(III. Jahrg.
ſpaniſchen Flidden lgerüchen verglei⸗ 1 mit einer Lais ie der Züge und Organiſation der verliebten Köni⸗
a, das Ge⸗ Auffnthalt Hinter dieſem dich⸗ der vorletzte ſouve⸗ derbaut, wie ohne
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Feſte, die hier gefeiert werden und aus Nähe und Ferne oft 30 bis
Seine Mauern ſind mit Basreliefs bedruckt und verziert mit ab⸗
Nr. 21.)
ein. Früher ſah man noch außerdem eine vergoldete Barke, die auf der Oberfläche dieſer rieſenhaften Badewanne ruhete.
Es war Zeit in die Stadt zurückzukehren. Der Tag ging zu Ende. Bekanntlich bietet der Sonnenuntergang in dieſem Lande des Lichts gewöhnlich ein prachtvolles Schau⸗ ſpiel dar. Auf dem Wege von Schubra nach Kairo ſcheint die Natur ſich förmlich angeſtrengt zu haben, um dieſer prächtigen Königin der Natur einen Rahmen zu bilden, der ihrer würdig iſt.
Hier rollt der Nil in unabſehbarer Weite röthliche Wellen dahin, die ſo von den Lichtſtrahlen durchdrungen ſind, daß man ſie für eine weite Fläche von flüſſigem Stahl halten könnte, der ſich in ſeine Form zwiſchen den beiden Ufern ergießt; weiter entfernt erblickt man ein glanzvolles Grün wie in einem engliſchen Park oder auf einer norman⸗ diſchen Wieſe, wie man es unter einem ſo heißen Breiten⸗ grade gar nicht erwarten ſollte; noch weiter entfernt ſieht man einen gelblichen Streif, der ſich ſo weit wie der Hori⸗ zont erſtreckt und ſich mit dem Azur des Himmels ver⸗ miſcht, es iſt die Wüſte; und an dem Rande derſelben, wo der Sand anfängt ſich ins Grün einzudrängen, erheben ſich jene großartigen Maſſen, die Pyramiden, an deren Fuß einſt Napoleon I. ſich ſo großen Ruhm erwarb.
Die Sonne, einer in einen Schmelzofen getauchten bronzenen Scheibe ähnlich, ſenkte ſich langſam hinter den Denkmälern der Pharaonen, die, würden ſie je dem Erd— boden gleich gemacht, in der Geſchichte dennoch die mit Napoleons Schwert gezeichnete unvergängliche Erinne⸗ rung zurücklaſſen würden. 3
Der von Fahrzeugen mit Freieckigen Segeln durch⸗ furchte Fluß; dieſes Grün, das gegen die weißen Sandfel⸗ der der Wüſte einen ſo hervorſtechenden Contraſt bildet; dieſe Denkmäler, wo ſich zwei ſo weit von einander ent⸗ fernte Civiliſationen verbunden finden; dieſe untergehende Sonne am dunkelblauen Himmelsgewölbe und ihre letzten
Dritte folge. 333
Strahlen mit einem Lichtſpiel, das einen Maler zur Ver⸗ zweiflung zu bringen im Stande ſein würde, bildeten zu⸗ ſammen ein Gemälde, das Alles übertraf, was man ſich Schönes träumen kann. Indem ich das, was ich in den Gärten in Schubra geſehen hatte, mit dem zuſammen⸗ ſtellte, was ich auf dem Wege nach Kairo ſah, ſo ſagte ich mir, daß die Wunder der„Tauſend und Eine Nacht“ nicht bloß in der Einbildungskraft der Prinzeſſin Schehera⸗ zade exiſtirt habe. C.
Des Trinkers Maienluſt.
Gedichte von
Emil Rittershaus.
1.
Nun liegt der Mai auf Wald und Au, Der Mai, der roſ'ge, lichte,
Und heute macht die ſchlimmſte Frau Kein brummiges Geſichte,
Und wer ein Mann von Schrot und Korn Deß Herz noch nicht von Stein iſt,
Der trinkt nicht heut vom Waſſerborn, Der geht dahin, wo Wein iſt!—
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O ſüßer Wein, du goldner Wein, Du alter Sorgenbrecher,
Es ſoll dein Lob geſungen ſein Vom Munde muntrer Zecher.
hinter einander an; ſo reich iſt auch dieſer Zweig der praktiſchen Literatur jetzt vertreten. Von den vorliegenden Sachen iſt das Er⸗ ſtere jedenfalls das Gründlichere und Bedeutendere, das wohl jedem
Hier wirft ſich ein Fanatiker mitten auf den Weg; ein Rad des Wa⸗ gens muß über ihn fortgehen, und im Nu iſt der Menſch zu Brei zerquetſcht.
