Jahrgang 
01-26 (1857)
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(lll. Jahrg.

Glockenton als in Körper nitge⸗ anzen Hauſe das die Kleider und idem Organi⸗

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Nr. 22.]

uletzt doch die Schwingen gelähmt hatte.

lang keine Kirche beſucht hatte, dem es eines Tages vol⸗ ler Ernſt war, ſein einziges Kind außerhalb des Verban⸗ des der chriſtlichen Gemeinde erziehen zu laſſen, derſelbe Mann, der noch vor wenig Stunden mir lieber die Thür gewieſen hätte, ließ mich jetzt rufen, damit ich ihm das Abendmahl reiche!

Es war indeß keine Zeit zu verlieren. Als Seelſorger mußte ich dem an mich ergangenen Rufe folgen. Mit wel⸗

tröſten? Konnte ich überzeugt ſein, daß die Umkehr des Leidenden eine dem innerſten Bedürfniß entſproſſene ſei? Wirkten hier nicht vielleicht die flehenden Bitten der

die Angſt vor dem Gange in jenes unerforſchte Land, aus welchem, wie der Dichter ſagt,kein Wandrer wiederkehrt, zuſammen, um einen Entſchluß reifen zu laſſen, der unter andern Verhältniſſen vielleicht nie die Seele Benjamins gefangen genommen hätte?

Während ich das prieſterliche Gewand anthat, die Agende, ein Gebetbuch und ein Heft Lieder auf meinen Ar⸗ beitstiſch legte, aus dem ich bei derartigen Beſuchen eins oder das andere gewöhnlich zum Schluß meiner prieſter⸗ lichen Anſprache im Verein mit dem Kranken betete, ſam⸗ melte ich vorläufig meine Gedanken. Ich war nicht lange unſchlüſſig. Die wenigen Worte:Jeſus nimmt die Sün⸗ der an wollte ich meiner Rede zu Grunde legen. Der Zu⸗ ſtand des Kranken, ſeine eigene geiſtige Stimmung, die et⸗ waige Umgebung mußten der weiteren Ausführung dieſes Gedankens Nahrung und Form geben.

Ich nahm den Kelch, der mich bei der Abſpeiſung Kranker immer begleitete, legte Oblaten auf den vergolde⸗ ten Silberteller und ſchob beide in die rothbraune Kapſel, die ſie ſtets umhüllten. So traf mich der Organiſt. Der abgeſchickte Bote mit der Hausflur.

Ich theilte dem Organiſten mit flüchtigen Worten mit,

was mir am Abend vorher begegnet ſei.

dem Burſchen wartete unſrer auf

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Seine Antwort beſchränkte ſich auf die Bemerkung:Es geht mit ihm zu Ende.

Wir brachen auf.

Das ſchwere Schneewetter, die vfadloſen Wege und der uns gerade entgegen wehende Wind ließen uns nur langſam vorwärts kommen. Eine Unterhaltung war nicht möglich. Um ſo ungeſtörter konnte ich mit mir ſelbſt zu

Rathe zu gehen, mich ſammeln, den Gang meiner Gedan⸗ chen Worten aber ſollte ich den Reuigen begrüßen, wie ihn

zum zweiten Male innerhalb eines Tages die Seinen, die eigene innere Qual, körperliche Schmerzen und

ken ordnen. Als wir nach einer guten Stunde das Haus des Kranken erreichten, war ich meines Stoffes vollkom⸗ men Herr geworden. Ermuthigt und beruhigt betrat ich Wohnung des Maurers.

Es hatte ſich hier in ſo kurzer Zeit Manches verän⸗ dert. Das Zimmer war unangenehm heiß trotz der drau⸗ ßen herrſchenden Kälte und des heftigen Windes. Ein klei⸗ ner Tiſch war mit blendend weißem Leinwandlaken bedeckt und trug zwei Zinnleuchter von alterthümlicher Form, auf welchen Wachslichter ſtill brannten und den Raum mit bleichem Licht erfüllten. Rund um die Wände auf den hier angebrachten Bänken, neben dem Ofen und auf Seſ⸗ ſeln ſaßen die Nachbarn in ſchweigendem Ernſt, um Zeu⸗ gen der heiligen Handlung zu ſein, durch welche ein Reui⸗ ger mit Gott verſöhnt werden ſollte. Sie erhoben ſich bei unſerm Eintritt mit ſtummem Gruß. Alle reichten mir der Reihe nach die Hand. Keiner ſprach, nur in den Blicken der Meiſten las ich ſtille Fragen.

