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äglichen ſebeu„Ach der Fremde!...“ Zimmer, in welchem die Büſten unſerer großen Dichter an 4 Kn⸗„Ja wohl der Fremde, der gerade! Haben Sie be- den Wänden aufgeſtellt ſtehen. Auf dem Ofen prangt nerkt, welchen geiſtreichen Blick! Sonſt ein ganz unſchein- eine große Figur Goethe's nach Thorwaldſen's berühmter
eigentlich dazu bewogen, ſeine Gedichte herauszugeben, ich wir heute?“ habe ihn zuerſt auf ſein Talent aufmerkſam gemacht, ohne„Den dritten Act des Wallenſtein.“ mich hätte er es nicht ſo weit gebracht.“„Vortrefflich, mein Kind, haſt Du ſchon gehört, wie
V zchen. barer Menſch, man ſollte kaum denken, daß es der berühmte Statue; eine prächtige Bibliothek, aus mehreren hundert b tin Städt. Dichter Z. iſt.“ Bänden beſtehend, nimmt eine ganze Wand des Zimmers dn Donnerstag„Ach, das iſt der Z., Herr Notar? Ich habe ſeine ein; um einen langen Tiſch, auf welchem der Thee ſervirt riſchen Kräfte Gedichte in Goldſchnitt.“ wird, harren eine Anzahl bequemer Seſſel der Ankunft der umelt„Ja, das iſt mein Freund Z., der berühmte Dichter. elaſſiſchen Mitglieder des Kränzchens. ttorinn wadn in Wir kennen uns noch von der Univerſität; ich habe ihn„Emilie,“ ſpricht die Frau Directorin,„was leſen b
angeſehen; jedes
nübrigen Einwoh⸗
und rechtſertigt 8 4 7 5. 3 Haltung der Nad„Sie haben ſich dadurch außerordentliche Verdienſte Apothekers ſich ärgern, daß ſie nicht in unſer Kränzchen um die Literatur erworben, Herr Notar—“ eingeführt werden?“
„Ach bitte ſehr! Ich habe nur meine Schuldigkeit„Ja wohl, Mama, man ſpricht nur davon. Die Apo⸗
den beſten Jahren,
s, welches ihr ge⸗
thekers werden überall ausgelacht; ich begreife auch gar „Das iſt genugſam bekannt, Herr Notar, doch könn⸗ nicht eine ſolche Anmaßung. Die Frau iſt ganz unge⸗ ten Sie nicht Ihren Freund bewegen, auf's Caſino zu bildet, ſo zum Beiſpiel hat ſie niemals etwas von Clauren kommen?“ geleſen.“ „Unmöglich! Er reiſt heute wieder ab; er bedauert„Nichts von Clauren? Nun, das iſt doch zu lächer⸗ außerordentlich, nicht unſere claſſiſchen Kränzchen beſuchen lich; erinnere mich daran, daß ich es dem Herrn Notar zu können, doch iſt ſeine Anweſenheit in Berlin für morgen erzähle.“
gethan, Sie wiſſen, ich ſchwärme für Literatur.“
nachzuhängen
roder weniger e g zum Kränzchen; n die Wohnung
Dd
ſich in Staube
an einem üffnt⸗ nöthig. Adieu, meine Herren, ich muß meinen Freund„Ja wohl, Mama!“ V m dürfen De noch einmal ſprechen!“ Es klopft. Herein tritt der junge Berder; die Direc⸗ V
der ſich an 3 Du ſiehſt, lieber Leſer, daß die großen Leute einer b torin ſtürzt ihm entgegen und ſagt:„Ach, mein werther dibloniinee kleinen Stadt ſich vor dem bekannten Namen beugen, nur Herr Berder, wie gewöhnlich ſind Sie der Erſte, dieſe V tvarade z
unter ſich in gleichgeſtellter und gleichgeſinnter Geſellſchaft Eile iſt für uns außerordentlich ſchmeichelhaft.“
wächſt wieder das Selbſtbewußte jener unbekannten Schrift⸗„Bitte, meine Damen,“ erwidert der Jüngling,„wa⸗ ſteller. rum ſollte es mich nicht hierher ziehen zu Ihnen, wo die hu Folge mir daher in das literariſche Kränzchen der Muſen ihren Tempel aufgeſchlagen haben; auch komme ich ſchen Gräße Frau Directorin, o Leſer, und Du ſollſt ſie alle beiſam— etwas früh, um Ihnen, geehrte Frau Directorin, einige
ter der d 3 Welle
Dee und] uen finden, die großen Leute der kleinen Stadt. meiner neueſten Gedichte vorzutragen.“ V zuf's Gafilo i—— Leider wird unſer junger Dichter durch die Ankunft bin ich mit uu b Es iſt Donnerstag. Die Frau Directorin iſt mit ihrer des Notars und ſeiner Frau unterbrochen. Der Notar
n gegangen⸗Tochter Emilie beſchäftigt, den Theetiſch im Salon zu tritt mit einer freien Bewegung ins Zimmer, grüßt und
zunge Mann
ß ordnen. Der Salon der Frau Directorin iſt ein großes ſpricht:„Frau Directorin, ich hatte gehofft, Ihnen heute
überſchwänglich in ſeinen Hoffnungen, aber es bedarf vielleicht Aus der Gegenwart. nur weniger Minuten, um ihn ſchweigſam und in trüber Stim⸗
4 zu finden, es iſt jedoch eine gewiſſe trockene Melancholie Aeber die aner mung zu finden, es iſt jedoch eine gewiſſe trockene Melancholie, nerikaniſche geſellſchaft. die niemals trauert und niemals das Rechnen vergißt. Aphorismen von Franz Löher.
