Jahrgang 
01-26 (1857)
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II. ahr.

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Nr. 24.]

gereifte Ideenleben ſeines Innern flicht er auf dieſe Weiſe ein Stück jener Empfindſamkeit, welche aus der Zeit ſeines Knaben⸗ und Jünglingsalters in ihm nachklingt. Mit der aufrichtigen Theilnahme und der herzlichen Hülfsbereit⸗ ſchaft, womit er der Freundin entgegenkommt, verſchmilzt jene ſublime Genußſucht, zu der die Natur ihn angelegt und die er immer mehr ſublimirt hat. Er darf mit Wahr⸗ heit ſagen, daß er ſich der Freundin nicht in ſelbſtſüchtigen Abſichten nahe, und es iſt dennoch gleich wahr, wenn er ihr ein andermal verſichert, daß ſie in dieſem Verhältniß keinesweges bloß die Empfangende ſei. Denn in der That, er war entſchloſſen, aus ihrer Hingebung und Treue, aus ihrem Weſen und deſſen vertrauender Mittheilung ſo viel Genuß für ſich zu ſchöpfen, als irgend möglich wäre. Des⸗ halb veranlaßt er ſie, ſich ihm in den tiefſten Falten ihres Herzens und Geiſtes zu eröffnen, er bittet ſie und erreicht es, daß ſie ihm eine ausführliche Erzählung ihres früheren Lebens und ihrer inneren Entwickelung gibt. Er findet kein Arg dabei, ihr Geheimniſſe zu entlocken, für deren un⸗ verbrüchliche Bewahrung die tiefe Zuverläſſigkeit ſeines eignen Buſens Bürgſchaft leiſtet. Er darf glauben und darf mit Recht glauben, daß es keine Verſündigung an dem weiblichen Vertrauen ſei, wenn er jene Lebens⸗ und Ent⸗ wickelungsgeſchichte wie eine pſychologiſche Studie behan delt; denn er behandelt ſie ſo, ohne dabei auch nur einen Augenblick aus dem innigſten Mitgefühl für die Verfaſſe⸗ rin der Bekenntniſſe herauszutreten; es iſt ein Studium, nicht der Neugierde, ſondern eines durch Liebe und Zart⸗ ſinn geadelten Intereſſes, das Studium eines Mannes, der, was ihm irgend innerlich wahlverwandt war, nicht an⸗ ders als mit allen Kräften des Gemüthes, bis in alle Tie⸗ fen hinein zu verfolgen gewohnt war und der den Schatz ſchöner Weiblichkeit, wie er ſich ſelbſt rühmt,in dem ganzen unentweihten Hauche ſeiner Zartheit zu ehren verſtand.

Es kam hinzu und dadurch erſt wird eine richtige

Beurtheilung ſeines Verhaltens ſönlichkeit der Briefſtellerin d wohlthuend berühren konnte.

ihres Leben hatten ihr reizbares Herz nur reizbarer ge⸗ macht. Körperliche Kränklichkeit that das Ihrige, die Saiten ihres Innern noch mehr zu verſtimmen. Mehr als einmal daher mußte ſich die Heiterkeit und der Gleich⸗ muth des Glücklichen durch die immer zurückkehrende un⸗ ruhvolle Angſt, durch den Trübſinn, das Verzagen und die Beklommenheit der Freundin beeinträchtigt fühlen. Ein egoiſtiſches Gemüth würde ſich davon abgewandt haben und auf die Dauer der Mitleidenſchaft an derartigen Zuſtänden überdrüſſig geworden ſein. Es iſt rührend zu ſehen, wie Humboldt diejenige, die ein unverjährbares Recht auf ſeine Zuneigung erworben hat, in dieſen, den ſeinigen ſo durch⸗ aus heterogenen Stimmungen erträgt und ſtützt. Uner⸗ müdlich verſucht er die Kraft des milden, herzgewinnenden Zuſpruchs, hebt ſie hinauf in die heitere Region ſeiner eig⸗ nen geiſtigen Exiſtenz und läßt gelinde Zurechtweiſungen mit der Ermunterung abwechſeln, daß ſie an ihm ſich auf⸗ richten und ſtärken möge. Es kann bei der völligen Ver⸗ ſchiedenheit ihrer beiderſeitigen Lebenslage an Differenzen der einſchneidendſten Art, es kann von ihrer Seite an Auf⸗ faſſungen und Aeußerungen nicht fehlen, die ihm unbequem, ja abſtoßend ſind. Auch das läßt er ſich nicht irren. Der Urſprung und letzte Grund des Verhältniſſes iſt und bleibt ihm gegenwärtig; von daher ſchöpft er beſtändig die Ge⸗ duld und Milde, die Treue und Liebe, die Lücken des ge⸗ genſeitigen Verſtändniſſes zuzudecken oder zu verringern. Jetzt berichtigt er ſiet, jetzt wieder läßt er ſie in ihrer Ei⸗ genthümlichkeit gewähren und verzichtet ſie zu überreden oder zu ändern. Mit der liebenswürdigſten Accommodation ſteigt er zu ihrer Gefühls⸗ und Auffaſſungsweiſe herab, überwindet er ſich, ihr ſelbſt in ſolchen Dingen zu will⸗ fahren, die ihm nicht angenehm ſind. Er iſt der liebevollſſte Seelſorger, der beſte Beichtvater, der geduldigſte Lehrer,

