Jahrgang 
01-26 (1857)
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Jahrg.

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Nr. 26.)

befindet, und daß er ebenfalls auf derſelben zu ſein hofft. Selten wird von dieſer Regel eine Ausnahme gemacht;

zum erſten Male geſchah es bei Colbert und ſpäter aus

weniger ſchmeichelhaften Rückſichten bei Maret, St. Jean d'Angely und Chauteaubriand. Der Letzte erzählt die Ver⸗ handlungen in ſeinen Memoiren; man hat ihm ein Schloß vor den Mund gelegt, damit er nicht in ſeiner akademiſchen Freiheit für die Lilie der Legitimität ſpräche. rühmte Larochefoucauld konnte ſich lange nicht zu einer Candidatur entſchließen; er fürchtete, daß ſeine ſchwachen Nerven zu einer ſo ſchweißtreibenden Arbeit nicht aus⸗ reichten. Ludwig Franz Richelieu, der ungebildetſte Menſch

in Frankreich, zugleich Geck und General, hatte weniger Es exiſtirt noch das Manuſcript ſeiner Rede, von ſeiner eignen, unorthographiſchen Hand geſchrieben, über die ſelbſt die Fauſt des Marſchalls Saxe ſchamroth geworden wäre, und ein College ſagte darüber:Es iſt

Scrupel.

klar, daß der Herr General ſie ſelbſt verfaßt hat.

Patru, ein kühner und ehrlicher Mann, deſſen ſchöne V

Rede die unſchuldige Urſache war, daß die Akademie ſich zum Weihrauchfaſſe ihrer eigenen Größe machte, konnte ſeinen Collegen ein pikantes Gleichniß nicht vorenthalten, als ſie einen betitelten Dummkopf erwählen wollten.Ein alter Grieche, ſagte er,beſaß eine Leier, die zum ſchönſten Einklang ausgeſtimmt war. Durch einen Zufall ſprang ihm eine Saite, und er mußte ſie durchaus mit einem ſilbernen Drath erſetzen. Die Eitelkeit ſchadete

ſeinem Rufe; denn die Schönheit ſeiner Muſik war dahin. Einige Zeit ſoll dieſe Fabel gute Dienſte gethan haben;

doch blieb der Klang dieſer muſikaliſchen Lehre nicht lange in den Ohren der Akademie von Wirkung. Wie wäre es

auch möglich geweſen bei einer Verſammlung, die den

Cid des unſterblichen Corneille verdammte und ſtatt deſſen Chapelain, einen verſchollenen Schauſpielſchreiber, krönte, bloß weil ſeine Eminenz doch Richelieu war groß und die Akademie ſeine Prophetin.

Der be⸗

Dritte folge.

Vierzig Armſeſſel waren es, auf denen Dummheit und Genie abwechſelte und ſich die Leichenrede halten mußte. Numero eins wurde von Barden, ſeinem erſten In⸗ haber, nur zwei Jahre behauptet. Der berühmteſte ſeiner Nachfolger war 1717 der Friedensminiſter, Cardinal Fleury. Florian, der Fabeldichter und Biograph des Tell, ein kühner und beredter Schriftſteller wegen ſeines per⸗ ſönlichen Muthes nicht gerade renommirt, wurde 1788 erwählt, nachdem er wenige Tage vorher durch die mäch⸗ tige Gönnerſchaft des Herzogs von Penthièvre das damals

begehrte Sanct Ludwigskreuz erhalten hatte. Dieſe doppelte

Ehrenbezeigung wurde ſo erwähnt:

Die Feder kühn, doch feig das Schwert Gerecht iſt Florian belohnt,

Wenn ſeinen Witz das Kriegskreuz ehrt, Sein Muth den Friedensſitz bewohnt.

Penthievre, Florian's Patron, gab der Akademie an dieſem Tage ein ſo glänzendes Feſtmahl, daß man ihn künftig nur denReſtaurateur der franzöſiſchen Akademie nannte.

Numero zwei, urſprünglich von du Chastelet einge nommen, iſt ſeit 1836 der Sitz des Hiſtorikers Mignet. Numero vier iſt durch Racine und den älteren Crebillon geehrt worden, deſſen Nachfolger Scribe iſt. Numero fünf iſt der Fauteuil des Doctrinärs Guizot. Auf den Nachbarſitz wurde 1811 Chateaubriand erhoben. Numero ſieben hat den unſterblichen Satiriker Boileau getragen. Numero acht iſt eine Berühmtheit, weil nie ein Mann von irgend welcher literariſchen Bedeutung darauf ſaß. Ein gewiſſer Lormian-Balurd, der ſich weder durch Geburt, noch durch Geiſt empfahl, verdankte 1815 ſeine Wahl dem Fanatismus für die Bourbonen. Dieſen Act verewigen V folgende Knittelverſe:

