Jahrgang 
01-26 (1857)
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verloren. Es iſt ein eignes Ding um die Popularität der Akademie bei den Machthabern der Welt! Das Volk hat ſie mit Mißtrauen und Spott behandelt, die wiſſen⸗ ſchaftliche Welt, die unabhängige, war empört, wenn noch in dieſem Jahrhundert 14 Mitglieder wegen ihrer politi⸗ ſchen Anſichten den Sitz verloren.

Der Urſprung der Akademie war die erſte literariſche Geſellſchaft, die 1570 von Johann Anton Bazfius in Paris gegründet wurde. Bazfius ſchrieb lateiniſche Verſe; er war der Neffe des unglücklichen Lazarus Baz⸗ fius, eines gelehrten, aber unruhigen Kopfes. Die Aka⸗ demie beſchäftigte ſich mit Muſik und Literatur; aber in jenen unruhigen Zeiten war für die Viſſenſchaft keine rechte Lebensluft. Und doch hatte ſie mächtige Gönner; das Parlament regiſtrirte ſie ein. Der Verfaſſer jener weltberühmten, haarſträubenden TragödieSt. Bartholo⸗ mäusnacht, König Carl IX., ſchützte ſie, wie ſein Nach folger. Gleichwohl hauchte ſie mit ihrem Gründer nach 25 Jahren das Leben aus. In einem einfachen Hauſe der Rue des Fossés St. Victor, das noch nicht lange abge⸗ brochen iſt, hielt ſie ihre Sitzungen. Unter ihre beſten

älteren Du Perron. Ein Verſuch von Daniel Revauet, ſie 1612 zu erneuern, mißglückte.

In dem gaſtlichen Hauſe von Valentin Conrart, dem Secretär des dreizehnten Ludwig, verſammelte ſich 1630 und 31 wöchentlich ein⸗ oder zweimal ein Kreis von geiſt⸗ vollen Männern. Man ſprach über literariſche Gegen⸗ ſtände und leiſtete neu erſchienenen Werken Vorſchub. Un⸗ ter ihnen waren Godeau Gombauld, Gery Habert, Scriſay

Maleville führte ſeinen Freund Faret 1633 ein, und dieſer wieder Desmarets und den Abbé Bois⸗Robert, der be⸗ kanntlich ein Schmeichler und Schildknappe Richelieu's war. Der Abbé erwähnte bei ſeinem hohen Patron die neue Geſellſchaft; der geſchickte Diplomat wußte mit ſeinem

Novellen⸗Zeitung.

Namen zählt ſie den Dichter Ronſard, Desportes und den

de Maleville und Chapelain, der Verfaſſer derPucelle.

Einfluſſe Alles zu umſtricken und bot der Geſellſchaft gnä⸗ digſt ſeine Protection, ein ſehr werthvolles Geſchenk, an und die förmlichen Rechte einer Körperſchaft. Maleville

und noch Einer oder der Andere wollten das Danaerge⸗

ſchenk abgelehnt wiſſen; doch die große Mehrheit dankte

unterthänigſt für die große Ehre und unterwarf ſich in allen Stücken der Leitung des Cardinals.

Ein thätiger Kopf inſpieirte jetzt ihre Schritte. Ri⸗ chelieu vermochte ſie zu einem Geſetzbuch voll Beſtim⸗ mungen; die Zahl der Sitze wurde auf 40 beſchränkt, und die Geſellſchaft nahm den eben ſo beſcheidenen, wie an⸗ ſpruchsvollen Titelfranzöſiſche Akademie an. Male⸗ ville ſo nimmt man an hielt die Eröffnungsrede. Nichts, heißt es in der Rede,fehlt mehr zu dem Glück des franzöſiſchen Volkes, als die Befreiung ſeiner Sprache aus der Barbarei. Vielleicht iſt ſie bei allen ihren Feh⸗ lern der Vollkommenheit näher, als irgend eine andere

lebende Sprache. Franzöſiſch könnte an die Stelle des

Lateiniſchen treten, wie dieſes an die Stelle des Griechi⸗ ſchen, wenn die geeignete Mühwaltung darauf verwendet würde. Es ſoll die Aufgabe der neuen Akademie ſein, die Sprache von der Unreinheit zu befreien, mit der ſie be⸗ fleckt iſt im Munde des gewöhnlichen Volkes und der höfiſchen Menſchen, durch witzelnde Advocaten und dämiſche Prieſter, welche das wahre Evangelium durch ihre Phraſeo⸗ logie zum Spott machen. 1

Hat die Akademie dieſe Aufgabe erreicht?

