Jahrgang 
01-26 (1857)
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l. Jahrg. Nr. 23.] Dritte Folge. 363

Große zu⸗ ſo war aller fortwährend hatte Er ein die Forde⸗ ſeine Indi⸗

hbe

machte ſich dieſelbe kaum in den ſpäteren Tagen ſeines zu- ihre Flügel ſchlug, und ein Denker, deſſen ſcharfer Verſtand rückgezogenen Alters geltend, als jetzt, in den Tagen des ſeine Wurzeln taſtend nach unten bis tief in den Boden Verkehrs mit Schiller. der Sinnlichkeit ſandte. Ueberaus glücklich für die Mög⸗

Und doch waren es vielleicht mehr noch, als dieſe Aehn⸗ lichkeit gegenſeitiger Berührung und Befruchtung traf es lichkeiten, die Verſchiedenheiten ihres Geiſtescharakters, ſich, daß der Dichter eben jetzt des Denkers bedurfte. Er Wi welche die beiden Männer ſo wunderbar zuſammenſtimmen hatte ſich ſelbſt forſchend hinter ſeine eigne Kunſt und hin⸗ it hin⸗ machten. Die von Schiller gerühmte Totalität des Hum- ter ſeinen eignen Genius geſtellt. Er philoſophirte, und

ſblike boldt'ſchen Weſens war in der That bei dieſem viel außer⸗ der Gegenſtand ſeiner Speculation war das Weſen und Wur doi Kn ordentlicher, viel entſchiedener als bei Schiller. Die Fülle der Urſprung des Schönen. Er zweifelte, und der Gegen⸗ wun,nge und die gleichgewogene Temperatur ſeiner ſinnlichen und ſtand ſeiner Serupel war ſein eigener Beruf zum Dichten. Sug Vn ſen⸗ geiſtigen Fähigkeiten machte ſo ſehr ſeine Größe aus, daß So beſchäftigt und ſo geſtimmt war er, als ſich Humboldt ein wechſel eben hierin ſeine Schwäche lag. Sinn und Kraft war ſo ihm zur Seite geſellte. Eben darauf war auch dieſer ge⸗ Dealiſtem gleichmäßig in ihm vertheilt, daß ſie ſich ſelten zu einer vor⸗ faßt und vorbereitet. InnAn Shillers ragenden Aeußerung verdichten und zuſammenfaſſen mochten. Dasgeſellſchaftliche Denken, wie er ſelbſt es nennt, hehen iſt, und Darin war es begründet, daß Schiller anfangsmehr war dabei das Element ſeines Geiſtes. Er war der chung deſ⸗ Fläche als Tiefe in ihm zu erkennen glaubte, und daß Meinung wie Addiſon, daß nichts über wirkliche Conver⸗ n Worten Körner nichts von eigentlicher Genialität in ihm entdeckt ſation, d. h. über das Geſpräch zu Zweien gehe. So ement ſeine haben wollte. Die Tiefe ſeines Geiſtes war eine breite hatte ihn das viſſenſchaftliche Zwiegeſpräch mit Wolf be⸗ eben von den Tiefe, und blaß, wenn auch nicht minder echt, war die glückt. So beglückte ihn nun das lebendigere Geſpräch gelebt hale⸗ Farbe ſeines Genies. Wenn ſein Weſen nach enen einer mit Schiller. Auch Schiller war ein Virtuoſe des Ge⸗ n Leben und Seite hin ſtärker gravitirte, ſo war es nach der Seite der ſprächs. Es kann uns dünken, daß die Hälfte ſeiner Ge⸗ wit er mit Sinnlichkeit und des ſinnlich reizjbaren Empfindens, und dichte kein zu theurer Preis um eine mit ihm durchredete ft in ſeinen dann wieder nach der Seite des reinen, von der Empfin⸗ Nacht wäre, und wir bedauern mit Körner, daß jener Dia⸗ n, wie alle dung leiſe geſtimmten und gelenkten Gedankens. In dieſer logKallias ungeſchrieben blieb, der ſich, wie wir wenig ſ das Ge⸗ Bereitſchaft und Behendigkeit des Denkens nun, in dieſer Zweifel haben, ebenbürtig nebenErnſt und Falk würde der Behand⸗ feinfühligen Schärfe des Urtheilens berührte er ſich nahe geſtellt haben. Denn Schiller's Geſprächsweiſe, wie ſie von Söiller mit Schiller. Es hat dagegen allen Anſchein, daß dieſer uns Humboldt beſchrieben hat, war verſchieden von der der n Weſen ha⸗ an der Zartheit und Erregbarkeit von Humboldt's Em⸗ meiſten Menſchen. Es war nicht Rede und es war nicht im Stande pfindungsleben viel weniger Antheil genommen, ja daß er, Katechiſation: es war echtes Geſpräch. Es war lebendi⸗ die Ideell in der Strenge und Hoheit ſeiner geiſtigen Thätigkeit, für ges Geben und Nehmen und war befruchtende, Verſtänd⸗ den, auch den die übergroße Genußliebe ſeines Freundes kaum ein Auge niß ſuchende und weckende Gegenſeitigkeit. Es trug das himmer nur gehabt hat. ganze Gepräge des Momentanen an ſich und es ſtrebte doch hen würde, So ſtanden dieſe Naturen gegeneinander: die eine ganz nach der Unendlichkeit des Gedankens. Es ſchien ſich in der berells aufs Schaffen, die andre ganz auf genießendes und ver⸗ freier Bewegung hin und her zu ſchaukeln, und es bewegte nals hat ihn ſtehendes Empfinden gerichtet, ein Dichter, deſſen mächtige ſich dennoch ſtetig um einen feſten Punkt, nach einem ſicher Phantaſie am liebſten hoch oben im Aether des Gedankens ins Auge gefaßten Ziel. Es beſtand nicht im Herumwen⸗ wurden. Als ſie in den Palaſt zurückgekehrt waren, machte der Aus der Gegenwart. König dem Philoſophen heftige Vorwürfe darüber, daß er ihm ge⸗ de Ausflele der gemäl(Delaroch ſagt hatte, es werde ein heiterer Tag bleiben, was doch nicht der Die Ausſtellung der gemälde von Paul Delaroche.

