Jahrgang 
01-26 (1857)
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Nr. 19.] 1 Drilte

Folge.

ter'm Heerde. Mögen Sie nie den Fuß in eine ſolche

ſetzen, noch weniger aber genöthigt ſein, eine Nacht darin

zuzubringen!

Die Dame verſicherte, durchaus keine Neigung zu

ähnlichen Unternehmungen zu verſpüren, worauf der Baron fortfuhr:

Anfangs dachte ich zu erſticken in dieſem Dampf und

Geſt.. pardon! Unter den dünnen Bretern, auf denen ich lag, ſtampfte, brüllte und klingelte das liebe

Vieh oder wie die Dichter ſagen die lebendige Staf⸗

fage der Alpen ganz entſetzlich, und wenn ich durch den beißenden Rauch, der zu mir heraufzog, auf die umher liegenden und ſitzenden Geſellen hinabſah, die noch bei dem auf der Erde unter einem rieſigen Keſſel verglimmenden Feuer rauchten und die Flaſche kreiſen ließen, ſo muß ich Ihnen doch bekennen, daß mir ihre Phyſionomien gar nicht behagten, und es fiel mir etwas ſpät erſt ein, daß meines Vaters Sohn hier oben lediglich dem guten oder böſen Willen dieſer unciviliſirten Burſchen Preis gegeben ſei. Beſonders wild, ja ich möchte ſagen verthiert denn offenbar hatten ſie eine Aehnlichkeit von ihren täglichen, ge⸗ hörnten Gefährten angenommen erſchienen mir die zwei Knechte der Sennerei, und eingedenk, daß erſt vor einigen Monaten ein Fremder in jenen Gegenden von ſeinem Füh⸗ rer,einem Piemonteſen, wie Matthieu mit Achſelzucken ſagte, ermordet worden war, faßte ich mein Waidmeſſer, was ſo vergebens an meiner Seite gehangen, legte meine Büchſe handrecht und ſchlief ſo comfortable, als dies ſich unter ſolchen Umſtänden nur thun ließ.

Der nächſte Tag, der zur Ehrenrettung meiner Walli⸗

ſer ohne irgend eine Gefahr über meinem Haupte anbrach, ſollte eben ſo wenig mein geméolutdürſtiges Verlangen befriedigen. Alles war vergeblich;hinauf und herunter, quer und krumn führten ſie mich an der Naſe herum! oder ſo ungefähr ſagt ja wohl ein Dichter. Einmal hätte ich beinah einen weißen Fuchs geſehen, aber er war zu flink

in ſeine Höhle geſchlüpft; es war mir auch völlig gleich⸗ gültig, und voll ſtummen Ingrimms folgte ich den Jägern, die ihrerſeits nicht genug unſer Jagdunglück beſtaunen konnten. Auf leidlichen Pfaden, die zuletzt in einen ordent⸗ lichen Weg führten, gelangten wir von dem an 6000 Fuß hohen Chaumény wieder nach Boveret, und wenn meine Führer die Frage nicht recht zu beantworten wußten, warum ſie mich auf ſo halsbrechenden Pfaden auf der andern Seite des Berges hinaufgeführt hatten, ſo war mir auch ohne ſie klar, daß die Spitzbuben nur einem Fremden, und noch dazu einem deutſchen Baron, das Geld aus der Taſche locken und ihm zugleich die Luft zum Gemsjagen vertreiben woll⸗ ten. Sie mochten mir's anſehen, daß ich ſie durchſchaut hatte, und nachdem ich ihnen 50 Francs ausgezahlt hatte, trennten wir uns in bedeutend kühlerer Stimmung, als in der wir uns vereinigt hatten. Ich ließ wieder das Steuer nach Vevey richten; die Burſchen ſtanden mit mehreren ihrer Kameraden noch vor dem Wirthshauſe lebhaft geſti⸗ culirend und lachend, vermuthlich über den fremden Jäger. Das wurmte mich; da ſah ich von Chaumény her einen Raubvogel ſchweben, und als er über unſerm Kahne in den Lüften kreiſte, nahm ich ihn aufs Korn und richtig, er fiel nicht weit von uns in den See. Das Hurrah der Burſche am Ufer war die einzige Satisfaction für das Ge⸗ müth eines ſchwer getäuſchten Schützen. So kehrte ich von meiner erſten Gemsjagd in den Bergen, mit der Feder eines

