Jahrgang 
01-26 (1857)
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rz quoll wie ein ſt den ſchönſten

ten. Mit blei⸗ Er hatte nicht Ei Gedicht b Liebe. die Töne, bis fend, unterbrach, e das Spiel des miſchte ſich das auer. Durch die durch das s zuweilen verlornen Seele, ſſchreit imliches Gefühl, die Zuhörer und h los. Nur der dert ab bei dieſen

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gem Leiden und Lebensgetriebe geliebt und be⸗ dudigung, nach V e ibn vor wenig n jetzt kalt und vlötzlich vor ihm andern Gedanken

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Die Perſien

Nr. 25.] Dritte

ihm zu neuen Kämpfen anſpornend ihr Bild. Geiſteskräf⸗

tig arbeitete er ſich oft verzweifelt aus dem Staub des

Vagabondenlebens, aus dem breiten Strom ſelbſtzufriede⸗ ner Mittelmäßigkeit empor zu der Höhe des Ruhms. Heute, nach Jahren des Kampfes, hatte er Erzſi wiederge⸗ funden und jenes heilige Feuer, was er einſt aus ſeiner Knabenzeit mit hinaus auf die Landſtraße und unbefleckt durch die Welt getragen hatte, ſchlug von neuem als heiße, verzehrende Lohe der Leidenſchaft empor.

Pali begegnete der jetzigen Gräfin öfters in den Sa⸗

lons, in denen ſie herrſchte; denn die Welt, deren Geſetze

ſie mit Füßen trat, beugte ſich vor ihrer Schönheit, ihrem Geiſte. Die moderne Geſellſchaft, dieſes Gemiſch von Prüderie und Frivolität, achtet nicht auf diejenigen, welche den breitgetretenen Weg verfolgen, ſondern auf die, welche die öffentliche Meinung ins Geſicht ſchlagen. Ungewöhn⸗

liche, kühne Verbrechen und vergoldete Laſter bewundert und vertheidigt man mit allem Aufwand menſchlichen Witzes

und nur die arme gefallene Seele, die reuig am Boden liegt, verdammt und ſteinigt man.

Oft einſam mitten unter den ſeelenloſen Alltagsge⸗ ſtalten, ruhte ſein Blick auf Erzſi. Ja, ſie war ſchön! Aber es war etwas Sataniſches in ihrer Schönheit. Ihr Wuchs, groß, ſchlank und dabei üppig, hatte etwas, was an die Schlange des Paradieſes erinnerte, welche verführt und verhöhnt! Das blaſſe Geſicht war eingerahmt durch eine Fülle dunkler Haare, die ſanftgekräuſelt, wie ein be⸗ wegtes Meer, über die hohe und breite, an den Schläfen gewölbte Stirn, voll Kraft und Willensfeſtigkeit, hernie⸗ derfloſſen. Der Mund, ſchön geſchnitten und lebhaft ge⸗ röthet, war von verführeriſchem Reiz nur zuckte zuwei⸗ len ein verachtendes Lächeln darüber hin, und die Augen, von feſtgezeichneten Brauen kühn überwölbt, bald kalt und ruhig dareinſchauend, bald unheimlich aufleuchtend, reiz⸗ ten, ohne zu erwärmen, verzehrten und tröſteten nicht.

Oft, wenn er ſie umringt ſah von ihren Verehrern, die

folge. 393

albern und kindiſch nach den Einfällen ihrer Laune tanz⸗ ten, fühlte er etwas wie Haß gegen dieſes Weſen; aber er kämpfte vergebens gegen die magiſche Gewalt, welche ſie um ſich her ausübte, eine Art magnetiſcher Kraft, welche der Himmel oder die Hölle zutheilt. Wie ein Schmetter⸗ ling das Licht, ſuchte er ihre gefährliche Nähe und floh und ſuchte ſie wieder.

Anſtatt den Unwerth des Weibes zu durchſchauen, ihr mit männlicher Reſignation den Rücken zu kehren und feſt weiter zu ſchreiten auf der mit Glück betretenen Bahn, beſchloß er ſich ihr zu nähern, vielleicht daß er ſie an ſich feſſeln, ſie retten könne. Iſt der Geiſt noch ſo hellſehend, ſo glaubt und hofft das liebende Herz doch immer, noch im Schutt auf verborgene Schätze zu ſtoßen und das beſudelte Götterbild wieder aufrichten zu können.

Eines Tages finden wir Pali in der Wohnung Erzſi's. Es war ein trauliches, dabei coquett und üppig decorirtes Gemach. Das Tageslicht fiel gebrochen durch die halb zu⸗ gezogenen, roſaſeidnen Vorhänge auf ſeltene und duftige exotiſche Blumen, auf geſchmackvolle Möbel und tauſend koſtbare Spielereien.

