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kaum allgemein bekannt; nach polizeilicher Angabe beläuft
Novellen⸗Zeitung.
ſie ſich in Berlin auf 15,000 täglich, in Paris auf das Doppelte mindeſtens! Nimmt man, was gering iſt, an,
daß nur der fünfte Theil von den Fremden, alſo 3000 täglich in Berlin das Theater beſuchen, welcher Gewinn iſt das für letzteres!
Eine ſorgfältige Nachforſchung gibt die erwähnte Stei⸗ gerung des Theaterbeſuchs und der Theatereinnahme fol⸗ gendermaßen an, welches auch theilweiſe ein Vergleich der Kaſſeneinnahme der erſten mit der zweiten Auflage dieſes Handbuchs beſtätigt, namentlich da, wo die neueſten Kaſ⸗ ſenreſultate mitgetheilt werden konnten. In Berlin ſehen wir dieſe angegebene Steigerung beim Königl. Theater mit 40 à 50,000 Thlr., ſelbſt bei zweiten Bühnen Ber⸗ lins, wie der der Friedrich-Wilhelmſtadt mit gegen 30,000
Thlr., bei jeder der zwei Kaiſerl. Hoftheater in Wien mit
50 à 60,000 Fl. Conv.⸗M.; in Paris bei der großen Oper mit 100 à 150,000 Franecs, bei der komiſchen Oper mit 150 à 200,000 Francs, beim Théaâtre frangçais mit mindeſtens 50,000 Francs. Dies veröffentlichen wieder⸗ holte Bekanntmachungen der Theatereinnahmen in Paris, wo keine Geheimnißkrämerei in dieſem Punkte beſteht. Wie oben geſagt, zeigt ſich auch eine Vermehrung der Theater⸗ Einnahmen in Städten mittlerer Größe, wenn gleich we⸗ niger bedeutend. Man kann ſie beim Königl. Theater in Dresden mit gegen 20,000 Thlr., in Hannover mit gegen 10,000 Thlr.; in München mit 8 à 10,000 Fl., in Stutt⸗ gart mit 15,000 Fl.(demnach der ſchon angegebene Etat auf 195,000 Fl. ſteigt), in den Karlsruher und Mannheimer vergrößerten Häuſern mit 14 à 16,000 Fl., desgleichen bei Stadttheatern, z. B. in Breslau und Prag mit 5000 Thlr. resp. 9000 Fl. annehmen, ebenſo bei fran⸗ zöſiſchen Provinzialtheatern, z. B. in Lyon mit 60,000 Francs.
Kommt dieſe Erhöhung der Kaſſen⸗Einnahme den Theatern und namentlich den Theater⸗Unternehmungen,
[III. Jahrg.
welche deſſen am meiſten bedürfen, zu Gute, ſo wird dieſer Gewinn durch die vermöge derſelben Eiſenbahnen, welche die Fremden mehr als ſonſt nach den großen Städten tra⸗ gen, geſteigerten Anforderungen des Publicums, nament⸗ lich an glanzvolles Aeußere, welches die bei den größten Theatern mehr als je herrſchende Prunkſucht auf den höch⸗ ſten Grad geſteigert, ſo wie durch die erhöhten Anſprüche der Künſtler wieder abſorbirt. Dieſe Anſprüche werden theils durch die hohen Gagen, die ſich, laut des erſten Theils, in Deutſchland bei den erſten Theatern bis auf 12,000 Fl. Conv.⸗M., resp. 8000 Thlr., in Frankreich bis auf 100,000 Francs jährlich ſteigern, theils durch die hohen Gaſthonorare hinlänglich beſtätigt. Die erſten Künſt⸗ ler, wie z. B. Daviſon, erhielten nach zuverläſſiger Angabe beim Friedrich-Wilhelmſtädter Theater für 25 Nollen 7000 Thlr. und, wie Emil Devrient, bei demſelben Theater für 24 Rollen 6600 Thlr. Die Riſtori, allerdings mit ihrer Truppe, erhielt in Wien für ein 12maliges Gaſtſpiel 12,000 Fl. Conv.⸗M.
Halten wir die pecuniäre Unterſtützung oder die Sub⸗ ventionen, welche die Theater in Deutſchland von den Höfen erhalten, mit denen, welche ſie in Frankreich vom Staat beziehen, und zwar die von den erſten und am reich⸗ ſten dotirten Theatern beider Länder zuſammen, ſo gibt der Vergleich zwiſchen den Hoftheatern von Wien und Berlin mit denjenigen Pariſer Theatern, welchen dieſelbe drama⸗ tiſche Aufgabe wie in Wien und Berlin geſtellt, d. i. claſ⸗ ſiſches Schauſpiel und Oper, folgendes Reſultat. Wier oben gezeigt, erhalten das Schauſpiel im Burgtheater und die Oper nebſt Ballet im Kärnthnerthortheater eine Sub⸗ vention von 323,000 Fl. C.⸗M. oder 215,333 Thlr. und haben einen Etat von 886,000 Fl. C.⸗M. oder 590,666 Thlr.
