Jahrgang 
01-26 (1857)
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lll. Jahr.

Austheilung ſende Prieſter reine von ihm 5, Hand, Knie aubniß hatte.

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und wieder Tauſende von Menſchen lauſchten und gafften und wogten durch einander, das Auge ermüdend durch die fortgeſetzte Bewegung, die dem Blicke nicht zu haften ver⸗ gönnte. Erſt um zwei Uhr ſchloß die Ceremonie mit dem Ave Maria, und wie ein Strom ergoß ſich damit die Men⸗ ſchenmenge über Rom, deſſen Straßen von den raſſelnden Wagen wiederhallten, die ein geſprochenes Wort unhörbar machten.

Dieſer Lärm, dieſe Bewegung iſt unendlich ermüdend. Es iſt London nach Rom verſetzt, wie es durch die hier anweſende Zahl von Engländern wirklich der Fall iſt; nur daß ſich hier ein Straßenpflaſter vorgefunden, das Eng⸗ lands Hauptſtadt nicht beſitzt. Wenige Tage noch, und eine Stille wird eintreten, wie ſie mein Ohr erſehnt. Man ſagt mir, es ſeien im vorigen Jahre am zweiten Oſtertage 11000 Päſſe ausgegeben worden, und ich wünſche nur, daß auch in dieſem ein ähnliches Drängen ſteattfinden möge, damit ich das gute alte Rom noch einmal ohne dieſen unerträglichen Schwarm von Fremden erblicke, die den Aufenthalt faſt unleidlich machen. Ginge es nach meiner Wahl, ſo hätte ich mich wenigſtens in irgend einer Ruine Angeſichts des Capitols angeſiedelt und mein Auge früh und ſpät an den Trümmern des Einſt geweidet; hier aber, in dieſer modernen Welt von tollen Fremden zu hau⸗ ſen, die kein Verſtändniß für das mitbringen, was wir hier ſuchen und finden wollen, das iſt Strafe und kein Ver gnügen.

Die heilige Woche hält alle Reiſenden hier feſt, und der nächſte große Feiertag in dieſer heiligen Woche war der grüne Donnerstag, an welchem der Papſt die Füße von zwölf Pilgern mit höchſteigener Hand wäſcht, dem Volke vom Balcon herab den Segen ertheilt und dann dieſe Reiſenden in ſeinen Gemächern ſpeiſt. Man hatte mich von allen Seiten gewarnt, nicht zu verſuchen dies Alles zu ſehen, weil das Gedränge ſo groß ſei, daß man ſein Leben dabei zuſetzen könne; ich wählte daher die erſtere

Dritte folge.

Ceremonie, als die vielleicht intereſſanteſte und minder ge⸗ fährliche; doch konnte ich auch dieſer nicht ohne große Opfer beiwohnen. Schon früh um acht Uhr fuhr ich nach der Pe⸗ terskirche, wo ich bei meinem Eintritte die zur Rechten be⸗ findliche Tribüne für Damen ſchon ganz beſetzt fand, wäh⸗ rend zugleich der am Eingange ſtehende Kammerherr des Papſtes ein Gedränge von Damen, die ſchrieen, ſchalten, ſchimpften und einen Lärm machten, als wollten ſie zu Thätlichkeiten kommen, mit Mühe zu beſänftigen ſuchte. Unſer Billet lautete nicht auf dieſe Tribüne, wie ich hier erfuhr, und froh, mich dieſer ſtürmiſchen Schaar nicht an⸗ ſchließen zu dürfen, begab ich mich nach der andern Seite hinüber, wo ich nur noch eben früh genug erſchien, um einen und einen halben Platz für mich und meine Beglei⸗ terin zu erobern und mich hier mühſam mit ihr einzuſchich⸗ ten, bis die Güte meiner Nachbarinnen unſern Raum er⸗ weiterte, um neben einander Fuß faſſen zu können. Jene Damen waren ſchon um ſechs Uhr gekommen und die Ceremonie fand um zwölf ſtatt. Das hieß ſich ge⸗ dulden. Sitze waren diesmal nicht auf den Tribünen. Die Damen kauerten auf der Erde, oder hockten auf dem Geländer umher. Das Letztere verſuchte auch ich, und da mein Platz an der äußerſten Wand war, ſo that ich mehr noch, ich kletterte auf dies Geländer und hielt mich müh ſam mit einer Hand an die Wand geklammert, wodurch ich eine Hohe erreichte, um über die Köpfe der vor mir ſtehen⸗ den Damen ſchauen zu können, während ich, wenn ich unten blieb, zum Lohn aller meiner Anſtrengung nichts weiter erntete, als das Bewußtſein da geweſen zu ſein. Daß mein Beiſpiel Nachahmung fand, brauche ich nicht erſt zu ſagen, und da Niemand das Unbequeme dieſer Poſition vermuthete, ſo wurde uns ſogar manch neidiſcher Blick, ja, neidiſches Wort zu Theil. Meine Nachbarinnen waren Franzöſinnen, mit denen ſich's gut plauderte. Die mir zur Linken hielt ſich ſeit lange in Rom auf, indem ſie einen Poſten im Haushalte der Prinzeſſin Odabasky, geborenen

