Bautru, Staatsrath und Witzbold in der Clique der Anna von Oeſterreich, Servien, Secretär des Königs, folgten dem Beiſpiele des Kanzlers. Bald darauf ſanctionirte der Car⸗
dinal die Statuten und konnte auch den Paragraphen nicht ausſchließen, der die Glieder dieſes gelahrten Körpers und ihre Nachfolger in perpetuum verpflichtete,„die Tu⸗
gend und das geſegnete Andenken Sr. Eminenz zu ver⸗
herrlichen.“— So gefügig die unabhängige Wiſſenſchaft ſich dem ſchlauen und herrſchſüchtigen Prieſter bewies, ſo ſchwierig zeigte ſich das Parlament.
Noveſſen⸗Zeitung.
Erſt nach dritthalb Jahren, in denen der König drei fulminante Briefe an die Plätzen, wie die Pole ſind, etwas wiſſen.
Unſinnſchreiben aufzugeben; denn er zählte damals faſt ſiebzig Jahre. Eine von des Abbé Strophen hieß ſo: „Und von dem kalten bis zum heißen Pol.“
Ich nahm mir die Freiheit, Herrn de la Mothe— der nach der öffentlichen Stimme zu urtheilen den Rich⸗ terſpruch ſeiner Collegen vornehmlich beeinflußte— zu fra⸗ gen, was er von des Abbé Geographie hielte.„Junger Mann,“ ſagte er mit ſtrenger Miene,„wir ſind eine litera⸗ riſche Geſellſchaft, die in Paris reſidirt, und man kann ver⸗ nünftiger Weiſe nicht erwarten, daß wir von ſo entfernten Uebrigens iſt
widerſpenſtigen Räthe geſchrieben und die Eminenz eine der Abbé ein Freund von mir.“ Eine Ode von de Gaçon Welt von Drohungen in Bewegung geſetzt hatte, fügte ſich war ſo unerträglich ſchlecht, daß die Akademie, als ſie ihm
das Parlament und nahm das Corporationspatent in ſein Regiſter. Doch wurde die Zuſtimmung höchſt ungnädig ertheilt und ein Zuſatz zu dem Statut der Afademie aus⸗
bedungen, nach welchem ſie ſich nur mit der Verſchönerung
und Bereicherung der franzöſiſchen Sprache beſchäftigen und kein Werk aburtheilen ſollte, es ſei denn, es wäre von einem ihrer Mitglieder geſchrieben oder geradezu vom Ver⸗ faſſer ihrem Spruche unterbreitet. Nun wurde ein Di— rector und ein Kanzler auf kurze Zeit gewählt, das lebens⸗
den Preis zuerkannte, ihn privatim erſuchen ließ, das Geld in die Taſche zu ſtecken und nicht von der Angelegen⸗ heit zu reden. Oliver Patru erbte 1640 den Sitz von de Porcheres und hielt eine ſo vortreffliche Rede über den Verluſt, den die Akademie durch den Tod ſeines Vorgängers erlitten hatte, daß von der Zeit an jedes neue Mitglied den Seſſel erſt nach einer Lobrede einnehmen durfte, wie ſchmerzlich der Stuhl Numero ſo und ſo ſeinen verewigten Beſitzer
längliche Secretariat aber erhielt der gaſtfreundliche Stif- vermißte. Der Akademiker de Mesme vergleicht dieſe Cere⸗
ter Conrart, der es 40 Jahre lang führte. Paris be⸗
monie mit den feierlichen Meſſen, wo der Prieſter jeden
rüßte die neue Aſſociation mit einer Fluth von Scherzen. Anweſenden und zuletzt ſich ſelbſt abſolvirt. Voltaire aber, g zen. 5
Zwei Gewohnheiten hat die Akademie, die zu einer höchſt
ergötzlichen Praxis führen; ſie ſchreibt Preisarbeiten aus und läßt ihren Verſtorbenen Lobreden halten. Manche ge⸗ krönte Albernheit iſt durch ihren Kindmutterdienſt ent⸗ ſtanden, und wir müſſen hier wieder Voltaire's köſtliche Erzählung abhören.„In meinem
nen Gegenſtand und eine ſehr klägliche Ode.
