baskiſche, über die altindiſche und die Kawi⸗Sprache auf Java u. a. übergehend, gab er die Ideen zu einer Philo⸗ ſophie der Sprachwiſſenſchaft, die von anderen Gelehrten zu fruchtbringenden Syſtemen ausgearbeitet ſind.
So mannigfach und auf den verſchiedenſten Gebieten durchgreifend ſind die Reſultate dieſes reichen Lebens, das zu einem nicht nur der größten, auch der glücklichſten ſeines Jahrhunderts zu zählen iſt. Aber auch dieſes Daſein konnte der allgemeinen menſchlichen Vergänglichkeit ſich nicht ent⸗ ziehen. Der härteſte Schlag, der Humboldt traf, war der Tod ſeiner Gattin, die er im März 1829 verlor. Von nun beginnt ein neuer Abſchnitt ſeines Daſeins, das in Wehmuth ſeinem Ende entgegengeht und ſich nicht wieder zu vollſter Friſche emporrichtet. Die franzöſiſche Revo⸗ lution von 1830 rief ihn nochmals auf den Schauplatz öffentlichen Wirkens. Nachdem er ein Jahr vorher der Commiſſion zur Leitung des Baues und der Einrichtung des königlichen Muſeums in Berlin vorgeſetzt war, wurde er, um dem Andrängen der liberalen Forderungen nach der Julibewegung eine Scheinconceſſion zu geben, wieder zu den Sitzungen des Staatsrathes gezogen. Bald zog Humboldt von hier ſich zurück, um durch Gründung des „Vereins der Kunſtfreunde im preußiſchen Staate“ ſich auf freierem Felde ein letztes Denkmal zu gründen.
Endlich verkündete ſich mit den Beſchwerden des Alters das Herannahen des Todes. Mannigfache Schwächen deuteten auf ein Leiden des Rückgrates. Da, nachdem ſie ſich im Winter 1834 auf 1835 auf beſorgliche Weiſe geſteigert haben, zieht er ſich am Geburtstage ſeiner Gat⸗ tin, bei einem Gang zu der oft beſuchten Grabſtätte, eine Erkältung zu. Sein ganzer Zuſtand verſchlimmert ſich in Folge deſſen.
Krankenlager, das er nicht wieder verlaſſen ſoll. Es waren zehn Tage der peinlichſten Aufregung, wechſelnder Sorge und Hoffnung für die Seinigen.
Ihm aber war
Zufälle von Ohnmacht, die ſich ſtärker wie⸗ derholen, werfen ihn endlich, Ende März, auf ein kurzes
Novellen⸗Zeitung.
es vergönnt zu ſterben, wie er oft den Wunſch ausge⸗ ſprochen hatte: mit unverminderter Klarheit des Bewußt⸗ ſeins und noch das ſcheidende Leben mit heiterer Beſon⸗ nenheit beobachtend. Denn aus Phantaſien und Betäu⸗ bungen erwachte er nur, um mit vollkommen freiem Geiſte Worte des Dankes, der Liebe und des Troſtes denen aus⸗ zuſprechen, die ihn umſtanden. Mit erſterbenden Lippen wiederholte er die Sprüche alter und neuer Dichter, die ihn durchs Leben begleitet hatten, und noch zuletzt, ehe ſie ſich für immer ſchloſſen, waren ſeine Augen auf das Bild der Theuren geheftet, mit welcher wieder vereint zu wer⸗ den das ſüße Spiel ſeines Hoffens war. Am Abend des 8. April, als eben die Sonne ihre letzten Strahlen in ſein Zimmer warf, hatte er aufgehört zu athmen. Er ſtand am Schluſſe ſeines achtundſechzigſten Lebensjahres.
Rudolph Hayn ſchließt ſein ideal gehaltenes, des Ge⸗ genſtandes ſo würdiges Werk mit den Worten:„Wenn man einem ſolchen Manne kein Denkmal errichtet, ſo be⸗ darf er auch keines. Denkmals genug, was er war, was er iſt und was er der Zukunft ſein wird. Denn der Hul⸗ digung und Verehrung derer bleibt er gewiß, welche ſich an dem Adel ſeines Charakters und an der Liebenswür⸗ digkeit ſeines Gemüths zu erbauen wiſſen. Aber auch die Wiſſenſchaft und die Politik wird dasjenige nicht um⸗ gehen können, was in ſeinem Weſen und Leben in die Er⸗ ſcheinung trat. Wenn der Glanz der Syſteme vollends erblichen und das Schulgeſchwätz der Sophiſten verachtet ſein wird, alsdann wird jene Forſchungsweiſe im Werthe ſteigen, die mit lebendigem Geiſt nichts als die einfache Wahrheit der Dinge ſucht. Wenn die Staatskunſt der Gedankenloſigkeit ihr Schickſal erfüllt haben wird, alsdann wird heller das Bild des Mannes ſtrahlen, der dem Staats⸗ leben das Geſetz maßvoller Freiheit einzupflanzen und die widerſtrebende Wirklichkeit unter die Herrſchaft der Ideen zu beugen gelehrt hat.“
Das gefängniß in San⸗francisco.
