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r dem Trinken ſo wird Dir der
benn“ ſprach athemlos des Waldhorniſten Vater, der Muſikus Kroll.„Kein Morgen vergeht, wo ich ihn nicht
r H Lunu 4 aus dem Bette, in die Kleider und aus dem Hauſe prügeln undſatz“ muß. Selbſt wenn ich ihm mit meiner Trompete in das Lohſe. ſei Ohr ſchmettere, wacht die Schlafmütze nicht auf. Nach mir fe unter dei iſt der Junge nicht gerathen, der ich acht Nächte hindurch Gönne trompeten und dennoch am Tage munter ſein will wie ein
n Eichhörnchen. Aber unſere jetzige Jugend iſt nichts werth.
Mu emges Das ſieht man an unſerm Wieſel mit den ſchlaff hernie— derhängenden Wangen. Gleicht er nicht einer Krautſcheuche, der man eine Clarinette ins Geſicht geſteckt hat?“„Ruhe!“ gebot Kudraß—„wir ſind hier, um zu proben, nicht um einander zu huzen. Wenn aber Dein Junge nicht pünkt— licher und zuverläſſiger wird, ſo mag er ſich als Kuhhirte auf's Dorf vermiethen. Dann kann er auf dem richtigen Horne blaſen. Aufgepaßt! Eins zwei, eins zwei: dai di, dai di, dai da, dai da—“
Die Polka ertönte luſtig. Doch ſchon nach wenig Tak⸗ ten unterbrach Dirigent Kudraß die Muſik mit dem un⸗ willigen Tadel über des Waldhorniſten Zuſpiel. Derſelbe mußte endlich ſeine Stimme solo blaſen, wobei allerdings die unreinſten Töne zum Vorſchein kamen, die dem krumm⸗ beinigen Burſchen zahlreiche Vorwürfe von Seiten des Dirigenten, ſowie wiederholte, zurechtweiſende Stöße durch die väterliche Fauſt zuzogen. Endlich waren des Burſchen
CTrotz und Ungeſchicklichkeit beſiegt und das Zuſammen⸗ ſpiel hob von Neuem an.
Bald aber klagte Kudraß abermals: Vernünftiges anzufangen. Lohſe ſägt auf ſeiner Geige wie ein Holzmacher herum, ohne Gefühl und Ausdruck. Wieſel pfeift, als läge er in den letzten Zügen. Der Junge heult auf ſeinem Horne wie der Wind in einer Feuereſſe und Kroll ſchmettert mit der Trompete dazwiſchen, als ſollte der jüngſte Tag heranbrechen. Da iſt kein Kunſtſinn, keine Strebſamkeit, keine höhere Weihe zu entdecken. Ach, was für ein Kerl könnte ich ſein, wenn ich beſſere Mitſpie⸗
trägen Buben?“ achte Cello hin. beſtellt und jetzt onnte nicht eher Zolka vollends
jetzt ſo verſeſ⸗ neue Stücke, ſo
brummte Lohſe
f. Lohſe!“ fuhr dai da, dai g iſt Deine
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2 5— -ugen, wie die Zäͤhne genom⸗ „Inſtrumente
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ler hätte! So aber bin ich zeitlebens zum elenden Bier⸗ fiedler verdammt. Wer mir das an meiner Wiege hätte ſingen ſollen! Kapellmeiſter könnte ich ſein, wenn das Ge⸗ ſchick mich beſſer geleitet hätte.“
Dieſe Klage äußerte verſchiedene Wirkungen. Theodor Sohrmann, unter dem Spitznamen Wieſel, ließ ſeine ſchlaf⸗ fen Wangen tiefer als ſonſt herabhängen, während ſeine Augen von einer verſtohlen geweinten Thräne glänzten. Lohſe dagegen ſtand wie ein ſteinerner Ritter, unbeweglich, unverändert, den Kopf zurückgebogen und in ſtolzer Hal⸗ tung da. Der junge Horniſt hatte ſich ſchmollend und
trotzig von dem tadelnden Muſikdirector abgewendet und
das Haupt vorgeſenkt. Sein Vater aber, der mit ſeinem glatten, bartfreien und faſt zarten Geſicht einem Frauenzim⸗ mer ähnelte, warf zornentbrennend die Trompete auf den Tiſch. Zugleich rief er hitzig aus:
„Wer zwingt Dich denn, bei uns zu bleiben? Wenn Dir unſere Muſik nicht zuſagt, ſo kannſt Du Dir ja andere Muſiker ausſuchen. Ich habe das ewige Tadeln ſatt und habe meine Kunſt wohl richtiger noch erlernt als Du. Bil⸗ deſt Du Dir ein, mit Deinem Celloſpiel die Welt um⸗ reißen zu können?“