krönte Gedicht übertraf. zum Verfaſſer, einen Mann, der alt genug war, um das
achtzehnten Jahre ſchrieb ich eine Ode über einen von der Akademie gegebe⸗ So ſchlecht ſie war, konnte doch kein Zweifel entſtehn, daß ſie das ge⸗ Es hatte den Abbé Du Jarri
der unvermeidliche Prieſter des geſunden Menſchenverſtan⸗ des, geißelt dieſe Heuchelei wieder trefflich:„Die Noth⸗ wendigkeit, eine Rede zu halten, die Schwierigkeit, etwas Sagenswerthes zu finden, und das Verlangen, geiſtreich zu erſcheinen, machen den geſcheidteſten Redner lächerlich. Es iſt zur Gewohnheit geworden, daß jedes neue Mitglied verſichert, ſein Vorgänger wäre ein großer Mann geweſen, Kanzler Séguier ein größerer Mann und Cardinal Riche⸗ lieu noch größer; worauf der Herr Secretär gewöhnlich antwortet, daß dies Alles ausnehmend wahr iſt, daß das neue Mitglied ſich auf der Heerſtraße der großen Männer
verſchiedene exotiſche Grasarten mit langen Ausläufern(z. B. Dichronema puberula, Optispermus emdobatfolius& remo- tiflorus, Stenotaphron glaucum etc.), Senecio mikanoides, Fragaria indica etc. ſich nur Epheu, Vinca minor& major, die ſchon oben erwähnte Linaria Cymbalaria und ähnliche harte Pflanzen für die Ampel verwenden.
Eine der ſchönſten Ampelzierden, welche ſich für jede der drei angeführten Temperaturen eignet, iſt der aus China und Japan ſtammende wuchernde Steinbrech(Saxifraga sarmentosa L.), der ſich bei 1— 3⁰ R. Wärme ſehr leicht conſerviren läßt. Die
In froſtfreien, ungeheizten Zimmern laſſen
großen, rundlichen, gekerbten, ſtark-behaarten Blätter dieſer
Pflanze ſind oberſeits dunkelgrün und mit breiten, weißen Adern durchzogen, unterſeits aber theils leberfarbig, theils faſt roſenroth, im höhern Alter faſt ſilberfarbig. Der aufrechte, 12— 16 Zoll hohe Stengel bringt im Mai und Juni eine reiche Rispe zierlicher kleiner Blumen, welche aus 3 roſenfarbenen und 2 weißen Pe⸗ talen beſtehen, wozu ſich die roſenrothen Staubfäden allerliebſt ausnehmen. Das Schönſte und Intereſſanteſte an dieſer Pflanze ſind jene langen, fadenförmigen Ranken, welche ſie in Menge aus der Wurzel treibt und die bei ſtarken Exemplaren oft eine Länge von 3 Fuß erreichen. Dieſe Ranken theilen ſich wieder in mehrere kleine, und an jeder derſelben bildet ſich eine, auch wohl zwei kleine niedliche Pflanzen, welche die Mutterpflanze im verjüngten Maßſtabe darſtellen. Aus dieſen kleinen Abkömmlingen kommen wieder zarte Ranken, an welchen ſich ebenfalls neue kleine Pflänz⸗ chen bilden; man kann ſich leicht vorſtellen, daß dieſer eigenthüm⸗ liche Wuchs dem Ganzen ein prachtvolles Anſehen gibt.
Aus der Geſchichte. Der Stein der Weiſen.
Ueber dieſen ſo oft angewandten Begriff entnehmen wir eine gedrängte hiſtoriſche Darſtellung dem Buche„Grundzüge der Chemie“ von Dr. H. Hirzel(„Bücher der Natur,“ herausg. von E. A. Roßmäßler. Erſter Band.— Leipzig. Ernſt Keil. 1857).
Das Zeitalter der Alchemie, heißt es daſelbſt in der Ein⸗ leitung, geht vom 4ten Jahrhundert bis zu Anfang des 16ten Jahrhunderts. Im vierten Jahrhundert hatte ſich zu Alexandria in Egypten die bekannte gelehrte alexandriniſche Schule gebildet, welche damals die Männer aller Wiſſenſchaften vereinigte. Dort entwickelte ſich der erſte Keim chemiſchen Forſchens und Wiſſens. Es wurden viele Experimente angeſtellt und reiche Kenntniſſe ge⸗ ſammelt. So entdeckte man z. B., daß ſich das Kupfer beim Zu⸗ ſammenſchmelzen mit Arſenik ſilberweiß, beim Erhitzen mit Gal⸗ mei(einem zinkhaltigen Minerale) goldgelb färbt. So unbe⸗ deutend die Entdeckung an und für ſich war, ſo gab ſie doch den erſten Anſtoß zu den alchemiſtiſchen Lehren und Beſtrebungen. Man wußte ſich dieſe Farbenverwandlung des Kupfers nur ſo zu erklären, daß man an die Möglichkeit einer Umwandlung von einem Metall in ein anderes glaubte..
Leider wurde im ſiebenten Jahrhundert das wiſſenſchaftlich aufblühende Alexandria durch die wilden Araber zerſtört und die dort ſich aufhaltenden Gelehrten zu Gefangenen gemacht. Dieſe ſcheinen den Arabern einen Theil ihrer Kenntniſſe beigebracht zu haben, wenigſtens begannen letztere vorzüglich in ihren ſpaniſchen
Kolonien die Wiſſenſchaften zu pflegen, und ſchon im achten Jahr⸗
[III. Jahrg.
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