Jahrgang 
01-26 (1857)
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376 Noveſſen⸗Zeitung.[III. Jahrg. Bildung, daß er ihn ehrenvoll, ja glänzend auszufüllen ſen wollte. Bei aller dieſer eingreifenden Wirkſamkeit vermochte. ſtand er eben ſo hoch über den Naivetäten und Triviali⸗ Im Bericht über Humboldt's ſtaatsmänniſche Wirk⸗ täten der jugendlichen Conſtitutionsſchwärmerei, wie über ſamkeit können wir nun hier das Haym'ſche Werk nicht wie den Perfidien und dem Weisheitsdünkel der Reſtaurations⸗ bisher in die Einzelheiten verfolgen. Als Geheimer V eiferer. Denſelben gewaltigen hochherzigen Idealismus, Staatsrath in das Miniſterium des Innern zur Leitung den wir in der Kunſt, Philoſophie und Wiſſeenſchaft jener des Cultus und des Unterrichtes berufen, wurde er eine claſſiſchen Epoche ausgeprägt finden, ſuchte er auf dem der hauptſächlichſten Stützen der Wiedergeburt Preußens. Felde der Verwaltung, der Diplomatie und der Verfaſ⸗ In der Zeit der größten finanziellen und politiſchen Be⸗ ſungsfragen geltend zu machen. drängniß ward die Gründung der Berliner Univerſität So waren lange Jahre raſtloſer und überangeſtrengter ſeine große ideale That, durch die er zunächſt den Geiſt der V politiſcher Thätigkeit vorübergegangen. Niemals während Nation erheben wollte, um ſie zur allgemeinen Befreiung V aller dieſer Zeit war jene contemplative Neigung in ihm reif zu machen. Nach dem Sturz Altenſtein's trat H. 1810 erſtorben. Das geheime Verlangen nach der Muße ſeiner

aus dem Miniſterium zurück und ward als Geſandter nach

Wien geſchickt, woſelbſt er die ſchwere Aufgabe löſte,

Oeſterreich, nach dem Fehlſchlagen des ruſſiſchen Feldzu⸗ ges, für die deutſche Sache zur Entſcheidung zu bringen. Mit Stein trat er von hier aus in nächſte Beziehung zur Erfüllung der gemeinſamen Aufgabe, Deutſchlands Na⸗ tionalität wiederzuerwecken und zu befeſtigen, und ſeitdem iſt ſein Name aufs engſte mit den bedeutendſten Ereigniſ⸗ ſen der allgemeinen Geſchichte verwebt. Er war 1813 während des Waffenſtillſtands auf dem Friedenscongreß in Prag, 1814 auf dem Congreſſe zu Chatillon und bei Ab⸗ ſchluß des Pariſer Friedens, den er mit Hardenberg unter⸗ zeichnete, 1815 auf dem Wiener Congreß, ſeit 1816 aber in Frankfurt a. M. bei Ordnung der deutſchen Gebietsfra⸗ gen und bei Gründung des deutſchen Bundestages thätig. Bald nachher wurde er Mitglied des preußiſchen Staats⸗ rathes, dann Geſandter in London, ſowie 1818 zum Con⸗ greß von Aachen zugezogen. Im J. 1819 erhielt er als wirkliches Mitglied des preußiſchen Staatsminiſteriums die ſo wichtige Leitung der ſtändiſchen Angelegenheiten übertragen, nahm aber noch im ſelben Jahre mit Boyen, Grolmann und Beyme ſeinen Abſchied, da er ein andres Syſtem als das des Miniſters v. Hardenberg befolgt wiſ⸗

Jugend war übertäubt, aber niemals unterdrückt worden. Seine Anſicht von dem eigentlichen Zweck und Ziel des Lebens war durch den Drang der Zeiten zurückgeſtellt, aber keinen Moment ganz aufgegeben worden.Meine ganze innere Neigung, ſo ſchrieb er wenige Wochen nach dem Prager Congreß an Caroline von Wolzogen,geht eigentlich viel mehr auf ruhige und betrachtende Exiſtenz, allein ich bin nun durch den Zufall einmal in das Weltge⸗ treibe hineingeworfen, und nun freut mich auch am meiſten das dichteſte und ärgſte Gewirre. Ich erhalte doch mitten darin immer meine Einſamkeit, die mich nie verlaſſen wird. Dieſem öfter wiederholten Geſtändniß gemäß war die Art und Weiſe ſeines Lebens in allen jenen geſchäftsvollen Jahren. Er verdoppelte und verzehnfachte ſeine Zeit. Er wußte die kurzen Pauſen der Ruhe und Geſchäftsloſig⸗ keit zu einem in ſich zuſammenhängenden Ganzen zuſam⸗ menzuſchieben, welches ſelbſtſtändig neben den Stunden der Arbeit fortlief. Er beſaß die Kunſt, ähnlich der gehei⸗ men Kraft des Ringes des Gyges, der ſeinen Beſitzer un⸗ ſichtbar machte, inmitten der lärmendſten Geſellſchaft ein⸗ ſam und inmitten der drängendſten Arbeit müßig und ge⸗ nießend zu ſein. So oft die ihm geſtellten praktiſchen Aufgaben ihm geſtatteten zu ſich ſelbſt zurückzukehren, ſo

