Jahrgang 
01-26 (1857)
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III. Jahrx. Nr. 21.] Dritte folge. 327 V ſchenlawine ſich guldenſchein der heſſendarmſtädtiſchen Staatsanleihe, mit Dantan. Hören Sie nur. Bei dem Banquier ſtand ich wie Hinderniß ſtieß, welcher eine Lotterie verbunden iſt. Bisher habe ich dieſe eine Verlaſſene unter den vielen Menſchen da. Niemand aſches Ziel ſteckte Anweiſung auf einen möglichen Glücksfall, trotz allen An⸗ V kümmerte ſich um mich oder fragte, was ich wolle. Endlich ntweder eine fechtungen unſrer traurigen Lage, zu erhalten gewußt. ſagte mir ein guter, lieber Herr derſelbe, der draußen rWald. So zer⸗ Jetzt aber, wo es die Rettung eines meiner Kinder betrifft, mit dem ſchweren Geldſack ſteht ich müßte dreiſter ſein von Va⸗ will ich das Werthpapier mit Freuden zum Opfer dar⸗ und ohne Umſtände einen von den Geldherren anreden. gung entgegen bringen. Zwanzig volle Jahre ſchon iſt der Schein in un- Oder ich ſollte ihm ſagen, was ich wolle, und dann würde

ſerm Beſitz, allein bis jetzt in keiner Ziehung herausgekom- er ſich an den einen Herrn wenden, den er kenne. Da men. Dort in dem linken, unteren Schubfache meines wurde mir leichter um's Herz und ich zeigte ihm den Lot⸗ zel Viter de Schrankes liegt das Papier. Trage es zum Banquier und terieſchein und ſagte, daß ich ihn verkaufen ſollte. Ach, wel wüer 7 verhandle es ſo theuer wie möglich. Alsdann gehſt Du, Gott, ich möchte ihn wirklich nicht länger draußen ſtehen Nenſcenhauſt Deinen Bruder zu befreien. Mit Geld kann man ſich ja und warten laſſen. Darauf rieth er mir, ich ſollte doch erſt Bajomttm auf, von der Gefängnißſtrafe loskaufen und ſoll das ſelbſt den fragen, ob die Liſte von der letzten Ziehung ſchon ange⸗ hlflos zunia⸗ Gerichtsbehörden lieb ſein. Blaſen darf aber Theodor nie kommen wäre und ob meine Nummer vielleicht unter den 1 tteſfunde wieder und ſollte ich die Clarinette mit eigener Hand in Gewinnern ſtände. Hätte ich nun das nicht gethan oder das Feuer werfen. Findet ſich keine Schreiberſtelle für ihn, den Schein nur einen Tag früher zum Banquier getragen, ſo mag er von Dir das Sticken erlernen. Das ſtrengt we⸗ ſo hätten wir nicht einmal 40 Thaler dafür ausgezahlt er⸗

pitzen brachen den

3 delten den Tau⸗

Heldenthat der

90 niger an und iſt auch ehrenvoller als die Bierfiedlerei. halten. So aber wurden aus den 40 Thalern 40,000

nen Stadtgeſprich Spute Dich, Kind, damit Dein Bruder frei und ich wieder Gulden, die zwar nicht ſo viel gelten wie die unſrigen, aber

derſelben K ruhig werde. doch gewiß nicht zu verachten ſind. Wie der Banquier, der übel daran. Wie Mit welcher Spannung die Witwe der Rückkehr ihrer in der Ziehungsliſte nachgeſehen hatte, mir unſern Gewinn de von Theodors Tochter entgegen ſah! Endlich kam dieſe, und bei der Haſt, anſagte und mich deshalb beglückwünſchte: da wurde ein ihr nicht lange mit welcher Malchen draußen die Thür aufſchloß und dem großer Aufſtand unter den Leuten und Alles drängte ſich b

n? Sie that is Stübchen ſich näherte, ſchloß die Mutter auf ein neues Un⸗ um mich und wollte mich mit den Augen verſchlingen. Mir nden Worten glück. Auch ſah Malchen ganz danach aus, denn ihr Ge- aber wurde ganz ſchwindelig, ſo daß ſich Alles vor mir im g, allein bald ſicht war hochroth und mit Schweißperlen bedeckt. Ringe herumdrehte und ich nicht wußte, was ich thun oder V Sohn, deſſenErſchrecken Sie nicht, liebſte Mutter! hob Malchen ſagen ſollte. Gewiß wäre ich arg betrogen worden und in

dolen Umm⸗ ziemlich ungeſchickt an.Ich bringe Ihnen eine Freu- ſchlimme Hände gerathen, wenn ſich nicht der liebe Herr

denbotſchaft. Ihr Loos hat gewonnen, viel, ſehr viel hat's Sie kennen ihn gewiß, liebe Mutter, denn er war Canz⸗

aate die Wite gewonnen. Sehen Sie nur, wie ſchwer mein Strickbeutel(liſt in des Vaters Expedition und heißt Vollrath wie⸗

efängniſſe und ul niederhängt. Vom Golde darin! dazu noch ein großes, der meiner angenommen hätte. Er rieth mir, von Allem

Del dan ſchmacht großes Paquet Kaſſenſcheine. Und das iſt noch nicht Alles. etwas zu nehmen: Gold, Silber und Papiergeld. Er

