Noyelfen⸗Zeitung.
[III. Jahrg.
immer mehr in einen Jüngling, flammte die Begeiſterung immer mehr in ſeinen Augen auf und verkläͤrte ſeine Stirn und machte ſeine Wangen erglühen in Purpur der Freude.
„Ja, ja, es geht, es wird mir gelingen,“ rief er auf einmal mit lauter voller Stimme.„Gott wird mir die Kraft geben, dieſes Werk zu vollenden, aber mit Gott muß
Schluß und ſprang mit jugendlicher Lebendigkeit von ſei⸗ nem Sitze empor.
„Das war die Vorrede,“ ſagte er laut,„jetzt geht's ans Werk!“ Mit einer haſtigen Bewegung warf er ſeinen weiten bequemen Hausrock von den Schultern und trat
es begonnen werden! und die Kraft!“
den Worten, die ich Dich ſprechen laſſe, den
Mundes ein, ſprich durch mich zu den Menſchen und l mmaeine Muſik Deine Sprache ſein!“
V Er ſchwieg, aber er blieb noch auf ſeinen Knien und ſcchaute mit andachtsvollen Blicken und gefalteten Händen b noch immer zum Himmel empor. Dann erhob er ſich lang⸗ ſnm von ſeinen Knien, und wie ein Verklärter oder ein V Nachtwandler mit weitgeöffneten Augen, die nichts ſehen,
hin. Er glitt wieder auf den Seſſel und wußte es nicht, ſeine Hände ſenkten ſich auf die Taſten und ſchlugen volle Accorde, er hörte es nicht, er hörte nur die tauſend unnd tauſend jauchzenden Engelsſtimmen, die da drinnen in ſeiner Bruſt ertönten, er hörte nur den Flügelſchlag ſeiner eigenen Seele, die begeiſterungsvoll ſich aufwärts ſchwang, zum Reich der ewigen Harmonien. Immer voller und kräftiger tönte die Muſik, die er den Taſten ent⸗ lockte, bald ſchwoll ſie auf zu mächtigem Jubel, bald ſenkte
ſie ſich zu wehmuthsvollen Klagen und leiſem Geflüſter, dann wieder rauſchte ſie auf zu freudiger Luſt. Jetzt mit einem lauten volltönenden Accorde machte Haydn den
Von ihm kommt die Begeiſterung
Und ganz unwillkührlich, ohne ſich vielleicht deſſen be— wußt zu ſein, glitt Joſeph Haydn von ſeinem Seſſel auf ſeine Kniee nieder und die gefalteten Hände und die ſtrah⸗ lenden Augen zum Himmel erhebend rief er:„O mein Herr und mein Gott, gib mir Deinen Segen und Deine
Kraft, daß ich dies Werk, welches Dich und Deine
Schöpfung preiſt, glücklich und würdig ausführe! Hauche
Athem Deines blaue ſilbergewirkte Band, das noch aß Beſuche her auf der
ſchritt er ohne zu wiſſen, was er that, zu ſeinem Klavier
raſch zu dem Spiegel hin, der da über der Kommode hing. Alles lag zu ſeiner Toilette bereit; der Diener hatte Alles ſorgſam geordnet. Mit eiligen Händen ſchlang Haydn das ſpitzenbeſetzte Halstuch um und knüpfte vor dem Spie⸗ gel kunſtgerecht die große Schleife, dann legte er die ſilber⸗ verbrämte lange Sammetweſte an und zog darüber den braunen Rock mit den langen Schößen und den großen Perlmutterknöpfen. Nun griff er nach der Uhr, dem ſilber⸗ nen Suppenzeiger, und wollte ihn eben in ſeine große Weſtentaſche gleiten laſſen, da fiel ſein Auge auf das vom neulichen Kaiſer⸗
Kommode lag.
„Ich will's anlegen und mich damit ſchmücken am heutigen Feſttag,“ ſagte Haydn lebhaft,„denn ich meine wohl, der Tag, an welchem man ein neues Werk beginnt, iſt ein Feſttag, und man darf ſich dazu wohl ſchmücken mit dem Beſten, was man hatt⸗
V Er befeſtigte mit raſchen Fingern das blaue Band an ſeiner Uhr, hing es um ſeinen Nacken und ließ jetzt den „Suppenzeiger“ in ſeine Weſtentaſche gleiten.
„Wenn ſie mich jetzt ſehen würde, die ſchöne Miſtreß Shaw,“ murmelte er leiſe v— ich hin,„wie würden da ihre wundervollen Augen leuchten und welch ein himmliſches Lächeln würde ihr ſchönes Engelsangeſicht verklären. Ja, ja, ihr Lächeln will ich in Muſit ſetzen und es ſoll in hellen Tönen aus meiner Schöpfung wiederklingen. Ans Werk! Ans Werk!“*)
*) Haydn begann die Compoſition der Schöpfung 1797 und ſchon im April 1798 hatte er ſie vollendet.
