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beſſere Saite
abwehren⸗ Liebe zurück chaft an ſchloß ich die Dei⸗ e Bilder⸗ und jetzt die Min⸗ chen, geben ſie Liebe iſt nichts bringt. Auch then werden. ch Dein gutes ch abhalten
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Zeine
gehen ſcheint.
Nr. 25.]
Dritte
Wohl möchte ich für Dich rein, frei und ſchön ſein, aber
ſo“— ſetzte ſie düſter hinzu—„würde ich Dein Leben nur beflecken. Du wirſt ein andres Weſen finden, das
Deiner werth iſt, das Dich glücklich machen wird, und vor
Allem— lebe Deiner Kunſt!“
„Meiner Kunſt?“— unterbrach ſie Pali,—„ja, es
war die einzige Nebenbuhlerin, die Du in meinem Herzen hatteſt. Du haſt ſie verdrängt. Was kümmert mich die Kunſt? Auch ſie hat mich nicht geliebt. Der eigne ſchöpfe⸗ riſche Geiſt, die Kraft der Geſtaltung ward mir verſagt. Der losgelaßne Flug techniſcher Bravour, mit welchem ich das Ohr des Hörers täuſche, iſt nur das Afterbild des Ge⸗
nius.— Nie hat der Schatten eines anderen Weibes
in meinem Herzen Raum gefunden. So lange ich denken kann, liebe ich nur Dich. Ja, als ich Dich wiederſah,
fühlte ich, daß Du meine Seele, mein Leben biſt, daß ich O, laß
nicht mehr athmen kann, als in Deiner Nähe. Dich lieben, ſei wieder jenes gute Kind wie in den Ta⸗ gen unſrer Jugend! Laß uns in ein Land fliehen, fern von der Welt, die wir verachten wo Niemand uns kennt, dort ſoll das Geheimniß unſers Herzens, wie der Edelſtein im Schooß der Erde ruhen. Glaube mir, die Liebe löſcht die Vergangenheit aus, wir werden wieder glücklich ſein wie einſtens. folgen!“ Erzſi hörte demüthig und geſenkten Hauptes auf den
Jüngling, ſie ließ ihre Hand in der ſeinigen ruhen, als er, hingeriſſen von dem Zauber ihres Anblicks und an ihren
Werth glaubend, ſo eindringend, glühend und begeiſtert ſprach.
„Du ſchweigſt, Erzſi“ Nichts die vornehme Eiſesrinde Deines Herzens zu ſchmel⸗
zen? Iſt Dir der Gedanke, ohne Prunk, ohne allgemeine
Huldigung, ein Stillleben, der Tugend geweiht, führen zu müſſen, ſo gräßlich? Hat der leere Flimmer, die Nichtig⸗ keit des Weltlebens eine ſolche Gewalt über Dich? Die
Folge.
Du wirſt mich lieben— Du mußt mir
— fuhr er fort,—„vermag
große Welt iſt undankbar, ſie geht grauſam mit denen um, die ſich ihr opfern!— Arme Erzſi, Du haſt nie geliebt, biſt nie geliebt worden. Ich fürchte, Du wirſt gräßlich er⸗ wachen— und zu ſpät! Du wirſt dann, in der Einſam⸗ keit und Oede Deines Herzens, die Vergangenheit bekla⸗ gen. Du haſt mit dem Egoismus, welcher nur das Ge⸗ fühl der Verherrlichung, aber nicht die Leidenſchaft der
Hingebung, die Heiligkeit der Pflicht kennt, Deinen Gat⸗
ten verlaſſen, um dem täuſchenden Schimmer von Freiheits⸗
luſt zu folgen,— Du wirſt bald und ſchwer genug Deine
Irrthümer büßen müſſen!— Ich habe Dir alle Stun⸗
den meines Lebens, jeden Schlag meines Herzens geſchenkt
und Du wirfſt wiederum ein treues Herz weg, um Dich an einen Spieler, einen Glücksritter zu hängen, der nichts als ein gewöhnliches Weib in Dir ſieht!“
Noch vor wenig Augenblicken fühlte ſich Erzſi beinahe von des Jünglings glühender Liebe überwunden, aber jetzt regte ſich der Stolz, die ganze Eitelkeit des Weibes.
„Genug,“ ſagte ſie, indem ſie ſich wie eine Königin er⸗ hob—„Du vergißt Dich! Wer gibt Dir das Recht, ſo mit mir zu reden? Ich habe dem Manne, von welchem Sie ſprechen, nichts vorzuwerfen, denn er hat mir nichts verſprochen, ich ſelbſt bin ihm entgegengegangen, und das einzige Mittel, meine Handlungsweiſe zu rechtfertigen, iſt Treue von meiner Seite!
