Jahrgang 
01-26 (1857)
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ſie den Kranz der Gemſe auf das Haupt und ein geſchickter Bleiſtift verewigte indeß im Fremdenbuch die heldenmüthige Ausdauer eines dilettirenden Gemsjägers.

J. E. Mand.

Das deutſche Theater der gegenwart.

Nach K. Th. v. Küſtner.

Der frühere Generalintendant der königl. Schauſpiele in Berlin, Herr Theodor von Küſtner, hat ſeinTaſchen⸗ und Handbuch für Theaterſtatiſtik ſo eben in zweiter Auflage erſcheinen laſſen. Daſſelbe iſt eröffnet mit einem Nekrolog Leſſing's, den 1782 der Gothaiſche Theater⸗ kalender brachte, ein Wiederabdruck, zu dem der Herausgeber durch die Aufſtellung des Braunſchweiger Monumentes von Rietſchel für den großen Dichter veran⸗ laßt iſt, deſſen lithographirte Abbildung dem Titelblatt zugleich als Zierde beigegeben iſt.

Dieſe zweite Auflage unterſcheidet ſich von der erſten zunächſt durch eine neue Reviſion aller gegebenen Daten und die Benutzung der inzwiſchen ſeit 1853 neu erzielten Reſultate, ſodann durch Berückſichtigung von Theatern, über die damals dem Verfaſſer die Angaben ganz fehlten, ſo die von Koburg und Gotha, von Bremen, Augs⸗ burg, Danzig und eine Menge ausländiſche, namentlich italieniſche, engliſche, ſpaniſche, portugieſiſche, ruſſiſche, ſchwediſche und däniſche Bühnen, deren Vergleich mit den heimiſchen mannigfache intereſſante Geſichtspunkte bietet.

1 Dritte Folge.

Den letzten Theil des Buches bilden die ſchon in der erſten Ausgabe enthaltenen Abhandlungen überTheater⸗ Penſions- und Verſorgungsanſtalten, ſo wie überden Schutz dramatiſcher Autoren und den Autoren-Antheil, zwei bisher ſehr vernachläſſigte Glieder des deutſchen Theaterorganismus, für deren Pflege, namentlich in Be⸗ treff des letzteren Punktes, bekanntlich Herr v. Küſtner ſich ganz beſondere Verdienſte erworben hat. Auch dieſe bei⸗ den Abhandlungen ſind hier durch neue Daten vermehrt, in denen die über die vom Hofrath Schneider gegründete Perſeverantia ganz beſonders wichtig ſind.

Im mittleren Theile ſeines Buches bringt der Herr Verfaſſer eine Ueberſicht ſeiner übrigen ſtatiſtiſch⸗finan⸗ ziellen Angaben, deren allgemeine Reſultate über den großen deutſchen Theaterſtaat auch unſeren Leſern ſicherlich von Intereſſe ſein werden.

Was die 37 großen deutſchen Theater anlangt, ſo theilen ſie ſich in 15 Hoftheater und 22 Stadttheater; unter letzteren befindet ſich das Theater von Mannheim, das nur den Namen eines Hoftheaters führt.

Die Hoftheater, in ſo fern ſie ſtehend und nicht den Aufenthaltsort wechſeln, ſind vollſtändig.

Von den Stadttheatern ſind die, welche in den volk⸗ reicheren Städten die größeren Einnahmen beziehen, größ⸗ tentheils aufgeführt. Vermißt man einige, außer den zweiten Theatern in Wien und Berlin, als z. B. das der vierten Hanſeſtadt, Lübeck, ſo lag es nicht in der Schuld des Verfaſſers; er wurde nicht in den Stand geſetzt, die ſtatiſtiſchen Angaben darüber zu geben. Zu einer allge meinen Ueberſicht der deutſchen Theater-⸗Etats reichen die in dieſem Taſchenbuch enthaltenen vollkommen aus, und würde durch Aufnahme weiterer für dieſen ſtatiſtiſchen Zweck nichts gewonnen ſein.