beſitze einen Brief von dem König, worin er ſagt, daß wir bei der ſchwierigen Unterſuchung über das Weſen der Gottheit nicht ſagen können, wer Recht und wer Unrecht hat,doch ich will mei⸗ nen Gott bitten, daß er Ihnen ſeinen Segen geben mag, und Sie müſſen zu Ihrem Gott beten, mich zu ſegnen, und ſo mag der Segen des Himmels auf uns Beide herabkommen.

Der erſte König iſt für die Ausdehnung des Handels in ſei⸗ nem Gebiete günſtig geſtimmt. Peter Plymley könnte die Vor⸗ theile des Handels nicht beſſer hervorheben, als Seine Majeſtät es in wenig kräftigen Sentenzen that. Er erläuterte ſeine Anſicht durch folgende Allegorie: 3 4Zwei Leute kommen aus dem Felde, mit dem gemeinen Pro⸗ ducte, das es erzeugt, z. B. Hanf, beladen. Sie ſchreiten voran und gelangen an einen Ort, wo ſich ein ſchätzbareres Material, z. B. Baumwolle, ſindet. Der thörichte Mann, dem an ſeiner Verbeſſerung nichts liegt, beharrt dabei ſeine grobe und werth⸗ loſe Laſt Hanf zu tragen; ſein 3 Hanf gegen das feinere und ſchätzbarere Material. Sie ſetzen ſihren Weg fort und kommen in einen Seidendiſtrict. Der Thor behält ſeinen Hanf, der Klügere vertauſcht ſeine Baumwolle gegen Seide, und ſo erreichen ſie das Ende ihres Weges, der Eine von der getragenen, beinahe werthloſen und ſchweren Laſt erſchöpft, während der Andere eine ſchätzbare und vortheilhafte Waare mit Leichtigkeit erworben hat.

In jedem Falle ſind dieſe beiden Könige zwei ſehr beachtens⸗ verthe Männer, und wir wiſſen es Sir John Bowring Dank, daß er uns mit denſelben bekannt gemacht hat. C.

klügerer Begleiter vertauſcht ſeinen

Aus der Geſchichte. Hiſtoriſche Portraits. Michelet hat in ſeinem neueſten Werke:Renaiſſance und

Reformation mit großer Kühnheit verſchiedene Portraits hiſto⸗ riſcher Perſonen aufgeſtellt, und man muß ihm die Gerechtigkeit

widerfahren laſſen, daß er ſich dabei als charakteriſtiſcher Portrait⸗

maler gezeigt hat, freilich aber ohne die gewöhnliche Regel des

Schmeichelns dabei zu beobachten; ihm iſt es ſo ſcheint es we⸗ nigſtens hauptſächlich um Wahrheit zu thun. In wiefern er derſelben treu geblieben iſt, mögen einige ſeiner Portraits und

Portraitſkizzen den Geſchichtsforſchern und Geſchichtskundigen

zeigen:. Maximilian I. Der Hauptzug ſeines Charakters war der, chimäriſch zu ſein; aber auf welche Art war er es und in welchem Grade? Wie und wes⸗ halb? Warer es nach der Art ſeines Schwiegervaters, des finſteren

Karl des Kühnen, oder mit der Schärfe und dem Ernſte wie man⸗

cher berühmte Spanier des kommenden Jahrhunderts? Michelet ſagt in dieſer Beziehung: Der gründliche Albrecht Dürer hat in ſeinem Bilde Maximilians dieſen für alle Zukunft vollſtändig geſchildert, und die Geſchichte fügt dem Portrait des Meiſters nicht zwei Worte hinzu. Das große knochige Geſicht, das einen ganz kriegeriſchen Ausdruck hat, und die gewaltige Naſe zeigen einen Don Quixote ohne Naivetät. Die Stirn iſt ärmlich wie der nackte Fels Tyrols, den man im Hintergrunde erblickt; am Rande des Abgrundes irren die Gemſen umher, in deren Erlegung Maximilian ſeinen größten Ruhm ſuchte. Er war zuerſt Jäger,