III. Jabrg.
—————
Nr. 24.] Dritte folge. 373
Tr ſo blett e dem Tode ringend, beſchwor ſie die Gräfin, ſich ihres armen Wie der klare Quell, in welchem ſich das lachende
rt;„Du weißt Kindes anzunehmen. Dieſe erbarmte ſich auch, und der Blau des Himmels ſpiegelt, durch einen Steinwurf getrübt
ui, welchen verwaiſte Knabe wurde mit Erzſi erzogen und wie ein Kind wird, ſo zertrümmert der eine rauhe Druck des Daſeins
h ihn prügenn des Hauſes behandelt. Aber die Gräfin ſtarb und das hart und plump die Paradieſesherrlichkeit des Kindes⸗
Eiſerle“), Verhältniß Pali's zu den Bewohnern des Schloſſes än⸗ herzens, und das Kind, das jeden Zwieſpalt verſöhnen,
debens, an derte ſich; er wurde nun zu allerhand Dienſtleiſtungen im überall nur Glück und Freude ſehen möchte, wird ſo mit
rnitd Breite Hauſe verwendet. Jedermann glaubte ihm jetzt befehlen zu einem Male in die zerreißenden Diſſonanzen des Lebens auf der Jagd dürfen, und dem Grafen diente er faſt täglich zum Blitz- eingeweiht———
n Geſchent er⸗ ableiter ſeiner üblen Laune. Nur in Erzſi fand er eine Die Stunden verfloſſen. Die alte Katka trug das
icht zum erſten freundliche Beſchützerin; dafür hing er aber auch mit gan⸗ Abendbrod auf; ſie verrichtete heute ſtumm ihre Dienſte;
alte Herr in zer Liebe an ſeiner jungen, ſchönen Herrin. Immer war auch die alte Katka, deren Zunge ſonſt mit der Beweglich⸗
es Hoflebens. er darauf bedacht, ihr irgend eine Freude zu bereiten, keit eines Mühlwerks wetteiferte, ſchien dem alten Herrn
ich ſeine Rede, bald brachte er ihr eine ſchöne Blume, bald erkletterte er zu zürnen, daß er Pali ſo unbarmherzig in die kalte,
ausgezogen die höchſten Bäume, um Vogelneſter zu entdecken. Bei V fremde Welt hinausgeſtoßen. In der Herrenſtube äußerte ht mehr ſchicken, ihren Ausflügen in der Umgegend ſaß Erzſi auf dem alten ſich ihre Stimmung darüber nur in zeitweiligem Brummen, reibſt. Schimmel ihres Vaters, und Pali trappte, das Pferd in beredtem Schweigen; aber unten in der Geſindeſtube ſagen wollte, führend, nebenher, ſorgend, daß das wilde Mädchen nicht V hatte ſie ihr Herz ausgeſchüttet, ihrer eben ſo giftigen als Pali ohne ſeine zu Schaden komme,— Pali war die einzige Stütze, der ſchnellen Zunge die Zügel ſchießen laſſen und dem alten h nicht er, ſon⸗ einzige Freund und Gefährte ihrer Jugend. V Janos gar derb ihre Meinung geſagt. Dieſer hatte näm⸗ treue Bube die Dem Herrn Pfarrer drüben im Dorfe war der Un⸗ lich treu ſeines Herrn Befehl vollzogen und dem Buben te ſte. terricht Erzſi's, welcher ſich auf Leſen, Schreiben und die einige Hiebe aufgezählt; ruhig, ohne ein Wort zu erwidern, Zankapfel, der Lehren der Kirche beſchränkte, anvertraut. Dieſer var ohne ſeine kurze Pfeife aus dem Munde zu nehmen, ließ vorrief? noch der einzige Gaſt, der zuweilen auf das Schloß kam, er nun das Donnerwetter der Alten über ſeinem Haupte f als er eines um mit dem alten Herrn ein Spielchen zu machen. Er ausgrollen. n Walde ein bewegte ſich hier ganz wie ein Kaplan der alten des Janos, ſchweigſam und eigenſinnig, aber immer genau d mit einen Sorgſam wachend über den Glanz des Hauſes, über das den vorgeſchriebenen Weg gehend, und die alte Katka wa⸗ de Fande 8ꝗ Heil der Seelen, fand der würdige Herr die Freundſchaft ren jetzt die einzigen Dienſtboten des Hauſes. Beide — brachtt dr ſe zwiſchen Pali und Erzſi jetzt, da Beide doch älter gewor⸗ V waren im Hauſe aufgewachſen und alt geworden, ſie hatten zen Tage ſtarb den waren, unpaſſend. Er erlaubte ſich, den Grafen auf⸗ die Tage des Glücks geſehen und hungerten und darbten 4 apazen Mit merkſam darauf zu machen. Letzteren ließ jedoch ſchon ſein jetzt im Unglück mit ihrem Herrn.
