Jahrgang 
01-26 (1857)
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Novellen⸗

nicht mit meiner Büchſe beſſer um Hülfe rufen können, als mit meiner Stimme; denn Niemand hätte mich dort geſucht und ich wäre elend verſchmachtet. Jetzt iſt mein Arm, den ich etwas weniges ausgefallen hatte, wieder curirt, und morgen gehe ich mit den Gemsjägern von vorhin dort hinauf er zeigte nach dem Gletſcher Lézangles an der Savoyer Grenzeund komme nicht eher wieder, als bis ich meinen Willen gehabt habe.

Vergebens waren die Gegenvorſtellungen ſeiner Tiſch nachbarin, die in menſchenfreundlichem Eifer an alle ſeine Gefühle der Reihe nach zu appelliren verſuchte; der junge Mann verließ mit großen Schritten, wie ſie einem ſo großen Vorhaben gebührten, das Gemach und ſuchte die Männer in der Trinkſtube auf, wo er mit ihnen einen genauen Ver⸗ trag machte; dann nahm er eine lange Rückſprache mit dem Wirth über Kirſchwaſſer und gekochten Schinken und der⸗ gleichen Lebens⸗Annehmlichkeiten, und als die nächſte Morgenſonne mit hellen Augen über die Dent du Midi in das Thal ſchaute, war die grüne Jagdpikeſche, vervoll⸗ ſtändigt durch große Ledergamaſchen, bereits für die Gäſte des Hotels verſchwunden und kletterte ſchon die erſten Staffeln zu dem ehrgeizigſten Ziele ſeines waidmänniſchen Herzens hinan.

Drei Nächte waren dem hartnäckigen Baron Gerhard nun ſchon in einer Situation vergangen, deren Comfort Vieles mit dem eines Maulwurfes gemein hatte; ja in einer Beziehung war der letztere noch beſſer daran, denn er bewohnte wenigſtens ſein Erdloch allein, was jener nicht von dem Steinhaufen rühmen konnte, den man eine Hütte nannte. Sie beſtand aus einem einzigen länglichen

Größe

wurde; denn ſo oft er ſich aufrichten wollte, wurde er raſch

Raum, in welchem dem Baron die Anſicht, daß irdiſche beſonders nach Fuß und Zoll gemeſſen doch mitunter recht unbequem ſei, ſehr handgreiflich klar

von einigen groben Balken der Decke zum demüthigen

Zeitung. lIII. J (Bückling ermahnt. Das nöthige Licht gelangte durch die Thüre in die Höhle und gleichen Ausweg ſuchte ſich der Rauch des ſtets glimmenden Feuers, welches von getrock⸗ netem Ziegendünger unterhalten wurde. Eine zu indis⸗ erete Helle hätte wohl überdies dem Innern der Hütte, ſowie deren Eigenthümerin keinen größeren Reiz verliehen; in dem einen Winkel lag der Strohſack der Alten; in dem anderen lagerten ſich zwei Gemsjäger von Profeſſion, und auf dem langen Holztiſche in ſeinen wollenen Plaid ge⸗ hüllt ruhte der Dilettant, das Ränzel als Kopfkiſſen be⸗ nutzend.

Und er konnte von Glück ſagen, der Baron Buchwald; denn bis jetzt war das Wetter klar geweſen und ſie hatten endlich auf ihren gefährlichen Streifereien durch dieſe Eis⸗ und Schneewelt eine Spur des geſuchten Wildes entdeckt; ein ganzes Rudel Gemſen hatten ſie mit Blitzesſchnelle davon jagen ſehen, nachdem ſie den pfeifenden Ton ver⸗ nommen hatten, den ihre vorſichtig ausgeſtellte Schild⸗ wache beim Anblick der Jäger ausgeſtoßen. Bald mußte nun alſo die erſehnte Stunde ſchlagen: er zielte ſchoß und wenn ſie nicht davon lief, ja dann war ſie ſein! ſo träumte er, wachend und ſchlafend..