glich, daß die Per⸗ en Freund keineswegs nur Die bitteren Erfahrungen

meinen temporären Hausgenoſſen geben. A tout hasard ſetzte ich auteur de Schloss Goczyn. Ob Thackeray nun zur Frau oder zur Schriftſtellerin kam, weiß ich nicht, aber ich fand am Abend ein in vortrefflichem Franzöſiſch geſchriebenes Billet, worin er mir dankte und ſich um vier Ühr nach Tiſche für den nächſten Tag verſprach. Er kam, groß, nicht gewandt, aber ruhig. Ich dankte ihm, daß er gekommen.Ich glaube, im Allgemeinen thun Sie es nicht gern.Nein, antwortete er offen.Um ſo mehr Dank, ſagte ich. Wir ſetzten uns, ich be⸗ trachtete ihn.Mais, monsieur, vous n'êtes plus jeune. Je n'ai que quarante ans, madame, mais dans ma famille les cheveux blanchissent vite. Ich hatte mir ihn hauptſächlich des⸗ wegen jünger vorgeſtellt, weil man erſt ſeit ſo kurzer Zeit eigentlich von ihm hört. Er hat jedoch ſchon lange geſchrieben, pour avoir du pain, aber ohne durchzudringen. Endlich macht er Vanity-fair, trägt es überall an, Niemand will es; man lächelt über das Buch und ihn. Zuletzt entſchließt eine Zeitſchrift ſich, und Thackeray iſt al mare, wie in Mailand die vogue heißt.Becky a fait ma fortune, ſagte er.C'est votre favorite on le voit bien. Er geſtand es zu. Dann ſagte er über Amslie:Voyez, c'est ainsi que j'aime la femme j'aime la femme sotte.Mais elle est un peu trop sotte, votre Amélie.Un peu, j'en conviens.Et puis, je ne saurai lui pardonner de ne pas aimer Dobbin voyez c'est mon favori à moi, Dobbin. t pourtant vous ne l'auriez pas aimé.Qui'sait? Nen suis sür. Wir ſprachen nun über Pendennis. Ich warf ihm ſeine Strenge gegen dieſen ſeinen armen Helden vor avez beaucoup trop maltraité il mérite mieux que gçFa.

zöſiſch einige Worte, in denen ich at, mir eine Viertelſtunde zu unter meinen Namen

ſohne ein Wort ruſſiſch .Vous Artillerie zu überſetzen. l Irländer etwas in Perplexität. Otto bot ihm ſeine

C'est parceque lui, e'est vous.Je suis un peu Pendennis, pourtant je n'ai jamais aimé d'actrice. Helen iſt ſeine Mutter. Nur iſt dieſe nicht geſtorben, ſondern lebt noch, iſt noch ſchön, zärtlich und ängſtlich. Et qu'est-ce-qu'elle a dit en se recon- naissant?Elle ne m'a jamais parlé de Helen. Er ſprach von ſeinem neuen Roman, daß er das Engliſch des Spectators verſucht.C'est dommage vous avez quitté votre sphère. Croyez moi, votre vocation à vous est faire de la melancolie philosophique sur la société actuelle.Vous avez raison mon nouveau roman est plutôt un tour de force.Pour- quoi faire des tours de forces? Laissez les à d'autres, vous n'en avez point besoin. Von mir hatte erByrons Frauen ge⸗ leſen.Vous avez donc aussi passée par? fragte er. Von ſeinen Büchern ſagte er:ils sont tristes.Ce sont méème les plus tristes, que je connais, antwortete ich. Im Ganzen gefiel mir der Mann vollkommen. Er iſt wie ſeine Bücher, lächelnd, melancholiſch, moraliſch humoriſtiſch, Lebenskenner. Ohne Illuſionen, aber auch ohne Elegiasmus darüber, gelaſſen reſignirt, ein für allemal. Nach zwei Stunden ſagte er mir good b'ye und ich ſagte:once more. Geſtern Abend, nachdem ich den ganzen Tag, über nur eine Stunde zum Anziehen und Eſſen frei gehabt, geſtern Abend um acht Uhr brachte Otto mir noch einen Engländer, auch einen Schriftſteller und in öſterreichiſchen Dienſten. Eigentlich war er ein Irländer und hieß Dwyer. Otto hatte ihn am Morgen im Buchladen gefunden, wo er ſich ein ruſſiſches Lexikon geholt, um, zu verſtehen, Tabellen über die ruſſiſche Es war dies eine Aufgabe, der würdige Hülfe an. Müde