Jahrgang 
01-26 (1857)
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findig, und es zeigte ſich jetzt, daß er förmlich einen Lehr vertrag mit einem armen, aber braven Fiſcher geſchloſſen, dem er über ein Jahr lang fleißig und treu gedient hatte. Sein Herr war ſeines Lobes voll: er rief ſeine Fiſche kräftig aus, war klug bei ſeinem Handel und, was noch merkwürdiger ſcheint, brachte pünktlich den Erlös dem alten Fiſcher. Ungeachtet des Widerſtrebens des Herrn und ſeines Lehrlings, ſich von einander zu trennen, ward der Knabe mit nach Hauſe genommen und zum zweiten Male auf die Schule von Weſtminſter gebracht.

Einer kann ein Pferd zur Tränke führen, aber ein Dutzend können es nicht zum Trinken bringen, ſagt ein altes Sprichwort. So konnte auch Mr. Forſter mit Hülfe des Dieners Maſter Edward wieder nach Hauſe bringen und ſein Vater ihn noch einmal auf die Schule ſchicken, etwas ganz Anderes aber war es, ihn zum Bleiben zu ver⸗ anlaſſen. Nach kurzer Zeit verdingte er ſich bei dem Eigen⸗ thümer eines Schiffes, das nach Oporto ſegelte. Dies war ein Quäker, und zwar ein gewiſſenhafter, der den jungen Montague, da er ihn für ein armes, verlaſſenes Geſchöpf hielt, ſehr liebreich behandelte. Er kleidete ihn anſtändig, gab ihm gutes und geſundes Eſſen und machte ihm das Seeleben ſo angenehm, als es Einem in ſeiner Lage gemacht werden konnte. Doch fand immer noch ein Zwang ſtatt, und Zwang widerſtrebte ſeinem Weſen; ſo⸗ bald daher das Schiff bei Oporto ankam, lief er, der Güte des Quäkers uneingedenk, abermals davon und wagte ſich, obgleich der Sprache unkundig, eine beträchtliche Strecke in das Land. Es war die Zeit der Weinleſe. Er bot ſeine Dienſte an, man unterwarf ihn einer kurzen Probe, und da man ihn brauchbar fand, behielt man ihn.

So brachte er zwei bis drei Jahre im Innern von

Novellen-Zeitung.

Beſorgung Kenntniß der engliſchen Sprache erforderlich war. Kaum aber war er dort angelangt, als ſein Glück oder, wie er es vermuthlich genannt haben würde, ſein Un⸗ glück wollte, daß in dem Augenblick ſeiner Ankunft der engliſche Conſul ihn erkannte, und wenn er noch einen Zweifel hätte haben können, ſo ward er durch ſeinen frühern Herrn, den alten Quäker, beſeitigt, deſſen Schiff gerade im Hafen lag. Der junge Herumſtreicher ward unter

paſſendem Geleit nach Hauſe gebracht, wo er durch Für⸗

ſprache Mr. Forſter's von ſeinen Eltern wieder aufgenom⸗ 1

Dieſer Mann übernahm nunmehr die Sorge

men wurde.

für die Erziehung des Knaben und leitete ſie mit ſolchem Eifer und Verſtand, daß derſelbe, obgleich er bei ſeinem herumſtreifenden Leben ſehr zurückgekommen war, bald außerordentliche Fortſchritte machte, als er abermals von Weſtminſter entlief. So ſehr hatte ſich der Hang zum Herumſchweifen ſeiner bemächtigt. Er ging auf ein Schiff, das nach dem mittelländiſchen Meere ging. Sein Vater, deſſen Geduld erſchöpft war und welcher erklärte, wie er ſich gebettet, müſſe er ſchlafen, wollte nichts mehr von einer Vermittelung zu ſeinen Gunſten hören. Doch Mr. Forſter verwendete ſich für ihn und brachte nach vielen Vorſtellungen den alten Montague dahin, daß er ihm erlaubte, den ver⸗ lornen Sohn aufzuſuchen und zurückzuführen.