Vogels, den ich auf dem Waſſer geſchoſſen hatte, als einziger

Trophäe geſchmückt, in das Hôtel von

Vevey zurück. Nun, ich denke, Sie hatten genug an dieſer erſten Lection? ſagte ſeine Zuhörerin lächelnd. Ei, bewahre, im Gegentheil! Mehr als einmal habe ich es in der deutſchen Schweiz verſucht und bin wenigſtens

dazu gekommen, meinen braunen Lieblingen zu begegnen,

als wir durchaus nicht ſchußbereit waren. Ein anderes Mal ging ich ganz allein; aber da rollte ich etwas unſanft einen Abhang hinunter und läge wohl noch dort, hätte ich

Hm! Hm! brummte der Amerikaner voch lieber Fiſche eſſen, als Hm! Hm!

Er ſchien über etwas nachzudenken, und fragte dann plötzlich:

Können Sie Italieniſch, Maſter Dülong?

Italieniſch? Wie ſo? fragte Dülong.

Weil ich Ihnen dann ſogleich in Louisville eine Stelle als italieniſcher Sprachlehrer verſchaffen könnte, die gar nicht ſchlecht iſt.

Zögernd antwortete Dülong:Wird denn aber dazu nicht ein Italiener erforderlich ſein?

O nein, meinte der Amerikaner;was es für ein Lands⸗ mann iſt, darauf kommt nichts an, wenn er nur Italieniſch kunn.

Iſt denn der frühere italieniſche Lehrer noch in der Anſtalt?

fjagte der Gascogner etwas beklommen weiter.

Nein, da will ich mich von ihnen eſſen zu laſſen.

allein er erklärte,

konnten ſich ſchon nach

Es wurde noch gar kein Unterricht im Italieniſchen ge⸗

geben, entgegnete der Amerikaner;wollen Sie daher den Un⸗ terricht übernehmen, ſo werden Sie dem Director der Anſtalt (hr willkommen ſein, denn ich bin mit ihm ſo genau bekannt, deß ich für Ihre Anſtellung bürge.

Topp! ſagte Herr Dülong und folgte ſeinem Freunde in dr Noth, der ihn aufforderte, ſich in dem Gaſthauſe durch ein getes Frühſtück zu ſtärken, während er vorausginge, ihm die Stelle zu erwirken.

An der Thür des Wirthshauſes nahmen ſie Abſchied von en ander.

A revedere, mio caro! wie wir

2. 2 Italiener ſprechen, ſagte Dälong, indem er ſeinem Freunde die

Hand ſchüttelte,

das Wirthshaus eintrat;

allein das Herz war ihm dabei weniger

leicht, als der Magen, denn er hatte ſoHen in der einzigen Re⸗

densart ſeine ganze Kenntniß der italieniſchen Sprache erſchöpft.

Dennoch folgte er freudigen Muthes, als der Yankee zurück⸗ kehrte, um ihn in ſeine neue, ſehr vortheilhafte Stellung einzu⸗ führen.

Der Director der Erziehungsanſtalt empfing ihn ſehr freund⸗ lich, und nachdem er am nächſten Tage ſeinen neuen Schülern vorgeſtellt worden war, begann der Unterricht.

Zwar fehlte es dem neuen Lehrer dazu an allen Büchern, das ſei ihm grade recht lieb, da er nach einer eigenen, ganz neuen Methode lehre, bei der er gar keine Bücher brauche. Und dieſe Methode ſchien in der That ganz vortrefflich zu ſein, denn ſeine Schüler machten reißende Fortſchritte und kurzer Zeit in Gegenwart des hocherfreuten Directors ziemlich geläufig mit ihrem Lehrer unterhalten. Frei⸗ lich aber verſtand es hier Dülong beſſer als ſeine Collegen in an⸗ dern Branchen, ſich die Liebe ſeiner Schüler durch gute Laune und ſpaßhafte Einfälle, die ſeine zurückgekehrte gascogniſche Natur ihm eingab, im höchſten Grade zu erwerben, und dadurch beſſer, als durch Zucht- und Strafmittel, ihre Lernbegierde anzu⸗

ſpornen.

So kam die Zeit der erſten öffentlichen Prüfung heran, und die Schüler Dülongs beſtanden ganz vortrefflich. Dennoch ſagte

ihm der Director am Abend des glücklichen Tages:

kennen; allein gleichwohl wäre es nicht ganz verſchmähten und z. B. und in lern läſen.

Ich muß die Vortrefflichkeit Ihrer neuen Methode aner⸗ mir lieb, wenn Sie die Bücher den Dante mit Ihren Schü⸗