Sämmtliche Hoftheater genießen fürſtliche Subven⸗ tionen:

erzielte. Sie begreifen nicht, daß die Intendanz eine ſo abge⸗ ſpielte Oper wieMontecchi und Capuleti überhaupt noch aufs Repertoir ſetzen könne. Doch aber wollen Sie ſich Vorſichts hal⸗ ber Vormittags gleich Billets zu beiden Vorſtellungen beſorgen. Sie treten in den Kaſſenflur des Opernhauſes. Ein enger Weg zwiſchen zwei Barrièren führt Sie zur Kaſſe. Wohl zwanzig Minuten vergehen, ehe die vor Ihnen eingetretnen Perſonen ab⸗ gefertigt werden. Endlich gelangen auch Sie an das Ziel Ihrer Wünſche. Sie halten dem Kaſſirer einen harten Thaler mit der Bitte um einen Parquetplatz entgegen..

Parquetplatz?! Gibt's nicht.

Gibt's nicht mehr! wiederholen Sie mit gedehntem Tone. Was denn ſonſt? 4

Nur dritten Rang, Parterre und Amphi!

Alſo wirklich nicht einen Parquetplatz mehr? fragen Sie nochmals. Sie ſprechen Ihre Verwunderung aus, daß bei einer ſo abgeſpielten Oper, die der Theaterdireckor Ihres Heimath⸗ ſtädtchens, ohne Oppoſition zu fürchten, gar nicht mehr aufs Re⸗ vertoir bringen dürfe,.... 3 Aber vorwärts, vorwärts, mein Herr, heißt es.Sehen Sie denn nicht, daß noch zwanzig bis dreißig warten!

Ton den Nachfolgenden unſanft beiſeit geſchoben, gehen Sie Ihres Wegs kopfſchüttelnd.

Nun, deſto gewiſſer im Schauſpielhauſe, denken Sie.

Aber die Qual des Wartens, zu der Sie hier verdammt werden, verhält ſich zu der im Opernhauſe wie das Stück zum

Sie ächzen Sie ſtöhnen, die Umſtehenden zucken nur

Vorſpiele. die Achſel; es bleibt Ihnen kein Troſt als die Hoffnung der Ge⸗

duld, mit der Sie von Minute zu Minute einen oder einige we⸗ nige Schritte vorrücken. Nachdem ſich zwiſchen Ihnen und Ihrem Nebenmanne verſchiedene, nach Ihnen eingetretne Burſche aller Ihrer gerechten Proteſtationen ungeachtet mit der Schlüpfrigkeit eines Aals hindurchgewunden haben, ſind Sie endlich auch wieder ſo weit, das Portemonnaie ziehen zu können. Sie ſammeln hur⸗ tig einige zutrauliche Worte, mit denen Sie den Kaſſirer zu kirren hoffen da ruft ein Theaterdiener, verſtändlich genug für alle nutzlos Wartenden:

Für heute nur noch Parterre und Amphi für morgen nur dritten Rang, Parterre und Amphi!

Alſo auch hier keinen Parquetplatz? rufen Sie fußſtampfend. Einen grimmigen Blick werfen Sie dem Kaſſirer zu.

Hinter Ihnen entſteht ein ſchlecht verhaltenes Gelächter. Die jungen Burſche und Fräuenzimmer, die auf den geringen Reſt der Parterrebillets ſpeculiren, finden Ihren Grimm doch gar zu komiſch. Sie revanchiren ſich mit einem verächtlichen Blicke und faſſen, erſchreckt durch den Anblick der zerlumpten Ge⸗ ſtalten, ſchnell in alle Ihre Taſchen nach Brieftaſche, Portemonnaie und Taſchentuch.

Endlich bitten Sie den Theaterdiener um Aufſchluß über die Abweſenheit aller guten Theaterbillets. Nach einigen nur halb⸗ verſtändlichen Worten, bei denenAndrang undZwiſchen⸗ händler die Hauptrolle ſpielen, erinnert er Sie, daß dort der Ausgang ſei.

Sie ergeben ſich in Ihr Schickſal. Sie nehmen ſich für den Abend irgend welche andere Unterhaltung vor.

Von ungefähr führt Sie Ihr Weg Abends kurz vor Beginn

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