III. Jahrg.
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Nr. 21. Dritte
Zwei Monate waren vergangen und Theodors trauri⸗ ges Geſchick noch immer daſſelbe. Ja, ſogar ſchlimmer noch. Denn der Winter mit ſeiner Kälte, ſeinen geſteiger⸗ ten Bedürfniſſen und ſeinem geringeren Arbeitsverdienſte hatte ſich zeitig eingefunden. Zähneknirſchend und von Neid erfüllt, blickte Kudraß zu den glanzausſtrahlenden Fenſtern vornehmer Tanzſäle empor, wo ſeine bevorzugteren Zunft⸗ genoſſen eine reiche Ernte hielten, während er mit ſeinen Gefährten nur die gemeinſten Wirthſchaften und Tanzörter betreten durfte.
An einem kalten Decemberabende, als die ſeit kurzem ſtrenger gewordene Polizei ſchon um 11 Uhr den Tänzern wie der Muſik in einer niederen Tanzſtätte Ruhe geboten hatte, wendete ſich der darüber erboſte Kudraß vor der Hausthüre an ſeine Kapelle, welche, wie die betrübten Loh⸗ gerber, mit ihren Inſtrumenten zur Heimkehr ſich anſchickte.
„Meine Brüder!“ hob er mit Pathos an,„es geht mit uns zum raſchen Ende. Ergeben wir uns als Männer in das Unabänderliche. Vorher jedoch laßt uns Rache nehmen an der Polizei und dann— mit Ehren untergehen.“
„Wie ſoll das geſchehen?“ fragte Kroll finſter.„Mit welchen Waffen ſollen wir armen Bierfiedler gegen die Polizei ankämpfen? Woher ſie nehmen? Womit ſie er⸗ kaufen?“
Sie befinden ſich bereits in unſern Händen, die Mit⸗ tel und Waffen zur Rache—“ erwiderte Kudraß—„und an uns iſt es, ſie furchtlos zu gebrauchen. Das Schlimmſte, was uns dafür werden kann, iſt, daß man uns während der bittern und verdienſtloſen Winterzeit ein freies, wohl— gewärmtes Quartier, hinreichende und nährende Koſt, ganz leidliche Schlafſtätte und eine uns Allen wohlthuende Ruhe verſchafft. Zugleich thue ich meiner ſtets zankenden Fan⸗ thippe einen Poſſen, Du hingegen, Lohſe, Deinem Weibe einen großen Gefallen, weil ſie dann ihren ſauer verdien⸗ ten Waſchlohn nicht mit Dir Trunkenbold zu theilen braucht. Kroll, Vater und Sohn, haben Niemand, der ſie
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daheim erwartet oder feſthält, und Wieſel, der Freiherr, kann ſich wie ein Murmelthier in ſeiner Höhle zuſammen⸗ ziehen und den Winter darin verſchlafen.“
„Zum Spitzbuben gebe ich mich aber nicht her—“ ſprach Kroll feſt—„eben ſo wenig meinen Auguſt. Mei⸗ nen ehrlichen Namen ſetze ich um keinen Preis auf das Spiel.“
„Das ſollſt Du auch nicht, Heupferd!“ eiferte Kudraß. „Habe ich nicht geſagt, daß wir mit Ehren untergehen wollen? Ich ſage Dir: man wird uns rühmen und preiſen,
unſere That und unſere Namen in die Zeitungen ſetzen, als Helden uns anſtaunen, ja wohl gar mit Geld über⸗ ſchütten. Doch genug der Worte! Handeln wir lieber! Auguſt, geh' noch einmal in die Kneipe zurück und leihe für uns die alte Trommel, die ſie im Sommer zum Vogel⸗ ſchießen benutzen. Sag', wir bedürften ihrer zum Ein⸗ üben eines neuen Muſikſtücks und würden ſie morgen Abend ohne Schaden zurückgeben.“
Die Neügierde bewirkte, daß der jüngere Kroll dies⸗ mal ungewöhnlich ſchnell mit ſeinen krummen Beinen davon ſichelte und ſchon in der nächſten Minute mit der Trommel zurückkehrte.
