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in der Novellen⸗Zeitung durch C. v. W. mitgetheilten Texte, wie folgt:
Wo, Du Reuter, 1— Meinſt Du hin?
damit die Franzoſen nit kommen und Wien in'n Klump ſchießen, und in der Deſperation ſind die Leut' ganz cou⸗ ragiös und tapfer geworden und ſind zu Tauſenden hinge⸗ zogen zum Miniſter Thugut, den ſie den eigentlichen Kaiſer von Wien nennen, und haben ihn zwingen wollen, daß er ſollt' Frieden machen!“
„Das ſind freilich ſchlimme Nachrichten,“ ſeufzte Haydn, ſein Haupt ſchüttelnd,„ſchlimmer als ich dachte. Das Volk in Aufruhr und Empörung, die Armee geſchlagen und der Feind im Anmarſch gegen Wien. Aber verzagt doch nicht, ſeid muthig und ſtandhaft, Kinder, und laßt uns auf Gott vertrauen und unſern braven Kaiſer. Die Beiden werden uns nimmer verlaſſen, die werden Wien behüten und be⸗ ſchirmen und werden's nimmer dulden, daß auch nur ein Stein von ſeinen Mauern genommen werde.“
„Ach, rechne nimmer auf den Kaiſer, Mann!“ klagte die Frau Doctorin,„das iſt ja eben die ſchlimmſte Nach⸗
richt und daraus eben kann man ia ſehen, daß Alles ver⸗
loren iſt, denn der Kaiſer hat uns verlaſſen!“
„Wie?“ rief Haydn und ein Ausdruck edlen Stolzes flammte in ſeinen Zügen auf.„Wie, man wagt es, unſern Kaiſer ſo ſchmählich zu verläumden? Man wagt es, zu ſagen, daß der Kaiſer ſeine Wiener verlaſſen ſollt', wenn ſie in Gefahr ſind? Nein, nein, der Kaiſer iſt ein braver Mann und ein treuer Fürſt, er wird Glück und Unglück mit ſeinem Volke theilen. Ein guter Hirt verläßt nicht ſeine Heerde und ein guter Fürſt nicht ſein Volk!“
„Aber der Kaiſer hat uns verlaſſen,“ ſagte Conrad, ges iſt wahr, Herr! Ganz Wien weiß es und ganz Wien jammert und heult darüber! Der Kaiſer iſt fort und die Kaiſerin auch und die Kaiſerkinder auch! Alles fort und davon nach Preßburg.“
„Fort! der Kaiſer fort!“ murmelte Haydn ſchmerz— voll, und eine tiefe Bläſſe bedeckte auf einmal ſeine Wan⸗ gen.„O, armes Oeſterreich, armes Volk, Dein Kaiſer
hat Dich verlaſſen und iſt von Dir geflohen!“
Er ſenkte traurig ſein Haupt und ſchwere Seufzer hoben ſeine Bruſt.