Süßem. Ki⸗ying zeigte ſeinem Gaſte kleine Kuchen mit chineſi⸗ ſchen Buchſtaben darauf, welche bedeuteten:„Freundſchaft auf 1 zehntauſend Jahre.“ Auch eine Art tatariſcher Brodkuchen, von Peking gekommen, war da.— Es war ſehr ſpät, als wir vom Tiſche aufſtanden. Man nahm den Thee im Salon und verabſchiedete ſich aufs zärtlichſte. Feuer und Fackeln waren im Lager angezündet, und dieſe Maſſe röth⸗ lichen Lichts, das grell den Schatten unterbrach, welchen die Nacht überall verbreitete, gaben Allem einen neuen maleriſchen Reiz. Wir ließen uns unſere Sänften folgen und kehrten zu Fuß nach Macao zurück, wonnetrunken von der Friſche des Seewindes und der Pracht des ſternbeſäeten Himmels, nachdem wir vier Stunden bei dieſem unendbaren Mahle zugebracht hatten.
Amerikaniſche getränke.
Die Amerikaner ſuchen durch viel verſchiedenartigere Getränk⸗ Miſchungen als wir ihren Durſt zu ſtillen oder ihren Gaumen zu kitzeln. Die meiſten dieſer Miſch⸗Gebräude ſind eigenthümlich zu⸗
ſammengeſetzt und haben oft auffallende Namen. Eine kurze Erwähnung der üblichſten Getränke möge dies beweiſen.
Mint⸗Julep wird aus Madeira gemacht, in den man zerſto⸗ 5 ßene Eisſtückchen, feingeſtoßenen Zucker und geriebene Muskat⸗
nuß thut. Dies Alles wird untereinandergemiſcht, indem man es raſch aus einem Becher in einen anderen gießt, und die Ameri⸗ kaner beſitzen eine außerordentliche Geſchicklichkeit darin, dies in größerer Entfernung der beiden Becher zu thun. Man gießt den Mint⸗Julep darauf in ein Glas, in welches man grüne Minz⸗
blätter, einige Erdbeeren und etwa ein Dutzend feine Ananas⸗ Schnitte thut. Dieſes ſehr erfriſchende Getränk wird durch Stroh⸗ oder Rohrhalme eingeſchlürft.
Sherry⸗Cobbler iſt von ganz'anderem Geſchmack, aber nicht minder angenehm und wird von Vielen ſogar dem Mint⸗Julep vorgezogen. Er beſteht aus Sherry⸗Wein, ein wenig Branntwein, etwas fein geſtoßenem Zucker, geriebener Muskatnuß und geſtoße⸗ nen Eisſtückchen. Er wird auf ähnliche Weiſe gemiſcht wie Mint⸗ Julep und gewöhnlich ebenfalls durch eine Röhre getrunken.
Der Cock⸗Tail, buchſtäblich Hahnen⸗ Schwanz, wird aus Bitterem(Schnaps), geriebener Muskatnuß und Eisſtücken be⸗ reitet. Cock⸗Tail wird für ſehr berauſchend gehalten und nur in kleinen Quantitäten getrunken..
Egg⸗Nag iſt hauptſächlich im Süden der Vereinigten Staa⸗ ten gebräuchlich und wird zur Weihnachtszeit viel getrunken. Es iſt eine Art römiſcher oder Eierpunſch. Gewöhnlich bereiten ihn die ſchönen Creolinnen ſelbſt mit ihren zarten und trägen weißen Händen, um ihn dann den eingeladenen Chriſtgäſten zu bieten. Eine gewiſſe Anzahl Eier wird zerſchlagen, das Weiße von dem Gelben abgeklärt und zu Schaum geſchlagen. Darauf wird das Gelbe mit Zucker und Branntwein gemiſcht und dann unter den Schaum des Weißen gerührt. Die Fremden finden dies Getränk anfangs nicht nach ihrem Geſchmack, bald aber gewöhnen ſie ſich daran und es mundet ihnen dann vortrefflich. 1
Gin⸗Toddey wird gewöhnlich heiß getrunken und aus Gin, kochendem Waſſer, geſtoßenem Zucker und Citronen bereitet, iſt alſo unſerem Punſch ſehr ähnlich. a.
Nr.
G zu, da „bald Wahre Englän vergeſſe nicht au
Er den, u Finger et die tief e anſche Fried mir J kanni Fingen wie ei la, es heilige
V ſnen ſei wandte
hellig A nieder,
Wie mit
und Se lichen⸗ Roten n
Und
*§ 1d dsG. ng thug n ſein 6. 1in dinge
—
G
(Es lher dien Sprache ladiger
t Calo nd Coli chigſe panien, Phil