„Hänge ſie um!“ befahl Kudraß mit Würde—„und V wenn ich winke, ſo ſchlägſt Du einen Wirbel, daß es don⸗ nert und kracht. Errathet ihr nicht, was ich im Schilde V führe? Die Marſeillaiſe iſt's, mit welcher wir die über⸗
müthige Polizei angreifen, ärgern, ſie ſchwarz, gelb und grün machen wollen. Gewiß könnt ihr die Wundermelodie noch, wenn gleich ſie ſchon lange verpönt worden iſt. Aber wer ſie einmal geſpielt oder nur gehört hat, vergißt ihrer Klänge nimmer. Stimmen wir alſo muthig an. Allongs angefangen della Batt'rie! Ja, meine Kinder von der V Batterie! protzt eure Inſtrumente ab und brennt die Zau⸗ bertöne der Marſeillaiſe ab, die allen Tyrannen und jegli⸗ cher Polizei ein Gräuel und Todesſchrecken iſt. Seid ihr bereit? Eins, zwei, drei!“
mulen iſt die des Brahmanenthums, die die geſammte Bevöl⸗ kerung in vier erbliche Kaſten eintheilt: die Prieſter, die Krieger, die Bürger und die Diener. ſannwen aus dem Haupte des Gottes Brahma ſelbſt und ſollen deshalb, der höchſten Heiligkeit ſich befleißigend, nur dem Studium
Die erſte Kaſte, die Brahminen,
der Veda's, den Opfern und dem Tempeldienſt ihr Leben widmen,
um, von Stufe zu Stufe alles Irdiſche von ſich abſtreifend, end⸗ lich zum reinſten Anſchauen Goktes und dem Urquell alles Seins zurückzukehren. Wie auch hier das gedachte Ideal des Prieſter⸗ thums ſeiner realen Exiſtenz nicht ganz entſpricht, davon gibt K. Graul im 4. Bande ſeiner Reiſe eine charakteriſtiſche Schil⸗ derung. Er erzählt:
„Was die Beſchäftigung der man ſich daheim leicht eine falſche Vorſtellung.
der berühmte Tempel zu Sittambalam, wo der mondlockige Gott,
Brahminen anlangt, ſo macht Obgleich z. B.
Siva, zum Entzücken der verſammelten Götter tanzte, in alter
Zeit, wenn man der Ueberlieferung glauben ſoll, dreitauſend Brahminenbäuche fütterte und noch immer an dreihundert, wenn auch etwas kümmerlich, nährt, ſo bilden doch die Müßiggangs⸗ ſeligen Tempel⸗Brahminen, denen abgeſehen von den oft bedeu⸗ tenden Tempel⸗Pfründen das 1 immerhin nur Eine Abtheilung. Die übrigen, denen es nicht ſo wohl wird, ſehen eben wie ſie ſich am beſten durchbringen. Der Eine ſingt den Preis ſeines Gottes an heiligem und nicht heili— Zem Orte, der Andre ſammelt ſich als Guru eine Art Gemeinde, für die er namentlich an Fulüden⸗ und Trauerfeſten die üblichen Gebräuche gegen die üblichen Gebühren verrichtet; dieſer trägt auf
vem Marrre und in den öffentlichen Ruhehäuſern u. ſ. w. die be⸗
Wiebteſten Volksgeſchichten vor; jener recitirt claſſiſche Gedichte
Volk den Reis in den Mund ſteckt,
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ſoder lehrt Grammatik, Logik, Philoſophie und Rhetorik. Der
Rhetoriker(Alangkari) genießt beiläufig einer ſolchen Ehre, daß ihm in Geſellſchaft der gaſtliche Betel beſonders gereicht wird Manchem ſchmeckt ein wanderndes Bettelleben am beſten; Viele bauen den Acker; Einige treiben Handel; Alle aber, die nur eini⸗ germaßen ſtrebſamen Geiſtes ſind, betrachten das Bureau als den Gipfel irdiſcher Glückſeligkeit: was geht doch über ein feſtes Ge⸗ halt aus dem Geldkaſten der Sri Companiar, in welchem die Eingebornen die Schatzkammer des Gottes Kuvera, des indiſchen Plutus, zu ſehen gewohnt ſind,— die Ehre ungerechnet! Denn was ſie auch immer von unſrer unreinen und verunreinigten Pa⸗ riah⸗Natur fabeln mögen, derjenige Brahmine, dem ein euro⸗ päiſcher Beamter oder auch nur ein Freund deſſelben die Hand zu reichen würdigt, fühlt ſich wielleicht ſo ſelig, als wenn ihm ſein lotusfüßiger Gott erſchienen wäre.
Am unwiſſendſten und deshalb auch am verachtetſten ſind die Tempel⸗Brahminen. Ich wollte, ich könnte Dich, mein lieber europäiſcher Leſer, der Du um jedes Brahminenhaupt die Glorie der„Brahminen⸗Weisheit“ ſchweben ſiebſt, einmal flugs in das Aether⸗Linga⸗Heiligthum zu Sittambalam führen, und Dir die dortigen geiſtlichen Herren mit den dummen, gemeinen Geſich⸗ tern und dem rundlichen Bauche zeigen. Du würdeſt Dich ſicher⸗ lich in dem klöſterlichſten Kloſter des allerdunkelſten Mittelalters wähnen.
Dennoch birgt der Brahminenſtand die Tempel⸗Brah⸗ minen und ähnliche Brahminen⸗Claſſen natürlich abgerechnet— tpotz ſeiner gegenwärtigen Entartung zum Theil noch immer den Kern des Volksgeiſtes, namentlich nach der Seite der Intelligenz hin, und die europäiſchen Beamten kennen für den höhern Bureau⸗