„Du liebſt mich nicht?“— rief Pali mit hohler Stimme wie aus einem Traume erwachend.—„Wer mir ein Recht auf Dich gibt? fragſt Du. Der Geiſt Deines Vaters, deſſen Namen Du befleckſt, mein Herz, meine wahn⸗ ſinnige Liebe, mein durch Dich vergiftetes Leben. Aber
bei Gott, dieſer ſchöne Leib ſoll von Niemand mehr ent⸗
weiht werden, dieſer ſchöne Leib, dieſe giftige Lüge der Na⸗ tur ſoll wenigſtens Niemand mehr wahnſinnig machen.“—
Faſt zum Wahnſinn erhitzt, hatte er bei den letzten Worten
einen Dolch, der ſeltſamer Weiſe ſtets auf ihrem Nipptiſch
lag, ergriffen und auf ſie gezückt.
hat, verſchafften ihnen die weiteſte Verbreitung durch alle Länder Europa's, ja weit über die Grenzen Europa's hinaus.“
Das neue Auftauchen dieſer Tincturen und dieſer Geſchichte
ihrer Entſtehung iſt, ſo dünkt uns, bedeutungsvoller, als es auf den erſten Anblick ſcheinen dürfte, und ſollte von Seiten der Heilkünſtler ſowohl als der Gottesgelehrten mit lauter Freude begrüßt werden. Für die Wiſſenſchaften beider, ſo ſcheint es uns, ſind hier durch praktiſche Beweiſe Reſultate zu gewinnen, die hundertjähriger theoretiſcher Kampf nicht zur Entſcheidung bringen konnte. Gerade in jetziger Zeit des Unglaubens und der Ver⸗ ſtandesherrſchaft hat man ſo vielfach das Dogma von der Wirk⸗ ſamkeit des Gebetes und von der unmittelbaren Einwirkung Gottes in das Gebiet⸗menſchlichen Denkens und Handelns be⸗ ſtritten, daß diejenige Wiſſenſchaft, die ſtandhaft noch immer das Wunder vertheidigt, ſich nicht das Argument für ihre Behauptungen entgehen laſſen ſollte, das ſich in dieſen durch das Gebet er⸗ fundenen Medicamenten ihr bietet, wenn nämlich die Erfindung derſelben in der That ſich als ſo außerordentlich, ſo die gemeine verſtändige mediciniſche Wiſſenſchaft übertreffend erweiſt, als aus der Vorrede und dem Preiſe der Arzneien in der That hervorzu⸗ Wenn aber das der Fall iſt, dann wird andrer⸗ ſeits auch die mediciniſche Wiſſenſchaft, deren Zerſplitterung in die feindſeligſten und zum Theil unverſtändlichſten Parteiungen das vollſtändigſte Bild einer modernen babyloniſchen Verwirrung darbietet, auch ſie wird dann aus dieſer Vorrede und aus der Weiſe, wie Ch. Fr. Richter ſeine„Goldtinctur“ und ſein „ſchwarzes Pulver“ erfand, einen Fingerzeig entnehmen können, wohin ſie ſich zu wenden hat, um den ewigen Streit ihrer Mei⸗ nungen zu Ende und ihren bedürftigen Patienten die höchſte
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mediciniſche Offenbarung und die untrügliche Panacee zu bringen. Freilich wird die Rettung dieſer beiden Wiſſenſchaften in dieſem Sinne nur möglich ſein, wenn die Halleſchen Waiſenhaus⸗ Arzneien ſich als das erweiſen, als was ſie ausgeboten werden. Wir wünſchen deshalb, daß recht bald Experimente im Labora⸗ torium und am Krankenbette uns darüber belehrten, auch zu dem Zwecke, damit dadurch eine beſtimmte Grenze gezogen werde zwiſchen den Geheimmitteln, die wirkliche und erlaubte Mittel ſind, und denen, die man als Charlatanerie enthält und polizeilich zu verkaufen verboten hat! E. Winterlich.
Fürs Haus.
Zur gartenkunde. (Aus„Der unterweiſende Monatsgärtner“ u. ſ. w. von H. Gruner, bearbeitet von C. F. Förſter. Leipzig, bei
J. Wöller.) Kernloſe Kirſchen und Pflaumen zu produciren.
Man nimmt zeitig im Frühjahre junge, aus Körnern ge⸗ zogene Kirſch⸗ oder Pflaumenbäume, ſpaltet ihre zarten Stämm⸗ chen von oben bis unten an die Stelle, wo die Wurzeln ſich tbeilen, ſo daß zwei biegſame Theile davon entſtehen auf deren innerer Seite ſich nun die ebenfalls mitgeſpaltene Markröhre zeigt. Dann nimmt man ein glattgeſchnitztes Holzſtäbchen, und holt mit dieſem das Mark rein aus der Röhre heraus, wobei man aber ſehr vorſichtig ſein muß, damit man die Wände der Markröhre nicht verletzt, weil ſonſt der Saftumlauf gehindert und dadurch
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