Jahrgang 
01-26 (1857)
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Natürlich hatte auch ich mir Rechnung gemacht, Zulaß zu erhalten, und während ich beſorgt erwartete, ob ich bei dieſer Gelegenheit bedacht werden würde denn eine Mecklenburgerin hat ja an keine Geſandtſchaft Anſprüche zu machen wurden mir an einem Tage von drei ver⸗ ſchiedenen Seiten die Billete für alle Feſte, welche die hei lige Woche geſtattet, zugeſtellt.

Der Papſt theilt am Palmſonntag Palmen aus, die ſeine Hand geweiht. Dieſe Palmen ſind nicht grün, ſon⸗ dern weiß, ſie ſind ein Product der Kunſt und beſonders für dieſen Tag gezogen und zubereitet. Die ganze Geiſt lichkeit Roms nimmt an dieſer Feſtlichkeit Theil, und deren Zahl iſt Legion. Außerdem aber finden ſich auch noch manche Prieſter aus fernen Diöceſen ein. Ganz Rom war dazu in Bewegung. Schon früh um ſechs Uhr hörten wir die Wagen rollen, und der Kutſcher, der uns ſelbſt hinführen ſollte, bedingte ſich den ſechsfachen Preis aus. Mit dem Schlage acht Uhr waren wir auf dem Platze vor dem St. Peter, wo die mächtigen Springbrunnen heute in den Strahlen der goldenen Morgenſonne zehnfache Fun⸗ ken ſprühten und die ganze Scene von Fahrenden und Ge⸗ henden auf das bunteſte belebt war. In der Kirche ſelbſt war die Garde des Papſtes in langer Reihe aufge⸗ ſtellt, um ſpäter, wenn die Proceſſion beginnen ſollte, ein Spalier zu bilden. Den weiten Raum füllte ſchon jetzt eine zahlloſe Menge. Als wir uns der Tribüne näherten, auf der die Frauen ihre Plätze hatten, fanden wir ſie be⸗ reits beſetzt, und nur der Güte einiger uns bekannten Da⸗ men verdankten wir es, daß uns noch ein Raum gemacht wurde. Ich hatte mir eine Lectüre mitgenommen, um die Stunden bis zum Beginne der Ceremonie damit auszu⸗ füllen, und dazu den Aufſatz von Macauley über die Ge⸗ ſchichte der Päpſte gewählt. Dieſes Thema paßte ganz in die ſich vorbereitende Ceremonie, welche mir das Prieſter⸗ thum in ſeiner ganzen künſtlichen Geſtaltung, in ſeiner Macht und ſeiner Wichtigkeit vor das Auge führen ſollte.

31 Macauley bemerkt, daß die proteſtantiſche Kirche im Ver⸗ laufe der letzten Jahrhunderte, während welcher die Wiſ⸗ ſenſchaft ſo große Schritte vorwärts gethan, ihre Macht um keinen Schritt breit erweitert, das Papſtthum dagegen, von den Philoſophen verhöhnt und verlacht, ſich wieder emporgeſchwungen aus ſeiner Erniedrigung, ſo daß es heute mächtiger, feſter daſtehe, als jemals. Auf welchem Grunde muß eine Kirche erbaut ſein, die ſolchen Stößen gewachſen iſt, die ihr Haupt wohl vor dem Sturme beugt, aber nur um es in der nächſten Minute um ſo mächt iger zu erheben? Und wo hat dieſe Kirche ihren Thron er⸗ baut? Auf den Trümmern eines alten Kaiſerſtaates, auf den Ruinen des mächtigſten Reiches der Welt, unter einem Volke, das kein Volk mehr iſt, das ſich aus dem bun ten Gemiſch aller Jener zuſammengeſetzt hat, die des Krie⸗ ges grauſame Sichel verſchonte, oder das Gift peſtartiger Seuchen nicht zu erfaſſen vermochte. Welch ein Volk ſind dieſe Römer von heute und welch ein Staat iſt der, welcher eine Kirche zur Mutter, einen Greis, den keine Bande an die bürgerliche Geſellſchaft und die Familie ket ten, zum Oberhaupte hat? Bettler und Prinzen ſind das Reſultat ſolches Regime's! Bettler, die ſich einreden laſſen, ihrer ſei das Reich Gottes; Prinzen, die als Diener der Kirche die geiſtliche Macht des Papſtes theilen!

