„Sehen Sie, es war mein Lieblingstraum ſchon ſeit Jahren,“ ſagte er,„in der Mitte meiner Jagdtrophäen
einen Gemskopf aufſtellen zu können; und als ich endlich
meinem alten Herrn für das Referendar⸗Examen eine Schweizerreiſe abgeſchwindelt hatte, da war ich glücklich wie— wie Ausſicht und verlor ſich im Grunde ſeiner Phantaſie.
könne ich lange laufen, bis ich in der Schweiz auch nur von ferne eine Gemſe ſähe. theuer, nicht eher wieder heimzukehren, als bis ich ihnen eine mitbrächte, und machte auch gleich alle Anſtalten dazu, als ich kaum am Genfer See angekommen war.
„Was kümmerte mich jetzt Montreux und Chillon, das weltbekannte? Ich ſteuerte nach dem armſeligen Flecken Bo⸗ veret, auf dem ſüdlichen Ufer des Leman, am Einfluß der Rhone in den See. Dort fand ich auch wirklich Leute, die ihrer Behauptung nach Gemsjäger waren, und machte voll kühner Hoffnungen meinen Operationsplan mit ihnen. Fünf dieſer etwas ſpitzbübiſch ausſehenden Walliſer mit ein paar biſſigen Kötern, die aber ein beſonderes Talent im Ausſpüren von Atzungsplätzen der Gemſen haben ſoll⸗ ten, weckten mich beim nächſten Tagesgrauen, und friſchen Muthes begannen wir die Wanderung auf den Chaumény. Aber immer ſenkrechter brannte die Sonne, immer ſteiler ward der Pfad, ſo daß ich ihn mit Händen und Füßen kaum noch zu verfolgen vermochte; aber ich nahm einen Schluck Kirſchwaſſer, und ohne zu murren ließ ich mich noch ein paar Stunden weiter führen, immer die Schnee⸗ felder, denen wir uns nahten, voll Spannung betrachtend.
er ſchlug ſich auf den Mund, als er den drohenden Finger ſeiner Nachbarin bemerkte, und fuhr fort:„Da, als wir auf gleicher Höhe mit dem erſehnten Schnee angelangt waren, öffnet ſich vor meinen Füßen eine enge Felsſchlucht, die mich davon trennt! Ich ſtand davor wie Tantalus,
—“ der Vergleich fehlte zu ſo entzückender
Aber ich vermaß mich hoch und
Gewiß mit mehr Erwartung kann man ſein um Schatzerl“
und ein leiſer Fluch mochte meinen Lippen wohl unwill⸗ kührlich entflohen ſein.“
„Dort drüben, Monſieur, ſind vorige Woche zwei Gemſen geſchoſſen worden und Matthieu hat dabei noch ein ganzes Rudel davon jagen ſehen, nicht wahr, Gevatter?“ „Gewiß!“ wiederholten Alle nach der Reihe.„Ja
3— 3 7. wenn Monſieur nicht zu müde wäre— die Hunde recken „Meine Freunde lachten, als ich abreiſte, und ſagten, da
ſchon die Naſen in die Luft, ich glaube gewiß, ſie wittern ſchon ihr Wild.“
„Ich müde! was denkt Ihr! und mein erwachtes Point d'honneur als Jäger und Touriſt ließ mich das halsbre⸗ chende Herabſteigen und das mir noch unbegreifliche Hinauf⸗ klettern wirklich ausführen, obſchon ich tauſend Funken vor den Augen und Glockenläuten in den Ohren hatte, als ich mich oben auf dem Schnee niederwarf.
„Die Sonne neigte ſich ſchon, und nirgends hatten wir eine Spur von dem verheißenen Rudel zu Geſicht be⸗ kommen; auch die Hunde ſchienen die Hoffnung aufzugeben, überhaupt irgend etwas aufzutxreiben, nachdem ſie trotz ihrer lauten Einladung nicht einmal das Murmelthier hatten aus ſeinem Felsſpalt hervorlocken können, und theil⸗ ten wenigſtens meine Gemüthsſtimmung, die ſie in gelegent⸗ liches Knurren übertrugen. Ihre Herren unterhielten ſich indeß gar munter in ihrem unverſtändlichen Patois, und wie mir klar wurde, vermuthlich auf meine Koſten, denn ich vernahm deutlich, daß es ſich um den„Baron allemand“ handle.
