te ſich ein roher war keine Ver⸗
ges entſchluͤpfte
Gottesleug⸗ feindlich ent⸗ des zarten durchwatete und e Woh⸗ den erſten wuth⸗ Benjamin ließ rſtreichen, ohne noch Anſtalten zu t der Taufe zu⸗ gte mich, den ſeine Pflichten
er mit recht häß⸗ ich erklärte, gar wie dies meine
urigen Irrthum t fruchtete, der
G NN 7„Meinetwegen
tee nicht, ſondenn er auch furz und 1 en der Pathen zl arfahren wolte,
ar und ſchüttelt
—
mübſam ſuch un z ſzſtücke un 1 Fere deſſte
Nr. 22.] Dritte
„Ich hab' mir zugeſchworen, Niemand zu Gevatter zu bitten,“ fuhr er heraus,„und dieſen Schwur wenigſtens will ich halten, wenn ich ſonſt auch mich den Geſetzen un⸗ terwerfen muß!“
Bitten, Vorſtellungen, ſelbſt Drohungen machten den halsſtarkigen Mann nicht andern Sinnes. Ich mußte ſchon zufrieden ſein, daß er meinen Weiſungen und Anordnungen keine Hinderniſſe in den Weg legte. Demnach beſtimmte ich die Pathen des Kindes und legte ihm dem Namen Su⸗ ſanne bei. Benjamin ließ es geſchehen; er kam aber weder zur Taufhandlung, noch beging er dieſen Tag feſtlich in ſeinem Hauſe.
Von Stund' an hielt ich mich berufen, geiſtiger Vor⸗ mund des armen Kindes zu ſein, das der eigene Vater am liebſten zu gänzlicher Glaubensloſigkeit erzogen hätte. Ich beſuchte oft das Haus des eigenthümlichen Mannes, traf ihn aber ſelten daheim. Seine Beſchäftigung— er war Maurer und in ſeinem Handwerk ſehr geſchickt— hielt ihn meiſtentheils fern von den Seinigen. Um ſo leichter ward es mir, Suſannens Mutter, eine gute, aber ſchwache Frau, für meine Rathſchläge zu gewinnen. Lisbeth bedauerte ihres Mannes„Harthörigkeit,“ wie ſie ſeine atheiſtiſchen Anſichten nannte, lebte aber ſonſt in vollkommener Ein⸗ tracht mit ihm; denn nach Art dieſer Freigeiſter trieb er die Toleranz auf die Spitze und ließ Jeden thun und treiben, was er wollte oder was ihm behagte.„Ich kann das ver⸗ maledeiete Schulmeiſtern und Dreſſiren nicht vertragen,“ pflegte er gelegentlich wohl zu äußern.„Das ſtellt uns dem lieben Vieh gleich, während der Wille und deſſen Durchführung erſt die Menſchennatur in uns heraus⸗ kehren.“
Im Uebrigen hielt ſich Benjamin ſtill, war und blieb bürgerlich ehrbar, gab in ſeinem ſonſtigen Lebenswandel Niemand Anſtoß und machte in keiner Weiſe Uebles von ſich reden. Aus Toleranz fiel es ihm nicht ein, Proſelyten zu machen. Das Einzige, was ihm als ungehörig vorge⸗
folge. 341 worfen werden konnte und was ich ihm auch wiederholt un⸗ terſagte, war, daß er mit Mißachtung von unſerer Reli⸗ gion ſprach, jegliche Ceremonie lächerlich machte und mit einem gewiſſen diaboliſchen Takt liſtig einzelne Punkte her⸗ vorzuheben verſtand, die ſich ſcheinbar angreifen laſſen und Schwache im Glauben ſo leicht unſicher machen können.
b Bei aller dieſer Oppoſitionsluſt und ſeinem Wohlge⸗ fallen an Bekrittelung chriſtlicher Lehren und Glaubens⸗ ſtze war dem ſeltſamen Manne Unkirchlichkeit anfangs
nicht vorzuwerfen. Benjamin beſuchte vielmehr die Kirche regelmäßiger als anerkannte Strenggläubige meiner Ge⸗ meinde. Nur frommte dies Kirchengehen ihm nichts, denn er ſog aus jeder Predigt neues Gift, das er dann mit ätzender Schärfe auf ſeine Umgebung wieder ausſpritzte und ſo fort und fort mittelbar Aergerniß gab.
Ein ſolcher Mann war gefährlich. Er konnte die gend verführen und weithin Unkraut ſäen, deſſen Ausjä⸗ tung mehr als ein Menſchenleben beſchäftigt haben würde. Da meine Ermahnungen nichts fruchteten, ſchlug ich andere Wege ein. Ich predigte gegen die überhandnehmende Zwei⸗ felſucht, gegen die Sünde der Religionsſpötterei und das Laſter des Unglaubens. Ohne Namen zu nennen, waren meine Beiſpiele ſo gewählt, daß Jedermann errieth, wen ich meinte.