„Still!“ ſprach Kudraß beſänftigt.„Soll ich meinem Herzen nicht einmal durch eine gerechte Klage Luft machen dürfen? Ich meine es ja gut mit Euch. Wenn Ihr Euch mehr anſtrengtet, ſo brauchten wir nicht auf der Straße und in den gemeinſten Kneipen zu ſpielen, ſondern dürften unſere Kunſt auf vornehmen Tanzſälen und in Concerten aus⸗ üben, daher auch etwas vor uns bringen. Spielt die Meierſche Bande beſſer als wir? Mit nichten! Dennoch verdient ſie wohl zehnmal ſo viel als wir. Warum aber? Weil ſie ſich in Bergmannstracht geſteckt hat. Kleider machen Leute. Könnten wir uns als Ungarn kleiden, ſo geſtattete man uns wohl auch im Hoftheater zu ſpielen wie den krummbeinigen Muſikern, die hier die Sedlenick⸗Polka aufbrachten.“
ſeit acht Jahren unendliche aber vergebliche Mühe gab, ihre Toch⸗ ter an den Mann zu bringen. „Ein dichteriſtzes Gemüth!“ verſicherte eine junge Frau, velche ſich mit Verſemacherei befaßte. „Child⸗Harold,“ behauptete ein junger Mann, der zeigen wollte, daß er mit Ogron vertraut ſei. „Aber weshalb iſt er denn ſo finſter und traurig?“ tönte eine neue Frage. „Er⸗ wird wohl an der Leber leiden,“ äußerte ein Arzt. 9„Man verſichert, er ſei auf ungeſetzmäßige Weiſe in den Leſitz ſeines Vermögens gelangt,“ warf ein Advocat hin. „Der junge Mann hat vielleicht ein großes Verbrechen be⸗ gungen,“ meinte eine Dame, welche noch die Romané der Anna Jedcliffe las. Während deſſen war die Signora Catalani zu dem intereſſan⸗ in Fremdling getreten, und es gelang ihr, ihn in ein längeres
ge Nanleund beſpräch zu verwickeln, und nachdem ſie ihn plaudernd mit ſich
achle, aord den Garten gezogen hatte, wo ſie ſich nicht von neugierigen 1.„doch Klicken belagert fühlten, ſagte er, ihr auf eine Frage antwortend: lh a Signora, unglücklich und traurig! Vergebens ſuche ich Lin-⸗ itrat dſrung eines ewig nagenden, brennenden Schmexzes.“ 6. ines„In Ihrem Alter,“ entgegnete ſie und ergyiff theilnahmvoll bo⸗ ſäne Hand,„gibt es keinen unheilbaren Schmerz.“ auf? dtr Dos Grab gibt die nicht zurück, die der Tod uns geraubt V . ſeufzte er. in vehie Zweifel iſt es grauſam, einen geligbten Gegenſtand lich verlieren,“ entgegnete Signora Catalani lächelnd;„und das ſchick wird Ihnen Erſatz geben.“ 9 1. 7„Es gibr keinen für eine Mutter, und die Meinige iſt es, die die h. 4 —ſ—— 4 1 L I
deſſelben verzichtet hätte,
ſchen Liebe durch den Tod entriſſen,“
ich beweine,“ ſagte Lord Brown ſehr ernſt. Und darauf erzählte er mit den rührendſten Worten, wie ſeine Mutter, mit achtzehn Jahren Witwe, ihm ihr ganzes Leben gewidmet, auf alle Genüſſe und wie ihre mütterliche Zärtlichkeit, ihre liebevolle Aufopferung ſein ganzes Herz ſo mit Liebe erfüllt hätte, daß daneben kaum noch für irgend ein anderes Gefühl Naum geblieben wäre.—„Eine ſolche Mutter wurde einer ſol⸗ ſchloß er mit tiefer Trauer ſeine offene Mittheilung;„urtheilen Sie nun, ob ich jemals auf Heilung meines Schmerzes rechnen darf?“
Sie ehrte ſeinen Kummer duxch Schweigen und ſchritt mit ihm den erleuchteten Sälen zu;“ Fa kam eine Dame ihr entgegen. Sie umarmte ſie herzlich, ſagte dann,„Cara, ich ſtelle Ihnen hier einen Landsmann vor, Lord William Brown;“— und zu die⸗ ſem ſich wendend fügte ſie hinzu:„Milady Lasley!“
Lady Lasley ſprach einige Worte und bei dem Tone ihrer Stimme erbebte Lord Brown; zitternd, erblaſſend richtete er die Augen forſchend auf ihr Geſicht, doch kaum hatte er ihre Züge, jetzt von dem Lampenſchimmer hell beleuchtet, genau geſehen, da ſtieß er einen lauten Schrei aus und ſank ohnmächtig zu Boden.
Man kann ſich denken, daß in der Verſammlung bald von nichts weiter mehr die Rede war, als von dieſer Ohnmacht, und
daß dieſelbe nicht wenig dazu beitrug, die allgemeine Spannung
zu erhöhen, das Geheimniß dieſes jungen Mannes kennen zu lernen. Vergebens wurde die Signora Catalani um eine Erklärung beſtürmt; ſie wußte durchaus keine zu geben, und ſo blieb denn die allgemeine Meinung beinahe einſtimmig bei der Vermuthung ſtehen, Lady Lasley ſei eine ungetreue Geliebte des Lord Brown