Die Königl. Schauſpiele in Berlin, welche gleichfalls Schauſpiel, Oper und Ballet geben, haben eine Sub⸗ vention von 140,000 Thlr. und einen Etat von 400,000 Thlr.
Fürſten, die ſich bloß auf den Umgang mit ihren Hofherren und Hofdamen beſchränken, nothwendig abgeht. Wirklich zeichnete ſich der gute Herr auch durch eine ſcharfe und ſchnelle Beurtheilung der verſchiedenen Charaktere aus und wurde nur ſelten getäuſcht.
Was die Franzoſen ſeiner Zeit ſo ſehr gegen ihn erbitterte, war der Umſtand, daß der Fürſt den König von Preußen, der nach der Schlacht bei Auerſtädt über Sömmerda durch Sonders⸗ hauſen kam, ihrer Verfolgung entzogen und dabei in eigner Per⸗ ſon den Wagenlenker gemacht hatte.
Literatur.
Gedichte von Marie Förſter.— Leipzig, F. A. Brock⸗ haus. 1857..
Nicht nur auf den höchſten Gipfeln geiſtiger Größe, die Jahr⸗ hunderte zu ihrem Wachsthum brauchen, iſt das Glück harmoni⸗ ſcher Bildung zu Hauſe; auch in den Regionen, die nicht im Lichte unſterblichen Ruhmes glänzen, tauchen Geſtalten auf, die den Stempel ſittlicher Hoheit und vollendeter Liebenswürdigkeit tra⸗
gen und denen, welchen ſie angehören, um ſo theurer und ver⸗
ehrungswürdiger ſind, weil ſie nur Wenigen und dieſen ganz ge⸗ hören. Eine ſolche Perſönlichkeit war Marie Förſter, die Tochter des 1841 verſtorbenen, durch ſeine Werke bekannten Profeſſor Karl Förſter in Dresden, allen denen, die mit ihr in perſönlicher Beziehung geſtanden und denen die nach ihrem Tode peröffentlichte Sammlung ihrer Gedichte ein theures Angedenken ihres innerlich ſo reichen Lebens iſt. Ein„biographiſches Vorwort“ iſt von intimſter Seite derſelben beigegeben. Im Jahre 1817 geboren, hat
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die Dichterin von Kindheit auf all' den Segen genoſſen, den Um⸗ gang mit edlen Frauen und ausgezeichneten Männern nur ge⸗ währen kann. Früh entwickelten ſich ihre dichteriſchen Anlagen und ihre wiſſenſchaftliche Ausbildung war die mannigfaltigſte und ſorgfältigſte, deren je ein junges Mädchen genoß. Hohe Gönner⸗ ſchaften erwarben ihr das Glück, größere Reiſen zunächſt in Deutſchland, dann in Rußland machen zu können. Eine Frucht der letzteren ſind die in Brockhaus’ Reiſebibliothek aufgenommenen „Briefe aus Südrußland während eines Aufenthaltes in Podolien, Volhynien und der Ukraine.“ Verſchiedene andere Beiträge ver⸗ öffentlichte ſie im Deutſchen Muſeum, in Gutzkow's Unterhaltun⸗ gen und andern Blättern. Mächtige Gemüthserſchütterungen und Anſtrengungen der Reiſen hatten ihre Geſundheit erſchüttert. Am 28. April 1856 ſchied die allen ihren Freunden unvergeßliche Dichterin. Der Inhalt ihrer Dichtungen wird die Theilnahme für ſie auch in weitere Kreiſe übertragen. 1 Die Vagabunden. Roman in drei Bänden von Karl v. Holtei.— Zweite Auflage.— Breslau, E. Trewendt. 1857. Nach ſechs Jahren endlich eine zweite Auflage dieſes vortreff⸗ lichen Nomanes! Alſo erfüllt ſich die Thatſache, daß ſelbſt deutſche Romane dem deutſchen Publicum ein Bedürfniß werden können, die wir an Soll und Haben und den Rittern vom Geiſte bewährt ſahen, nun auch an anderen Büchern! Von dem Herrn Verleger iſt es anzuerkennen, daß er ſolchem Bedürfniß entgegenkommt, indem er bei der neuen Auflage den ſo billigen Preis von nur Einem Thaler für die drei reichen Bände ſtellte, ſo daß das Buch jetzt auch in Kreiſe dringen kann, die ihm als zu koſtſpielig bisher vielleicht verſchloſſen waren, und daß der Privatmann jetzt ni
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