Benjamin hörte meinen Predigten mit großer Auf⸗ merkſamkeit zu, ohne eine Miene zu verziehen. Auf die ſehr verſtändlichen und bezeichnenden Seitenblicke ſeiner Mitbürger antwortete er mit kaltem Schweigen und hoch⸗ müthigem Lächeln. Ich war vorbereitet, von dem hart⸗ näckigen Zweifler beſucht und zur Rede geſtellt zu werden. Er kam aber nicht. Ohne ſich gegen irgend Jemand aus⸗ zuſprechen, blieb er von nun an jeder kirchlichen Haudlung fern. Bekehrt oder zur Einkehr in ſich ſelbſt gebracht hatte ich ihn nicht. Meine wohlgemeinten Predigten jagten den Bedauernswerthen leider für immer aus der Kirche!
Ich ging oft mit mir zu Rathe und prüfte mich ſtreng,
Ju⸗
„Ach, gnädigſter Herr, das kann nur der Teufel der hier Ihren Namen ausſprach!“
Der Prinz aber neigte ſich vorwärts gegen den Eingang der Höhle, und wieder ſagte die liebliche Stimme:
„Herzog von Orleans, treten Sie ohne Furcht ein!“
„Komm hinein!“ rief der Prinz jetzt entſchloſſen;„ich muß wiſſen, welcher Mund in dieſer Einöde unſere Sprache mit ſolcher Reinheit ſpricht, und welches Weih hier mich, meinen Namen und meinen Titel kennt.“
Und von ſeinem Kammerdiener die Höhle, die kaum fünf Fuß
geweſen ſein,
gefolgt, kroch der Prinz in nf Fuß hoch und höchſtens zwölf Quadrat⸗ ſäß groß war. Den Fußboden bildete ein ungeheurer Granit⸗ block, deſſen eine Ecke als Feuerheerd diente. Der Rauch, durch die äußere Luft zurückgetrieben, erfüllte den ganzen Raum. Zwei Betten, eine Bank, ein Stuhl, ein Tiſch, das war das Hausge⸗ rith, welches übrigens die ſorgfältigſte Reinlichkeit zeigte. 4
Der Herzog ſah ſich ſogleich nach dem geheimnißvollen Weſen um, deſſen Stimme und Worte einen ſo lebhaften Eindruck auf ion gemacht hatten, doch er bemerkte zuerſt nur das Geſpenſt, das ion hergelockt hatte. Dies war ein Greis von ſiebzig bis achtzig Zahren, klein, gebückt, deſſen Feuerblicke aber einen jener begeiſter⸗ tn Trolls des hohen Norden verriethen. Franz hielt ihn für den teufel ſelbſt, denn zu ſeinen Füßen ſpielten in brüderlicher Ein⸗ tacht eine Katze und ein Bär.
Ohne ſich im Geringſten um ſeine Gäſte zu kümmern, zün⸗ die ſich der Greis eine Pfeife an, die bald einen ſehr unangeneh⸗ nen Geruch verbreitete. 4
„Mein Freund,“ reden und meinen
ſagte der Herzog,„da Sie meine Sprache Namen kennen, ſind Sie gewiß nicht das, was
„wir erwarteten Sie ſeit längerer
Ihr Aeußeres anzudeuten ſcheint; ich bitte Sie daher, gen, wem ich die Gaſtfreundſchaft verdanke.“
Der Greis ſchüttelte den Kopf und ſprach einige Worte, die der Prinz nicht verſtand, da ertönte abermals jene liebliche Stimme und ſagte:
„Mein Vater Tuisko iſt nur ein armer Bewohner von Ka⸗ reſſuando; er bittet Seine Hoheit, den Herzog von Orleans, ſich in ſeiner niedern Hütte als willkommen zu betrachten.“
Der Herzog wendete ſich raſch nach der Richtung, aus der dieſe Worte ertoͤnten, und erblickte mit dem größten Staunen in einer Art von Alkoven ein Mädchen, ſo ſchön und zart, wie ihm nie eines in den Prachtſälen der Tuilerien erſchienen war. Sie trug ein Kleid von finnländiſcher Wolle, mit rothen und blauen Streifen; ihre kaſtanienbraunen Haare floſſen in wohlgepflegten Ringeln auf ihre Schultern herab, lebhaft blitzten ihre blauen Augen und über ihre ganze Erſcheinung war ein unbeſchreiblicher Reiz der Jugend ausgegoſſen. Dennoch trug ihr Geſicht den Ausdruck des Trübſinnes und Kummers.
Der junge Prinz grüßte ſie mit der
„Gnädigſter Herr,“
mir zu ſa⸗
3 größten Achtung. fuhr ſie im reinſten Franzöſiſch fort, Zeit. Als Sie geſtern um acht Uhr von Muonioniska abfuhren, gerieth mein Vater darüber in Verzweiflung, daß Sie darauf beſtanden, Ihre Schlitten mit Pferden beſpannen zu laſſen; denn in unſerer Gegend und in die⸗ ſer Jahreszeit kann man nur mit Rennthieren reiſen.“ Verwundert fragte der Prinz:„Ihr Vater kannte alſo genau die Stunden und andern Umſtände meiner Reiſe?“ Ohne darauf zu antworten, fuhr das junge Mädchen fort: „Geſtern Abend ſagte mein Vater: Ich werde dem hohen


