Jahrgang 
01-26 (1857)
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Dritte folge. 1

Boas erzählt nämlich, Schiller ſei durch das Drama Stoff und Handlung demJulius von Tarent nachge⸗

von Leiſewitz,Julius von Tarent, angefeuert worden, ebenfalls ein Trauerſpiel zu ſchreiben.

Dies Stück, ſagt Boas,behandelte einen Stoff aus der florentiniſchen Geſchichte. Cosmus von Medici vermählte ſeine Enkelin Bianca mit einem Sproß dieſes Hauſes(der Pazzi). Sie hatte zwei Brüder, Lorenz und Julian von Medici. Der Letztere liebte Camilla Caf⸗ farelli, um die ſich auch Franz von Pazzi bewarb. Sie zog indeß Julian vor, und er ließ ſich heimlich mit ihr trauen. Nun kannte Franzens Rachſucht keine Grenzen; der glückliche Nebenbuhler mußte ſterben, und daß ſein Tod eine politiſche Färbung bekäme, ſollte auch Lorenz ermordet werden. Nach mehreren mißlungenen Verſuchen lockte man die Brüder zu einem Hochamte in die Kirche; dort fielen die Verſchworenen über ſie her und Franz durch⸗ bohrte den Julian meuchlings mit ſeinem Dolch. Lorenz aber rettete ſich, leicht verwundet, in die Sacriſtei; das Volk von Florenz ſchaarte ſich zuſammen und ſchlug die Truppen der Pazzi. Franz wurde von der wüthenden Menge aus ſeiner Wohnung geriſſen u. ſ. w.

Zwar berichtet Peterſen, fährt Boas fort,im Morgenblatt 1807, der Titel des Schiller'ſchen Trauer⸗ ſpiels ſei Cosmus von Medici geweſen, doch da er aus drücklich hinzufügt, der junge Dichter habe ſein Stück,

in Stoff und Handlung, demJulius von Tarent nach⸗ gebildet, ſo muß jene Angabe auf einem Irrthum beruhen.

Cosmus war längſt todt, als die tragiſche Kataſtrophe ſich (reignete, welche eben erzählt worden und welche der Ent⸗ wicklung des Leiſewitz'ſchen Drama's verwandt iſt. Schil⸗ ler's Tragödie hieß alſo wohl Julian von Medici u. ſ. w.

Dieſe Stelle in dem ſonſt ſo fleißig und vorſichtig gearbeiteten Buche iſt höchſt merkwürdig, und es iſt ſon⸗ derbar, daß noch kein Kritiker ſie gerügt hat. Ganz allein auf die einfache Angabe Peterſen's geſtützt,Schiller habe ſin Trauerſpiel, Cosmus von Medici, verfaßt, das in

bildet ſei, gibt Boas ſofort den Plan zu dieſem Stücke, mit allen Einzelheiten, Perſonen u. dgl., und da dieſer Plan am Ende weder zu dem Titel noch zu dem Inhalte des von Peterſen erwähnten Trauerſpiels paßt, ſo ſoll Pe⸗ terſen ſich geirrt haben! Es iſt aber nur zu klar, daß Boas ſich geirrt hat und daß ſein ganzer Plan zu Schil⸗ ler's Jugendwerke nicht allein völlig erfunden, ſondern auch ſehr unwahrſcheinlich erfunden iſt.Julius von Tarent handelt von einem Brudermorde.(Bekannt⸗ lich ſchrieb Leiſewitz das Drama, um einen Preis zu ge⸗ winnen, der auf die beſte Tragödie, deren Stoff ein Bru dermord ſei, geſetzt war. Den Preis erhielt aber nicht Leiſewitz, ſondern Klinger mit ſeinen jetzt längſt vergeſſenen Zwillingen.) Wenn alſo Schiller's Drama in Stoff und Handlung demJulius von Tarent nachgebildet war, ſo mußte er einen ähnlichen Conflict behandeln. Wo iſt aber in dieſer Verſchwörung der Pazzi, wie Boas ſie erzählt, auch nur eine Aehnlichkeit, ein Anklang an das Verhältniß zweier Brüder? Es kommen ja im Gegentheil ſogar zwei Paar befreundeter Brüder darin vor. Boas ſetzt hinzu, Schiller habe ſpäter in die Räuber einzelne Züge, Geſtalten und Einfälle aus dieſem vernichteten Ju⸗ gendwerke aufgenommen. Aber auch die Räuber bahan⸗ deln denſelben Stoff, zwei Brüder, die ſich haſſen und befeinden, und die Verſchwörung der Pazzi gegen die Me⸗ dici hat auch nicht einen Zug mit den Räubern gemein. Dagegen gibt es allerdings in der florentiniſchen Ge ſchichte eine Begebenheit, welche die größte Aehnlichkeit mit demJulius von Tarent hat und in welcher Cosmus von Medici eine Hauptrolle ſpielt. Aber ſie ereignete ſich in viel ſpäterer Zeit als die Verſchwörung der Pazzi, und nicht Cosmus der Alte, der Großvater Lorenzo's des Prächtigen und Julians von Medici, ſondern der jüngere Cosmus, der erſte Großherzog von Toscana, der hundert Jahre ſpäter lebte, war der Held der Tragödie. Der

