullität, 1784 erwählt, der Herzog von Montesquiou⸗Fezenſae, der auf ſeine erlauchte Abſtammung ungemein ſtolz war. Sein Anſpruch auf die Nachbarſchaft Voltaire's wird ſo beſchrieben:

Die Regel will's ſchreib' erſt ein Buch, Eh' du zum Akademiker paßt,

Nun, Montesquiou ſitzt dort mit Fug,

Er hat den Stammbaum abgefaßt.

Der Herzog war ſo ſtolz auf ſeine behauptete Ab⸗

ſtammung von Clovis, daß Maurepas es ein Glück nannte, wenn er ſich's nicht in den Kopf ſetzte, Anſprüche auf die Krone Frankreichs zu erheben.

Der ehrliche und muthige Malesherbes wurde 1774 auf den Sitz Numero funfzehn erhoben, den Thiers ſeit 1833 behauptet. dreißig Jahre lang. Der folgende Platz, den einſt der milde Fenelon einnahm, wurde durch die Wahl des dummen,

hochmüthigen und rachſüchtigen Grafen Clermont entehrt, Manche Anekdote iſt

der aus königlichem Blute ſtammte. von ihm auf unſere Zeit gekommen. Lecourbe, ein Tages⸗ poet, ſchrieb über ſeine Wahl ein Gedicht, welches ſo beginnt:

Roveſlen⸗Zeitung.

Siebzehn gehörte d'Alembert von 1754

Du Vetter von Ludwig, So ſchwach iſt dein Witz, Zwar feiſt iſt dein Körper, Doch leer bleibt dein Sitz.

Dafür wurde er von Dienern des Grafen ſo brutal gemißhandelt, daß er an den Verletzungen ſtarbeine Lection, ſagte der Graf,die dieſe Art von Schriftſteller⸗ volk ſehr nöthig hat, daß Fürſten nicht ungeſtraft gehechelt werden dürfen, und daß Prügel mindeſtens eben ſo hart treffen, wie Couplets. Clermont machte ſich zur Zeit ſeiner Ernennung dadurch bemerkbar, daß er in ſeiner Erſt⸗ lingsrede jede Erwähnung ſeines Vorgängers Barbier d'Aucourt unterließ.Er hätte ſich's unabänderlich zur Regel gemacht, nie etwas zum Lobe dieſer Abenteurer vorzubringen. Doch die Akademie zeigte ſich einmal unabhängig. Der allgemeine Unwille zwang ihn, wenigſtens in den Abdruck der Rede einige wenige nichtsſagende Worte des Lobes zu bringen.

Cardinal Dübois, der liederliche Cumpan aus der Orleansſchen Regentenwirthſchaft, wurde 1722 für Numero neunzehn erwählt. Später ſaß Caſimir Delavigne dort, der Alfieri des franzöſiſchen Drama's Fontenelle, der

muntre, alte Schlemmer, und Bernardin de St. Pierre, den Napoleon fürden größten Schurken in meinem ganzen Reiche erklärte, ſaßen auf Numero zweiundzwanzig. Perrault, der Verfaſſer derBienenkörbe, und la Con⸗ damine füllten den folgenden Platz aus. Der Letztere war außerordentlich taub und zog ſich durch ein Abendeſſen, welches er am Tage ſeiner Wahl den Akademikern gab, folgendes Epigramm zu: Zur Feier des Tags geöffnet weit Hat Condamine des Louvre's Thür; Mit ſeinen Göttern Seit' an Seit; Thront er mit frohem Antlitz hier. Dank dem Geſchick er hört ihn nicht, Den Unſinn vom Collegium, Doch wünſcht es, wenn er ſelber ſpricht, Er wär'nicht taub und lieber ſtumm.

Gold darzuſtellen, was heutigen Tages noch hin und wieder ge⸗ ſchieht. So beſchäftigte ſich z. B. im Jahre 1852 ein Buchbinder in dem ſächſiſchen Städtchen L. ſo eifrig damit, daß er nur in einer Heilanſtalt für Irrſinnige bekehrt werden konnte, und auch im Schwarzwalde ſollen noch Goldmacher leben.

