gedichte von Julius Hattorf.
Wanderlieder.
I. Nein, Meiſter, nein, ich bleibe nicht! Schon ſchlägt der Fink' im Baume. Nun läßt mich's in der Werkſtatt nicht, Nicht mehr im engen Raume. Der Frühlingsſonne milder Schein Lacht hier ſo in mein Fenſterlein,
Nun muß ich fort und wandern, — Ja wandern!—
Ich bin ein närriſcher Geſell, Im Winter ſchaff' ich gerne Schon Morgens, eh' der Tag noch hell, Bis Abends flimmern Sterne. Tönt Finkenſchlag, kömmt Sonnenſchein, Dann wird die Werkſtatt mir zu klein, Dann muß ich fort und wandern,
— Ja wandern!—
„Flink, flink!“— ruft er von ſeinem Aſt,— „Flink, flink, du mußt marſchiren!“ Da muß ich denn in aller Haſt Mein Reiſebündel ſchnüren. Ich muß hinaus in Feld und Wald, Wo's grünt und blüht, wo Sang erſchallt! Ich muß hinaus und wandern, — Ja wandern!—
Schnell gebt mir meinen letzten Lohn, Laßt mich zur Ferne eilen.
Die Vöglein wandern alle ſchon, Und ich, ich ſollte weilen?—
Windhund des Capitain Lorett mit Strychnin vergiftet zu haben. Im vergangenen Jahrhundert wäre er dafür nach Botany⸗Bay geſchickt worden; jetzt kam er mit einer Strafe von 11 Pfund Sterling 3 Schilling davon, wobei noch die Koſten inbegriffen ſind; überdies ſteht dieſer Bowden noch ſtark in dem Verdacht, auch einige herrliche Füchſe des Baron Rothſchild vergiftet zu haben.
Die Ehegeſetze machen in England die Frau beinahe der Sclavin bei den Schwarzen gleich, oder ſetzen ſie doch beinahe auf gleiche Stufe mit den Verurtheilten des einen oder andern Ge⸗ ſchlechtes, welche nach Auſtralien transportirt und dort durch die Regierung einem Coloniſten überwieſen werden, um ihm entweder in ſeinem Hauſe Dienſte zu leiſten oder in der Stadt zu ſeinem Nutzen einen Erwerbszweig zu ergreifen. So mußte ſich z. B. die Miſtreß Norton, die Verfaſſerin der beliebten Romane und Gedichte, von ihrem Verleger ſagen laſſen: er könne das Honorar für das Manuſcript nur ihrem Manne auszahlen, und dieſer hatte ſchon ihre ganze Mitgift verſchwendet.
Eine Modiſtin, die in Amerika geboren war und einen Eng⸗ länder geheirathet hatte, errichtete ein Geſchäft in Paris rue Castiglione. Ihr Mann hatte eine ſolche Aufführung, daß er nach gemeinſchaftlichem Uebereinkommen nur einmal jede Woche in das Haus kam, um die wöchentliche Penſion in Empfang zu nehmen, welche die Modiſtin ihm gewährte. Dieſe gewann die Protection einiger engliſchen Damen und ließ ſich auf deren Veranlaſſung in London nieder, wo ſie ſehr gute Geſchäfte machte; doch der Mann entdeckte ihren Aufenthaltsort, erſchien eines Morgens in ihrer Wohnung, leerte alle Käſten und Schub⸗ fächer, zog bei den Kunden die Außenſtände ein, kurz, riß Alles
[III. Jahrg.
. Behüt' euch Gott!— Ade, ade! d Wer weiß, ob ich euch wiederſeh'? von Gar weit will ich jetzt wandern, 5.Cof — Ja wandern!— 5 bensw Aiter‚ die N II. gelwit e ſich Die Vöglein jubiliren fc. Im friſchen Waldesgrün; Wu Da läßt ſich's gut marſchiren, rbm Froh in die Ferne zieh'n. nn zelne . M Und wie dort durch die Bäume un Die Morgenſonne lacht! dn Die weckt mir ſüße Träume t Von rother Wangen Pracht. 6 b Und rings die Blümlein blühen V un Roth, gelb und weiß und blau.. An Gras und Blümlein glühen 6 wi Viel tauſend Tröpfchen Thau. n 0 .... Seh' ich am Grashalm ſchwanken n) Thautröpfchen, hell und klar, rhat So ſeh' ich in Gedanken dohr .—, 5 Tropfen am ſeid'nen Haar. Uͤn Jue — hate derl jane — ſchi an ſich, was ihr gehörte. Gänzlich ausgeplündert kehrte die von Modiſtin nach Frankreich zurückk. di Darf man ſich nach ſolchen Thatſachen noch wundern, daß 4 k das Parlament in der Sitzung von 1856 nicht weniger als 70 Pe⸗ Lad titionen mit 80,000 Unterſchriften empfing, welche die Abänderung nich der engliſchen Ehegeſetze verlangten? a. tag — zu: N . 3 Vur Mannigfaltiges. Glü Während der Regierung Kaiſer Leopolds I. war es üblich, heis daß jede Frau, die in der Chriſtnacht ein Kind geboren, den Kaiſer her zum Gevatter bitten mußte. In ſolchem Falle erhielt das ge— ringſte Kind wenigſtens tauſend Gulden. curr — wald Zur Zeit Heinrichs III. herrſchte in Frankreich die Gewohn⸗ führt heit, daß man die königlichen Witwen die reines blanches(die 7 weißen Königinnen) hieß, weil die Farbe ihrer Trauerkleider nicht ame ſchwarz, ſondern weiß war. 9 ei . fref Zwei⸗ eri Turenne, zwölf Jahre alt, forderte einen Officier zum Zwei⸗ da kampf, weil derſelbe die Geſchichte Alexanders des Großen, nach bät Quintus Curtius, für einen Roman erklärt hatte. ſeh ——— n Jeder, der im zehnten und eilften Jahrhundert leſen und Al ſchreiben konnte, war galgenfrei. Das hieß„beneficium cle- und ricorum,“ ſin 3 ann * 5 laſen — † ————— — 4 — 4 1


