Jahrgang 
01-26 (1857)
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1lI. Jahrg. llll. Jahrg. bot dagegen die öflege, na⸗ Naus dem Dorfe genommen hatte, Kirche eine Seele

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Theil daran, obſchon ſie die Seitenblicke auf ihre katho⸗ liſchen Brüder, deren mit geiſtlicher Ueberhebung gedacht wurde, während ſie in der nahen Kirche zur Meſſe ver⸗ ſammelt waren, keineswegs billigten. Als aber ſpäter ein

Miſſionar nach dem andern erſchien und ſich anſchickte, die

Propaganda im Val d'Ilier ſyſtematiſch zu betreiben, wandte ſich der Curé an die weltliche Behörde, um deren Einſchreiten zu erlangen. Und wirklich erließ dieſe auch eine Bekanntmachung, wonach jeder Fremde, der ſich in die

religiöſen Angelegenheiten des Landes miſche, künftig aus dem Höôtel, und damit aus Chambéry verwieſen werden

ſollte.

Werden ſich aber die ſtolzen Engländer abhalten laſſen, in dieſem Jahre wieder zu erſcheinen, um zu ſehen, ob nicht

hie und da ein Samenkorn des Zweifels aufgegangen ſei, davon ſie ſo reichlich ausgeſtreut haben? Oder würde irgend eine Schweizer Cantons⸗Regierung wirklich geneigt ſein,

activ gegen einen der Miſſionare aus dem ſympathiſchen

Albion einzuſchreiten? Schwerlich! Und gelänge es auch,

dieſe fern zu halten, ſo würden ſie durch eben ſo eifrig ge ſinnte Genfer oder Vaudois völlig erſetzt werden.

Es ſteht ſonach zu erwarten, daß das reizende Cham⸗ béry, wo es ſich überdem ganz behaglich leben läßt, mehr

und mehr ein Tummelplatz der Methodiſten werde, deren

frommer Eifer dem friedlichen Val d'FIlier als Gaſtgeſchenk den Geiſt des Zweifels und des Unfriedens zurücklaſſen

wird, der die alten Bande in den Familien und in der Ge⸗

meine lockern oder zerreißen wird, ohne daß dafür das klare

Licht des evangeliſchen Bekenntniſſes den Gemüthern recht

zum Bewußtſein gekommen wäre. Gar oft tritt Glaubens⸗ loſigkeit an die Stelle des Zuvielglaubens. Was wird das friedliche Bergdorf im nächſten Sommer erleben?

(Schluß folgt.)

Humoriſtiſche Studien aus dem täglichen Leben.

11l. Das claſſiſche Kränzchen. (Schluß.)

Auf einen Wink der Mutter ſetzt ſich Emilie mit dem Muſiklehrer ans Klavier und beide ſpielen den Krönungs⸗ marſch aus dem Propheten, wenn auch mit einigem Wider⸗ ſtreben von Seiten Neumann's, der lieber den Beethoven⸗ ſchen Trauermarſch ſpielen würde. Die Thüre öffnet ſich und herein tritt der Notar mit einem Lorbeerkranze, ſtellt ſich vor Frau von Goltzheim und ſpricht:

Meine Gnädige! Hatten wir ſchon lange das Ver⸗ gnügen, Sie zu ſehen inmitten eines Kränzchens, das wegen ſeiner Beſtrebung in unſerer Stadt einigen Ruf ſich er⸗ worben, ſo ſchlagen unſere Herzen freudiger bei dem Ge⸗ danken, daß Sie ſich entſchloſſen haben, gnädige Frau, vor die Oeffentlichkeit zu treten mit einem Werke, auf das wir ſchon lange ſehnſuchtsvoll gewartet. Mögen Sie bei den

Triumphen, die Sie mit Ihrem Roman feiern werden, Ihre Freunde nicht vergeſſen. Ich überreiche Ihnen im Namen des claſſiſchen Kränzchens dieſen Lorbeerkranz, der auf Ihrem Haupte immer grünen wird.

Während die ganze Geſellſchaft in ein freudiges Hoch ausbricht, bemerkt die Commerzienräthin leiſe zu ihrem Manne:

Sprich von meinem Roman, Auguſt!

Ja wohl, mein Kind, antwortet der Gemahl.