Einen andern Vortheil hatte das gute Wetter für den Baron: die wenigen Wanderer, die dieſe Einöde zu durch⸗ ſchreiten pflegten, verließen nach kurzem Aufenthalt wieder

die Hütte. Männer, mit großen Paketen über den Schul⸗ tern beladen, wohl auch eine Büchſe im Arm, ihr Pfeiſchen rauchend, pflegten dort einzuſprechen; aber auch kräftige Frauengeſtalten, einen ſchweren Korb auf dem Kopf balan⸗ cirend, ihr Strickzeug in der Hand, ſchritten friſch und keck auf Pfaden einher, wo ſelbſt geübte Bergſteiger den Eiſenſtock einſetzen, und Alle hatten mit der Alten Geſchäfte. Ja, es ſollte bald dem Baron kein Zweifel mehr darüber bleiben, daß dieſe Hütte ein Aſyl für ſolche Geſchäftsleute ſei, die zur Vereinfachung der complicirten Staatsmaſchine zunächſt die Steuer⸗ und Grenz⸗Behörden als überflüſſig

Dülong achſelzuckend;das denn ich las einmal eine daß die gewaltig lang⸗

Den Dante? entgegnete Herr möchte die jungen Leute abſchrecken, Ueberſetzung ſeiner Hölle und finde, weilig iſt.

Eine Ueberſetzung? Weshalb nicht das Original? fragt der Director mit einem verwunderten Blicke auf ſeinen Lehrer.

Erröthend und etwas zögernd erwiderte dieſer:weil ich mich überzeugen wollte, wie ſehr ein ſolches Meiſterwerk ſelbſt in der beſten Ueberſetzung verliert. Dennoch möchte ich, auch ſchon aus moraliſchen Gründen, nicht dafür ſtimmen, den Dante mit meinen Schülern zu leſen, ſondern Sie bitten, mich in meiner Methode fortfahren zu laſſen.

Das war denn der Director nach einigen Einreden endlich auch zufrieden, und Herr Dülong ſetzte etwa ein Jahr lang ſeinen italieniſchen Unterricht mit ſo glücklichem Erfolge fort, daß ſeine Schüler ſich ſowohl unter einander als mit ihm in dieſer wohl⸗ klingenden Sprache vollkommen geläufig unterhalten konnten.

Dadurch kam die Anſtalt bald weit und breit ſo ſehr in Ruf, daß ein Italiener, obgleich er in ſehr bedeutender Entfernung wohnte, ihr ſeinen Sohn anvertrauen wollte. Stolz auf einen ſolchen Triumph über manche Concurrenten, bat der Director Herrn Dülong, indem er ihn auf die nahe bevorſtehende Ankunft des Italieners vorbereitete, eine feierliche Prüfung vorzubereiten, um durch ſeine Schüler recht viel Ehre einzulegen.

Herr Dülong erblaßte, verſprach aber, das Verlangen zu erfüllen, und als der beſtimmte Tag und mit ihm der Italiener erſchien, wurde dieſer in die feſtlich geſchmückte Claſſe geführt, um der Prüfung beizuwohnen.

In feierlicher Stimmung waren die Schüler verſammelt,

aber der Lehrer fehlte noch. Während man auf ihn wartete und endlich nach ihm ſchickte, wollte ſich der Italiener mit den Schü⸗ lern unterhalten, um deren Sprachfertigkeit zu prüfen. Allein obgleich ſie unter einander in der erlernten Sprache ſehr geläufig plauderten, verſtanden ſie den Italiener eben ſo wenig, als ſie von ihm verſtanden wurden, ſo daß dieſer erklärte, die Sprache, die er hier höre, habe kaum eine entfernte Aehnlichkeit mit der italieniſchen.

Anfangs erſtaunt, dann aber hoch erzürnt, ließ der Director in ſehr gebieteriſchen Ausdrücken Herrn Dülong auffordern, vor ihm zu erſcheinen, um Rechenſchaft zu geben; aber der Gascogner war verſchwunden, und erſt nach längerer Zeit erfuhr man durch Zufall, daß die von Dülong gelehrte Sprache das heimiſche Pa⸗ tois ſeines Geburtslandes war. a.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde.

L. Leichhardt ein auſtraliſcher Capitain Roß.

Iſt das tragiſche Schickſal des Dr. Ludwig Leichhardt, aus Bäskow in Schleſien gebürtig, noch ſo lebhaft in der Erinnerung ſeiner deutſchen Landsleute, als dies in ſeiner ſpätern Heimath der Fall iſt?

Auf ſeinen naturhiſtoriſchen Reiſen kam er lien und machte 1844 und 1845 auf Koſten der gierung die merkwürdigſte aller auſtraliſchen Reiſen, 3000 engl. Meilen, von Moreton⸗Bay bis Port⸗Eſſington an der Nord⸗ küſte. DasTagebuch dieſer Reiſe wurde alsbald engliſch

1841 nach Auſtra⸗ der engliſchen Re⸗

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