Man hebt die entſtellte Leiche mit Haken auf und
ernſteren Gartenfreunde von Vortheil ſein wird. Das Andere iſt für wirft ſie ohne ſonderliche Ehrfurcht bei Seite.
Frauen beſtimmt und trägt mehr einen dilettantiſchen und elegan⸗ ten Charakter.
Zur Länder⸗ und Völkerkunde. V Das Feſt von Jaggernaut.
Nicht immer aber wird der Tod geſucht; auch zahlreiche Ver⸗
ſtümmelungen bringen die Fanatiker ihrem Gotte zum Opfer.
Hier geht ein Haufe ſolcher Wahnſinnigen neben dem Wagen.
Ihr Oberkörper iſt bis zum Gürtel entkleidet und mit rothen Fi⸗ guren bedeckt, die ſich nach allen Richtungen kreuzen; dabei ſind ſie mit Blumen geſchmückt und mit klappernden Zierrathen be⸗ hangen. Die Einen tragen kurze, dünne Dolche in den Händen,
Jaggernaut iſt eine kleine Stadt Indiens, todt und öde für ge⸗ mit denen ſie ſich die Zunge, das Geſicht, die Arme und die Schen⸗ mwöhnlich, doch laut, lärmend und volkreich während der religiöſen kel durchſtoßen, ſo daß ihr fließendes Blut die rothen Figuren bil⸗
40,000 Menſchen herbeilocken. Die Pagode von Jaggernaut, in ganz Indien berühmt, iſt ein newaltiges und buntes Gebäude von unbeſchreiblicher Architektur.
ſcheulichen und zuweilen unſittlichen Bildſäulen. Die Dächer zehen ſtufenförmig, wie die Pyramiden Aegyptens, und die Kup⸗ veln ſind ſo eigenthümlich geſtaltet, daß ſelbſt die orientaliſcheſte Phantaſie ſich davon kaum einen Begriff machen kann.
Die Statue des Gottes iſtabſchreckend häßlich. Ihre Armſtum⸗ nel ohne Hände werden oft an den großen Feſttagen durch die Brieſter mit goldenen Händen geſchmückt.
m einem ſolchen Tage wird von einer zahlloſen enge, die ſich adurch zu heiligen meint, der Wagen vinneſen mien Wui ene gewaltige Maſchine, die 20 Fuß lang und an 36 hoch iſt.
det. Andere ergreifen glühende Eiſen und verbrennen ſich damit die Hüften und die Seiten. Dabei tragen ihre Züge alle Spuren des Schmerzes, denn— dieſe Fanatiker ſind von den Prieſtern be⸗ zahlt, um bei dem blutigen Religions⸗Feſte eine Rolle zu ſpielen, und es iſt alſo nicht wirklicher Fanatismus, der ſie zu dem Wahn⸗ ſinne treibt.
Unter Allen aber, die zur Verherrlichung des Feſtes beizutra⸗
gen bemüht ſind, zeichnet ſich beſonders Einer aus, der einem reich geſpickten Braten glich. Eine paſſendere Bezeichnung ließe ſich in der That nicht finden. Er hatte ſich an den Fingern, an den Ar⸗ men, auf den Händen, an den Hüften, den Schenkeln, den Waden, kurz am ganzen Körper die Haut durchbohrt und durch die Löcher kleine Stücken Eiſendrath, Schnur, Federn, Pfeifenſtiele, Rohr⸗ ſtücken ꝛc. gezogen. In dieſem Zuſtande ſchritt er mühſam und mit Blut bedeckt hinter dem heiligen Wagen her. Man behauptete, die
Fanatiker der verſchiedenſten Art begleiten und umtanzen ihn. Prieſter hätten ihn mit Opium oder Haſchiſch berauſcht, und ſein