Die Frau von Goltzheim kann ihre Rührung nicht verbergen. Nachdem ſie am Buſen der Frau Directorin ihren Thränen freien Lauf gelaſſen, beginnt ſie:

Verehrte Anweſende! Der heutige Abend wird in meinem Gedächtniß einen ewigen Platz finden. Ich kann fürderhin die Anerkennung der ganzen Welt entbehren,

zwar in fürſtlich Schwarzburg'ſchen Dienſten, befördert, in wel⸗ chen er die Fenlos ſeines Gönners, ſeine Carrière bis zum Oberſtlieutenant und zur Erhebung in den Adelsſtand fortſetzt.

. Intereſſant unter den ferneren Mittheilungen aus den Feld⸗ zügen nach Oeſterreich, Spanien, Rußland und Frankreich erſcheint nuns namentlich ein Geldtransport auf mehr als zwanzig Schlit⸗ ten, den Herr Blumröder G durch Litthauen der franzöſiſchen Armee zuführen ſollte, dem aber alsbald die erwähnten Regimenter flüchtig entgegen kamen und der endlich nur dadurch vor den Koſaken gerettet werden konnte, Aaner der Plünderung der franzöſiſchen Soldaten preisgegeben

Den übrigen Inhalt des Buches bilden Erinnerungen an

den verſtorbenen Fürſten von Schwarzburg⸗Sondershauſen, ſo wie an mancherlei literariſche Perſönlichkeiten, namentlich an Gaudy und einen originellen Sondershäuſer Literaten Wezel, der die Selbſtvergötterung im eigentlichſten Sinne des Wortes ſo weit trieb, daß er 1819 darüber im Wahnſinn ſtarb, ein warnendes Beiſpiel für Mitglieder von Vergötterungsvereinen!

Herrn A. v. Blumröͤder's ſchließliche Betrachtungen über

Religion, Philoſophie und Aeſthetik tragen den Charakter eines Achtung gebietenden Dilettantismus. R. G.

ſpäteren Feldzüge mitmacht und, als Schwiegerſohn

im December 1812 von Königsberg

Zur Geſchichte der Induſtrie. Der ruſſiſch⸗chineſiſche Handel in Niachta.

Die Vorfälle in Canton, welche eine Unterbrechung des Han⸗ dels mit China von der Seeſeite möglich, wenn auch nicht wahr⸗ ſcheinlich machen, geben dem Handel, den China mit Rußland zu Lande führt, eine beſondere Wichtigkeit, und inſofern mögen die folgenden Angaben nicht ohne Intereſſe ſein.

An der mongoliſchen Grenze gibt es in der Provinz Irkutsk, nicht weit von dem Barikalſee und den letzten Abhängen des Altai, genau auf dem Punkte, wo ſich auf dem 50. Grade nördlicher Breite der ſüdliche Theil des ruſſiſchen Sibirien und der nördliche Theil der chineſiſchen Tatarei berühren, eine Stadt oder Flecken oder vielmehr ein Fort, Kiachta genannt(von dem mongoliſchen Worte Kia, Quecke, welche Grasart dort im Ueberfluß den Boden bedeckt). Dieſe Ortſchaft, die von einer Seite von den Mandſchu⸗ kriegern, von der andern von ruſſiſchen Soldaten bewacht wird, iſt das Entrepot, der gemeinſchaftliche Mittelpunkt des Tauſch⸗ handels, der zwiſchen Rußland und dem himmliſchen Reiche getrie⸗ ben wird. Kraft einer unter der Regierung der Kaiſerin Katha⸗ rina II. im Jahr 1787 abgeſchloſſenen Uebereinkunft müſſen die Waaren, die den Gegenſtand dieſes Handels bilden, faſt aus⸗ ſchließlich dieſen Punkt paſſiren, und dieſer Landhandel, deſſen Privilegium Rußland jeden Handel auf dem Seewege mit China unterſagt, wird in folgender Art betrieben. 1

Zu einer feſtgeſetzten Zeit reiſen von Moskau und von Peking zwölf Commiſſäre, nämlich ſechs ruſſiſche Kaufleute unter dem Vorſitze eines ruſſiſchen Zolldirectors und ſechs chineſiſche, an deren Spitze ein Gouverneur⸗Mandarin ſteht, ab, um ſich nach