„Bei dem Gedanken, wieder da hinab und drüben hinauf zu müſſen, fiel mir, bei Sct. Hubertus! doch der Muth; aber ich ließ mir nicht merken, wie froh ich war, als der erſte Führer vorſchlug, noch ein Stückchen weiter hinüber zu gehen, wo eine Sennhütte ſtehe, in welcher wir die Nacht zubringen könnten.
„Theuerſte, Gnädigſte!“ rief der Erzähler mit Pathos dazwiſchen,„es war die erſte Sennhütte meines Lebens.— Ich Unſchuld kannte ſie ja nur aus„dem Verſprechen hin⸗
Ein italieniſcher Sprachlehrer. Amerikaniſches Sittenbild.
An dem Ufer eines Sees in der Nähe von Louisville ſtand ein Mann und ſah ſtarren Blickes hinab in den dunklen Waſſer⸗ ſpiegel. Er kämpfte einen ſchweren Kampf, denn es galt für ihn die Löſung der Frage: Iſt es dort unten beſſer als hier oben?
Und doch war der Mann, der ſo dachte, keinesweges zur
Söhnen der wegen ihrer Luſtigkeit weltbekannten Gascogne mit ihren barocken Einfällen und ihren Aufſchneidereien gehört hatte.
Doch ſeit beinahe zwei Jahren durchzog er nach allen Rich⸗ tungen die Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo er das Gluͤck zu finden, zu erjagen, allenfalls zu erzwingen gehofft hatte, wo es ihm aber fortwährend den Rücken wendete, wenn er es ſchon an allen vier Zipfeln erfaßt zu haben meinte.
Aber mit jedem Dollar, um den ſeine Taſche leichter wurde, verminderte ſich auch der Vorrath ſeiner guten Laune und ſeiner witzigen Einfälle, und jetzt glaubte er unrettbar am äußerſten Ende angelangt zu ſein.
Melancholie geneigt, das wird man leicht glauben, wenn wir er⸗ wähnen, daß er noch vor nicht gar langer Zeit zu den luſtigſten
Feuilleton.
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Doch weit iſt es von Bechers Rand zum Munde, und wenn man auch ſchon den Fuß zum Sprunge in die Tiefe aufgehoben, liegt man deshalb doch noch nicht unten.
Davon überzeugte ſich unſer Gascogner, denn plötzlich fühlte er ſich am Rocke gezupft, und als er ſich umdrehte, ſtand vor ihm ein Yankee, mit dem er, fteilich unter günſtigeren Umſtänden, bei ſeinen Kreuz⸗ und Querfahrten mehrmals zuſammengetroffen war.
„Ei, Mr. Dülong,“ ſagte der Amerikaner im Tone freund⸗ ſchaftlichen Scherzes,„was gucken Sie denn da ſo in das Waſſer, als wollten Sie die Fiſche mit Ihren Blicken herausangeln, um V ſich eine leckere Abendmahlzeit zu verſchaffen?“
„Das wäre ſo übel nicht,“ entgegnete Meiſter Dulong, dem die Verzweiflung einen Anflug ſeiner guten Laune zurückrief, „denn auf andere Weiſe werde ich wohl ſchwerlich weder heute zu einem Abendeſſen, noch überhaupt jemals wieder zu einer Mahl⸗ zeit gelangen.“ 95. „Oho,“ ſagte der Yankee,„ſteht es ſo ſchlecht mit Euch 24 „So ſchlecht,“ erwiderte der Gascogner mit gezwungenem Lachen,„daß ich eben überlegte, ob es nicht gut wäre, daß i mich den Fiſchen zur Nahrung böte, da ich ſie nicht zu der meini⸗ gen machen konnte.“
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