Jahrtauſende ſcheinen ſpurlos über dieſen Boden hin⸗ gegangen. Wer Rom beſucht, der kommt hierher mit Er⸗ innerungen, deren Verwirklichung er nur in abgebrochenen Mauern und Schutthaufen ſucht und findet. Er will keine Gegenwart, er will Vergangenheit; und dieſe bie⸗ tet ſich auch allein. Hier iſt keine Rede von einem Vor⸗ wärts, von einem friſchen freudigen Streben, hier lacht keine goldene Sonne mit Hoffnungen auf Glück und Freude

in der Zukunft, hier iſt kein reges Leben eines jungen Staates; hier iſt Grabesluft. Alle Speculation, alles Intereſſe geht rückwärts, ein Capital, das ſich ver⸗ werthen ſoll, wird hier angelegt in Moder; man gräbt

der Stimmung des Publicums oft genug und herb erfahren. Seine Stimme hatte ſchon lange alle die ſchönen natürlichen Ei⸗ genſchaften der Kraft, Friſche, des Schmelzes und Wohllautes eingebüßt, wodurch der Sinn des Hörers oft rauſchartig gefeſſelt wird. Und doch gabes Partien die Fülle, die man nur Mantius

anvertrauen konnte, doch mußte, wenn Heiſerkeit oder Unpäßlich⸗

keit einen ſeiner Erſatzmänner am Auftreten verhinderte, noch⸗

mals und immer nochmals Mantius Rollen übernehmen, die er

ſchon abgegeben hatte, doch wirkte er nach wie vor mit derſelben wohlthuenden Schlichtheit und gewann die Herzen derer, welche ſich alter Erinnerungen nicht ſo leicht zu entſchlagen vermögen und kunſtgemäßen Geſang dem betäubenden Eindrucke eines ge⸗ waltigen Organs vorziehen..

Wenn Dir's am beſten ſchmeckt, ſo höre auf, lautet eine Zoldne Regel der Däätetik. Stehſt Du im Zenith Deiner Kunſt und Erfolge, ſo tritt zurück von der Bühne, heißt eine nicht min⸗ der empfehlenswerthe Regel der Bühnen, ſpeciell der Geſangs⸗ unſt. Mantius aber beſaß Reſignation genug, größere Partien ubzugeben und in denſelben Opern ſich mit kleinern zu begnügen. Er, der in den vierziger Jahren bei dem Tenoriſtenmangel längere Zeit das Ein und Alles der königlichen Bühne war, er, der ſo eft als Georges Brown geglänzt hatte, ſpielte nachher in derſel⸗ een Oper neben ſeinem Rivalen Roger den Dickſon. So blieb er er Bühne unentbehrlich.

Von der Generation, welche mit Mantius in den dreißiger

(SFahren das Entzücken der Opernfreunde ausmachte, es ſeien nur

fn Bader, Stümer, Eduard Devrient, Blume, Wauer, eine faßmann, Sophie Löwe erwähnt, hält ſich jetzt nur noch eine ſete Säule. Es iſt dies der Baſſiſt Zſchieſche.

Weit ſchon liegt die Zeit hinter uns, wo Mantius zuerſt den Raoul in Meyerbeers Hugenotten mit dem glänzendſten Erfolge ſang, wo er verführt durch Gunſt⸗ und Ehrenbezeigungen ſeiner

Stimme mehr Laſten aufbürdete, als ſie zu tragen vermochte; was

ihm damals jugendlicher Uebermuth raubte, das hat ihm reifere

Erkenntniß im vollſten Maße wieder zugeführt. Damals konnte eer ſingen, unbewußt wie der Vogel, der in den Zweigen wohnt, auch jetzt noch kann er ſingen, aber nur weil er ſich die Technik des Geſanges vollſtändig zu eigen gemacht hat. Er wird deshalb auch noch lange eine unerſetzliche Stütze für die Kirchenmuſik bleiben. E. M.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Die beiden Rönige in Siam.

In England iſt kürzlich ein Bericht von Sir John Bowring über ſeine Miſſion nach Siam erſchienen, worin er eine ſehr intereſſante Beſchreibung der beiden Könige dieſes Landes es gibt deren dort zwei gibt. Sicher werden gar viele Perſonen darüber erſtaunen, daß Mongkut, der erſte König von Siam, mit den Werken Newton's und Euklid's ſehr bekannt iſt; daß er die engliſche Sprache erträglich ſpricht und ſchreibt; daß er ein guter Lateiner iſt, zugleich aber auch das Sanſcrit, die eingaleſiſche und die peguaniſche Sprache verſteht; daß er Sonnen⸗ und Mondfinſterniſſe, ſo wie die Verdunklungen der Planeten zu be⸗ rechnen weiß; daß er für alle Zweige der Literatur und der Wiſ⸗ ſenſchaften eine große Vorliebe hat; daß ſein Reich ihm die Ein⸗ führung einer Buchdruckerpreſſe mit ſiameſiſchen und engliſchen