Im Jahre 1638 wurde ſie zuerſt ernſthaft ins Auge gefaßt. Vaugelas und Chapelain gaben Jeder einen Plan ein; der Verfaſſer derPucelle ſiegte in der Bewerbung, Vaugelas erhielt als Entſchädigung das Seeretariat der Wortbeſtimmungen mit 2000 Fres. jährlich außer ſeiner Penſion als Akademiker. Richelieu hatte nämlich jedem Mitgliede der Akademie jährlich etwas über 2000 Fres. zugewieſen, weil ſie damals meiſt in dürftigen Umſtänden lebten. In einer glücklichen Stunde entdeckte der ſcharfe

ſpielen, welche Sie erfunden haben. Aber wir müſſen derſelben einen Titel geben. Welchen, mon prince?

Hm, ſehr leicht.⸗Schwarz und Roſa, oder Dämon und Sylphide.

Prächtig! prächtig! lachte Mademoiſelle Lugçon.

Graf Kaunitz zog ſeinen Hut vom Tiſche, rief Pollux! und verließ, die Tänzerin am Arm, das Zimmer. Ein hermetiſch ge⸗ ſchloſſener Wagen, weil der Graf jedes ſcharfe Anwehen der Luft vorſorglich vermied, nahm das Dreiblatt auf und brachte es nach der Burg. Kaunitz ſtieg aus, Mademoiſelle Lugon und Pollux, der Vierbein, warteten im Wagen auf ſeine Rückkunft. Des Miniſters Auge traf, als er ſich kaum zwei Schritte vom Wagen entfernt hatte, auf den am Thore ſtehenden Beichtvater der Kaiſerin, Pater Hambacher, der, wie er ſehr wohl bemerkte, einen prüfenden Blick nach dem Wagen warf und ein Lächeln kaum verbergen konnte. Nichtsdeſtoweniger verneigte ſich der Pater ſehr unterthänig mit einemGelobt ſei Jeſus Chriſtus. Kaunitz ſchritt mit einem nachläſſigen Kopfnicken an ihm vorüber die Treppe hinauf, über⸗ zeugt, daß dies Lächeln des Paters nicht ohne Bedeutung ſei⸗

Die Kaiſerin war mit Leſen der Berichte beſchäftigt, welche ihr faſt wöchentlich von den ſogenannten Keuſchheitscommiſſionen, die ſie ſelbſt ins Leben gerufen hatte, eingeliefert wurden. Dies eigenthümliche Inſtitut, welches nicht nur in der Hauptſtadt, ſondern auch in den Provinzen über die Sittlichkeit des Volks, beſonders deſſen weiblichen Theils zu wachen hatte, erfüllte dieſen Zweck trotz alles ſtrengen Verfahrens nur in ſehr geringem

.

unbewußt, unterzulegen verſtand. Er machte die Keuſchheits⸗ commiſſionen zur geheimen Polizei, die ihm ſehr reiches Material

Maße, wohl aber einen andern, den Kaunitz demſelben, der Kaiſerin

zur Kenntniß des Volks und deſſen Geheimniſſe verſchaffte. Ehe noch der Graf die Treppe herauf war, eilte ſchon die Kammerfrau Fritze in das Zimmer der Kaiſerin mit dem Rufe:Majeſtät, die Fenſter zu... Graf Kaunitz kommt. Die Kaiſerin, die ihrer Gewohnheit zufolge bei offenen Fenſtern geſeſſen hatte, eilte ſelbſt, die Fritze im Schließen derſelben zu unterſtützen. Kaum war dies geſchehen, als der Miniſter eintrat. Die Kammerfrau entfernte ſich raſch u. ſ. w.

Fürs Haus. Zur gartenkunde. Roſen auf Orangenbäume zu pfropfen. Zu dieſem überraſchenden Kunſtſtück, welches ſich ſehr leicht

ausführen läßt, nimmt man tragbare Pomeranzen⸗, Apfelſinen⸗ oder Pompelmusbäumchen mit kurzen, dicken Stämmen. Die Stämme werden mit einem langen, dicken, ſcharfen Hohlrohr von der Wurzel aus in der Mitte bis zur Krone durchbohrt und ein ſchlanker, gutbewurzelter Roſenſtock von unten hinauf durch die Oeffnung geſteckt, ſo daß ſeine Spitze in die Krone des Pomeranzen⸗ bäumchens zu ſtehen kommt und daß der Stamm des letzteren gleichſam das Futteral des Roſenſtämmchens bildet. Darauf werden die beiden, auf dieſe Weiſe vereinigten Pflanzen mit ihren Wuͤrzeln in friſche gute Erde eingeſetzt. Stellt man die Stämm⸗ chen nach dieſer Procedur auf einen warmen Treibkaſten, ſo ver⸗ wachſen ſie beide bald dergeſtalt zuſammen, daß es das Anſehen hat, als wenn die Roſe auf den Pomeranzenbaum gepfropft wäre.

[III. Jahrg.

Nr.

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