Dritte Folge.
Nr. 20.32.
womit dieſer noch ein ſchönes held, und ſchritt nallen Zwölf
das Zeichen gegeben ward, daß die Thüren geſchloſſen wür⸗ klagenden am Grabe des Erlöſers mit ſo ſchauerlicher Y den, begab ſich die verſammelte Menge nach der Peters⸗ Wahrheit vor die Seele führte, daß ich auf das Tiefſte da⸗
kirche, wo in einer Stunde der Hauptaltar mit Wein ge⸗ von ergriffen ward. Ich habe nie einen ähnlichen Geſang waſchen werden ſollte, eine Ceremonie, die ſie um keinen gehört und kann mich nicht entſinnen, daß menſchliche V Stimmen nur je einen Eindruck gemacht, der dieſem zu V
a und wir durf⸗ Preis entbehren mochten; ich aber fühlte, daß meine Schau⸗ ſenden war luſtigkeit dem nicht gewachſen war, und kehrte heim, um vergleichen geweſen wäre. Als der Geſang beendigt, mmer zu ge⸗ die Mühen dieſes Tages bei einem heitern Mittagsmahle begab ſich der Papſt in den St. Peter, um am Grabe der Eine Dame zu vergeſſen.— Heiligen zu beten, und ich folgte ihm nach. Seine Garde
Ich muß geſtehen, daß ich herzlich froh war, den Char⸗ in ihrem mittelalterlichen Coſtüm war hier aufgeſtellt und freitag nicht früh ſchon mit neuen Feſtlichkeiten beginnen noch ein Regiment Küraſſiere. Links um, commandirte zu dürfen. Das berühmte Miſerere in der ſixtiniſchen Ka⸗ endlich der Capitän, und Alles war vorbei. V
ne Wunde, welche
gewonnen. An
Das weibliche ſtets einen ſol⸗ Gefahren und für ſie nirgends ft wach ruſt, daß Krieger etwas g Rollen von Ama⸗
— Sehr viele
Tag im Vatican
pelle, welches drei Abende nach einander geſungen wird,
hatte ich mir bis heute aufgeſpart und bedurfte dazu aller
meiner Kräfte.— Um ein Uhr verließen wir das Haus,
und als wir den Vatican erreichten, fanden wir die Treppe V
ſchon mit Damen gefüllt, die hier auf den Stufen kauerten gedicht von Richard Runiſch.
und warteten, bis ſich die Thüren öffneten, um dann die
Erſten zu ſein, welche eindringen und ſich eines Platzes
verſichern konnten. Auf der oberſten Stufe ſtand die Schweizer Garde und wehrte einſtweilen das Vordrängen. Draußen regnete es ſtark, die Luft war feucht und kühl
geöffnet ſtan⸗ in hi Mlil. ffnet und ein ſtarker Zugwind pfiff über unſere Köpfe hin.—
Tatjana.
Warum war auch ſein Blick ſo ſehnſuchtstief, V
rin unhenum Mich auf die ſteinernen Stufen zu ſetzen wagte ich nicht. Als wenn draus verborgener Zauber dich rief? uht, kehrte So gut ich konnte, drängte ich mich gegen die Wand, Warum war auch ſein Kuß ſo liebesheiß,
Sey, dere Schutz zu finden; aber ohne Erfolg. Langſam verſtrichen Daß deine Lippe nichts Andres mehr weiß?