Während der Organiſt ein kleines elfenbeinernes Cru⸗ cifir zwiſchen die Lichter auf den Tiſch ſtellte und ich ihm den Kelch reichte, damit er ihn ſeiner Hülle entkleide, ſtreckte mir Benjamin, der halb aufgerichtet im Bette ſaß, beide Hände zitternd entgegen. Er wollte ſprechen, aber nur ein Lallen, das Aehnlichkeit mit dem Lachen eines Kin⸗ des hatte, ging über ſeine Lippen.

Sein Ausſehen war in den wenigen Stunden meiner Abweſenheit ein ganz anderes geworden. Die Züge er⸗

Falles der vortrefflichen Haltung und der glänzenden Erſcheinung der einzelnen Regimenter ſeine Anerkennung haben verſagen können. Die rechte Seite der Linden ritt die prächtige Cavalcade, von lauter Begrüßung der Menge gefolgt, wieder hinauf und ſtellte ſich wie gewöhnlich zwiſchen dem Opernhaus und Prinzeſſinnen⸗ Palais auf. Doort, vor den ſtummen Zeugen von Preußens wiederer⸗ ſtandener Größe ſollten die Truppen vorbeidefiliren, und Vater Blücher ſah ganz erſtaunt hernieder auf den wohlbekannten Cor⸗ poralshut da vor ihm und ſchien bereit ſein gutes Schwert als⸗ bald zu erheben, indeß ſeine ruhmreichen Gefährten York und Gneiſenau mit Bülow und Scharnhorſt drüben am Zeughauſe lragende Blicke zu wechſeln ſchienen,über den ſeltſamen Anblick. Ja, wohl waren es dieſelben zerriſſenen Fahnen, die ſie einſt ſieg⸗ reich in des Feindes Lande getragen, vor denen der Napoleonide eben ſeinen Hut abnahm, als ſie im Parademarſch an ihm vorüber⸗ zogen, dieſelben, deren Rauſchen dem mächtigen franzöſiſchen Aar zulet 1 Dachte der Neffe des Kaiſers jetzt wohl daran? oder ließ er ſich von dem prächtigen und heitern Eindruck des Geſammtſchauſpiels zu gleicher Stimmung gewinnen, wie alle Anweſenden, vom Könige an herab bis zu dem Einzelnen in den dichtgedrängten Haufen des Volkes? . Wir wollen hoffen, daß aus dem ſonnenhellen Tage dieſer Parade ſich, ſtatt des finſtern Geiſtes der Zwietracht und des Rationalhaſſes, ein ſegenbringendes, freundnachbarliches Ver⸗ 6 hmen und gegenſeitige Anerkennung entwickeln werde. empire e'est la paix! So betrachten wir denn einſtweilen Lenen fremden Gaſt, pieſes Mottos ſeines

den Prinzen Napoleon, als den Vertreter kaiſerlichen Vetters und ſeine Erſcheinung oder Anhänger der freien Arbeit in den neuerworbenen Gebieten.

in unſerer Hauptſtadt als eine Mahnung, jener Zeit nicht zu ver⸗ geſſen, wo das Vertrauen des Königs zu ſeinem Volke und die Liebe und Hingebung deſſelben zu ſeinem Fürſtenhauſe allein das gemeinſame Vaterland retteten. Denn wer kann wiſſen, ob der Neffe des Oheims nicht im Laufe der Zeiten noch andere Aehnlich⸗ keiten, als die der Geſichtszüge und des ominöſen dreieckigen Hutes, mit Napoleon I. zu entwickeln gedenkt? J. E. Mand.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Die Parteinamen in den Vereinigten Staaten.

Es iſt für den europäiſchen Leſer unendlich ſchwer, die poli tiſchen Nachrichten aus Nordamerika zu verſtehen, weil die Na⸗ men der Parteien dadurch ein Verſtändniß unendlich erſchweren, daß ſie den bei uns vorkommenden auf keine Weiſe entſprechen und in viele Verzweigungen zerfallen.

Es wird daher unſern Leſern nicht unwillkommen ſein, wenn wir ihnen in Nachfolgendem eine kurze Ueberſicht der Parteien und ihrer Namen geben.

Es beſtehen gegenwärtig in Nordamerika vier vollſtändig or⸗ ganiſirte Nationalparteien, die aber in der Praxis bei wichtigen Exeigniſſen, wie z. B. der Präſidentenwahl, ſich in zwei ver⸗ ſchmelzen: die Partei der Regierung und die der Oppoſition oder nach ihrer jetzigen Benennung die demokratiſche und die republi⸗ kaniſche Partei. Dieſe letztere führt auch den Namen kree soiler