Fall geweſen ſei.Ich begegnete einem Landmanne, ſagte er, Vor fünf Monaten wurde Frankreich ein Maler durch den und dieſer weiß weit mehr als Sie, denn er ſagte mir, es werde Tod entriſſen, der ſich durch ſeine Gemälde einen europäiſchen

regnen. Ruf erworben hatte und deſſen Verluſt man um ſo mehr beklagte,

lnſtellun Der König gab hierauf dem Philoſophen ſeinen Laufpaß und weil Niemand ſein ſo baldiges Ende vermuthen konnte. Paul

en Gaſthauſe ſchickte nach dem Landmanne, der ſich auch bald einſtellte. Delaroche war ein achter Kuͤndtler eſen Cnelen ununterdrochen m erheld Sage mirſ r Gr ß es auf eine größere Vervollkommnung gerichtet war, und welchen Er⸗ Befräcii regnen muldenen ſagte der König,wie Du es wußteſt, daß es folg daſſelbe hatte, wiſſen die zu würdigen, denen es vergönnt Swenn de Ich wußte es nicht,lautete die 2 I des Manerswar, die Werke des Künſtlers in ſeinem Entwicklungsgange zu N,, er ein Eſel fas fe es nir 5 3 edie Antwort des Bauers,mein ſehen und zu bewundern. Es war daher ein ſehr glücklicher Ge⸗ wo dh 7 3 41enee 1 danke ſeiner Freunde, eine Ausſtellung der Werke des Dahinge⸗ 5 zut,Und wie erzählte er es Dir? fragte der ganz erſtaunte ſchiedenen zu veranlaſſen, um ſo ſeinen Verehrern die Gelegenheit König. zu bieten, ſich eine vollſtändige Idee von den geſammten Leiſtungen TlIndem er ſeine Ohren ſpitzte, Ew. Majeſtät. des großen Malers, den fortſchreitenden Veränderungen, die ſein daß Der König ſchickte hierauf den Bauer fort, ſicherte ſich den Talent erfuhr, und von dem Culminationspunkte, bis zu dem ihn

Hdem Eſel deſſelben und ſtellte denſelben(den Eſel) un die Stolle, die beſtändige Liebe für ſeine Kunſt gelangen ließ,machen zu können. ungen welche der Philoſoph bekleidet hatte. Und delal bemerkte Jake Die Verwirklichung dieſer Idee war durchaus nicht leicht.

ate ihn, mit einem ſehr weiſen Geſichte,ließ ſich der König einen großen Ein großer T beil der bedeutendſten Gemälde von Paul Delaroche ete ihm Mißgriff zu Schulden kommen. b B43 iſt dem Auslande zu Theil geworden und viele derſelben befinden

ſich in engliſchen Galerien und Cabinetten, in Deutſchland und 4Wie das? fragten ihn ſeine Zuhörer. auf vere adſhen Punkten Frankreichs. Es bedurfte daher theils 58i, ſeit jener Zeit, ſagte Jake mit einem ſpöttiſchen der Gefälligkeit der Eigenthümer dieſer Gemälde, theils der un⸗ jtel Lächeln im Geſlchte,will jeder Eſel eine Anſtellung ermüdlichen Thätigkeit der Freunde des Verſtorbenen, um in

haben! C. Paris 130 Gemälde deſſelben zuſammen zu bringen, von denen mehrere eine große Ausdehnung haben. Die Commiſſion, welche ſich an die Eigenthümer der von Paul Delaroche verfertigten Ge⸗ mälde mit der Bitte wandte, dieſelben zu dem Zwecke einer Aus⸗

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