Von einem ſo entſchloſſenen Freunde ließ es ſich er⸗ warten, daß er ſeinen Auftrag vollziehen werde. In kurzer Zeit ſpürte er den Flüchtling aus, und dieſer ſollte nun

mit Bewilligung ſeines Vaters unter der Auſſicht ſeines

freundlichen Fürſprechers auf Reiſen gehen; für die näch⸗ ſten Jahre wurde Weſtindien als der Ort ſeines Aufent⸗ halts beſtimmt und eine bedeutende Summe ihm bewilligt.

Portugal zu, ohne daß er den geringſten Verſuch machte, ſeine Lage zu verbeſſern, bis er eines Tages den Auftrag erhielt, einige Eſel nach der Factorei zu treiben. Man ertheilte ihm denſelben wegen einiger Geſchäfte, zu deren

Dieſer ſeltſame Plan ſchien ihn auf einige Zeit zu beſſern. Er ſtudirte ſo eifrig, daß er die Claſſiker voll⸗ ſtändig kennen lernte, und hatte ſich ſo viel Beſtändigkeit angeeignet, daß ſein Vater ihn zurückberief und ihm eine Anſtellung im Staatsdienſte verſchaffte. Hier gab er zu

Feuilleton.

N.den

Genrebilder. Der Händelmacher. Amerikaniſches Sittenbild.

Ein Franzoſe, erſt vor wenigen Tagen in Neu⸗Orleans ge⸗ landet, trat in ein Gaſthaus, um ſich zu erfriſchen. V

Gargon! rief er;ein Glas Bier!

Der Kellner ſchenkte das Bier ein, aber in dem Augenblicke, als der Franzoſe das Glas nehmen wollte, bemächtigte ſich ein Unbekannter deſſelben und trank es mit einem Zuge aus.

Ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen, ſagte der Fran⸗ zoſe, den dieſe allzu große Freiheit ſehr überraſchte.

Ich kenne Sie auch nicht! entgegnete der Unbekannte.

So ſuchen Sie alſo Händel?

Es ſollte mir leid thun, Sie darüber im Zweifel zu laſſen. Sie ſind mir widerlich! Iſt das deutlich?

Sehen Sie ſich vor, ſagte der Franzoſe ruhig und wie mit väterlichem Tone.Ich bin ein Menſch, der von ſeiner Arbeit lebt; ich beleidige keinen Menſchen, aber ich bin es auch nicht ge⸗ wohnt, mich beleidigen zu laſſen. Für dies Mal verzeihe ich Ihnen. Kellner, ein zweites Glas Bier!

Der Händelmacher, der nur durch ein höhniſches Lachen ge⸗ antwortet hatte, wartete, bis das zweite Glas Bier eingeſchenkt war; dann bemächtigte er ſich deſſelben abermals, trank einen Schluck und goß das Uebrige weg.

Im höchſten Grade gereizt, wollte der Franzoſe auf ihn zu⸗ ſtürzen, doch ein Zeuge dieſes ganzen Auftrittes hielt ihn zurück und flüſterte ihm haſtig zu:-

Halten Sie ein, oder Sie ſind verloren! Ermordet er Sie nicht auf der Stelle, ſo tödtet er Sie ſpäter im Zweikampf, denn

er iſt der geſchickteſte Duellant in ganz Louiſiana. Im Schießen

mit Büchſe oder Piſtole, in der Handhabung des Degens wie des Säbels, des Dolches wie der Lanze thut es ihm Niemand zuvor. Er hat bereits zweiunddreißig Menſchen getödtet und über ſechzig verwundet...

Was Sie mir da ſagen, beſchwichtigt meinen Zorn, ſagte der Franzoſe.

Nicht wahr, das iſt entſetzlich?

Im Gegentheil; es beruhigt mich vollkommen.

Nach dieſen ſchnell gewechſelten Worten näherte der Franzoſe ſich dem Händelmacher, der ihn mit ſpöttiſchen Blicken betrachtete, und ſagte zu ihm:

(III. Jahrg.

Nr.

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