Das Zeitalter der Alchemie war begreiflicher Weiſe für die Wiſſenſchaft faſt werthlos. Sein Hauptzweck war die Bereitung des Steins der Weiſen, den ſpätere Alchemiker auch großes

Elixir oder rothe Tinctur nannten und als rothes Pulver 4 en chrieben. Die arabiſchen Al⸗ chemiker hatten wenigſtens ihre wiſſenſchaftliche Anſicht, daß alle

oder glänzend rothen Körper beſchrieben.

Metalle aus zwei gleichen Grundmaterien beſtehen, zum Stütz⸗

punkte ihrer Verſuche; die chriſtlichen Alchemiker dagegen entfernten

ſich immer mehr von jeder Theorie und ließen ſich nur durch Hab⸗ ſucht, Ehrgeiz, religiöſe Schwärmereien leiten, wobei ſie die ab⸗ ſurdeſten Behauptungen geltend zu machen ſuchten. Nach ihnen hing ein günſtiger Erfolg einzig und allein von einem äußerſt frommen Lebenswandel, von göttlicher Gnade ꝛc. ab, und das Ge⸗ beimniß konnte nur dem ſo Geweiheten angehören. Auch ſollte der Stein der Weiſen, außer der Metallverwandlung, vißler

andern wunderbaren Wirkungen fähigaſein. Er wirke ſtärkend

und verjüngend auf die Menſchen ein, Machenden böſen, ſchlechten, geizigen Menſchen zu einem tugendhaften guten und freigebigen, heile den Kranken, gebe dem Dummen Weisheit, mache abge⸗

ſtorbene Bäume wieder lebend, verwandle Kieſelſteine in Perlen,

das Glas in eine hämmerbare Subſtanz, bewirke, daß man tauſend kleine Perlen zu einer vereinigen könne, und vieles Andere mehr. Die ſpäteren Alchemiker begnügten ſich nicht einmal mehr mit allen dieſen Wundern, ſondern ſuchten noch nach anderen Unmöglice⸗

keiten, z. B. nach dem Homunculus, der Kunſt durch chemiſche Mittel einen Menſchen oder ein Thier hervorzubringen; nach der Palingeneſie, der Kunſt, die Pflanzen wieder aus ihrer Aſche zu bereiten; nach dem Alkaheſt, einer Flüſſigkeit, um alle feſten Körper darin auflöſen zu können. Alle dieſe Beſtrebungen, deren eifrigſte Verehrer die Prieſter waren, geben ein bezeichnendes Bild jener Zeit.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Das Feſt Notre⸗Dame de la Paz in Lima. Eines der merkwürdigſten Beiſpiele, wie ſich heidniſche Feſte

allmählich in chriſtliche verwandelten, dabei aber dennoch ihren urſprünglichen Charakter in auffallender Weiſe beibehielten, iſt das

in der Ueberſchrift genannte, welches zu den wichtigſten, glän⸗ zendſten und volksthümlichſten in Peru gehört. Es wird am 24. Januar gefeiert und iſt vorzugsweiſe der Schutzpatronin der Hauptſtadt Lima gewidmet.

Schon mehrere Tage vorher iſt das ganze Volk damit be⸗ ſchäftigt, große Gerüſte vor dem Hauptthore der alten Kathedrale aufzuführen. Sie erheben ſich bis zu einer Höhe von 30 bis 40 Fuß, und ihre Verzierungen ſind höchſt eigenthümlich. Auf rothen Draperien, mit denen dieſe Gerüſte behangen ſind, werden religiöſe Bilder, Gabeln, Löffel, Schüſſeln und alle mögliche Arten von ſilbernem Hausgeräth angebracht. Dazwiſchen hängt man Gemälde auf, ſo wie Guirlanden von Früchten der verſchiedenſten Art, von der rieſigen Waſſermelone bis herab zu dem beſcheidenen Tannzapfen, Gewinde von Blumen aller Farben, Kränze von

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