elt ich ihn und faſt ine Aus⸗ den den auch bei arzugt, um
d fie
anſehen bewahren — Ach, ch dahin,
ſeitdem nie
zergriffene ie ihm mein mein theu⸗
zählen Sie
rfen ver⸗ zu haben,
für Sie ſo
derte ſanſt r kommen
Sie alles
1 neugierig . That, von wal mir klar, n, ſo go⸗ ein ausge⸗
—
zeichneter Menſch und Charakter geweſen ſein müſſe.
Dritte folge.
—-—
Der kurzgeſchnittene Haar des alten Mannes eben keinen jener
alte Knahn war in meinen Augen außerordentlich hoch ge⸗ zierlichen Haarzöpfe erlaubte, die der Stolz und die Zierde ſtiegen; ich hatte geglaubt, nur der Verluſt einer theuren der damaligen Cavaliers waren.
Braut, oder einer geliebten, vortrefflichen Gattin hätte ſolchen Einfluß auf das Gemüth eines Menſchen äußern können, wie es bei ihm war: nun war aber der Gegenſtand ſeiner tiefen, innigen, weit über die Grenzen des Reiches der Todten dauernden Treue und Liebe— männlichen Ge⸗ ſchlechts,— nach Allem, was er im Verlaufe ſeiner Klag⸗ ausbrüche davon ſprach— ein Bruder oder mindeſtens ein innigſtgeliebter Verwandter.
Der Abend kam endlich heran, und mit hochklopfendem Herzen ging ich ſchon um halb neun an dem beſtimmten Platze im Schloßgarten auf und ab. Es war eine wenig freundliche Septembernacht, nur hie und da glänzte ein bleicher Stern durch die ſchwarzen Regenwolken, die mit Anbruch der Nacht ſich am Himmel geſammelt hatten. Das Laub der Bäume wisperte in dem Winde oder rauſchte ſchon herunter zu meinen Füßen, während die Wetterfahne von dem Thurme des Schloßgebäudes gar traurig ächzte. Sonſt war Alles ſtill um mich her. Ich war ſehr aufge⸗ legt, eine recht grauſige Geſchichte zu hören oder ſelbſt ir⸗ gend ein ſolches unheimliches Abenteuer zu erleben.
Endlich, genau als die Schloßuhr Neun ſchlug, er⸗ ſchien eine menſchliche Perſon an dem untern Ende des Gartens, mit einer Laterne, deren trüber Schein ein ei⸗ genthümliches Licht auf den Daherkommenden warf. Ich hätte den alten Knahn faſt nicht eerkannt, denn zu meinem größten Erſtaunen und innerer Ergötzlichkeit ſah ich end⸗ lich einmal einen Hofmann aus dem vorigen Jahrhundert vor mir, comme nl faut. Der Alte hatte ſich wegen der Wichtigkeit des Vorzunehmenden, wie er mir ſpäter ſelbſt ſagte, in ſeinen längſt verſchloſſenen Galarock mit allem dazu Gehörigen geſteckt und ſtand ſo in ſeiner vollen Glo⸗ rie da:„Jeder Zoll ein Zopf!“ Schade nur, und ich habe es wahrhaftig im Augenblicke innig bedauert, daß das
Ich war aus meinen romantiſchen Träumen von ſchau⸗ rigen Abenteuern durch die Erſcheinung des Alten geriſſen und konnte ein Lächeln, das von demſelben bemerkt mir all' ſein Vertrauen wieder nehmen konnte, nicht unterdrücken. Glücklicherweiſe war es ihm entgangen, und in patheti⸗ ſchem Tone fragte er mich, ob ich bereit ſei ihm zu folgen, wohin er mich auch führe. Als ich bejahte, winkte er mir den Baumgang hinunter dem alten Schloſſe zu und ging ſelbſt mit der Laterne voraus.
„Sie ſind der Erſte, Sie ſind der Einzige,“ fing der
Alte jetzt an,„den ich ſo meines vollen Vertrauens wür⸗ dige, daß ich ihm das ſchaurige Geheimniß meines Lebens, meinen Schmerz und meine nie endende Trauer offenbare. Nachdem ſie ihn ſo grauſam und erbarmungslos von mir getrennt hatten(weil es der Zeitgeiſt verlange, wie dieſe Terroriſten bei jeder ſolchen That ſich zu beſchönigen ſuchten), hatte ich doch die Mittel in Händen, mir wenig⸗ ſtens ſeine Leiche zu verſchaffen. Ich habe ſie dann auch aufbewahrt an einem Platze, wo ſie ſie nimmermehr ſuchen werden, und es ſoll ihnen nicht gegönnt ſein, ihren Spott mit dem Theuern noch im Sarge treiben zu können. Be⸗ vor er unter ihrem Meſſer gefallen war, gab es aber auch nichts Vollendeteres auf Erden. Wenn Sie ihn geſehen haben, junger Mann, werden Sie meinen Schmerz erſt recht zu würdigen wiſſen, denn wie ſchmiegte er ſich nicht um meine Schultern, wenn ich ihm das herrliche blonde Haar ſtreichelte!“
Ich ſtutzte jetzt doch über dies und manches Andere, was er noch im Verlaufe ſeiner fortwährenden Jeremiade
andeutete, und ſo langten wir vor den weitläufigen Ge⸗
bäulichkeiten des alten Schloſſes an, worauf wir durch eine Thür, die ich früher nie bemerkt haben wollte, in das Innere des fürſtlichen Hauſes eintraten.