Stolz nichts Anſtößiges in dem Verhältniß der Kinder V„Du biſt müde, mein Kind, geh' zu Bett,“ ſagte end⸗ in Ungarn finden, denn Pali war in ſeinen Augen nur der Sclave lich der Graf zu Erzſi, etwas verdüſtert von der Einſyl⸗ ſ Genialität und oder das Spielzeug Erzſi's. Dennoch wurde er unangenehm V bigkeit und Kürze ihrer Antworten.
lfamndonn durch die Bemerkung des Pfarrers berührt. Er nahm Sie ſtand auf, ihm ehrerbietig, wenn auch mit trau⸗ dd adi nor ſich heimlich vor, den Buben bei der erſten Gelegenheit riger Miene, eine gute Nacht wünſchend. le, le fortzujagen. Die Gelegenheit fand ſich, wie wir geſehen. Die Härte, die heute der ſchwache Herr Papa ſeinem —— —. — I Wird wohl unter den ſtillen Anbetern der Bevorzugten einer ſein, pfläſterchen bedeckt erſcheint. Kein„mir“, kein„mich“, kein müſſen Sie nach dieſer Auseinanderſetzung ſchon denken, wenn„Ihnen“, kein„Sie“ kommt zu klarem Ausdrucke, ſie verſchwinden Sie zum Denken überhaupt noch Zeit behalten. Denn bald jedesmal in einem ſeltſamen Gemurmel. Doch nein! Jetzt haben ſpringt mit dem Glaſe der Herr jetzt hierhin, bald dorthin, hier Sie deutlich ein„mir“ gehört und an einer Stelle, wo Sie und einen Herrn Doctor zu grüßen, dort vor einem Herrn Geheimrath Alle, welche nach dem kleinen Heyſe unterrichtet ſind, ein„mich“ eine gnädige Verbeugung zu machen, dort mit einem Enthuſiaſten gebrauchen würden. Pah, wieder nichts als geniale Ausgelaſſen⸗ einige Worte über dies und jenes Kunſtereigniß zu wechſeln. Und heit, als rückſichtsvolle Herablaſſung gegen Sie! Er meint viel⸗ das Alles, während ſich die Herren beim Beginne des Acts aus leicht, Sie ſeien der deutſchen Sprache nicht ganz mächtig, und ich gold dem Corridor auf ihre Plätze begeben. Daneben bleibt ihm doch ſtellt ſich deshalb mit Ihnen auf gleichen Fuß. zügli denoſſe noch ſo viel Zeit, einigen Damen durch ſcharfe Blicke, ein Drehen Daß er ein Kunſtenthuſiaſt ſonder Gleichen iſt und nebenbei 4 anttibd, des zierlichen Schnurrbarts oder ein feines Lächeln mit den Mund⸗ der feinſte Kunſtkenner, wie bedürfte das noch einer ausführlichen intleidi winkeln ſeine intereſſante Anweſenheit bemerkbar zu machen. Beſtätigung! Sein Entzücken bei den Hauptſtellen der Oper, bei
„Einige der Gegrüßten erwidern theils freundlich, theils gleich⸗ verſchiedenen Geſangspaſſagen, beim Schluſſe der Scenen iſt gültig den Gruß, andere dagegen gehen mit hochmüthiger Miene grenzenlos. Er iſt im Bravorufen und Klatſchen dem geſammten ſteif an ihm vorüber. Wie iſt das möglich? denken Sie. Nun Publicum immer um einige Secunden voraus, er weiß die Aus⸗ die Antwort liegt ja ſo nahe. Der Herr hat wahrſcheinlich wie brüche ſeines Enthuſiasmus ſo eindringlich zu machen, daß aller eder ſtrebſame Menſch neben vielen Freunden und Bekannten auch Beifall, wie der brüllende Kanonendonner einer Batterie dem ein⸗ ſeine Neider und Nobenbuhler. Iſt er nun auch unbefangen ge⸗ zigen Worte„Feuer,“ ſo dem Herrn unterthan ſcheint. Sie wollen rug, die Feindſchaft nicht offen zur Schau zu tragen, ſo ſind es dem Herrn nicht nachſtehen. Sie beſitzen auch Enthuſiasmus. voch nicht die andern. Die Hochherzigkeit der Geſinnung iſt jeden- Eben ſingt Herr. Er ſingt wundervoll. Jetzt wird er enden. ſalls auf Seiten dieſes Herrn. 5 Diesmal wollen Sie dem Herrn im Applaudiren zuvorkommen.
Am meiſten muß abgshie Redeweiſe des Herrn in Erſtaunen Sie ſetzen ſchon bei der Schlußcadenz ein und ſiehe da, Sie reißen dam etzen. Eine gewiſſe genttut Ungebundenheit zeichnet ſie aus. Er eine anſehnliche Zahl Hände mit ſich. Nur nicht die des geehrten libt faſt nie präciſe Antworten, ſpricht faſt nie in vollſtändigen Herrn.„Pfui,“ ruft er,„das letzte Fis war ja um einen Viertel⸗ von ätzen, ſondern citirt Stellen aus den verſchiedenſten Theater⸗ ton zu hoch. Der Menſch verſteht gar nicht mehr zu ſingen. Alles
ſj ſücken; bald muß Don Carlos herhalten, bald Richard III, bald Manier! Kein getragner Ton! Kein Timbre! Nur ein unaus⸗ längain ſegar(welch ein Zeichen genialen Uebermuths) die neueſte Rä⸗ ſtehliches Krähen!“
dlcch der ſche Poſſe. Geht all“ dies nicht, will ſich ihm kein Citat zur Beſchämt laſſen Sie die Hände ſinken. Solcher Autorität,
Verfügung ſtellen, ſo führt er eine Rede, welche wie mit Schön⸗ die genau weiß, daß das letzte Fis um einen Viertelton⸗