An der Seite Erzſi's ſaß Pali. Allmählich ſchwand im Laufe des Geſprächs zwiſchen Beiden die zurückhaltende Höflichkeit, die conventionelle Verſtellung. Die ſtolze Kälte des Weibes ſchmolz, ihre kühngeſchnittenen Lippen umſpielte Wehmuth, kindiſche Laune und Seligkeit, und aus dem tiefen, ruhigen Auge brach jetzt zuweilen blitz⸗ ſchnell ein weicher Strahl hervor, als Pali aufgelöſt in Milde und Sehnſucht das traurige Märchen ſeines Lebens erzählte. Wo waren in dieſem Augenblick die Jahre hin⸗ gekommen, in welchen ſie ſich nicht geſehen? Ueber dem Friedhof ihrer Herzen ſchwebte der Auferſtehungsengel und aus den Gräbern der Erinnerung ſtiegen die ſelig⸗jauch⸗ zenden Tage der Kindheit und Unſchuld und hielten mit ju⸗ belndem Spiel ihren Feſt-Umzug. Jene Erinnerungen waren in namenloſem Reiz durcheinander geſchlungen und

Inſtinct der Selbſterhaltung erweckte und ſie zu entfliehen ver⸗ ſuchte. Vergebens wollte man einen Theil des Scheiterhaufens über ihr zuſammenſtürzen; ſie machte einen gewaltigen Sprung, riß ſich von den Prieſtern los, die ſie zurückhalten wollten, ſchrie vor Schmerz und lief dem nahen Fluſſe zu.

Die Engländer wollten ſie beſchützen und forderten wenigſtens

Aufſchub, bis die Behörden entſchieden haben würden; aber die Menge lehnte ſich dagegen auf, die Prieſter bemächtigten ſich des Opfers, ſchleppten die Unglückliche zu dem Scheiterhaufen zurück und warfen ſie wieder in das Feuer.

Nunentſtand ein heftiger Kampf, doch die Engländer waren nicht

zahlreich genug, um die arme junge Frau zu retten, die ſich ab⸗ mühte, aus dem Feuerzu entkommen, aber durch die Brahminen immer wieder zurückgeſtoßen wurde. Endlich befreite ſie ſich durch eine verzweifelte Anſtrengung dennoch, lief zu dem Fluſſe und ſprang hinein. Vier Prieſter folgten ihr, holten ſie ein und verſuchten, ſie zu ertränken, indem ſie ihr den Kopf unter das Waſſer drückten. Aber jetzt kamen engliſche Soldaten, bemächtigten ſich der Prieſter, trieben die wüthende und tobende Menge auseinander und rette⸗ ten die unglückliche Frau. Dieſe aber ſtarb am nächſten Tage unter den fürchterlichſten Schmerzen, verflucht und verlaſſen von den Ihrigen, verachtet von dem Volke und für niedriger und verworfe⸗ ner gehalten, als ein Paria. a.

Odeal und Wirklichkeit. (hropa gibt in einem ausführlichen Aufſatze über

1

ar den Beſtand des perſiſchen Heeres folgende inter⸗

eſſante Daten:Stellt man nach europäiſcher Art der Statiſtiker eine tabellariſche Ueberſicht auf, ſo erhält man ein ganz ſtattliches Reſultat. Eine ſolche Tabelle ſieht ſo aus: I. Fußvolk. 1) Garde 2) Linie. 3) Reſerve... 4) Miliz und Grenzer

3,000 Mann, 39,000 56,400 80,000

178,400 M. Fußvolk. II. Reiterei, 1) Garde. 10,000 2) Irreguläre... 60,000 70,000 M. Reiterei. III. Artillerie. 1) Fußartillerie. 4000 2) Kameelartillerie 200

4,200 M. Artillerie.

Zuſammen: 252,600 M. mit 120 Ge⸗

4 ſchützen u. 200 Drehbaſſen.

Dieſe ſchöne Tabelle erhält leider von der Wirklichkeit ein

klägliches Dementi. Man ſtreiche ohne Weiteres Reſerve und

Miliz, ſetze die Linie auf etwa den vierten Theil herab, denke ſich

die ganze unregelmäßige Reiterei nebſt einem guten Theile der

Garde hinweg, nehme die Artillerie mit Ausnahme der auf Ka⸗

meelen reitenden Abtheilung für gänzlich zerrüttet an, und man hat ein treues Bild des perſiſchen Heeres.