Jahrgang 
01-26 (1857)
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Männer von Titeln und Macht, für Prälaten, Soldaten, Rechtsgelehrte und Doctoren, wo man der Abwechslung wegen zuweilen ſich herabläßt, einen Mann von Genie zu⸗ zulaſſen. Piron, der geſchworene Feind der Akademie, benachrichtigt den Secretair, daß er für den Fall, wenn er eines oder des andern Tages zum Mitgliede erwählt wer⸗ den ſollte, ſowohl ſeine Rede als die Antwort des Secre tairs, abgefaßt hätte.Ich werde aufſtehn, ſagte Piron, meinen Hut vor der Verſammlung ziehn und für die ſo hohe Ehre danken, welche die Mitglieder mir anzuthun ge⸗ ruht haben, worauf Sie, Herr Secretair, aufſtehn, Ihren Hut vor mir ziehn und ſagen werden: Herr Piron, ich bitte Sie, erwähnen Sie doch das nicht. Es verlohnt ſich nicht der Mühe Ihres Dankes. Piron verfaßte auch ſeine eigne Grabſchrift in folgenden Worten:

Hier liegt Piron. Er war Nichts nicht einmal Akademiker.

Unabhängige Geiſter haben die Ehre, der Akademie an⸗ zugehören, niemals recht hoch angeſchlagen. Marſchall Saxe, der große Heerführer, wußte wohl, daß er in der Grammatik und Orthographie weniger als auf dem Schlachtfelde zu Hauſe war, und lehnte die Wahl ab.Sie wollen mich in die Cadmie ſtecken, ſchreibt er an eine Geliebte etwa mit derſelben Orthographie.Das paſte für mich, wie ein Rink auf eine Kazenpote. Als Tour reil 1714 ſtarb, bot man den erledigten Sitz ſchleunigſt dem Finanzeontroleur Desmarets an.Ich verſtehe Nichts von der Literatur, war ſeine Antwort,aber ich habe einen Schreiber in meinen Bureaux, der für ein

ſolches Ding geſchickt genug iſt. Die Antwort war durch⸗ Der Herr

aus keine Satire, ſondern brutaler Ernſt. Finanzcontroleur hatte gewinkt, und die Akademie beeilte ſich, den Sitz an ſeinen Schreiber Malet zu vergeben,

den obſcuren Verfaſſer einer lächerlichen Ode, der ihn

länger als zwanzig Jahre inne hatte. Selbſt der Schat⸗ ten des großen Corneille war vor einer Beleidigung nicht

Dritte Folge.

ſicher. Peter Corneille ſtarb 1685; zu ſeinem Sitze mel⸗ dete ſich ein vierzehnjähriger Knabe aber ein Herzog von Maine. Einſtimmig beſchloß die Verſammlung, die ſich ſelbſt diehohe Akademie nannte, den Knaben zuzu⸗ laſſen. Ja, der Dichter Racine mußte Seine Hoheit benach⸗ richtigen,daß, ſelbſt wenn zur Zeit keine Vacanz dage⸗ V weſen wäre, kein Mitglied Anſtand genommen hätte, ſeinen Platz zu räumen, nur um eine Vacanz zu ſchaffen. Wie viel größer ſteht der vierzehnte Ludwig da, und welche Achtung mag er vor ſeinen Akademikern, vor der Wiſſen⸗ ſchaft überhaupt gehabt haben! Er weigerte ſich, die Wahl des Knaben zu beſtätigen, und Thomas Corneille nahm den Seſſel ſeines Bruders ein.

Dergroße Monarch war überhaupt ein Gönner der Akademie, die ſein früherer Miniſter Mazarin ziemlich kühl behandelt hatte. Ludwig legte durch ein Geſchenk von 600 Bänden den Grund zu der prachtvollen Biblio⸗ thek der Akademie. Sie hatte damals noch kein eignes Palais und tagte im Louvre auf harten Bänken; nur der Präſident wiegte ſich in einem eleganten Fauteuil. Der alte, gebrechliche Cardinal d'Eſtrées beklagte ſich, daß ihn der Neid um jenen bequemen Sitz in der Andacht bei den Verhandlungen ſtörte, und Se. Majeſtät beſchenkte die Akademiein Erwägung ihrer harten Bänke mit jenen 40 weichen Seſſeln, die heute noch, obgleich ſeit dem Um⸗ zuge der Akademie verlaſſen, in derſelben Reihenfolge ſtehn. Das Schaukelſyſtem der Wiſſenſchaft ſtand unter ihm in vollem Flor.Damals, ſagt de Chambre en⸗ thuſiaſtiſch,war es in der That eine ruhmvolle und ſieg⸗ gekrönte Körperſchaft. Sie kleidete ſich in den Scharlach der Cardinäle und den Purpur der Kanzler. Die mäch⸗ tigſten Souveräne auf dem Erdenrund ſchützten ſie; in ihren Sälen drängten ſich Prinzen und Senatoren, Pairs und Staatsräthe, welche, ihres eignen Glanzes entkleidet, ohne Vorrang oder Auszeichnung zu beanſpruchen, ſich gern in einer zahlloſen Menge ausgezeichneter Schriftſteller

daß ich deinem Herrn die Huldigungen darbringe, die Niemand ſo ſehr als er verdient?