nat, zul Anlhe nndi Auffabe„ Geſellſchaftliche Gegenſätze in Die amerikaniſche Unterhaltung würde an Gehalt und An— ds würdigen if e Srudien,“ achter Band, drittes Heft. 1857.) mutb unvergleichlich gewinnen, wenn die verheiratheten Frauen rüͤen Gefühle. Im Geſellſchaftszimmer commandirt das junge Volk. Die mehr Einfluß darauf hätten. Aber das iſt wieder ein Punkt,
m fättig zu Herren ſtürmen zur Tafel wie wilde Burſchen, die mit Schnellig-⸗ wo ſich Gegenſätze ſcharf berühren. Es iſt bekannt, wie die Frauen 5 ſün dt und Gelächter ihre Stühle erobern wollen. Die Damen in Amerika vergöttert werden, ſie ſollen nur die Freuden des Le⸗ wterialitemue ſchmücken ſich mit den prachtvollſten Stoffen, mit koſtbaren Spitzen bens und nie deſſen Arbeit und Mühen koſten. Sie ſchalten ganz Dſehr aul und überreichlich glänzenden Juwelen; es iſt nicht der geläuterte frei in ihren kirchlichen Kreiſen und ſetzen daraus vorzugsweiſe dns den u Grſchmack, der ſich darin kund gibt, ſondern die jugendliche Freude die Geſellſchaft zuſammen, die ſie bei ſich ſehen wollen. Das Ge⸗ in Putz und Glanz. Es ſchlingt ſich fortwährend durch die Ge⸗ fühl der weiblichen Würde ſteigt bis in die letzten Volksſchichten ſellſchaft eine Kette von jugendlicher Luſt, von Lebhaftigkeit und hinunter. Und dennoch bedeuten die Frauen in Amerika im Flatterſinn, von Offenheit und Edelmuth. Aber mitten dazwi⸗ Grunde weniger als bei uns. Ihre Erziehung ſcheint dort darauf ſhen fährt auch häufig ein kalter Windſtoß, die Jugend ſtockt angelegt, ſie ſchwachnervig und ſchwindſüchtig zu machen. Mangel ſchnet und überdenkt; es iſt als wenn ihre Fröhlichkeit aus dem an Dienſtboten und Herkommen erlauben ihnen wenig freie Stun⸗ Wllen und Verſtande und nicht aus dem Herzen käme, als hätte den außer dem Hauſe. Man verbannt ſie von öffentlichen Feſten Wiſtenz zu man alte Leute mit jungen Geſichtern vor ſich. Oft ſcheint das und ſperrt ſie auf Reiſen in Gaſthöfen und Dampfſchiffen in eine 3es ſcheine dlkchen mit Lachen und Jubeln nahe daran, ſich in Zuchtloſigkeit Art Serail, und die Männer ſind im Ganzen wenig in ihrer Ge⸗ füninm ufzulöſen, und doch, ſobald ſtille Wünſche von irgend Jemand ſellſchaft. daß ma Mührt werden, ſtellt ſich ſofort bei ihm nüchterne Selbſtbeherr⸗
u haben ſteng ein. Bei größter Heftigkeit der Begierden hält ſich Jeder Der Herrſcherſitz gebührt in amerikaniſchen Geſellſchaften zunduct⸗ ſcj inſtinctmäßig im Zaum. Die amerikaniſche Geſellſchaft iſt nicht den Frauen, ſondern dem Vorwitz und der Luſtigkeit junger
d jedel 11 Ganzen ein treues Abbild des ſanguiniſch⸗melancholiſchen Mädchen. Die verheirathete Frau, und wenn ſie die liebenswuͤr⸗ herakters, der im Volke überwiegt. Der Amerikaner iſt lebhaft, digſte und geiſtreichſte wäre, kommt in die ſtille Ecke. Da hört enffänglich, gleich voll warmen Gefühls, gleich zuverſichtlich und man denn ſtatt geiſtvoller Unterhaltung ewiges Ballgeſpräch, und