ſenutzte, um einen Ausflug nach Syrien zu machen. Er reiſte ſurch die Wüſte, begleitet von einem Diener, welcher Soldat in nem der Coldſtream⸗Regimenter war, und unter Escorte eines trabiſchen Scheiks mit einigen zwanzig Mann, denn die Straße durde durch zahlreiche Räuber unſicher gemacht. Während der ſeſten Tage ging Alles gut; als man jedoch weiter in der Wüſte wrdrand, dachte der Scheik an ein Mittel, dem Engländer 1 oder 1 90 Päaſter über den bedungenen Preis zu erpreſſen. Eines Abends begab er ſich zu dieſem Zweck in das Zelt Windham's und führte mit dieſem durch Vermittlung eines Dragoman folgendes Geſpräch: 4

Der Scheik zum Dragoman:

nir müſſen umkehren oder hier ſterben.

Windham:Sag' ihm, daß er ſich zum Teufel ſcheren ſoll. 3 3 Effendi uns nicht 2000 Piaſter wehr zahlt, ſo werden meine Leute und ich gezwungen ſein, umzu-

Der Scheik:Wenn der

tehren.

Windham:Fragt ihn, ob er den

Tertrag halten wolle oder nicht. Der Dragoman(den Erſchrockenen ſpielend):

bſſer, ihm zu geben,

ſterben.

Windham(ſeinem Diener ein Zeichen gebend):John, halte nerl den Schnapphahn feſt, während ich ihm die Schultern ein wenig kitzle!

Geſagt, gethan. John reißt dem Scheik die Kleider herunter, uſmmt den Kopf deſſelben zwiſchen ſeine Beine und Windham Pylt ihm mit der Reitpeitſche zwanzig oder dreißig Hiebe auf den

zwiſchen uns geſchloſſenen

Es wäre was er verlangt, ſonſt läßt er uns hier

he, Ser nan:Sage meinem Bruder, der Weg ſei lang, unſere Gerſte erſchöpft, unſere Pferde ohne Waſſer,

Rücken. Nach Beendigung der Execution wirft der Araber ſich zu den Füßen des Capitains nieder, umarmt deſſen Knie, nennt ihn ſeinen Vater, verſpricht in Zukunft Alles zu thun, was er verlangt, und was das Beſte iſt hält Wort bis zum Ende der Reiſe. a.

Reine Jagdgeſchichte?

DieEuropa erzählt als Beiſpiel für die Intelligenz der Thiere:Die intellectuellen Fähigkeiten der Thiere zeigen ſich überhaupt beim aufmerkſamen Beobachten ungleich größer, als man gewöhnlich annimmt. So gelten die Nagethiere im Allge⸗ meinen als beſonders dumm und bildungsunfähig; dennoch gelang es in Toulon einem Sträfling, eine gewöhnliche Ratte an ſich zu gewöhnen und zu dreſſiren, wie dies in beſchränkterm Grade von Sträflingen ſchon bei Spinnen und Mäuſen geſchehen war. In dem Fall, von welchem wir ſprechen, war die Ratte nach dem Be⸗ richte eines Augenzeugen ſo an ihren Herrn gewöhnt, daß ſie ſein beſtändiger Begleiter war; ſie apportirte wie ein Hund, und noch mehr, wenn er ein Stück Geld weit hinwarf, ſo brachte ſie es im Maule zurück, kroch an ſeinen Beinen aufwärts und ſteckte ibm das Geld in die Taſche. Vor ungefähr funfzehn Jahren erzählte ein Augenzeuge in der Minerva, daß er Ratten beobachtet hatte, welche in einer Vorrathskammer Eier und andere ſchwere Gegen⸗ ſtände ſtahlen; ſie bemühten ſich, dieſelben in ihre Behauſung zu ſchaffen, und da dies mit Rollen und Schieben trotz wiederholten Verſuchen nicht gehen wollte, ſo opferte ſich eine der Ratten zum allgemeinen Beſten großmüthig auf: ſie legte ſich auf den Rücken,

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