Pollux will, daß Sie aufſtehen ſollen, ſchönſte Roſe. Pollux hat etwas von der Galanterie profitirt... er iſt ein aimabler Burſche. Ihren Arm, meine kleine Fee.

Beide promenirten im Zimmer hin und her. Sie boten den Anblick eines Vaters mit ſeiner jüngſten Tochter. Die ſteife Hal⸗ tung Kaunitz ſtach gegen das ſchlanke elaſtiſche Weſen der Tän⸗ zerin ungemein ab; hätte ſeine Erſcheinung nicht ſo viel Würde repräſentirt, würde ſie vielleicht einem carikirten Bilde ähnlich ge⸗ weſen ſein. Mademoiſelle Lugon war im Plaudern unerſchöpflich und in ihrer überſprüdelnden Heiterkeit ungemein ergötzlich. Wie immer bei Freud' und Leid verkündete kein Zug in Kaunitz' Geſicht den Eindruck, den die Roſenlaune der Sylphide bewirkte.Ah bah, kleine Schwätzerin, es iſt nicht wahr, daß ſchöne Frauen Alles vermögen, ich glaube es nicht.

Und ich behaupte, wir haben es in der Gewalt, Jeden für uns glühen zu machen, wenn wir es darauf anlegen, rief luſtig die Tänzerin. Der Graf ſchüttelte den Kopf.

Allerliebſte Prahlerei... läßt Ihnen köſtlich; aber Sie kommen mit der Probe nicht durch, ich ſetze 2000 Ducaten da⸗ gegen.

So ernſtlich gemeint, mon prince?

Ah, ſieh da! die Vorrede zur Capitulation. Nun laſſen wir's, ich will Sie, charmante Roſe, nicht in Verſuchung führen. Die Aufgabe wäre für Sie zu ſchwer.

Eine Aufgabe? welche?

Laſſen wir's. Reden wir von Paris, von dem...

Nein, nein, mon prince, reden wir jetzt von der Aufgabe. Es amüſirt, es pikirt mich ſchon. Wie? haben Sie mir nicht ſelbſt geſagt, ich wäre unwiderſtehlich, könnte, wenn ich wollte, aus dem Engel einen Teufel und aus dem Teufel einen Engel machen? ich muß Sie, mon prince, jetzt gegen ſich ſelbſt in Schutz nehmen. Sie ſollen an meine Allmacht glauben lernen.

Wirklich?... gut, aber es wird Ihnen ſchwer werden. Ich bin gnädig gegen Sie, gönne Ihnen zurückzutreten, wenn Sie glauben nicht durchzukommen.

Was iſt's? Sie ſtacheln mich zur Neugier.

Kaunitz erzählte mit der größten Seelenruhe, daß ein junger Jeſuitenpater ein Freund ſeines Geheimſchreibers ſei, der keinen andern Wunſch hege, als dieſen Freund dem geiſtlichen Stande abwendig zu machen.

Und das ſoll ich bewerkſtelligen? rief Mademoiſelle Lugon lachend...o, ein pompöſer Einfall, zweierlei Uniformen an⸗ einanderzuhetzen, die ſchwarze und die luſtige roſenrothe. Ich habe ſchon einen ſolchen Schwarzen mehrmals hier im Hauſe ge⸗ ſehen, habe ihn aber nicht beachtet, weil ich nicht genug Neigung zu Contraſten in mir verſpüre. Aber nun... mon prince, der Schwarze ſoll roſenroth werden, ich changire ihn mit Vergnügen, wenn Sie mich gegen die Anklage der Hexerei in Schutz zu nehmen verſprechen.

Keine Frage.

Gut, der Schwarze wird ſeine Pas machen unter meiner Leitung, ich werde ihm Pirouetten und Entrechats ſo gut lehren, daß ſelbſt Noverre, der berühmte Tanzgott von Paris, mir Bei⸗ fall klatſchen ſoll. Ha, ein köſtlicher Spaß! Ich werde mit

Furore die Partie der Göttin der Liebe in dieſer Pantomime

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