Das war Nummer Eins, meine Herren. Otto, mit des Schickſals Mächten iſt kein ew'ger Bund zu flechten. Das be⸗ denken Sie und nehmen Sie ſich etwas beſſer zuſammen. Werfen Sie Ihr Geld nicht auf ſo unverantwortliche Weiſe weg.

So geht es weiter. Otto verliert hinter einander alle Partien. Je größer ſein Aerger, deſto jovialer wird der Herr; mit je größerer Anſtrengung jener, deſto kecker und glücklicher ſpielt dieſer.

Die Zuſchauer kommen gar nicht aus dem Lachen heraus. Der Herr citirt und parodirt die verſchiedenſten Dichterſtellen in der wunderlichſten Weiſe. Er verzieht ſich mit dem Munde ſo oft hinter die Couliſſen, natürlich immer wenn er auf Neunund⸗ zwanzig ſteht, und läßt den Vorhang ſo oft herunter, daß ihnen von all' dem Geſchwätz der Kopf vollſtändig wirr wird.

Jetzt, ruft Otto,noch zwei Partien. Dann hören wir auf. Jetzt muß ich ſie gewinnen, brummt er zur Seite.

Gut, noch zwei; die wirſt Du auch noch verlieren.

Angſt und unſichere Stöße geſtalten das nächſte Spiel gleich

Anfangs für Otto wieder ſo ungünſtig, daß der Herr nach wenigen

Stößen ſchon auf Neunundzwanzig ſteht, indeß jener kaum Fünf⸗ zehn zählt.

Weißt Du, was ich jetzt thue, mein Junge? ich ziehe

mich hinter die Couliſſen.

Das iſt Gaunerei, ruft Otto.Beim ehrlichen Spiele müſſen Sie auf meinen Ball ſpielen, aber Sie geben lieber einige Fehler, um ohne Mühe Ihren Ball ſo zu ſetzen, daß ich ihn un⸗ möglich treffen kann. Sehen Sie ſolche Gaunerei von mir?!

Lieber Junge, ich habe jetzt das Wort. Ich denke, Du willſt von mir lernen! Halt' Dir nur an meine Regeln. Alſo ich ver⸗ ziebe mich hinter die Couliſſen. So, jetzt ſteht der Ball gut!

Wie denkſt Du jetzt über Sebaſtopol, mein Junge? Jetzt treffen,

oder! Ja, meine Herren, die Angſt gönne ich keinem! Sehen

Sie nur, welche Stellung, gerade wie die Roger's, wenn er im dritten Acte der Favoritin den Degen zerbricht. Na, nun end⸗ lich zugeſtoßen!

Der Stoß mißglückt wieder.....

Nun die letzte Partie, ruft der Kellner.

Nein, ich habe genug.

Sie haben es verſprochen.

Ich habe nichts verſprochen. Ich weiß, daß ich die nächſte

Partie verliere, und das kannſt Du nicht verlangen, daß ich das gewonnene Geld wieder aus der Taſche nehme. Ich bin mit dem Gewinne zufrieden. Fünf Thaler von Dir und zwei und einen halben durch's Wetten! Morgen iſt ja auch noch ein Tag, mein Junge.(Der Herr klopft ihm die Schulter.) Schaff Dir nur erſt einen neuen Frack an, von dem ſich Einiges herunterrupfen läßt, dieſer iſt ja ſchon ganz kahl! Nun, meine Herren, wem iſt's gefällig? Jetzt kann ein Anderer an die Reihe kommen! Der Kellner ſchnaubt nach Rache. Schmunzelnd tritt der Herr zu Ihnen. 3 Vielleicht eine Partie Sechsundſechzig gefällig? Ah, Sie wollen erſt ein Weilchen zuſehen. Werden mir alſo nachher die Ehre anthun!

Er ſetzt ſich drauf mit einem Anderen an den Spieltiſch.

Kennen Sie den Menſchen? flüſtert Ihnen Ihr Nachbar,

ein älterer Herr, zu.

Nein würden mich aber ſehr verbinden....

Es iſt ein geriebener Menſch, der Tauſende jährlich ge⸗ vraucht, ohne daß man recht weiß, woher er ſie nimmt. Mit dem

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