Ein Mann ſo dumm und ſo abſurd, Wie Monſieur Lormian⸗Balurd,

hundert beſchäftigten ſich viele Araber mit der Alchemie, betrach⸗ teten aber das, was die Egypter nur zu vermuthen hewagt hatten, nämlich die Möglichkeit der Verwandlung eines Metalls in ein anderes, als eine unzweifelhafte Thatſache. Sie lernten zwar die einzelnen Metalle beſſer von einander unterſcheiden, doch ſtellten ſie die Theorie hin, daß alle Metalle aus zwei gleichen Grund⸗ materien zuſammengeſetzt ſeien und daß ihre Verſchiedenheit nur darauf beruhe, daß das Verhältniß beider Grundmaterien, die ſie Schwefel und Queckſilber nannten, bei den ungleichen Metallen ein in jeder Beziehung verſchiedenes ſei. Das ganze Streben jener Zeit richtete ſich daher auf die Verwandlung gewöhnlicher Metalle in Gold(auch damals ſchon das geſchätzteſte Metall) Die Alchemiſten glaubten hierzu eine beſondere, die Umwandlung bewirkende Subſtanz zu bedürfen, welche ſie denStein der Weiſen nannten. Sie ließen kein Mittel unverſucht, um dieſe Subſtanz bereiten zu lernen, und dachten ſich dieſelbe mit den ver⸗ ſchiedenſten Eigenſchaften begabt und von ſolcher Kraft, daß ſchon eine kleine Menge derſelben, welche man auf Queckſilber oder auf ein anderes geſchmolzenes Metall werfe, hinreiche, daſſelbe in Gold zu verwandeln. Allein die lraber ſuchten vergeblich nach dem Stein der Weiſen. Erſt als iyre Kenntniſſe im Laufe des 12 ten Jahrhunderts allmählich auf franzöſiſches, engliſches und deutſches Gebiet vordrangen, tauchten nach und nach ſehr viele Alchemiker auf, welche ſich rühmten, den Stein der Weiſen darſtellen zu können und ſomit im Beſitze des großen Geheimniſſes zu ſein. Viele dieſer Männer, durch welche damals die Wiſſenſchaft einzig und allein vertreten war, reiſten durch ganz Europa, um vor den Augen des neugierig gemachten, erſtaunten Volkes mit Hülfe des von ihnen dargeſtellten Steins der Weiſen gewöhnliche Metalle in

Gold zu verwandeln. Sie fanden überall Glauben und Bewun⸗ derung und hinterließen unter den Leuten eine wabrhaft fieberhafte Aufregung. Die natürliche Folge hiervon war, daß die Alchemie in kurzer Zeit eine ſolche Popularität erlangte, daß ſie die ganze Bevölkerung des civiliſirten Europa's in Anſpruch nahm. Leute aus allen Ständen und Claſſen der menſchlichen Geſellſchaft, vom Tagelöhner bis zum Prieſter, vom Bettler bis zum Fürſten, wurden mit unwiderſtehlicher Gewalt von dem Verlangen er⸗ griffen, Gold darſtellen zu können. Zeit und Geld wurden ver⸗ geudet, der Beruf vernachläſſigt, ſo daß kaum das tiefſte Elend, in welches ſich viele auf ſo unſinnige Weiſe ſtürzten, die Sucht nach Gold etwas abzukühlen verniochte. Der Glaube an die Möglichkeit der Verwandlung anderer Metalle in Gold war ſo feſt geworden, daß ſogar gerichtlich feſtgeſetzt wurde, daß künſtlich fa⸗ bricirtes Gold denſelben Werth beſitzen ſoll, wie das natürliche. Selbſt die Reformation vermochte keinen Einfluß auf dieſe Ver⸗ irrung auszuüben, da ſich Luther ſehr günſtig darüber ausſprach. Erſt zu Anfang des ſechzehnten Jahrhunders wurde das alchemiſtiſche Treiben, doch Anfangs faſt erfolglos, angegriffen und gerieth im Laufe des 17ten Jahrhunderts in gänzlichen Ver⸗ fall. Man hatte nach und nach entdeckt, daß ſich die Alchemiſten zur Ausübung ihren Kunſt der verſchiedenſten Betrügereien und Taſchenſpielerkünſte bedienten, daß alle die, welche ſich rühmten, den Stein der Weiſen und mit Hülfe deſſen Gold darſtellen zu können, mehr oder weniger ſchlaue Lügner oder Betrüger waren; die wirklich wiſſenſchaftlichen, im 17ten Jahrhundert lebenden Männer verwahrten ſich feierlich vor der Alchemie, als einer der ſchrecklichſten Verirrungen der Naturwiſſenſchaft, und nur Leute mit überſpannten Ideen und mangelhafter Bildung verſuchten noch