Jeder Gefangene in dem Gefängniſſe von San⸗Francisro in Californien kann von dem Director alle ihm beliebigen Frei⸗ heiten erkaufen. So wird der Kerker zu einer Art von Gaſthaus, in welchem die Verhafteten nur gelegentlich ihren Aufenthalt nehmen. Ihre meiſte Zeit bringen ſie damit hin, zu jagen, auf den benachbarten Pachthöfen Beſuche zu machen, oder ſelbſt in San⸗Francisco herumzugehen. Natuürlich hat ſchon mancher Verbrecher dieſe Freiheit benutzt, um ſich der Haft ganz zu ent⸗ ziehen. Aber auch außerdem gibt es in der ganzen Welt kein Gefängniß, aus welchem die Entweichung ſo leicht wäre, wie aus dem von San⸗Francisco; das Gold öffnet alle Pforten deſſelben, und die Gefangenen ſind für gewöhnlich weniger darin als außer⸗ halb. a.
Literatur. Bücher der Natur. Die wichtigſten Abſchnitte der ge⸗ ſammten Naturwiſſenſchaft in populären Darſtellungen. Heraus⸗ gegeben von E. A. Roßmäßler.— Erſter Band: Grund⸗ züge der Chemie von Dr. H. Hirzel.— Zweiter Band: Die
Familie als Schule der Natur von Berthold Sigis⸗
mund.— Leipzig. Ernſt Keil. 1857.
Der Herausgeber motivirt ſein Unternehmen folgender⸗ maßen:
„Neben mehreren ähnlichen Unternehmungen bedürfen„die Bücher der Natur“ einiger Rechtfertigung und Begründung ihres Erſcheinens. Der Herausgeber fand dieſe zunächſt in der oft zu
angrenzenden Ländertheile Rückſicht— iſt.
machenden Wahrnehmung, daß der immer mehr wachſende Leſer⸗
kreis naturwiſſenſchaftlicher Schriften namentlich Zeitſchriften und überſichtliche Werke naturwiſſenſchaftlichen Inhalts unbe⸗ friedigt aus der Hand legt, weil er in erſteren nur Bruchſtücke, wenn auch noch ſo erſchöpfend behandelt, in letzteren zu viel Ge⸗ dächtnißwerk erhält. Gar manche berühmt gewordene„populäre Naturgeſchichte“ mag ſeit ihrem Ankauf ruhig im Bücherſchranke ſtehen, weil der Käufer ſich in dem Buche getäuſcht fand, welches ihm die ganze Laſt der Wiſſenſchaft aufbürdete, die er nicht darin ſuchte. Die meiſten populären Naturgeſchichten ſind bloß Bücher zum„nachſchlagen“. Daraus ſchöpft man allerdings Wiſſen, aber keine Bildung. Naturwiſſenſchaftliche Bildung gewinnt man nur aus Büchern, welche ſich angenehm„leſen“ laſſen, ein Vor⸗ zug, der ſich nur von wenigen der hier einſchlagenden Bücher rühmen läßt.“ 1 1
Dieſer Anſchauung gemäß ſoll jedes Bändchen der B. d. R. ein kleines abgeſchloſſenes Gebiet der Naturwiſſenſchaft mit Aus⸗ führlichkeit, jedoch nicht in gelehrter Breite, behandeln, und erſt wenn durch eine Reihe ſolcher kleinen Einzelſchriften eins der großen Gebiete der geſammten Naturwiſſenſchaft, z. B. das dotaniſche, nahezu erſchöpft ſein wird, erſt dann ſoll ein überſicht⸗ liches, jene zu einem geordneten Ganzen abrundendes allge⸗ meines folgen, was dann kurz und bündig ſein darf, ohne unver⸗ ſtändlich zu werden. 4*
Als ein beſonderes Merkmal der B. d. N. wird ferner hervor⸗ gehoben, daß in denſelben vorzugeweiſe, jum ennnrhellen der Wiſſenſchaft ſchließ f die Natur Deu Wiſſenſchaft ausſchließend, auf chl ads zmen
auf die einzelnen Bändchen noch ausführlicher zurück.
[III. Jahrg.
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