? Das hül Ich habe ihn draußen vor der Thür ſtehen laſſen, um Sie rechnete mit dem Banquier nach, wie viel ich erhalten müßte,

7 den Theodel⸗ nicht zu erſchrecken, den großen ſchweren Sack mit dem zählte das Geld durch, half mir's einpacken und den ſchwe⸗

h ach die eigene Silbergelde nämlich. Nicht doch, den Herrn, welcher ihn ren Sack forttragen. Jetzt iſt er bei der Eiſenbahn ange⸗

d und wir 1ns hergetragen hat und dem wir eigentlich unſer Glück ver- ſtellt und aber ich muß ihn nun hereinnöthigen.

bei jeder Runde mit einem Feuerbrande aus ſeinem Topfe ein Theile von der Lüge lebt; war doch ſelbſt der erſt kürzlich ver⸗ Loch in das Waſſer⸗Gefäß auf ſeiner Schulter ſtößt. Zuletzt ſtorbene gelehrte Erklärer des ſogenanntengroßen Puranam legt er den Feuerbrand dem Leichnam zu Häupten; der dazu Ver⸗ einer Sammlung ſivaitiſcher Heiligen⸗ Geſchichten ein ordnete aber wendet den brennenden Leichnam von Zeit zu Zeit entſchiedener Freidenker, der, während er das große Puranam des um und darf nicht eher von der Stelle weichen, als bis dieſer ſchönäugigen Siva commentirte, trotz einem europäiſchen Frei⸗ ganz zu Aſche geworden. Am nächſten Tage ſammelt dieſelbe denker in ſeinem Herzen dachte:Morgen wieder neu ſich zu ent. Perſon die Gebeine in ein Gefäß, netzt ſie mit Milch und verſenkt binden, wühlt ſie heute ſich ihr eignes Grab, und an ewig gleicher ſie in fließendes Waſſer. War der Verſtorbene ein begüterter Spindel winden ſich von ſelbſt die Monden auf und ab! Es

d Mann, ſo behält vielleicht der Sohn einiges Gebein zurück und wirkt dazu ohne Zweifel der Umſtand bedeutend mit, daß die b 5. befördert es durch die Hand eines Brahminen entweder nach Be⸗ Brahminen hauptſächlich die höbere Region derjenigen Beamten⸗ f nares oder nach Rameſſeram, dem Benares des Südens. Da ſtellen, die man mit Eingebornen zu beſetzen pflegt, füllen und d kann der Hingeſchiedne der engen Pforte zum himmliſchen Kailaſa auf dieſe Weiſe mit europäiſchem Brauch und Wiſſen mehr als Er faßt e oder Vaikuntha je nachdem derſelbe ein Verehrer des Siva oder alle andern Stände in Berührung kommen. Eine ſolche Berüh⸗ 9 Viſchnu war nicht verfehlen. Wie wichtig daher, daß man rung wirkt natürlicher Weiſe zunächſt zerſetzend. teine wen ſich vor allen Dingen auf Erden Schätze ſammele, wenn man Es ſcheint, daß die Einführung europäiſcher Mißbräuche nicht, fac wünſcht, daß Einem hernach der Himmel unfehlbar zufalle! leichter von ſtatten geht, als die Abſtellung brahminiſcher Miß⸗ woud Obgleich der Brahminenſtand mehr als alle andern Stände bräuche. Es iſt bekannt genug, daß ein Brahminen⸗Mädchen

mit heiligen Bräuchen auf allen Seiten umſchanzt iſt, ſo darf im 5. oder 7. Lebensjahre einen Mann haben muß; derjenigen, man doch ja nicht glauben, daß die Brahminen durchgängig in der es auch im 10. Jahre noch nicht gelungen einTali zu erja⸗ ſtrengem Feſthalten am alten Herkommen es allen andern Claſſen gen, iſt alle weitere Hoffnung auf Verehelichung rund abge⸗ Zuvorthun. Mit nichten. In Combaconum z. B., einer der alten ſchnitten; ſie iſt und bleibt ein Gegenſtand der Mißachtung, und Hauptſtädte des Tſchola⸗Reiches, einem rechten Brahminenneſte, keine Brabminen⸗Frau wird mit ihr zuſammen eſſen oder trinken. nwerden unter den 10,000 Brahminen, die dort die Erde beglücken, Wenn es ihr nun aber auch gelingt, noch vor Ablauf der anbe⸗ wielleicht kaum 6000 gefunden, die nicht denFeuertrank aus raumten Zeit in den Hafen der Ehe einzulaufen, die Gefahr Erfahrung zu ſchätzen wiſſen; und in Madras ſelbſt gibt es der bleibt immer, daß ſie ihren Gemahl über kurz oder lang wieder Zweigebornen genug, die ſogar ihre Töchter allerdings gegen verliert, vielleicht noch ehe ſie ſelbſt das Kindesalter hinter ſich ungeheure Summen an Europäer zu verkuppeln kein Beden⸗ hat, und dann iſt ewige Witwenſchaft mit all ihren Schrecken ien tragen. Es hat auch kein andrer Stand der Freigeiſter ſo ihr Loos. Das treibt dann Viele dieſer Elenden in ein unordent⸗ viele aufzuweiſen, als grade der brahminiſche, der ja zum großen liches Weſen hinein. Daher, wenn irgend ein Mißbrauch das