„Siehſt jetzt ein, Mann! daß ich Recht habe?“ fragte ſeine Frau.„Iſt's wahr, daß es die höchſte Zeit iſt, an unſer Hab und Gut zu denken und unſere Sachen zu ver⸗ packen und zu vergraben?“
„Nein,“ rief Haydn, raſch ſein Haupt wieder erhebend, „nein, es iſt jetzt nicht Zeit, an uns zu denken und für unſer elend Hab und Gut zu ſorgen! Der Kaiſer iſt auf der Flucht, das heißt, der Kaiſer iſt in Gefahr, und ſo
müſſen wir als treue Unterthanen für ihn beten und auf
unſern Herrn und Kaiſer all unſere Gedanken und Wünſche richten. In den Stunden der Gefahr muß man nicht kleinmüthig ſein Haupt zur Erde ſenken, ſondern ſein Auge zu Gott empor heben und auf ihn hoffen und vertrauen. Was wollen die Wiener verzweifeln und ſchreien? Singen und beten ſollen ſie, damit der Herrgott da oben ihre Stimme vernehme. Singen und beten ſollen ſie für ihren Herrn und Kaiſer und ich will ſie's lehren!“
Und mit hochgehobenem Haupt und ſtolzem Schritt ging Haydn zu ſeinem Clavier hin und ſeine Hände legten ſich auf die Taſten und begannen leicht eine einfache choral⸗ artige Melodie zu flüſtern; dann aber trat die Melodie ſtärker und kräftiger hervor, dann leuchtete es höher auf in Haydn's Angeſicht und ſeine Lippen öffneten ſich wie von ſelbſt und mit begeiſtertem, ſchallenden Ton ſang er Worte, die er nicht kannte und nicht pußte, Worte, die ihm mit der Melodie aus der Seele aughen. Halb Gebet, halb Siegeslied war die Melodie und unſchuldiges, ſchlich⸗ tes Kindergebet waren die Worte, die von ſeinen Lippen ſtrömten und die alſo lauteten:
Gott erhalte Franz den Kaiſer, Unſern guten Kaiſer Franz, Lange lebe Franz der Kaiſer In des Glückes hellem Glanz!
ſo ſetzte man bei ihm eine gewiſſe Sehergabe voraus, die in Spa⸗ nien den an dieſem Tage gebornen Perſonen zugeſchrieben wird, de Kraft nämlich, den Körper eines Ermordeten an der Stelle zu eblicken, wo jemals ein Mord begangen war; und man erklärte ſeine weehe den Blick aufwaͤrts in die Luft zu richten, aus dem natürlichen Wunſche, einen ſo widerwärtigen Anblick zu ver⸗ meiden, der ſich in einem Lande, wo Gewaltthätigkeiten ſo an der Tagesordnung waren, nur allzuoft wiederholt haben möchte.
Im öffentlichen Leben eine ernſte und majeſtätiſche Haltung zur Schau zu tragen, war nach Philipps Anſicht eine der heiligſten Pflichten eines Herrſchers; man ſagt, daß er nur dreimal in ſeinem Leben gelächelt habe, und augenſcheinlich war es ſein Beſtreben, im Andenken der Nachwelt als ein Muſter königlichen Anſtands fort⸗ zuleben.
Literatur.
Beitrag zur goetheiana. (S. Nr. 8 d. N.⸗Z.)
Carl Gödeke führt in ſeinem verdienſtvollen Werke:„Eilf Bücher deutſcher Dichtung, Leipzig, 1849“ unter den Proben aus Goethe's Werken auch das Gedicht:„Freundin aus der Wolke“ an, jedoch mit einigen Abweichungen von dem
Kannſt Du wähnen
Wer ich bin? Leis umfaß ich Dich als Geiſt, Den Dein Trauren Von ſich weiſt. Sei zufrieden, Goethe mein! Wiſſe, jetzt erſt Bin ich Dein; Dein auf ewig Hier und dort— Alſo wein mich Nicht mehr fort.
Gödeke bemerkt hierzu, daß die Chiffre P. in der Iris nur Goethe'ſche Lieder bezeichnet. Das im Druckfehler⸗Verzeichniß corrigirte P. in ein L. wird wohl„Lili“ bezeichnen ſollen.
In das Jahr 1755 fällt aber Goethe's Verhältniß zu Lili Schönmann(ſpäter Baronin v. Turkheim), und es erſcheint durch die Auflöſung des L. in„Lili“ Titel und Inhalt des Gedichtes nicht mehr ſo myſteriös.
Auch das„wein' mich“ ſtatt des„wein' ich“ am Schluſſe bringt durch den geänderten Sinn das Gedicht zum befriedigenden Abſchluß!
Im IV. Band der Iris, Auguſt 1775, S. 147, erſcheint ferner ein Gedicht:
Auf eine Gegend bei St—g. „Ihr ſtummen Bäume, meine Zeugen, Ach! käm er ohngefähr
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