ſein Geſicht nicht mit beſonderer Wangenfülle geſegnet und daher einige Hautfalten zwiſchen Ohr und Kinn wie auch auf der Stirn entſtanden. Vielleicht war dies unangenehme Bewußtſein ein Theil der Urſache, daß Kaunitz, wenn es nicht unumgänglich er⸗
forderlich ſchien, ſeine Geſichtszüge noch ſeltener in Bewegung ſetzte als früher.
Das Zimmer, in welchem er ſchlief, war auch zugleich ſein Arbeitszimmer. Ein Mann, der jeden unangenehmen, ſeinen Gleichmuth ſtörenden Eindruck ängſtlich von ſich fernzuhalten wußte, mußte folgerecht auch beſtrebt ſein, nur Angenehmes um ſich zu ſehen, darum wies ſich dieſes große, wohldurchwärmte Schlaf⸗ und Arbeitszimmer auch mit beſonderer Vorliebe decorirt.
Die tiefſte Stille herrſchte in dem Zimmer. Unweit des Bettes ſaß der Geheimſchreiber Harrer an einem Pult und ſchrieb das ihm von dem Graßen Dictirte nieder, welches oft nur in ein⸗ zelnen Gedanken und Anſchauungen beſtand, die demſelben ge⸗ legentlich einfielen. Harrer bewegte auch kein Glied ſeines Leibes, während ſein Gebieter dachte, und da dieſer nach ſeiner Gewohn⸗ heit, vielleicht aus Eitelkeit, um mit dem berühmten Kaiſer Karl v. eine Aehnlichkeit zu haben, bei dieſem Geſchäft die Blicke unverwandt aufwärts gerichtet hielt, ſo ſchien es faſt, als erfreue er ſich himmliſcher Offenbarungen. Seine Secretäre waren ſo ſehr daran gewöhnt, viertelſtundenlang ſtillzuſitzen, während ihr Herr ſeinen Gedaͤnken ſtumme Audienz gab, daß es ihnen nicht auffiel, wenn der Graf die Pauſe noch länger ausdehnte. Jeder dieſer Geſchäftsweiſe Unkundige würde erſtaunt ſein, einzelne Worte des Miniſters, welche zufällig einmal den Gang ſeiner Ideen verriethen, ehe er dieſelben als zum Dictiren fertig abge⸗ rundet ausſprach, mit Pietät niedergeſchrieben zu ſehen.
müſſen die ſtrengſte Inſtruction erhalten,
„Legationen...“ Nach dieſem Mittelpunkt der Gedankenfülle Kaunitz, von Harrer ſogleich zu Papier gebracht, folgte eine ſehr lange Pauſe, bis endlich in der geiſtigen Werkſtatt des Grafen das wichtige Capitel der Legationen völlig zum klaren Ganzen geſtaltet, zum Dictiren reif war und nun in des Geheimſchreibers Feder überflaß.
„Von unendlicher Wichtigkeit für Oeſterreich ſind deſſen Legationen im Auslande. Man muß hinſichtlich der Legaten eine feine Wahl treffen. Nach Petersburg, nach Paris, nach London,
in die italieniſche und pyrenäiſche Halbinſel muß man Geſandte
ſchicken, die geeignet ſind, in allen auch noch ſo üppigen und ver⸗ wegenen Intriguen ihren Mann zu ſtellen. Es müſſen Männer herausfühlen können,
mit Janusköpfen ſein und jedes Wetter das aufzuziehen im Begriff iſt. Die dahin beſtimmten Geſandten
Geſindel gewiſſer Art, wie nämlich thätige oder verunglückte Literaten, Künſtler, Nichts⸗ thuer, in achtungsvollſter Entfernung von ihren Legationen zu halten, damit dieſelben nie in die oft unerbaulichen Händel dieſer Leute mit hineingezogen werden. In jenen Ländern iſt die Re⸗
präſentation und eine kluge Beobachtung aller Vorkommniſſe an
den Höfen das Wichtigſte... keine Melange mit unnobeln Per⸗ ſonen; der Schaden iſt größer, als der Nutzen.“
Nach einer langen Pauſe dictirte Kaunitz weiter:
„Für alle Zeiten müſſen die Depeſchen an die preußiſchen Legationen in Wien ein Hauptaugenmerk für die öſterreichiſche Staatskunſt bleiben. Die Couriere ſind Menſchen und haben Neigungen zu leicht verdientem Golde. Befriedigt man dieſe, ſo befriedigen ſie die unſrigen. Man nehme aber den Anſtrich von
der Sache, als ſei ſie nicht honnet. Der Courier muß wiſſen, wo⸗
——————2:—