keinein⸗ du⸗ die Stunden. Als endlich ein Regiment Soldaten auf— Warum war ſeine Rede ſo zauberreich, 8 utt cuf marſchirte, um eine Linie bis oben hinauf zu bilden und Daß ſie, dem ſchäumenden Bergbach gleich,
uns den Durchgang zu geſtatten, war ich ſo erſchöpft, daß mir die Engel im Himmel ſogar vergeblich geſungen haben möchten. Ein Wettlauf begann, Jeder ſtürzte, ſo raſch er konnte, die breiten Stufen hinauf, deren Zahl mehr als Im Winde faattert dein ſchwarzes Haar,—
Hinweg dich geführt ohne Widerſtand V Aus dem ſteppendurchzogenen Vaterland? Jetzt ſitzeſt du traurig am Boulevard,
KM⸗
d M z der vornehmein
ſondern als
untermiſcht n ſechzig war, und ich ſchätzte mich glücklich genug, als ich Das iſt nicht der Wind, der dich früher umbrauſt, gen helten 1 athemlos den Eingang erreichte, einen Sitz zu gewinnen, Wenn auf flüchtigem Roß du die Steppe durchſauſt, den ſchne eine Errungenſchaft, vor der jeder andere Gedanke für jetzt Das Auge funkelnd von Reiters Luſt, nem einzige ſchweigen mußte.— Um halb ſechs Uhr begann endlich Die Wange glühend, hoch wallend die Bruſt. groß iſt deren das berühmte Miſerere, das mir die Stimmen der Weh⸗ Wohl pocht noch dein Herz, aber frei nicht mehr, b
s um ſeche Ahn
Taſchenbibliothek der Reiſe⸗, Zeit⸗ und Lebens⸗ bilder. Rudolſtadt, Verlag von G. Froebel. 1855— 1856. Dieſe kleine„Aehrenleſe auf dem Felde der Belletriſtik“ iſt abgedruckt aus dem„Pilot“, dem Unterhaltungsblatte zur Allge⸗ meinen Auswanderer⸗Zeitung. In den vorliegenden Heftchen gefällt uns beſonders der Artikel„Schiller's Liebe und Verhältniß
Und um ein ſolches Mittel zu finden, habe ich in dem Leben der alten Maler geleſen, und es iſt mir gelungen, zwiſchen dieſem und den Bildern ein verknüpfendes Band zu entdecken. Es hat ſich irgend eine Geſchichte zugetragen, ein Ereigniß trat ins Leben, wichtige Vorfälle machten ſich in Nähe oder Ferne geltend, bei
denen der Maler be„„; denen der Maler betheiligt war. Die Umſtände zwangen ihn, den
freien Sohn der Kunſt, bald für dieſe, bald für jene Partei ſich zu entſcheiden„bald in dieſer Tragödie eine Rolle zu ſpielen, bald ſin jener Poſſe ſeine Kräfte mitwirken zu laſſen. Ohne daß ſie es ſelbſt oft wußten, gingen die befreundeten oder befeindeten Ele⸗ unente in ihre Werke über. So iſt manches Erlebniß die Quelle eines trefflichen Bildes geworden, das nicht nach dieſem Erlebniß Zenannt wird, ſondern einen fremden Namen führt. Hier hinter dem Vorhang zu lauſchen, iſt gar ergötzlich.“ 4
B Dies die Stimmung, die den Verfaſſer veranlaßte, einzelne Bilder der Dresdener Galerie, in deren Gegenſtand er einen
näheren Zuſammenhang mit dem Charakter und den Schickſalen
des Malers zu finden meinte, zum Motiv von Novellen zu venutzen, in denen er einzelne hiſtoriſche Daten und ein fein⸗ fühlendes Kunſtverſtändniß mit mannigfachen freien Erfindun⸗ gen vereinigt zu haben ſcheint. In dieſem Bande, dem, wie vir hören, bald ein zweiter folgen ſoll, finden wir zehn hervor⸗ agende Sujets: die Gräfin von Flandern(Nembrandt), die Hurg des Häßlichen(Aſſelyn), die Roſe von Harlem(van der deer), geine Viſion Holbein's, die Hexenküche(Teniers), Schleier end Mantel(Cignani), der Unbekannte(Paul Veroneſe), der Künſtler⸗Vagabund(Brouwer), der Liebesgarten(Rubens), das Brab des Juden(Ruysdael).
zu Rudolſtadt. Erinnerungen an ſeinem fünfzigjährigen Grabe. Von J. Eberwein.“ Hier wird der bisweilen auftretenden Anſicht, daß die Grundſtimmung in Schiller's ehelichem Verhältniß die Reſignation geweſen ſei, von einem begeiſterten Verehrer des gro⸗ ßen Dichters ausführlich und gründlich widerſprochen. Die fürz⸗ lich erſchienenen„Briefe von Schiller's Gattin an einen Freund“ (Leipzig, F. A. Brockhaus, 1856) ſind eine neue reiche Quelle zur Widerlegung jenes voreiligen Urtheils. Wir kommen auf Beides ausführlicher zurück.
Erläuterungen zu den deutſchen Claſſikern. Erſte Abtheilung: Goethe's Werke.— Zweite Abtheilung: Wieland's Werke.— Dritte Abtheilung: Schiller's Werke, u. ſ. w. Jena, Karl Hochhauſen's Verlag. 1856 u. ſ. w.
Zu dieſem populärwiſſenſchaftlichen Sammelwerke bat die Verlagsbandlung die beſten Kräfte gewonnen. Die Bearbeitung der Erläuterungen zu Goethe's Werken bat Hr. Prof. Dr. Düntzer in Köln übernommen und ſind die erſten Lieferungen(Hermann und Dorothea, Werther's Leiden, Wilhelm Meiſter's Lehrjahre) bereits ausgegeben. Dieſen Lieferungen werden folgen: Wilbelm Meiſter's Wanderjahre und die Wahlverwandtſchaften, dann die Erläuterungen zu den lyriſchen Gedichten(drei Hefte) und zu dem
weſtöſtlichen Divan, ferner zu Götz, Egmont und den übrigen be⸗


